Wagner- und Verdijahr 2013

Dieses Thema im Forum "Kunstgeschichte" wurde erstellt von dekumatland, 2. Januar 2013.

  1. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...ja, 200ste Geburtstage: Richard Wagner und Guiseppe Verdi kamen 1813 zur Welt, und mit ihren Namen ist hauptsächlich die Oper verbunden. Dennoch soll dies kein Musikfaden im bereich Kunstgeschichte werden, sondern eine Anregung in Sachen Geschichte des 19. Jhs.:
    - Schuldenmajor Wagner war einer der 48er Revoluzzer in Dresden
    - Verdis Name nebst Gefangenchor aus Nabucco wurde zur historisch-politischen Chiffre: Vittorio Emanuele Re d´Italia

    Wagner wurde während seiner letzten Lebvenswochen in Venedig von der österr. Geheimpolizei überwacht - Verdi musste die Uraufführung der Aida um fast ein Jahr verschieben, da die Kulissen im belagerten Paris waren.

    Zwei Lebensläufe zweier weltberühmter Künstler, die fast das gesamte 19. Jh. durchliefen und überall, immer wieder mit "großer Geschichte" in Berührung kamen.

    Skurriles wie auch rührendes ist da zu finden: Wagners Tierliebe, Verdis Altersheim für Musiker, Wagners kuriose Mützen, Verdis Landidylle -- die Biografien beider Komponisten lesen sich wie eine Geschichte des 19. Jhs. aus einer anderen als der ereignisgeschichtlichen Perspektive: beinahe eine alternative Geschichte des 19. Jhs.

    empfehlenswert ist die Wagnerbiografie von Martin Gregor-Dellin, bzgl. Verdi ist zu hoffen, dass das neue Jahr eine wirklich lesenswerte bringt.
     
  2. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    ... und ein infamer Antisemit, wie die ganze Wagner-Sippschaft nach ihm; besonders die gute Cosima.

    Richard Wagner griff antijüdische Stereotype seiner Zeit auf und verarbeitete sie nicht nur in Opern wie dem "Ring", sondern verfasste auch antisemitische Schmähschriften wie diese: Das Judenthum in der Musik ? Wikipedia . Der seinerzeit berühmte Opernkomponist Giacomo Meyerbeer, der Wagner in dessen Anfangszeit stets großzügig unterstützte und förderte, wurde später von ihm in diesem antisemtischen Pamphlet verhöhnt und verspottet.

    Das alles kann man wissen und Wagners Musik dennoch grandios finden. Man muss das Schaffen von Künstlern halt von deren Charakter und Mentalität trennen. Dennoch habe ich Verständnis dafür, dass Wagners Werke in Israel noch immer boykottiert werden und das wird auch so bleiben, so lange es Überlebende des Holocaust gibt.

    Es wäre also völlig verfehlt, Wagner zu idealisieren, auch wenn nun ein Gedenkjahr ansteht.
     
    1 Person gefällt das.
  3. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    @Dieter
    es liegt mir fern, den Wagner zu heroisieren oder zu idealisieren - aber ein paar gar zu vollmundige und gar zu anklägerische Formulierungen zu hinterfragen und ggf. zu korrigieren, das erlaube ich mir:
    ...wer dirigierte die Uraufführung des Ring des Nibelungen von dem "infamen Antisemiten"? ...erraten: Hermann Levi ? Wikipedia
    (es kann nicht schaden, diesen leider nur Wiki-Artikel zu lesen)

    ..."infam"... und die ganze Sippe -- was hat z.B. der Enkel Wolfgang Wagner infames gemacht?

    dir ist hoffentlich klar, dass wir heutzutage den Begriff Antisemit nicht ohne den Hintergrund der Nazigräuel, des Holocaust, der KZs denken - der "infame Antisemit" war 1883 gestorben... dass seine Witwe Cosima und ärger noch die Schwiegertochter Winifred voll und ganz im braunen Sumpf eintauchten, hat der Verstorbene eher nicht veranlasst.

    welche antijüdischen Stereotypen sind im "Ring des Nibelungen" verarbeitet?
    ...ja, da hatte Adorno mal einen skurrilen Einfall: weil ihm ein solcher Nachweis einfach nicht gelingen wollte, formulierte er (sinngemäß) eine recht draufgängerische Argumentation, dass nämlich Gestalten wie Mime und Alberich ganz besonders schlimme Judenkarikaturen seien, da sie als solche gänzlich unkenntlich sind (sic!) ... mit dieser Argumentationsstruktur kann man restlos alles zur Judenkarikatur erklären... Bei Licht besehen finden sich innerhalb der Musikdramen keine antijüdischen Passagen oder Elemente. Das betrifft auch die musikalischen Elemente: zwar gibt es von einem musikwissenschaftlich unbelecktem Journalisten ein Buch, welches "jüdische Melismen" bei allerlei Opernfiguren wie Mime, Alberich, Beckmesser nachweisen möchte, aber mangels musikalischer Kenntnisse gelingt das nicht... (bei Bedarf erkläre ich das gerne ausführlich)

    Es bleiben Briefe, Zeitzeugen und natürlich die unerträglich aufgeblasene und dumme Schrift "das Judenthum in der Musik", 1850 unter Pseudonym ausgerechnet in der NZM veröffentlicht, 1869 dann in einem Privatdruck dann unter dem Namen des Autors - die erweiterte zweite Publikation: hinter diesem Projekt stand als treibende Kraft niemand geringeres als: Cosima. Auf jeden Fall: da hat der Wagner Richard sich gehörig blamiert, was ihn die Presse zu Lebzeiten schon deutlich spüren ließ. Entsprechend seine verquasten pseudophilosophischen Ausflüchte etc --- allerdings kann man dieser blöden Schrift noch keine Präformation der Massenvernichtung der Nazizeit unterstellen.

    was man alles wissen könnte, das ist sehr sehr viel - aber es gibt ja auch genügend Literatur darüber, die freilich kritisch gelesen werden soll; auch ein Besuch des Museums "Villa Wahnfried" ist informativ.
    was die Musik betrifft, so wird sie ebenso wie die von Verdi weltweit recht oft gespielt - das kann so bleiben, das kann sich ändern.

    oh ja!
    täte man das nicht, könnte man nicht guten Gewissens Busch, Engels, Dostojewski lesen oder Richard Strauß und Carl Orff hören...

    das siehst du so, Daniel Barenboim sieht das anders - und auch wenn man viel gegen den Komponisten und Menschen Richard Wagner ins Feld führen kann: er hat die Nazis weder erfunden noch zur Welt gebracht.

    der Komponist hat durchaus ein Gedenkjahr verdient, und sehr zu seinem posthumen Ärger muss er sich das mit Verdi teilen (Wagner war neidisch auf Verdi!)
    der Lebenslauf mit allen seinen Aspekten (sic!) ist eine gute Anregung, sich mit mehr als nur der Musik des 19. Jhs. zu befassen - und könnte, nach Jahrzehnten eines oftmals überpolitischkorrekten Wagnerbashings, zu einer abgewogenen kritischen Würdigung führen; Wagner war nicht die einzige und auch nicht die schlimmste Kulturgröße des 19. Jhs., der/die sich mit antijüdischen Ressentiments besudelt hat.
     
  4. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Wagners Antisemitismus steht völlig außer Frage. Er vertrat nachdrücklich den Standpunkt, dass Juden absolut unschöpferisch wären, nicht die geringste Originalität hätten und lediglich reproduzierend-virtuos tätig sein könnten. Dieser Antisemitismus zieht sich deutlich durch die Wagner-Sippe, bis dann 1945 ein Schwenk nötig wurde. Ob Wagners Freundschaft zu einigen Juden in seinem engeren Umkreis das relativiert, ist fraglich und wird vielfach bestritten.

    Von dem erlauchten Verstorbenen ist unter anderen antisemitischen Scheußlichkeiten folgener Satz in seinem Judenpamphlet überliefert: "Aber bedenkt, daß nur Eines eure Erlösung von dem auf euch lastenden Fluche sein kann: die Erlösung Ahasvers, – der Untergang! (S.32)

    Und zu diesem "Untergang" ist es dann auch gekommen.

    Ich will nicht behaupten, dass Wagner Schuld am Holocaust trägt. Aber er ist einer der Wegbereiter und nicht umsonst heiratete seine Tochter Eva den englischen Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain, der als Wagnerverehrer und einer der ideologischen Wegbereiter des nationalsozialistischen Antisemitismus gilt. Er deutete Wagners Werke im Sinne des Nationalsozialimus, was nicht immer zu Fehldeutungen führte.

    Der folgende Aufsatz deckt sich zwar nicht in seiner ganzen Radikalität, aber doch in zentralen Passagen mit meiner Meinung:



    Wagner und der Antisemitismus


    Barenboim sieht das anders - hunderttausende Israelis aber nicht. Und dafür habe ich Verständnis. Wenn der letzte Überlebende des Holocaust einmal gestorben ist, wird man irgendwann auch Wagners Werke in Israel nicht mehr boykottiieren, was sicher berechtigt ist.




    Natürlich hat Wagner nicht die Nazis erfunden - aber mit solchen Sätzen (s. auch oben) zählt er zu den prominenten Wegbereitern:


    "Aber bedenkt, daß nur Eines eure Erlösung von dem auf euch lastenden Fluche sein kann: die Erlösung Ahasvers, – der Untergang!“ (Richard Wagner, Das Judenthum in der Musik, S. 32)

    Zwischen Wagners musikalischem Werk und seinen charakterlichen Fähigkeiten und Eigenschaften sehe ich einen tiefen Riss. Ich hoffe, dass das Wagner-Jahr beide Seiten des Menschen Wagner kritisch und möglichst objektiv aufarbeitet.
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Weiß man, ob dieses Jahr auch groß Grétry gedacht wird? Sein Todestag jährt sich zum 200. Mal. Das Haydn-Jahr war doch auch anlässlich des Geburtstages - wobei schon die Bezeichnung Haydn-Jahr zu Irrtümern führte, weil ja Joseph Haydns Bruder theoretisch auch hätte gemeint sein können.:cool: Zu seiner Zeit war Grétry sicher genauso bedeutend wie Wagner und Verdi.
    Es gab mal Grétry-Tage in Versailles.
    Aber man hätte jetzt ja mal einen willkommenen Anlass zwei Dutzend seiner besten Werke neu einzuspielen.

    Ansonsten halte ich von diesen Gedenkjahren nicht viel. Nützlicher wäre es bestimmt, wenn damit an wirklich vergessene Meister erinnert würde, statt an Berühmtheiten (da nehme ich Grétry mal nicht aus), die ohnehin heute sehr geläufig sind und oft auf den Spielplänen stehen. :cry:
     
    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2013
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ja Briso, so geht's halt mit Leuten, die heuer nicht mehr arg prominent sind. Ginge es nach alten Verdiensten, müssten wir auch ein Meyerbeer-Jahr oder ein Salieri-Jahr feiern.

    Eine künstliche Wiederbelebung u.a. mit Grétry wirst du nicht erreichen. Immer wieder werden ja solche Ausgrabungen versucht und manchmal klappt das auch. Man denke nur an längst versunkene Opern wie Lucia di Lammermoor oder Cherubinis Medea, die durch die Callas eine fröhliche Auferstehung feierten. Aber bei Grétry sehe ich schwarz.
     
  7. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    ...eigentlich ist es müßig, auf derart aufgebrachte Polemik einzugehen... was mich aber entsetzt, ist das, was ich durch Unterstreichung markiert habe: klingt das nach Sippenhaft? ... dann die Abscheulichkeit der Deutung im Sinne des Nationalsozialismus...

    ...man sollte übrigens Zitaten aus Schriften des 19. Jh. nicht polemisch Konnotationen nach 1945 unterstellen... übrigens: wann erschienen die üblen Schriften von Herrn Chamberlaine?

    mir ist wirklich nicht danach, auf diese Weise zu diskutieren: willst du (deine Formulierung wirkt so) tatsächlich einen 1883 gestrobenen Komponisten als Wegbereiter des Holocaust bezeichnen?

    ________________

    Den Ursprung des langen Zitats über den Antisemitismus als Eckpfeiler der Musikdramen wie der Revolution kenne ich - und ich weiß, dass dieser "Deutung" etwas wesentliches fehlt: Argumente und Beweise, ein Umstand, der in der Fachliteratur nicht ganz unbekannt ist. Nur spaßeshalber: müsste nicht G.B. Shaw ein tumber Esel gewesen sein, wenn er doch den Ring als Chiffre für das 19. Jh. zwar erkannte, aber vom angeblichen Eckpfeiler nichts merkte?... Das unredliche an solchen Pseudoargumentationen, deren Ergebnis von Anfang an feststeht, ist das unreflektierte vermischen von "Quellen" unterschiedlicher Zeiten und Intentionen wider besseres Wissen: denn der Komponist Wagner ist nicht der Diener des Theoretikers, d.h. die Musikdramen sind nicht die nachträgliche Umsetzung der zwei programmatischen Schriften über die Oper.

    ...es gäbe vieles, was man wissen und kritisch bedenken könnte, wenn der Blick nicht verstellt wäre.

    da sind wir uns einig!
     
  8. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    sagen wir lieber: zu seiner Zeit hatte Gretry in Mozart, Haydn, Beethoven, Rossini schon eine sehr mächtige Konkurrenz :cool: - statt heuer seinen 200sten Todestag zu feiern, können wir doch 2041 seinen 300sten Geburtstag feiern.
     
  9. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Zuletzt bearbeitet: 3. Januar 2013
    1 Person gefällt das.
  10. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    was erzählst du da? die Lucia wird oft genug aufgeführt, z.B. öfter als Verdis Atila oder Webers Euryanthe - überhaupt sind die ital. Belcanto-Opern nach wie vor im Repertoire der Opernhäuser.
     
  11. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Chamberlains bekanntestes Werk sind die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts (1899), das ein Standardwerk des rassischen und ideologischen Antisemitismus in Deutschland wurde. Wenn man weiß, dass Richard Wagner ebenfalls antisemitisch geprägt war, seine Frau Cosima sogar einen extremen Antisemitismus vertrat, so muss die Heirat der Wagner-Tochter Eva nit dem Judenhasser Chamberlain immerhin nachdenklich stimmen.

    Ich will das präzisieren. Richard Wagner - und auch andere prominente Vertreter - pflegten antisemitische und rassistische Vorurteile. Sie leisteten damit einer Ideologie und einer Mentalität Vorschub, die schließlich in die Rassenideologie des Nationalsozialismus und Katastrophe des Holocaust mündete. Es gab eine unaufhörliche Tradierung des Antisemitismus, der in Deutschland und anderswo durchaus gesellschaftsfähig und en vogue war.

    Über antisemtische Aspekte in Wagners Werken - vor allem im "Ring" - ist viel geschrieben und erbittert gestritten worden und die Kontroverse hält bis heute an. Vor dem Hintergrund des Wagnerschen Weltbilds leuchtet mir der Ansatz ein, anderen mag er nicht einleuchten.
     
  12. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Ja - aber erst seit der Ausgrabung durch die Callas. Und das war der entscheidende Punkt, den ich bei Grétry nicht sehe.
     
  13. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das ist richtig.

    also das musst du erläutern: was weiß man da? wer hat den geprägt? und vor allem: wann und wo und wie?

    ...sei mir bitte nicht böse, aber so allmählich verfestigt sich mein Eindruck, dass dir vieles in Sachen Musikgeschichte und speziell Wagner nicht allzu bekannt ist....

    schon wieder Sippenhaft? .....

    falls es dir nicht bekannt sein sollte:
    -- 1883 starb Wagner in Venedig; er konnte keine der inkrimierten Schriften von Chamberlaine kennen, da diese erst lange nach seinem Tod erschienen
    -- es war Cosima, die Chamberlaine Gobineau zu lesen empfahl, und zwar frühestens in den späten 80er Jahren
    -- Chamberlaine pflegte seit seit seinen Wiener Jahren (ab 1888) eine Brieffreundschaft und später persönliche mit Cosima Wagner; die Heirat mit der 1867 geborenen Eva Wagner fand 1908 statt

    ...nachdenklich stimmen... hm... der Anteil der Angelsachsen in der Antisemitensippe Wagner ist verblüffend hoch... Stewart, Winifred...

    Das liest sich doch schon teilweise ganz anders, als so mancherlei zuvor :) und präzisieren ist eine gute Idee. Hier wäre dann zweierlei zu hinterfragen: 1. war um 1860, 1880, 1890 absehbar, was sich nach der Reichskristallnacht an Scheußlichkeiten abspielen sollte?
    2. wie sieht es aus mit der späteren (also nach 1933) Pseudolegitimierung a la "dies und das sind unsere Wurzeln"?
    Nach einer Klärung dieser Fragen wäre als nächstes zu diskutieren, inwiefern der Komponist Wagner an der Rezeptionsgeschichte seiner Werke im 20. Jh. mitschuld ist oder ob nicht diese Werke zeitweilig sehr missbraucht worden sind.


    aber hier bin ich unnachgiebig!
    wenn du antisemitische Aspekte *) in Wagners Musikdramen (diese sind seine Hauptwerke!) nennen kannst, dann tu das bitte und gib dir Mühe, es auch zu beweisen/belegen - mit Belegen gleich welcher Art werde ich mich gerne auseinandersetzen, aber Behauptungen interessieren mich nicht.
    ...und was soll ein (hier natürlich ganz spezielles) Weltbild? ...das (dito ganz spezielle) Weltbild Dostojewskis in seinem Tagebuch eines Schriftstellers taucht gottlob nicht in seinen großen Romanen auf - nicht anders ist es mit Tristan, Ring, Parsifal.

    _____________
    *) gerne textimmanente und auch musikalische - aber bitte kein willkürlich deutelndes hin und her zwischen Briefen, Tagebüchern, Schriften, Libretti und Partituren
     
  14. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Nö, Levi dirigierte die Uraufführung des "Parsifal". Den Ring machte dieser Herr:
    Hans Richter (Dirigent) ? Wikipedia
     
  15. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Zunächst mal ist Rose der Vertreter einer Extremposotion der Wagnerforschung, da gibt es genügend andere, die die Angelegenheit denn schon ein wenig diffferenzierter betrachten, etwa diesen hier
    Richard Wagner als Vorläufer der Nazis? - Jens Malte Fischer über Wagners Antisemitismus : literaturkritik.de
    Und daß Wagners angeführtes Zitat auf die Forderung nach einer physischen Vernichtung hinzielt wäre bitte zu belegen...
     
    1 Person gefällt das.
  16. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    Unter anderem über diese Frage hat ein Freund von mir promoviert:
    http://www.utzverlag.de/buecher/40834les.pdf
     
  17. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Hier eines der vielen Beispiele des Wagnerschen Antisemitismus:

    Darum geht es hier gar nicht. Es geht um das antijüdische Weltbild von Wagner, Cosima oder Chamberlain, das verschiedene antisemtische Publikationen hervorbrachte - gleichgültig, in welchem Jahr solche Pamphlete nun erschienen.

    Ich will mich zu dieser Zeit nicht auf eine seitenlange musiktheoretische Diskussion einlassen. Lies diesen Aufsatz, dessen Argumente ich größtenteils folge: Wagner und der Antisemitismus

    Eben kommt mir gerade die neue Zeit auf den Tisch, deren Titelzeile wie die Faust auf's Auge passt:

    Die Droge Wagner - Auf den Spuren des genialen Komponisten und furchtbaren Menschen
     
  18. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    stimmt, Levi hatte den Parsifal dirigiert (kaltes Pils und Gedächtnis...)

    übrigens lese ich gerade in der Dissertation: auf S. 33 wird Marc A. Weiner "antisemitische Fantasien" als Beispiel für Wagnerforschung genannt (das ist bedauerlich, denn genau diese Publikation, welche kurioserweise "Karikaturen auf jüdische Melismen" in den Partituren nachweisen will, zeichnet sich durch krasse musikwissenschaftliche Unkenntnis aus) -- sehr interessant bzgl. der Rezeption und Veränderung des Ahasver-Motivs in der Operngeschichte, aber für z.B. Tristan, Meistersinger und Ring eher unergiebig, dafür bzgl. Holländer und Parsifal interessant und sehr interessant bzgl. weiterer Komponisten.
    Leider, denn das interessiert mich, wird nicht so ganz deutlich, was die angeblichen Tools oder Chiffren für antisemitische Haltungen sein sollen, d.h. es wird mehr behauptet, es habe diese in Musik, Theater, Literatur gegeben, als dass sie nachgewiesen würden. Trotzdem eine sehr interessante Arbeit!
     
  19. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    das ist nicht ganz so gleichgültig!
     
  20. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    Das ist schade, darauf hab ich mich schon gefreut - allerdings ok, das hier ist ja ein Geschichtsforum. Allerdings ist auch ohne musikwissenschaftliche Spezialitäten das belegen von Behauptungen nützlich... Zu dem Link hab ich schon alles nötige mitgeteilt (wer ein krasses Durcheinander rezipieren möchte, der kann sich dort das letzte Drittel kopfschüttelnd durchlesen)
     

Diese Seite empfehlen