Waffentechnik und Kriegsführung ab dem 18. Jh.

Dieses Thema im Forum "Kriegsschauplätze" wurde erstellt von Gast, 18. Januar 2007.

  1. Gast

    Gast Gast

    Tolles Thema für ein Referat, welches von einem Mädchen gehalten werden soll... Léider gibt es zu diesem Thema nicht viel zu finden, deswegen bitte ich euch um so viele Informationen wie möglich. Danke.
     
  2. Lili

    Lili Neues Mitglied

  3. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hallo,

    für das Thema wäre erst einmal eine Konkretisierung notwendig, da es sehr umfassend wirkt.
    Ich würde versuchen, einen roten Faden zu finden: der könnte in dem Wechselspiel zwischen Technologie (soweit in die Waffentechnik einfließend) und der Kriegführung in operativer und strategischer Hinsicht liegen. Dabei wäre wichtig, die Einschnitte heraus zu arbeiten. Ein Ansatz:

    Die Kriegführung des 18. und 19. Jahrhundert war in der Landkriegsführung durch ziehende Heere, ausgerüstet mit Gewehren und Artillerie, mobilisiert durch Pferde, bestimmt. In einzelnen Schlachten entschied sich der Ausgang des Krieges. In maritimer Hinsicht gab es Seeschlachten, die von Segelschiffen bestimmt worden sind, sowie Blockaden. Dazu ein Beispiel aus der Mitte des Zeitraumes: Napoleon Feldzug von 1805, ziehende Armeekorps in der Bewegung auf den sich vorbereitenden Gegner, mit dem Höhepunkt der Schlacht von Austerlitz, sowie die Seeschlacht von Trafalgar. Das ließe sich beispielhaft darstellen:

    Die technologische Entwicklung dieser Waffen bestimmte schon den Ausgang der Schlachten mit: Schnelligkeit und Wirkung der schnell feuernden britischen Artillerie bei Trafalgar:
    „Ein entscheidender Faktor für den Sieg der Briten war ihre Artillerie. Wegen des besseren Drills der Mannschaften konnten englische Schiffe in der Regel ihre Kanonen zweimal so schnell laden und abfeuern wie der Gegner. Die Ladezeiten einer Kanone waren zudem abhängig vom Kaliber und der Art der Ladung. Linienschiffe führten auf ihren 2 oder 3 Artilleriedecks leichte 12-Pfünder, schwerere 18-Pfünder und die wahren Monster, die 32-Pfünder. Natürlich ließen sich die leichteren Kanonen schneller laden (3-6 Minuten), für einen 32-Pfünder brauchten die Bedienungen bis zu 15 Minuten. Manche Breitseiten wurden mit Spezialladungen versehen, z.B. sogenannte "double shoots", bei denen gleich zwei Kanonenkugeln abgefeuert wurden. Die Ladezeit verlängerte sich entsprechend, dafür waren diese Ladungen höchst wirkungsvoll.“
    http://homepages.compuserve.de/leontxa/trafalgar.html#12

    Kontrovers könnte man als späteres Beispiel für Waffentechnik/Kriegsführung die Schlacht bei Könggrätz und den Einsatz des Zündnadelgewehrs sowie neuer Transport- und Kommunikationsmethoden diskutieren.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Königgrätz

    In der Überleitung zum Ersten Weltkrieg wäre die Entwicklung der Dreadnoughts
    http://de.wikipedia.org/wiki/Dreadnought
    und der Panzerwaffe als Beispiele erwähnenswert, letzteres als Reaktion auf den Stellungskrieg im modernen Landkrieg dieser Zeit, die sich aber nicht entscheidend auswirkte.
    http://www.geschichtsforum.de/showthread.php?p=225139#post225139
    http://de.wikipedia.org/wiki/Panzer

    Für die Kriege des 20. Jahrhunderts ist zunächst neben dem Panzer die Entwicklung des Flugzeuges als Waffe im Landkrieg prägend:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Luftwaffe_(Wehrmacht)
    die im Zweiten Weltkrieg aber auch die Entwicklung des Seekriegs revolutionierte: z. B. Tarent, Kreta, Pearl Harbour, Midway und die pazifischen Trägerschlachten, indem sich herausstellte,
    dass Artillerieträger wie Schlachtschiffe und Kreuzer ohne entsprechenden Luftschutz nicht mehr gefahrlos operieren konnten.

    Das Ganze ließe sich abschließen mit der Raketentechnik und der Entwicklung der Atombombe, inkl. Ihrer Abschreckungswirkung im Kalten Krieg.
    Soweit mal ein Vorschlag.

    Grüße
    Thomas
     
  4. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Vielleicht sollten wir uns zeitlich mehr auf eine bestimmte Epoche beschränken und das Thema etwas stärker eingrenzen, es ist ja sehr komplex. Da wären zunächst einmal die rein waffentechnischen Errungenschaften. Der Umstieg von der Lunten- zur Steinschloßmuskete. Die Entwicklung der Papierkartuschen, die Erfindung der Perkussionszündung, die Entwicklung der Hinterladermetallpatrone, Repetier- und Maschinengewehre, Tanks, Luftwaffe ABC Waffen.
    Dein allgemeiner Abriß über die Entwicklung der Militärtechnologie ist im Großen und Ganzen korrekt, vielleicht kannst Du das Thema aber für eine sinnvolle Diskussion etwas mehr eingrenzen, @silesia und etwas konkretisieren, ob es dir vor allem um militärtechnische und militärhistorische Details geht, oder auch um psychologische Kriegführung, Medieneinsatz im Krieg, Struktur der Armeen, Revolution der Kommunikation, etc., etc. geht. Als allgemeinen Abriß über die Kriegstechnologie vom 18. bis zum 21. Jahrhundert halte ich das Thema für eine fruchtbare Diskussion etwas zu breit gefaßt.

    Vielleicht kennst Du das noch nicht, aber Arnold Toynbee "A Study of History" (Aufstieg und Verfall der Kulturen) ist ein geschichtsphilosophischer Klassiker, der sich gut liest. Im zweiten Band beschreibt er in einem Kapitel "Die Nemesis des Militarismus" die von dir skizzierten Entwicklungen aus militärtechnologischer un geschichtsphilosophischer Sicht.
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Hallo Scorpio,

    ich würde das "taktisch" angehen, also nach der Frage, was will der Themensteller? Allein über die Entwicklung der Waffentechnik bei Gewehren könnte man wahrscheinlich eine Doktorarbeit schreiben, in der Verbindung mit Kriegführung wird das Thema einfach uferlos.

    Wenn der Themensteller keine zeitliche Eingrenzung vorgenommen hat, immerhin geht es hier um 3 Jahrhunderte, würde ich das als Bearbeiter auch nicht ohne Absprache vornehmen. Dann kann es aber nur - schließlich ist es ein Referat - um die wesentlichen Einschnitte und Entwicklungen gehen und um das Aufzeigen der großen Zusammenhänge. Damit das Ganze aber noch anschaulich bleibt, würde ich einige Beispiele von solchen Einschnitten einbringen, und da es um Kriegführung geht, diese Einschitte am Beispiel geführter Kriege. Natürlich bleiben dann Einzelheiten der technische Entwicklungen bei einzelnen Waffen, z. B. bei Gewehren, Artillerie etc. auf der Strecke. Man bewegt sich eher in der großen Linie, also:
    Segelschiff - Panzerschiff - Dreadnought/Schlachtschiff - Flugzeugträger
    Gewehre/Kanonen - Panzer/Motorisierung
    Flugzeuge - Raketentechnik


    Aber wie gesagt, dass wäre mit der Unterstellung verbunden, dass man errät, was der Themensteller haben will.


    Thomas
     
  6. Themistokles

    Themistokles Aktives Mitglied

    Klingt nach Arbeit. Du wirst dich vermutlich sehr stark einlesen müssen (denn hierfür gibt es verdammt viele Informationen), um dann alles sehr verknappt, aber dennoch sinnvoll und verständlich darstellen müssen. Die Taktiken lassen sich imho schön anhand von Beispielschlachten vorstellen. Eine aus Zeit der Lineartaktik; eine Schlacht mit Kolonnen; dann weiß ich nicht, welche Schritte erwähnenswert wären. Danach Materialschlachten aus dem 1. WK und Blitzkrieg aus dem 2.. Setz unbedingt auf Bilder, denn eines von denen sagt mehr als 100o Worte (heißt es). Mir käme die Idee, ein Diagramm zu machen, mit einer Zeitachse udn einer namens "Bedeutung im Krieg" und dann versuchen für jede Truppengattung eine passende Kurve einzuzeichnen. Wenn du das mit Beamer oder Overheadprojektor/Polylux an die Wand wirfst, brauchst du nur größere Knicke und allgemeinen Verlauf erklären und hast somit einen schönen roten Faden für den Vortrag. Wird natürlich durch die neuauftretenden Waffengattungen im letzten Jahrhundert erwschwert. Frag deine Lehrerin unbedingt, was du alles weglassen kannst. Luft- und Seekrieg und die ganzen modernen Waffesysteme seit dem WK II fressen verdammt viel Zeit.
    Nur Mut, man wächst an seinen Aufgaben.
     
  7. 22eDemiBrigade

    22eDemiBrigade Neues Mitglied

    Wenn du näheres zu den Waffen der frz.Linieninfanterie in der napoleonischen Zeit brauchst, guck mal in meine Facharbeit... .

    Grüße,

    Fritz
     

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