Was tat Mao Tse Tung für die Entwicklung Chinas?

Dieses Thema im Forum "Indien | Ferner Osten" wurde erstellt von Alacant, 2. Dezember 2006.

  1. Alacant

    Alacant Gast

    Hi , ich muss ein Aufsatz über Mao Tse Tung schreiben , die Frage der Arbeit lautet " Was tat Mao für die Entwicklung Chinas ..?" ..
    Also meiner Meinung nach brach er die Hürde Chinas zu einer Industrienation!
    Wobei ich finde das Mao ein totaler Schwachkopf war , der zu 99% nur schlechtes über China brachte ..
    Ich meine er kurbelte zwar die Eisenproduktion an , (die am Ende vollkommen sinnlos war , da das produzierte Eisen nutzlos war) aber um das zu finanzieren zu können , musste er in der Landwirtschaft sparen - wobei im Endeffekt auch die meisten Leute an "starvation" starben.
    Die Cultural Revolution und the great leap forward waren auch ein Reinfall ... (sry , weiß die Namen nur in engl, da ich Geschichte in engl. habe) !
    Wie gesagt mir fallen kaum positive Sachen ein, die durch Mao durchgeführt wurden und China Entwicklungsmässig halfen.
    Vllt. wisst ihr ja was , würd mir sehr helfen ..
    Soweit schonmal danke ..
     
  2. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied

  3. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Kulturrevolution und der Große Sprung auf deutsch.
    Vom Ansatz her positiv würde ich den Versuch der Geburtenbegrenzung sehen, zumindest insofern, als diese nicht für ethnische Minderheiten galt. Daß dies mit Zwang und ökonomischen Sanktionen einherging, ist natürlich nicht positiv.
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Um mal mehr Klarheit über den "Großen Sprung nach Vorn" zu schaffen: Es wurde nicht Eisen (oder besser Stahl) produziert, sondern vorhandene Metallprodukte eingeschmolzen. Das Ergebnis war Metallmüll, Schlacke. Um möglichst viel Metall einzuschmelzen wurden Großküchen eingerichtet und den Menschen verboten, zuhause zu kochen. Stattdessen mussten sie eben in der Großküche essen und ihr metallenes Kochgeschirr abgeben.

    Was die Landwirtschaft anbelangt: da China - auch entgegen dem, was wir in den Medien so mitbekommen - ein landwirtschaftlich geprägtes Land ist und vor 50 Jahren noch viel mehr war, waren natürlich auch die "zur Stahlproduktion" eingezogenen Menschen Bauern, die nun das Land nicht mehr bewirtschafteten. Die Folge: Hungersnot mit einigen Millionen Toten.
     
  5. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

    Die Wirtschaftspolitik (ganz gleich ob nun in Sachen Landwirtschaft oder Industrie) war so ziemlich katastrophal. Wenn überhaupt entfernt etwas an "positiver" Entwicklung zu nennen ist, dann vielleicht allenfalls noch im militärischen Sektor (was aber letzten Endes nur dem einzigen Zweck Maos Politik diente: Machterhalt)
     
  6. Louis le Grand

    Louis le Grand Neues Mitglied


    Man könnte es so präzisieren: Die Innenpolitik kann man vergessen, wie die KPCh heute sogar selbst zugibt. Maos Leistung liegt eigentlich nur in der Außenpolitik: Befreiung Chinas aus der Zeit der äußeren Demütigung, Bruch mit Moskau und Aussöhnung mit Washington, Anerkennung als fünfte Vetomacht (inklusive Atommachtstatus) und Rausschmiß Taiwans aus der UNO.

    Fraglich ist dann wieder, ob wirklich Mao der Planer war, oder ob da andere, wie Zhou Enlai etc., die Strippen gezogen haben. Auf Mao wird mit absoluter Wahrscheinlich das Chinesisch-Sowjetische-Zerwürfnis zurückzuführen sein.
     
  7. askan

    askan Neues Mitglied

    Die Aussrottung des chinesichen Tigers haben wir auch Mao zu verdanken, aber das gehört eher in ein Ök-Forum. Obwohl das Kätzchen somit eigentlich auch zur Geschichte gehört.
     
  8. SRuehlow

    SRuehlow Neues Mitglied

    Ich geb meinen Senf auch noch dazu, was warscheinlich eine Zusammenfassung meiner Vorredner/innen ist:

    Maos innenpolitische Planungen waren ziemlich kontraproduktiv. Seine Planungen für die Wirtschaft und der Sprung vom Vorbauernstaat zum modernen Industriestaat waren alles andere als erfolgreich. Seine Versprechen, innerhalb von kurzer Zeit Industrieländer wie Großbritannien in der Stahl- und Eisenproduktion ein- und zu überholen, waren hohle Phrasen. Diese Programme führen dazu, dass in den heimischen Produktionsstätten für die Metallschmelze sämtliche Koch- und Küchengerätschaften im Schmelzofen verschwanden. Die Kollektivierung in den sogen. Suppenküchen führte zu einer unerwünschten Kultuvierung von ansässigen Subkulturen - die genauso schlimm wie Konterrevolutionäre waren. Erst Liu Shao-Chi stoppt diesen Wahnsinn und prangerte die Fehler der Führungsriege offen an, was ihn schließlich und endlich auch den Kopf kostete. Die Kampangen waren alles Bauchplatscher, die nur dazu dienten die persönliche Macht Maos zu sichern. Sein Krieg gegen die Bauern war in der Hundert-Blumen-Kampange noch schlimmer - Millionen verhungerten trotz voller Kornspeicher, Lebensmitteltransporte nach Russland, obwohl über die Hälfte Chinas bedroht war. Kannibalismus allenorts, drakonische Strafen an kleinen Kindern, die aus Hunger unreife Reiskörner von den Reisfeldern stahlen (Erhängen, Erschiessen und was noch alles). Sein Kampf gegen die Bevölkerung stellt er auch in der UN mit Zitaten dar, dass es ja genug Chinesen geben würde und ein Atomkrieg vielleicht 1/4 der Bevölkerung das Leben kosten würde oder noch mehr (und er plante eiskalt damit).

    Was die Einkindpolitik angeht, ist das totaler Unsinn, denn der chin. Staat hat diese Methode an ethn. Minderheiten mit brutaler Gewalt an beiderlei Geschlecht praktiziert (Probeunterricht für chrir. Studenten)... Diese wurde aber erst 1980 unter Deng eingeführt. Auf dem Land hält sich eh niemand daran, weil die Bauern nicht wissen, wie man verhütet. Jemand der sich keinen Reis leisten kann, um das tägliche Problem des Hungerns zu lösen, kann auch kein Geld für Kondome und andere Verhütungsmethoden ausgeben. Das Problem ist vielmehr der weibliche Fötozit, der auch schon unter Mao gang und gebe war.

    Die Verehrung seinerseits hat Mao sich selbst geschaffen und fand erst wärend der Kulturrevolution seinen Höhepunkt, bei dem letztlich die letzten alten Veteranen ausgeschaltet wurden, die Mao noch gefährlich werden konnten. Erst die studentische Bewegung, die man Jiang Qing zu verdanken hat, rang der gesammten Bevölkerung unter brutalsten Methoden und dem roten Büchlein von Lin Biao eine Maopopularität ab, die man nur in China kennt. Der Maoismus hat sich nirgendswo durchsetzen können.

    Was ist jedoch Maos Verdienst? Er einigte China unter dem Roten Banner, aber nur durch Hilfe Zweiter und Dritter. Japans Vertreibung hielt er in der Anfangszeit für absolut unakzeptabel, da die Besatzer die Komintang nach Süden vertrieben, was der KP überaus nützlich war.
    Meiner Meinung nach war Mao nur ein Unterdrücker und Ausbeuter, der sich selbst zum roten Kaiser gekrönt hat, nachdem er alle anderen ausgeschaltet hatte. Er ist durchaus ein Diktator ersten Ranges, vergleichbar mit Hitlers Konsorten...
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. Dezember 2006

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