Wie unterstützten sich Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg?

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Pomato, 6. Oktober 2011.

  1. Pomato

    Pomato Gast

    Ich stelle mir die Frage: Wie sahen genaue Unterstützungsmaßnahmen von den Verbündeten Japan und Deutschland im zweiten Weltkrieg aus?
    Japan zu Deutschland und andersherum.
    Ich kann mir das nämlich nicht so genau vorstellen, klar sie hatten den gleichen Gegner:die Sowjetunion aber gab es irgendwelche Schlachten in denen sie z.B. Seite an Seite kämpften?
    Oder spielten sie sich geheime Informationen zu? Und so weiter.
     
  2. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Es gab kaum Kooperation zwischen Japan und dem Deutschen Reich. Man belieferte sich gegenseitig mit Rohstoffen (Kautschuk, Wolfram in die eine Uran in die andere Richtung) oder Technologie (Radaranlagen, Raketen- und Strahltriebwerke) so weit dieses über die Entfernung möglich war (Blockadebrecher und U-Boote). Die Japaner stellten den deutschen U-Booten Stützpunkte in Indonesien und in Japan zur Verfügung, man tauschte etwas Informationen aus, misstraute dabei aber gegenseitig.

    Gegen die Sowjetunion kämpften die Japaner bevor der Krieg zwischen dem DR und der SU ausbrach (Japanisch-Sowjetischer Grenzkonflikt ? Wikipedia) und nach der deutschen Kapitulation (Operation Auguststurm ? Wikipedia) nicht aber gleichzeitig, so dass eine gegenseitige Unterstützung nicht möglich war. Nur die Briten gerieten in eine Zwickmühle und hatten zu einem bestimmten Zeitpunkt zu entscheiden, ob sie Nordafrika stärkten oder Südostasien (Burma, Singapur, Malaya). Sie entschieden sich für ersteres und verloren Südostasien.
     
  3. Repo der Aimat

    Repo der Aimat Gesperrt

    Es wird in der Geschichte nicht viele Verbündete geben, die ihre Politik und Kriegsführung so wenig aufeinander abgestimmt haben.

    Die Japaner waren überrascht und verschnupft über den Hitler-Stalin-Pakt.
    Wenige Monate vor Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion haben die Japaner mit den Russen einen Nichtangriffspakt geschlossen.
    Von Pearl Harbour wusste Hitler nichts.
    Immer wieder haben die Japaner ihre Vermittlung zu Verhandlungen mit Stalin angeboten.
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    So kann man das wohl zusammenfassen, auch anhand der Beispiele für die gegenseitigen Belieferungen, die aber kriegsbedingt per Schiff ohnehin schwierig zu bewältigen waren.

    Mitte 1942 kamen dann die Gespräche über Kooperation so richtig in Fahrt, und man hatte nichts Besseres zu tun, als sich über die Abgrenzung von Hegemonialsphären zu unterhalten. Es wurde eine Trennlinie im Indischen Ozean eingezogen.

    Zu der Zeit dieser euphorischen Gespräche befand sich Rommel auf dem Vormarsch nach Kairo, die Ostfront bewegte sich weit in den Kaukasus hinein, man träumte von einer Umfassung der britischen Position im Nahen und Mittleren Osten von zwei Seiten. Der japanische Vormarsch im Pazifik lief auf Hochtouren und war entfernungsmäßig auf Atlanten sicher beeindruckend, Australien wurde bedroht, eine japanische Trägerflotte tauchte vor Ostindien auf (was die Royal Navy zur Räumung der Positionen veranlasste). Und die japanischen Truppen eroberten Birma, im Vormarsch auf die indische Grenze.

    Bei den Gesprächen blieb es dann, einige Monate später waren die deutschen Fronten in Nordafrika und Rußland festgelaufen, und die japanische Trägerflotte zum Großteil bei Midway versenkt. Dann kamen Stalingrad und Guadalcanal.
     
  5. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Und während die Herren über ihre größenwahnsinnigen Projekte schwadronierten, dokumentierte Generaloberst Fromm, immerhin Chef des Heeresamtes, in seiner Denkschrift eindrucksvoll das aufgrund der Rohstoff- und Rüstungslage das der Krieg nicht mehr zu gewinnen sei und deshalb zu beenden ist.
     

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