Was war die realistische Rolle von Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Griffel, 13. September 2021.

  1. Griffel

    Griffel Mitglied

    Ich bin es mal wieder und möchte mal über 2 Herren sprechen, welche ja als "Urgesteine" der europäischen Einigung gelten. Die Namen stehen in der Überschrift. Ich will nicht bestreiten, dass beide Männer zu ihrer Zeit einiges geleistet haben, um den Laden am Laufen zu halten!

    Aber es dürfte auch bekannt sein, dass es, entgegen aller Bekundungen, immer auch Gegensätze zwischen Frankreich und Deutschland gegeben hat. Auch sollte man nicht vergessen, dass jeder Mensch so seine Macken hat. Das trifft auch auf diese beide Herren zu!:cool: Aber man neigt ja ohnehin dazu, Menschen, welche berühmt sind, zu überhöhen. Es mag sicherlich gut sein wenn, sich 2 Staatschefs gut leiden können. Aber erstens, sollte man das nicht als gegeben ansehen und zweitens, kommt es sehr selten vor.

    Und bitte ich um eure Meinungen.
     
  2. andreassolar

    andreassolar Aktives Mitglied

    Bei wem? Nicht mal die EU sieht sie im Kreis der 'Pioniere'. Du verwechselst m.E. ihr Engagement für eine EU-Währung mit Personen, die wesentlich und ausdauernd, initiativ und pionierhaft Gründung, Wachstum und Vertiefung der europäischen Einigung vorantrieben.

    Also z.B. Robert Schumann, Jean Monnet oder Henri Spaak in der Gründungsphase.
     
    Pardela_cenicienta gefällt das.
  3. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Unbestritten die Verdienst von Helmut Schmidt.
    Aber ihm als Urgestein zu bezeichnen halt ich selbst als Ossi für etwas überzogen.

    Wenn ich an Helmut denke, denke ich immer auch gleichzeitig an Franz Josef Strauß und seiner Bundestagsrede zur Staatsverschuldung. :)
    War wohl eine Rede von ihm 1979 in Bundestag. Habe ich sogar damals gehört (Fernsehen).

    Helmut Schmidt BK vom Mai 1974 – Oktober 1982.
    Ich muss ehrlich sein, ich habe es damals bedauert dass H.- D. Genscher mit seiner FDP aus der Koalition ausstieg.
    Sein Vorgänger Willy Brand (Guillaume Affäre) trat ja zu rück und Helmut Schmidt wurde sein Nachfolger.
    Und dann gefiel mir noch seine Reise zu E.H. am 11.12.1981 wo er sich in der Schorfheide im Jagdhause Hubertusstock traf.
    Nicht wegen E.H., er kam wegen den Menschen und das gefiel mir.
    Gefiel mir auch mit welchen, ich sag mal norddeutschen Humor, er ertrug, wie er auf den Rückweg in Güstrow die Stadt mit einigen „Passanten“ erlebte.
    Und dann „Landshut“, das war schon eine Meisterleistung wie er dies mit seien Sonderbeauftragten H.-J. Wischnewski. meisterte. U.v.a.m.
    Aber hier geht es nicht um sein Lebenswerk.

    In meiner Liste stehen bei disen Thema hier weder H. Schmidt noch der Franzose.

    Andere wie z.B.:
    An erster Stelle der Rosenzüchter.
    Dann solche wie Joseph Bech, Johan Willem Beyen, Winston Churchill, Nicole Fontaine, Alcide de Gasperi, Walter Hallstein, Ursula Hirschmann, Leonilde „Nilde“ Iotti, Marga Klompé, Ylva Anna Maria Lindh, Helmut Kohl, Sicco Mansholt, Melina Mercouri, Jean Monnet, Robert Schuman, Paul-Henri Spaak, Altiero Spinelli, Simone Veil, Louise Weiss.
     
  4. Griffel

    Griffel Mitglied

    Ich freue mich sehr über Antworten.:) Den Begriff Urgestein habe ich bewusst gewählt. Ich wollte testen, ob alle das so sehen. Offensichtlich ist das nicht Fall.
    Natürlich, habe ich weder Helmut Schmidt noch Herrn Valéry Giscard d’Estaing persönlich kennengelernt! Wie sollte ich auch! Aber, was mich etwas nervt, sind diese dämlichen Vergleiche. Es wird ja immer so getan, zumindest bei uns empfinde ich das so, dass seit Adenauer und de Gaulle, die beiden Regierungschefs so eine Art Zwillinge sein müssen.

    Außerdem, finde ich es maßlos übertrieben, das Gelingen von europäischen Projekten, nur von Deutschland und Frankreich abhängig zu machen. Die Benelux-Vereinigung, gab es schon wesentlich früher. Es ist ja nicht so, dass die EGKS sprich EWG dann EG nur aus Frankreich und Deutschland bestanden hat.

    Auch die anderen Länder haben ihren Teil beigetragen. Wie gesagt, das gute persönliche Verhältnis des Deutschen und des Franzosen, haben dazu beigetragen, die Krisen der 70er Jahre zu lösen. Aber von solchen Faktoren, kann und darf man Realpolitik nicht abhängig machen.
     
  5. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Nun ja, wenn man die vorangegangen Jahunderte und insbesondere Periode von der französischen Revolution bis zum Ende des 2.Weltkrieges betrachtet, , so wurde die europäische Geschichte im wesentlichen von dem deutsch-französichen Gegensatz geprägt. Insoweit war die Jumelage zwischen Deutschland und Frankreich unter Adenauer und de Gaulle das Kernstück der europäischen Einigung ohne die nichts gegangen wäre
    Helmut Schmidt und Valéry Giscard d’Estaing und Helmut Kohl und Francois Mitterand setzten dieses zentrale Programm fort.
    Natürlich haben auch die Benelux-Staaten und Italien ihr Scherflein zum europäischen Projekt beigetragen aber ohne Einigung der beiden grössten und wirtschaftlich potentesten EU-Gründerstaaten wäre es nicht gelungen.
    Das zeigt sich bis in die jüngste Zeit immer dann,wenn in einem der beiden Länder Politiker das Sagen hatten,die nicht paneuropäisch ausgerichtet waren und die deutsch-französische Komponente nicht gepflegt haben.
    Unter dieser Prämisse hätte ich zwar mit der Bezeichnung europäische Urgesteine
    mein Problem, würde aber das Verhältnis von Schmidt und Giscard d’Estaing als essentiellen Baustein im europäischen Projekt bezeichnen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. September 2021 um 21:19 Uhr
    muheijo gefällt das.

Diese Seite empfehlen