Wieso gab es keinen Angriff anderer Mächte auf Deutschland dem 1. WK?

Dieses Thema im Forum "Die Zeit zwischen den Weltkriegen" wurde erstellt von pickanick, 25. Februar 2014.

  1. pickanick

    pickanick Neues Mitglied

    Hey,

    Deutschland war ja schutzlos . Sie hatten nur ein kleines Heer das schlecht ausgerüstet war wegen dem versailler Vertrag. Die Franzosen bspw. Hätten ja einfach 7 Jahre nach dem Vertrag angreifen können. Es waren zwar sie golden twentys aber mit Geld kann man sich nicht verteidigen (vor der Wirtschaftskrise )

    Die Engländer hatten bestimmt nichts dagegen sowie die Russen die sich ja alle von den deutschen bedroht fühlten. In der triple entente waren ja auch noch alle oder?(sofern die Russen nicht nach der Revolution ausgestiegen sind )

    Deutschland wäre schutzlos gewesen und man hätte die ,,Bedrohung " Deutschland ausschalten können und besetzten können . Das Land hätte man auch in 3 Teilen können(England ,Frankreich und Russland )

    Man hätte so vieles machen können wieso hat man aber so wenig gemacht ?:)

    Den Amerikanern konnte es ja egal sein was in Europa passiert weil sie ja mit denen nicht so viel am Hut hatten außer wirtschaftlich eben .
     
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  2. Mario20

    Mario20 Neues Mitglied

    Und warum sollten sie das tun? Deutschland war militärisch und wirtschaftlich am Boden. Also bestand überhaupt keinen Grund einen Angriff zu starten.
     
  3. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Die Sowjetunion war nach der Oktoberrevolution außenpolitisch isoliert. England, Frankreich und die USA unterstützten die Weiße Armee (die Gegner der Roten Armee) im russischen Bürgerkrieg. Ein wichtiger Schritt aus der Isolation der UdSSR war der Vertrag von Rapallo ? Wikipedia mit Deutschland im Jahr 1922.

    Als im Jahr 1923 die deutsche Regierung ihren Reparationszahlungsverpflichtungen nicht nachkommen konnte, besetzten Belgien und Frankreich das Ruhrgebiet. Diese Besetzung endete im Jahr 1925 u.a. aufgrund von Druck seitens GB und USA. Eine Einigkeit der ehemaligen Triple-Entente kann ich daher nicht erkennen.

    Außerdem denke ich, dass viele Länder nach den Schrecken des 1. WK einfach die Nase voll hatten von weiteren Blutvergiessen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Februar 2014
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  4. pickanick

    pickanick Neues Mitglied

    Hmm aber wieso war er es den entente Mächten Do wichtig welches politische System man hatte? Frankreich war ja auch nicht wirklich lange eine Republik... Und den verbündeten dem man es auch verdanken konnte dass der Krieg nicht verloren ging ( durch den mehrfrontenkrieg hatte Deutschland keine Chance zu gewinnen) einfach ,,auszutauschen" find ein wenig dumm und alle darauffolgenden kriege hätten nicht stattgefunden(2. Weltkrieg ohne waffenbündnisse zwischen Deutschland und Russland, Ausbildung der Armee in Russland unter anderem der fliegerflotte usw., u d alle kriege die wegen dem kalten Krieg folgten hätte es nicht gegeben)

    Zurück zum Thema :

    Napoleon I. Wollte doch mal ganz Europa erobern bzw . Schaffte es sogar große Teile zu erobern . Jetzt hätte man wieder die Chance gehabt Europa zu vereinigen da sich niemand mehr wehren kann und in einem letzten großen Krieg alles wieder gut zu machen. Etwa wie nach dem 2. Weltkrieg wobei man dann ncjht neue Staaten gründen sollte (DDR,brd ) sondern die Gebiete behalten soll und so nichts mehr anbrennen zu lassen . Da wäre besser gewesen als das was die Politiker von damals gemacht haben (die auch noch dafür in ihren Staaten gefeiert wurden ) in Form vom versailler Vertrag. Alles wäre eigentlich besser gewesen da es gerade mal 20 Jahre gedauert hat bis das Blutvergießen von vorne begann ...
     
  5. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Brillant!!! Sorry, aber das war mein erster Gedanke, als ich das las.

    Nur als Beispiel: 1920 gab es den Polnisch-Sowjetischen Krieg, in welchem Polen versuchte, seine östliche Grenze von 1772 wieder herzustellen. Die Sowjetrussen wollten andererseits ihren Einfluss nach Westen erweitern. Man hing noch der Hoffnung einer Weltrevolution an, in der Deutschland eine Schlüsselrolle spielen sollte.

    Und dann noch die deutschen Freikorps, die 1919 im Baltikum gegen die Sowjetrussen kämpften. Sie wurden zum Teil auch von Großbritannien finanziert.
     
  6. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Das ist von vorn bis hinten fern der Realität. Die Alliierten wolllten 132 Mrd Mark Reparationen von Deutschland. Wenn jemand anderes (wer hätte das sein sollen?) sich etwas hätte unter den Nagel reißen wollen, wäre ihm das schlecht bekommen.
     
  7. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Die sich bildende Sowjetunion war bis mindestens 1925 mit der eigenen Machtsicherung beschäftigt. Der Bürgerkrieg und die Konflikte mit den Nachbarstaaten im Baltikum, in Polen, aber auch in Ostasien waren lange nicht ausgestanden. Darüber hinaus gab es in Deutschland die "schwarze Reichswehr", eine Vereinigung von Veteranen, die vom Reichswehrministerium teilweise finanziert wurden und quasi als Reserveeinheiten für einen Krieg bereit standen. Die 100.000-Mann-Truppe war also nicht alles was Deuschland verteidigte. Frankreich, Belgien und GB erhielten ihre Reparationen, das genügte ihnen weitgehend. Zumal eine Besatzung immer sehr viele eigene Ressourcen bindet. Man muss die Soldaten im fremden Land schließlich bezahlen, eine eigene Infrastruktur errichten und mit Partisanen fertig werden. Die Staaten Osteuropas, vor allem die Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien waren mit den Alliierten des ersten Weltkriegs verbündet und bildeten die so genannte "Kleine Entente". Dort richtete man sich vor allem gegen Ungarn als möglicher Gegner und weniger gegen Deutschland. Polen war beschäftigt sich Russland, später die Sowjetunion vom Hals zu halten und hatte mit deutschen Paramilitärs in den deutsch besiedelten Gebieten zu kämpfen.

    Gleichzeitig war die internationale Politik auf Sicherung des Friedens aus. Der Völkerbund unterstützte die Selbstbestimmung der Völker. Damit war eine Abtretung von einzelnen Gebieten vereinbar, aber eine komplette Besetzung Deutschlands auf Dauer wäre problematisch geworden.

    Es hatte also niemand Interesse daran Deutschland zu besetzen, weil es zu viel kostete, weil die politische Lage es nicht erlaubte und weil man das Gefühl hatte, Deutschland wäre keine Bedrohung mehr.
     
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  8. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Wære so ein (Angriffs-) Krieg innenpolitisch ueberhaupt durchsetzbar gewesen, in Frankreich, in England?
    Man hat von 1914 - 1918 Millionen von Toten erlebt, das Grauen des Schuetzengrabenkrieges war noch im Gedæchtnis von Soldaten und auch der Bevølkerung.

    Die fuehrenden Militærs haben erlebt, dass vergleichsweise geringe Kræfte ganze Armeen aufhalten kønnen.

    Politiker haben in Versailles einen Frieden diktiert, der die eigene Bevølkerung, Wirtschaft und Militær zufrieden stellte. Zumindest war es das æusserst Machbare, ohne die eigenen Verbuendeten gegen sich zu bringen.

    England wollte traditionell ein Gleichgewicht der Europæer auf dem Festland, ein einseitiges noch grøsseres Erstarken Frankreichs hætte man nicht akzeptiert.
    Fuer Frankreich war also Belgien und auch die Rheingrenze à la 1792 tabu.
    Man hat ja auch spæter gesehen, dass nicht einmal die Ruhrbesetzung vernuenftig funktionierte.
    Ein neues "Imperium Napoleonum" muss man somit als Utopie ansehen, das wollte keiner, das konnte keiner.
    (Das funktioniert dann eher heutzutage, nennt sich "EU" :D)

    Gruss, muheijo
     
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  9. Stephan2

    Stephan2 Gesperrt

    Gab es doch, wenn auch nicht mit offizieller Regierungsunterstützung:

    Von 1919 bis 1922 kam es zu militärischen Auseinandersetzungen um Teile Oberschlesiens.



    Dabei sollte man aber nicht unter den Tisch fallen lassen, dass es polnische Kreise gab, die von einem Groß-Polen träumten und glaubten den Grenzverlauf in Ost und West mit militärischen Mitteln gegen vermeintlich wehrlose Gegner korrigieren zu müssen. Sowohl die Auseinandersetzungen in Schlesien als auch der Polnisch-Sowjetische Krieg begannen als polnische Aggression.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Die zweite Polnische Republik geriet nicht nur mit dem Deutschen Reich aneinander. Unter seinen Nachbarn bestanden nur zu Rumänien und Lettland einigermaßen konfliktfreie Beziehungen, und neben Konflikten in Posen und Oberschlesien 1918/19, bzw.1919-21 gab es Grenzkonflikte mit der Ukraine 1918-19, mit Litauen 1920 und der Tschechoslowakei um Teschen und das Olsagebiet.
     
  11. Chrono

    Chrono Neues Mitglied

    Der polnisch sowjetische Krieg wurde durch die sowjetische Aggression hervorgerufen, wie im Wiki Artikel richtig dargelegt.
     
  12. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wenn man sich schon auf Wiki bezieht, dann sollte man doch wenigstens korrekt den Text wiedergeben.

    Wiki: "Unklar und umstritten ist der genaue Zeitpunkt des Beginns sowie der Auslöser des Krieges. Manche Autoren bezeichnen die Offensive polnischer Streitkräfte gegen Kiew 1920 als Beginn des Krieges. Andere siedeln den Kriegsausbruch schon im Jahre 1919 an. Da dem Krieg ein schwelender Grenzkonflikt voranging, haben beide Ansichten ihre Berechtigung."

    Eine Sichtweise, die der ausgesprochen komplexen Situation der unterschiedlichen Konfliktparteien, der Polen, der Bolschewiken, der einzelnen nationalistischen Gruppierungen in der Ukraine und nicht zuletzt den unterschiedlichen "weißen Generälen" angemessen scheint.

    Zumindest kann man zwei Kriegsparteien klare Zielsetzungen zuordnen, die sie mit dem Krieg verfolgt haben. Es hatten vor allem aus unterschiedlichen Gründen die Polen und die Bolschewiken ein Interesse an diesem Krieg und klare territoriale bzw. auch teilweise ideologische Ambitionen. Und dieses kann man anhand der vorliegenden Literatur relativ gut rekonstruieren.

    Der Rest an gegenseitigen Schuldzuweisungen bewegt sich wohl eher auf dem Feld der "ideologischen Kriegsführung".
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Februar 2014
  13. Chrono

    Chrono Neues Mitglied

    Wiki : "Als die deutschen Soldaten unter der Führung von Max Hoffmann 1918 begannen, sich aus Mittel- und Osteuropa nach Westen zurückzuziehen, befahl Lenin der West-Armee der Roten Armee, nach Westen vorzudringen. Das Hauptanliegen dieser Operation war, durch Mittel- und Osteuropa zu ziehen, in den unabhängig gewordenen Staaten sowjetische Regierungen zu installieren und die kommunistischen Revolutionen in Deutschland undÖsterreich-Ungarn zu unterstützen."
     
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  14. excideuil

    excideuil unvergessen

    :confused: Europa zu vereinigen? Wer hatte denn nach dem Krieg diese Idee? Ist der Gedanke nicht eher ein Versuch, heutiges Gedankengut auf die Vergangenheit zu projezieren?

    Man mag sicher über den Versailler Vertrag denken, wie man will, Tatsache bleibt doch, dass er ein Friedensvertrag war, der durch alle Großmächte unterzeichnet wurde und damit auch so etwas wie ein Interessenausgleich zwischen den Großmächten darstellte. Wenn eine Aufteilung Deutschlands für notwendig erachtet worden wäre, dann wäre sie mit dem Vertrag erfolgt. Eine nachträgliche Revision mittels einer Besetzung (Liquidierung) Deutschlands durch eine (welche?) Macht hätte somit nicht funktioniert, weil sie den Interessen der anderen Mächte zuwidergelaufen wäre.

    Grüße
    excideuil
     
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  15. hatl

    hatl Premiummitglied

    pickanick,
    gute Hinweise, auf eine berechtigte Frage:

    Das ist m.E. sehr zutreffend.

    Und angenommen Frankreich (oder gar UK) hätte sich das DR einverleibt, dann wäre ja unvermeidlich ein Vielvölkerstaat (na, sagen wir mal ein Zweivölkerstaat) entstanden.
    Angesichts der Tatsache, dass im ersten Weltkrieg zwei Vielvölkerstaaten (KuK-Monarchie und das osmanische Reich) regelrecht zerplatzten und der dritte Vielvölkerstaat Russland am Rande des Abgrunds taumelte, konnte das auch nicht eine "vernünftige" Option sein.

    Auf den unvermeidlichen Konflikt, der zwischen den vorhandenen Mächten entstanden wäre, hat exci hingewiesen
    Zudem: Nach der Katastrophe konnte es wohl nicht darum gehen, neue Konfliktherde im Zentrum des kriegerischen Europa zu schaffen,
    sondern darum, den schwer verwundeten Patienten Europa halbwegs zu stabilisieren.

    Grüße hatl
     
  16. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    An diesem Unsinn ist höchstens richtig, dass Lenin die proletarische Revolution vor allem nach Deutschland, dem "Heimatland" des Marxismus und einem bewußten Proletariat, exportieren wollte. Und daran bereits, unerwartet, vor Warschau scheiterte, nicht zuletzt am Widerstand bewaffneter polnischer Arbeiter.

    Diese Überlegung von Lenin ergab sich aus der ideologischen Annahme, dass eine isolierte - proletarische - Revolution in Russland keine Chance auf Erfolg hat, wie Lih zeigt.

    Lenin - Lars T. Lih - Google Books

    Die restlichen Daten oder Fakten des Auszuges aus Wiki zeugen eher von Unwissenheit der Autoren, bis hin zu einer nicht existenten "West-Armee", die vermutlich die "West-Front" hätte sein sollen.

    Ansonsten wendete frühestens in 1920 Lenin seine Aufmerksamkeit auf diese polnische Bedrohung an der Westgrenze (Curzon-Linie), da er im Rahmen des Bürgerkriegs sehr hart, und mehrmals auf Messrs Schneide, um sein politisches Überleben kämpfen mußte (vgl. zur militärischen Situation beispielsweise Erickson: The Soviet High Command, S. 84 ff und Karte mit den einzelnen Armeen und ihrem Vorrücken S. 96)

    Die Weltrevolution mußte in 1918 noch warten. Auch wenn Lenin in 1918 einer imaginären "West-Armee" gerne Befehle gegeben hätte.
     
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  17. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Die Polnische Armee hatte doch bereits die halbe Ukraine besetzt, bevor sie überhaupt erstmals auf die Bolschewiken stieß. Es ist schlicht eine Frage der Definition, ab wann man von einem Polnisch-sowjetischen Konflikt und nicht mehr von einer Polnischen Expansion auf Kosten kleinerer Nachbarn spricht. Es gab auch einen Polnisch-Ukrainischen Krieg, nur wurde der in Russland bzw. der Sowjet-Union nicht als separater Konflikt angesehen, sondern als Teil der westlichen Interventionen.
     
  18. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Ich stimme mit dir überein. Einer der Grundlagen der Versailler Nachkriegsordnung waren doch Wilsons 14-Punkte isb. das Selbstbestimmungsrecht der Völker (auch wenn dieser Grundsatz leider oft missbraucht wurde).
    Mit einer Aufteilung Deutschlands, durch wen auch immer, hätte man diesen Grundsatz eklatant verletzt und beteiligte Alliierte ihre eigene ethisch-moralische Rechtfertigung ad absurdum geführt. Für nicht an der "Aufteilung" beteiligte Staaten wäre dies wahrscheinlich ein Kriegsgrund gewesen.
     
  19. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Wir sind uns hier in der Utopie einer Besetzung/Zerstueckelung Deutschlands ja alle einig, nur an dieser Stelle der Hinweis dass auch nach 1918 Vielvølkerstaaten exisitierten, ja sogar erschaffen wurden, wie zB. Tschechoslowakei und Jugoslawien.

    Auch sonst wurden vielfach Grenzen mitnichten nach ethnischen Gesichtspunkten gezogen, s. Suedtirol, etc.etc.

    Gruss, muheijo
     
  20. pickanick

    pickanick Neues Mitglied

    Verstehe ich nicht ganz.

    Man bildete doch 2 vielvölkerstaaten (jogoslawien und Tschechoslowakei) und was besonders wichtig ist: nach dem 2. Weltkrieg also 27 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkrieges hat man doch Deutschland aufgeteilt. Also hat man genau das gemacht wovor man sich vorher wie du sagtest gefürchtet hat . Man hatte also einen vielvölkrerstaat. Da bin ich deswegen nicht ganz der Meinung :/ und ich glaube nicht das sich die metalität so sehr geändert hat.

    Oder seh ich da was falsch ?kannst mich gerne verbessert du kennst dich glaub ich besser aus als ich :) danke für die antwort übrigens :)
     

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