Was wurde aus Leutnant v. Forstner ?

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von Jacobum, 22. April 2007.

  1. Jacobum

    Jacobum Neues Mitglied

    Mercys Hinweis auf den Begriff "Wackes" für Elsässer hat mich dazu gebracht, wieder mal den Verlauf der Zabern-Affäre zu studieren.

    Ich will jetzt diese Geschichte nicht im Einzelnen wiedergeben, wer sich für die Details interessiert, kann diesen Link lesen:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Zabern-Affäre

    Was mich interessiert ist:

    Weiß jemand, was aus dem berüchtigten Leutnant v. Forstner geworden ist?

    Den Anhang 4562 betrachten

    Hier eine Karikatur: Der Leutnant geht, begleitet von einer Leibwache, zum Schokoladekaufen.

    Gruß

    Jacobum
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. November 2010
  2. Cisco

    Cisco Neues Mitglied

    Laut der Biographie Berthold von Deimlings ("Aus der alten in die neue Zeit") wurde Forstner zum Infanterie Regiment 14 nach Bromberg versetzt. Er ist im 1.Wk gefallen.

    Gruß

    Cisco
     
  3. Cliomara

    Cliomara Aktives Mitglied

    Ich habe im Internet einen satirischen Text über ein Tagebuch gefunden, dass von Forstner angeblich hinterlassen hat. Die ersten Einträge zitiere ich. Die vermeintlichen Tagebücher enden 1915.

    Leutnant von Forstner fiel am 29. August 1915 bei Kobrin im heutigen Weißrussland (das ist eine Tatsache).

    4. September 1913

    Der Tag von Sedan! Feierlicher Appell des Regiments. Der Oberst von Reuter erinnerte uns daran, dass unsere Väter und Großväter 1870 diesen historischen Sieg über ein dekadentes Frankreich erfochten hätten. Sollte wieder die Stunde der Bewährung kommen, müssten wir uns dieser Tradition bewusst sein. Tränen traten mir in die Augen, aber ich schämte nicht. Denn was gibt es für einen Soldaten Schöneres, als für Kaiser und Reich ins Feld zu ziehen und den Feind zu schlagen. Nur wenige Zivilisten beobachteten die erhebende Feier. Der Elsässer ist noch zu welsch, um ein vollwertiger Stamm im Kaiserreich zu sein. Umso wichtiger ist unsere Aufgabe hier. Herr Oberst meinte zum Abschluss, gerade wir Offiziere hätten Vorbilder für ein gutes Deutschtum zu sein. Nach dem Appell allgemeine Besoffenheit im Offiziercasino bis in die Frühe.

    10. Oktober 1913

    Führte gestern meinen Zug mit klingendem Spiel auf den Truppenübungsplatz außerhalb der Stadt. Die Zivilbevölkerung gafft nur blöde. Keine Haltung. Ein halbwüchsiger Jüngling begleitete uns 10 Minuten und äffte unseren Marschtritt nach. Ließ mich aber nicht provozieren, sondern salutierte, als dieser Zivilunke in eine Seitenstraße abbog. Die Übung verlief hervorragend. Auch die elsässischen Rekruten haben das Zeug zum guten Soldaten. Wie sagte schon mein Fähnrichsvater: Der Offizier ist Vorbild, Erzieher und Kämpfer. Was eine Nation taugt, weiß man, wenn man das Offizierkorps kennengelernt hat. Spüre immer mehr, welche Verantwortung man hat, wen man des Kaisers Rock tragen darf.

    Weiter geht es auf der Internetseite von "Globkult": »Immer feste druff«. Die Tagebücher des Leutnants Forstner

    Mit besten Grüßen

    Katharina
     
  4. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Steht das da wirklich ohne mich oder ist das beim Abschreiben abhanden gekommen?

    (Oder war schämen früher ggf. gar nicht reflexiv?)
     
  5. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied


    Leutnant Forstner und der Abfall
     
  6. Cliomara

    Cliomara Aktives Mitglied

    Danke für den Hinweis. Aber ich schämte mich nicht, muss es heißen. Der Fehler kommt leider auch im Originaltext vor.
     

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