Warum wurde Ronald Reagen nicht regulär ersetzt?

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von Griffel, 3. September 2022.

  1. Griffel

    Griffel Mitglied

    Ich habe in der letzten Zeit, mal wieder verstärkt über die Zeit der Wiedervereinigung und davon nachgedacht! Mit ausschlaggebend, war die Todesnachricht von Michail Gorbatschow. (Möge er in Frieden ruhen.)

    https://de.wikipedia.org/wiki/Ronald_Reagan

    Aber es soll ja um seinen "Gegenspieler" gehen. Fest steht, dass Ronald Wilson Regean, wie nur wenige Präsidenten vor ihm, die deutsche Wiedervereinigung unterstützte.:D:cool: Was gut für uns Deutsche war!
    Wir allerdings heute auch, dass er ein schwer kranker Mann gewesen ist! Und das stimmt mich bedenklich wenn, man die Umstände im In- und Ausland bedenkt.

    Freilich, hat sich Mr. Regean, seine Krankheit nicht ausgesucht! Das tun die wenigsten Leute.:rolleyes: In seinem Fall jedoch, kommt erschwerend hinzu, dass er auf aufgrund seiner ständig schlechter werdenden geistigen Verfassung, nicht mehr in der Lage war, sein Amt so auszuüben, wie es die amerikanischen Gesetze vorschreiben. Daher meine Frage in der Überschrift. Genau für solche Fälle wurde doch das Amt des Vizepräsidenten geschaffen. Es ist schließlich keine Schande wenn, man aufgrund von Krankheit, berufsunfähig wird. Und was das angeht, war ja Herr Regean, in guter Gesellschaft, betrachtete man sich die Führung der Sowjetunion. Ich kann nicht verstehen, warum man so leichtsinnig war?
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Kommst du nicht mal wieder mit der Chronologie der Ereignisse durcheinander?
    Er war 1981 bis 1989 im Amt. Seine Alzheimer-Diagnose - oder worauf beziehst du dich? - bekam er 1994. Zunächst als mittelmäßiger Schauspieler belächelt, hat er sich international viel Anerkennung erworben. Warum hätte man ihn für amtsunfähig erklären sollen?
     
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  3. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Alzheimer und andere Demenzerkrankungen verlaufen schleichend. Medikamente können zumindest den Verlauf verzögern. Von der Diagnose bis zur weitgehenden Demenz können mehrere Jahre vergehen. Als Reagan 1994 die amerikanische Öffentlichkeit davon informierte, dass bei ihm Alzheimer diagnostiziert wurde, war er überhaupt nicht mehr im Amt.

    Während seiner Amtszeit machte Ronald Reagan eigentlich immer einen recht fitten und vitalen Eindruck. Möglicherweise äußerten sich bei Reagan in den letzten Jahren seiner Amtszeit erste Symptome. Es verläuft, wie gesagt eine Alzheimer-Erkrankung nicht rasant. Dass Reagan wirklich so angeschlagen wirkte, dass sein Gesundheitszustand ein Amtsenthebungsverfahren hätte rechtfertigen können, war nicht der Fall. In den USA gehörte Reagan zu den beliebtesten Präsidenten, und er genießt nach wie vor großes Ansehen.

    Reagan war während seiner Amtszeit gar nicht dement. Nichts deutete darauf hin, dass er seinen Amtspflichten nicht gewachsen war. Ein Amtsenthebungsverfahren stand daher überhaupt nicht zur Diskussion. Reagan hat keine Entscheidungen getroffen, aus denen sich hätte ableiten lassen, dass er seinem Amt nicht (mehr) gewachsen gewesen wäre. Die Annahme, dass Reagan während seiner Amtszeit dement oder unzurechnungsfähig war, ist schlichtweg falsch.

    Das steht auch in dem verlinkten Artikel.
     
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  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Amtsenthebung von Ronald Reagan!?
    Kenne ich auch so wie >El Quijote< schreibt.

    Da Du aber auch Gorbatschow erwähnst, kommen bei mir so einige Erinnerungen aus den 80iger Jahren.

    Zur Einordnung:
    · Ronald Reagan (1911-2004) Präsident der USA Januar 1981 – Januar 1989)
    · Nach dem Ableben von L. I. Breschnew (10.11.1982) kamen erstmal „Die Alten“ an die Macht.
    Das da waren:
    - J.W. Andropow, er war 68 Jahre alt als er an die Macht kam und da er unerwartet nach 2jähriger Amtszeit starb, kam
    - K.U. Tschernenko an die Macht. Tschernenko war da 73 Jahre alt. Er starb im Amt im März 1985, also nach einen reichlichen Jahr Amtszeit.
    · Dies war dann die Stunde wo man offensichtlich in Moskau meinte, wir nehmen nun einen jüngeren. Die Wahl fiel auf M. Gorbatschow der zu diesem Zeitpunkt 54 Jahre alt war. Und M. Gorbatschow wurde und war dann Generalsekretär der KPdSU von 1985 – 1991.

    Also, M. Gorbatschow kam zur Mitte der Amtszeit von R. Reagan an die Macht.
    Als er an die Macht kam, lief schon ein paar Jahre die in der Reagan Zeit in Gang gesetzte Initiative SDI (Strategic Defense Initiative).
    Als wir (incl. meine Bekannten) um 1983 erstmalig davon hörten war uns klar, jetzt wird der Sozialismus Tod gerüstet.
    Und im Mosaik des Kampfes gegen das „Reich des Bösen“ (Florida im März 1983) war dies wohl ein wichtiger Baustein der zum Untergang des Sowjet-Reiches führte.
    Oder sehe ich da was falsch?
     
  5. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    @Griffel wenn du schon deine verlinkten Artikel nicht wirklich liest, hier der Text wo es um Reagens Erkrankung geht:

    "Reagan bekannte sich im November 1994 in einem persönlichen Brief an die US-Bevölkerung zu der kurz zuvor bei ihm diagnostizierten Alzheimer-Krankheit. Erste Symptome des Leidens hatten sich wahrscheinlich bereits gegen Ende seiner Präsidentschaft gezeigt."

    Präsident war er von 1981 - 1989



    Jetzt erkläre uns doch bitte mal woher du deine Einschätzung hast, dass er während seiner Amtszeit ein schwer kranker Mann war (Hervorhebung von mir)?


    Gibt doch genaue Beispiele, wo er nicht mehr in der Lage war sein Amt auszuführen und suche dir doch auch noch den genauen Verfassungstext heraus.

     
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  6. hatl

    hatl Premiummitglied

    Erste Anzeichen der Demenz traten bereits während seiner Amtszeit auf.
    Ronald Reagan had Alzheimer's while president, says son
    Alzheimer: Reagan hatte erste Aussetzer im Amt
    When Did Reagan's First Signs of Alzheimer's Appear?

    Wie Du schon geschrieben hast verläuft die Krankheit schleichend und eine beginnende Demenz ist kein Grund Reagan die Fähigkeit der Amtsführung abzusprechen.
    Immerhin hatten ja auch andere Staatschefs zwischendurch geistige Aussetzer. Man denke etwa an Nixon und Jelzin die beide immer mal wieder sturzbetrunken waren.
    (Oder an einen kürzlichen Präsidenten der an und für sich ein "Aussetzer" war, ohne dass er unter Demenz litt.)
     
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  7. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    ...Oder Helmut Kohl, dem Heiner Geißler einen "Blackout" attestierte, weil Kohl von Otto Schily, damals (1986) noch bei den Grünen angezeigt wurde wegen Falschaussage vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss, und Kohl sich durchaus nicht mehr an bestimmte Parteispenden erinnern konnte.
     
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  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Ich kenne mehrere Fälle aus dem unmittelbaren Umfeld, wo Symptome von Krankenheiten, also nach der Diagnose, die aber tw. schon Jahre oder gar Jahrzehnte zuvor bemerkt worden sind (aber eben nicht gravierend waren oder erschienen) einen Aha-Effekt auslösten. Also: Reagens Sohn oder auch Personen mit Zugang zum Oval Office werden vielleicht mal einen Aussetzer bemerkt haben, eine Konzentrationsschwäche oder eine Verwirrung. Aber haben sie diese auch schon einer Demenz zugeordnet, oder nicht vielleicht Schlafmangel, Unaufmerksamkeit oder einer momentanen, aber nicht neurologisch verursachten Verwirrung? Dass Reagens Sohn also sagt, dass Reagen schon vor 1989 Symptome hatte, bedeutet zunächst einmal nur, dass er nach der Diagnose in der Lage ist, Momente die vor der Diagnose lagen, nachträglich der Diagnose zuzuordnen.
     
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  9. hatl

    hatl Premiummitglied

    Das ist so wie Du schreibst und man kennt das ja als Angehöriger auch, denn typischerweise fällt Demenz verspätet auf.
    Und dann fragt man sich natürlich, war ich ungerecht in Auseinandersetzungen Bösartigkeit zu unterstellten und hätte ich doch schon um die Krankheit gewusst.. usw.
    Und so rätselt man dann zurück und kommt doch auf keinen festen Boden.

    Der Ansatz den das Ärzteblatt beschreibt ist plausibler. Sprachforscher analysieren vergleichend Reden vom alten Busch und von Reagan:
    "Während die Transkripte von Bush keine Auffälligkeiten aufwiesen, kam es bei Reagan gegen Ende der Regierungszeit häufiger zu sprachlichen Schwächen. Zum einen verwendete Reagan vermehrt Füllworte, wenn ihm bestimmte Begriffe nicht einfielen, und er neigte zu Wiederholungen. Zum anderen ging der Gebrauch von spezifischen Ausdrücken zurück. Sein Wortschatz verflachte."
     
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  10. Griffel

    Griffel Mitglied

    Wenn, es so war, dann hatten er und die Welt Glück! Immer wenn, die Sprache darauf kam, hat man mir den Eindruck vermittelt, Mr. Regean, hätte schon während seiner Präsidentschaft an Alzheimer gelitten.:eek: Wenn, dies definitiv nicht der Fall war, dann gab es natürlich keinen Handlungsbedarf.

    Trotzdem, ist das eine scheiß Krankheit, die ich Keinem Wünsche!
     
  11. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Oder an den ehemaligen Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann der einen Meineid geschworen hatte und dann vom Gericht einen Blackout bescheinigt bekam.
     
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  12. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Verwechselt du Regan möglicherweise mit George Bush?
     
  13. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Deutscher Bundestag - Vor 35 Jahren: Ronald Reagens Rede vor dem Brandenburger Tor

    Daraus dieses Zitat:

     
  14. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Ja, aber als 1989 das Thema der Wiedervereinigung auf der Tagesordnung stand, war es doch George Bush, der Deutschland in diesem Prozess unterstützte.
     
  15. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Reagens Rede vor dem Brandburger Tor war wegweisend.

    Interessantes Interview mit Michael Reagen:

    Michael Reagan: Die Rolle meines Vaters beim Mauerfall wird vergessen

    Und ja 1989 war George Bush Präsident. Es war aber Regens der 1987 sagte "“Mr. Gorbachev, open this gate! Mr. Gorbachev, tear down this wall!”

    Das es danach einen längeren Prozess begann, bis die Mauer viel und das da Bush eine bedeutende Rolle spielte bestreitet niemand.
     
  16. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Vollkommen korrekt. Es ist, so meine ich, aber doch ein qualitativer Unterschied, "einfache Schaufensterreden" zu halten, als die Förderung der deutschen Einheit in tatsächliches praktisches Handeln umzusetzen.
     

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