Was hat die Oktoberrevolution gebracht?

Dieses Thema im Forum "Der Erste Weltkrieg" wurde erstellt von manganite, 2. April 2004.

  1. Nun , so einfach ist die Sache auch nicht , dazu muss man sich die Geschichte der Rangebiete betrachten !
     
  2. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Was, wie, wo, inwiefern...?
     
  3. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Wollen wir mal runter von Lenin als einem "gütigen Vater der Revolution". Genaugenommen war der im gleichen Maß ein Schlächter wie sein Nachfolger. Nicht umsonst nannte Stalin Lenin als "seinen Lehrmeister" (und der hat das sicherlich nicht despektierlich gemeint).

    Schon 1918 lancieren Lenin und Trotzky den Terror und verhätscheln die Tscheka. Binnen weniger Wochen gibt es 15000 politisch motivierte Hinrichtungen (Übrigens gut doppelt soviel wie in den 100 Zarenjahren zuvor). Dazu wird der Klerus verfolgt: 8000-10000 Tote. Hinrichtung der bourgeoisen Krimbevlkerung: 50000. Lagerhäftlinge:120000.
    Binnen weniger Wochen!

    Hinzu kommen die Hungerjahre und die Verbrechen gegen die Kulaken: 5 Millionen Tote

    (Quelle: Werth in: Courtois)
     
  4. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Abgesehen von den genauen Zahlen, hatte ich es auch so in Erinnerung...
     
  5. An den Randgebieten , aber auch im Zentrum des Russischen Reiches !
    Wahrhaft antikommunistisch war Sibirien , sonst aber auch nicht , im Kaukasus gab es viel hinundher , der Buergerkrieg war voll von nationalen Konflikten , im Prinzip war die ganze Revolution zum grossteil ein kampf zwischen Nationalismus und Internationalimus , sowie von vormachtinteressen z.B. Englands oder der Tuerkei , oder Japans .

    In zentralen Gebietn war die zustimmung der kommunisten nicht gering und die politische Meinung des Volkes pendelte bnnn kurzer Zeit !
     
  6. askan

    askan Neues Mitglied

    Nach dem ersten Weltkrieg blieben von den 250.000 deutschen und österreichischen Kriegsgefangenen 150.000 freiwillig in Rußland, sie wurden als "ausländische Internationalisten" in die SU aufgenommen. Waren das alles nur Söldner oder Kommunisten?
     
  7. askan

    askan Neues Mitglied

    Ich kann mich noch erinnern, als er den "Aufschwung" versprach, und nun schieben seine Nachfolger es der Spd in die Schuhe, weil der Aufschwung immernoch nicht stattgefunden hat.
     
  8. askan

    askan Neues Mitglied

    Was sehr viele gar nicht wissen, die Rußlanddeutschen hatten gute Chancen gehabt in Verbund der GUS wieder Autonomie zu erlangen. Bis "jemand" aus Ignoranz oder aus Dummheit (dies dahin gestellt), im Namen der ungefragten Rußlanddeutschen ein generelles Ausreisegebot stellte und damit der dt.Autonomiebewegung sämtliche Grundlagen entzog. Vielleicht erinnert sich jemand daran, als plötzlich Mio. von ihnen einwanderten, war dies die direkte Folge davon.
    In den Zeitungen stand davon kaum etwas, ich habe es auch erst bei meinen Diplomrecherchen entdeckt.
     
  9. Jules

    Jules Neues Mitglied

    Hmmm......ja mag schon sein......Wilhelm II soll Lenin ja noch mit Unmengen von Geldsummen geholfen haben, nach Russland zu kommen..............nur, eines verstehe ich nicht.....wieso stellt man sich unter Kommunismus automatisch Diktatur vor? Nach 70 Jahren UDSSR mag sein....aber damals doch noch nicht, da zu der Zeit noch kein Staat sozialistisch war..........von daher : Was hätte für den Großteil der (armen) Bevölkerung besser sein können, als die Theorien von Marx und Engels?!
     
  10. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    In der Theorie absolut richtig und im historischen Kontext mit Sicherheit nachvollziehbar. Nur: You cant make poor people rich by making rich people poor. So weit so polemisch. In der Theorie klingt im Kommunismus alles richtig gut. Und würde es auch nur ansatzweise funktionieren, ich wäre der glühendste Kommunist. Nur die Umsetzung in die Praxis ist katastrophal verlaufen.
    Und es hat sich eben gezeigt, dass Wohlstand für eine breite Bevölkerungsschicht nur durch demokratische Freiheit (v.a. die des Individuums) zu erreichen ist. Ich könnte mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, wie Kommunismus demokratisch und mit Freiheit ablaufen soll. Diktatur des Proletariats eben. Eine simple Umkehrung. Kommunismus muss in einer Diktatur enden: Durch die Verstaatlichung und Monopolisierung der Produktion muss man Privatpersonen die gerne produzieren würden eben dies untersagen. Sonst ja kein Kommunismus. Und schon schränken wir persönliche Freiheiten ein. Wenn das nun demjenigen nicht passt und der anfängt dagegen zu protestieren und mobil zu machen und auch noch andere dazu bringt das gleiche zu tun und zu wollen...was dann? Wenn die auf einmal alle aus den staatlichen Betrieben verschwinden und auf die Straße gehen....
    Kommunismus ist Gleichmacherei von ungleichen.
    Das öffnet wiederum Vetterleswirtschaft, Korruption und Klüngel Tür und Tor.

    (Leider) ist der Mensch für den Kommunismus nicht geeignet. Dazu ist er zu "schlecht".
     
  11. manganite

    manganite Neues Mitglied

    Nun ja, zum Endziel Kommunismus führt die Diktatur des Proletariats... Da hast Du deine Diktatur... Es heißt ja ganz bewusst nicht "Demokratie des Proletariats"...
     
  12. manganite

    manganite Neues Mitglied

    "Gleichmacherei von Ungleichen" das ist gut!
     
  13. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied



    Und Demokratie ist eben das einzige das richtig gut funktioniert. Wenn bei mir morgens um 9 die Türklingel geht, weiß ich es ist der Briefträger oder die Zeugen Jehovas und nicht der Geheimdienst.
     
  14. Titus_Livius

    Titus_Livius Gesperrt


    Ist ja erschreckend, was du für Vorstellungen hast. :eek: :rolleyes:
     
  15. askan

    askan Neues Mitglied

    Stimmt, ein Geheimdienst von Format hätte es nicht nötig zu klingen.
     
  16. Titus_Livius

    Titus_Livius Gesperrt

    Klar doch, in der ehemaligen SU und der DDR klingelte es ständig an der Tür oder es stand plötzlich jemand im Zimmer.
    Ihr seht wahrscheinlich zuviel James Bond und billige Ami- Filme.
     
  17. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Definitiv gibt es Diktaturen in denen das passiert ist und noch immer passiert. Ich habe nirgends konkret die DDR als Beispiel genommen.
    Ferner: Frag mal jemanden der oppositionell war oder einen Ausreiseantrag gestellt hat.
     
  18. Titus_Livius

    Titus_Livius Gesperrt


    Ich kenn schon einige, die vor der Wende ausgereist sind. Du wirst lachen, aber das ging relativ ohne Probleme. Die Frage ist eben nur, wie du ausreist. So mancher musste ja sein Maul bis zum Hintern aufreißen. Und dann gabs Probleme. Aber die hast du wohl heute bei zu lautem Mundwerk auch.
    Kritisch konntest du auch in der DDR sein. Auch hier die Frage: Wie artikulierst du die Kritik.
    Heute kannst du zwar oppositionell sein und offener dagegen reden, aber wirklich interessieren tuts auch nur die Putzfrau.(wenn denn überhaupt...)
     
  19. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied


    Eben. Die Eltern einer guten Freundin wurden beispielsweise arbeitslos und durften erst nach 1einhalb Jahren ausreisen.
    Aber: Zum einen sagst du, man hätte auch hier Probleme mit zu lautem Mundwerk, andererseits lamentierst du drüber, dass es außer der Putzfrau keinen interessiert. Was jetzt?
    Hier stehts jedem frei in eine Partei einzutreten, Leserbriefe zu schreiben, eine Partei zu gründen, bei Wahlen anzutreten etc. Wer das nicht will....auch gut. Nur eben besteht wohl mit Sicherheit der Unterschied zur DDR oder auch der SU, dass es eben hier möglich war und ist laute Kritik zu äußern ohne gleich von Stasi oder sonstwas belauscht zu werden. Und es war auch nicht möglich eine Partei zu gründen die keine Blockflöte war. Hier gehts aber solange man sich einigermaßen im verfassungsrechtlichen Rahmen bewegt (heißt: solang du oder ich nicht anfangen, den Holocaust zu negieren und keine Brandbomben schmeißen). Selbst die Oberar...lochpartei NPD darf hier noch existieren.
     
  20. Titus_Livius

    Titus_Livius Gesperrt

    Na warte mal. Die DDR war kein Ein- Parteien Staat. Hier konntest Du auch in die CDU, LDPD; NDPD und sonstwas gehen und wieder austreten. Auch eine Mitgliedschaft in der SED war nicht vorgeschrieben.

    Ums mal zu vergleichen:
    CDU übernahm nach der Wende klar- CDU.
    NPD schloß sich mit der NDPD zusammen. FDP mit der LDPD.
    Politisch gabs nur einen Unterscheid in der Regierung. Die anderen Parteien konnten keine alleinig stellen, da das Oberhaupt immer SED sein musste. Das war der verfassungsmäßig festgeschriebene Führungsanspruch der SED.

    Und Kritik am System? Kenn ich mehr als genug Leute, die was zu kritisieren hatten und auch taten. Wenns denn sachlich war, gabs nie Probleme, denn auch Staats-Beamte sind Menschen ud haben für so manches Verständnis. Aber das kann wohl nur ein gelernter DDR- Bürger nachvollziehen.
     

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