Was geschah mit der militärischen Ausrüstung nach der Sowjetunion?

Dieses Thema im Forum "Russland | Sowjetunion | Osteuropa" wurde erstellt von Andreas Kreuz, 9. Februar 2015.

  1. Andreas Kreuz

    Andreas Kreuz Neues Mitglied

    Guten Abend,

    eine Frage wandert mir immer wieder durch den Kopf:
    Was geschah mit der gesamten militärischen Ausrüstung nach dem Kalten Krieg beziehungsweise nach dem Zerfall der Sowjetunion?

    Mir ist durchaus bewusst, dass ein Teil abgebaut wurde (beispielsweise Atom-Raketen). Zudem wurden viele Waffen (weiter-) verwendet und kommen unter anderem heute noch zum Einsatz (ich meine in Russland etc.).
    Aber ich nehme an, dass sehr viele Waffen auch weiterverkauft wurden - aber geschah dies immer durch die Initiative von Regierungen?

    Ich komme auf diese Frage, weil ich den Film "Lord of War" geschaut habe, der in den 1980/90ern spielt. Der Protagonist fragt seinen Onkel - ein ehemaliger Armeegeneral der SU - ob er den Inhalt eines riesigen Waffendepots (darunter sind unter anderem einige Tausend Kalaschnikows uvm.) bekommen kann und er verspricht ihm im Gegenzug dazu Reichtum. Im Film werden die Waffen dann in sämtliche Krisengebiete in Afrika verkauft.

    Nun erneut zu meiner anfangs aufgegriffenen Frage: War dies in der Tat wirklich möglich, dass Waffendepots regelrecht geplündert wurden?

    Ich selbst habe durch langes Googlen nichts passendes dazu gefunden, aber deshalb frage ich ja nach. Möglicherweise wurde dies von den Machern des Films erfunden, aber es ist definitiv nachvollziehbar, zumal u.a. in jedem afrikanischen Bürgerkrieg die Kalaschnikow auf beiden Seiten vertreten ist.

    Grüße,
    Marcel

    P.S. Dies ist mein erster Beitrag und ich hoffe, dass es legitim ist, diesen hier zu posten!
     
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  2. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die Bundesregierung hat damals viel Material ganz offiziell verkauft. Z.B. Schützenpanzer, LkWs, Ausrüstungsgegenstände und Gewehre in die Turkei. War damals ein kleiner Skandal weil das ja eigentlich als Krisengebiet nicht zulässig war. Es war peinlich den damaligen Verteidigungsminister zu sehen der versuchte zu leugnen, dass deutsches Material in den Kurdengebieten verwendet wurde, während auf dem Bildschirm türkische Soldaten mit NVA-Helmen marschierten.

    Das Material dass die Westgruppe der Roten Armee in Deutschland hatte, sollte in die Sowjet-Union transportiert werden. Es hiess, dass vieles davon, besonders Munition und leichte Waffen, seinen Weg nach Jugoslawien fand, wo damals gerade der Krieg ausbrach. Ob das stimmt kann ich nicht versichern, es ist jedoch gut möglich.

    Ob davon etwas nach Afrika gelang, weiss ich nicht. In den letzten Jahren des kalten Krieges sind sowieso Unmengen an Material dorthin geliefert worden und auch danach wurden auch "legal" Waffen und Munition geliefert, nicht nur aus Osteuropa und China, auch aus dem Westen.
     
  3. steffen04

    steffen04 Gesperrt


    Der Film lehnt sich an die Biografie des russischen Waffenhändlers Viktor Bout an. Der wurde erst vor ein, zwei Jahren ausgeliefert und verknackt. Ich glaub von Thailand oder Vietnam an die USA.

    Wenn du seinen Namen googelst, bekommst du eine ganze Menge gute Treffer
     

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