Wieso hat die Deregulierung des Bankensektors das Gegenteil bewirkt?

Dieses Thema im Forum "Wirtschaftsgeschichte" wurde erstellt von user637, 19. Dezember 2017.

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  1. user637

    user637 Neues Mitglied

    Eigentlich ensteht ja durch Vorschriften und durch Staat bestimmte Finanzwirtschaft genau der Fall, dass der Finanzwirtschaft nicht mehr so an die Wirtschaft gekoppelt ist..... Wozu dieser Geldsozialismus geführt hat , hat man 2007/2008 gesehen...

    Deswegen wollte ich fragen, was die genauen Ursachen waren, dass dafür waren, dass sich der Bankensektor negativ ausgewirkt hat etc..
    Denn eig ist es ja so, dass die künstliche Niedrigzinsen(Beispiel) dazu führen , dass eine Blase ensteht...

    Und wieso haben die den die Justiz privatisiert.... Das ist doch nicht normal... Das sollte doch in Staatshand sein..... (-> Korruption)
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Du stellst in der Überschrift eine ungenaue Frage, dann kommt eine (auch durch politische Verschlagwortung bedingt) einigermaßen steile These, dann wieder eine Nachfrage, dann wiederum eine These, die ich als Nicht-Ökonom nicht wirklich beurteilen kann, mir aber durchaus auch als steil erscheint und dann kommt irgendein nicht zuordenbares Faktoid in Frageform (Wieso haben DIE denn die Justiz privatisiert?). Wovon ist überhaupt die Rede? Wer sind DIE? Es würde helfen, wenn du weniger elliptisch schriebest und zunächst einmal Ross und Reiter nennen würdest. Sonst haben auch die ökonomisch besser gebildeten unter uns keine Chance, dir eine sinnvolle Antwort zu geben.
     
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  3. user637

    user637 Neues Mitglied

    Die Chacagoer Brüder(z.B. Milton Friedman) wollten Hayeks Thesen zu 100% in Chile durchsetzen, was sie ja auch nahezu konnten, da Chile eine Militärdiktaktur war...
    Trotz dieser ganzen Privatisierungen ging es mit dem Außenhandel nicht aufwärts, obwohl die Arbeitslosigkeit abnahm...
    Es wird dafür der deregulierter Banksektor verantwortlich gemacht... Wie kann das sein, wenn die Krisen eigentlich darauf zurückgehen, dass der Bankensektor zu reguliert(vom Staat beschränkt ist), da Markt ja eigentlich nur ein Handel zwischen Menschen ist?
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Da geht einiges völlig durcheinander.

    Lies Dir erstmal das hier durch:
    Chicago Boys
    Chile-Wunder

    Die Geschichte ist reich an Spekulations- und Bonitätskrisen wie die nach der Immobilienblase in den USA, mit dem Kollaps von Lehman und dem beinahe-Kollaps großer Finanzdienstleister und diverser institutioneller Anleger. Wieweit hier Deregulierung verantwortlich ist oder Versagen existenter Regulierung und Aufsicht, oder beides, und weitere Faktoren, ist umstritten und nicht annähernd ökonomisch geklärt. Politisch schon gar nicht:
    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Financial_Crisis_Inquiry_Commission
     
  5. ervie

    ervie Gast

    Ich glaube, dass es schon angeklungen ist, dass du alles sehr vereinfachst. Aber die Formel: niedrige Arbeitslosigkeit = gute Wirtschaft geht schon mal gar nicht.
    Schau dir lieber an, wer von den ganzen Maßnahmen unter der Ära Pinochet profitierte. Tipp: Schere zwischen Arm und Reich.

    Wenn der Außenhandel nicht von den Maßnahmen profitierte: Was ist der chilenische Außenhandel? 30% des Exports besteht aus Kupfer. Das heißt, dass der Export sehr anfällig auf den Bedarf von Kupfer ist.

    Wenn du nun argumentierst, dass eine Militärdiktatur eine Art "Sandkasten" ist, indem man locker verschiedene Systeme ausprobieren kann, dann irrst du dich leider, bzw will ich nicht dein Menschenbild sehen. Das Militär hatte durchaus seine Interessen, warum es Milton Friedman usw. in ihr Land ließen. Oder was es für eine Revolution braucht. Milton Friedmans Politik des unbehelligten Marktes erwartet von der Regierung nicht mehr, als garantierte Eigentumsrechte und Wettbewerbe, für die es aber sonst nicht wichtig ist, WER nun die Regierungsgewalt innehat und WIE er zu ihr gekommen ist. Die Militärs verstanden scheinbar auch wenig von Politik. Diese Ordnung war ganz nach ihrem Geschmack.

    Unter dieser Politik wurde nun fast alles privatisiert, was es zu privatisieren gab, ohne jegliche Regulierung. Das Ergebnis davon war, dass eine neue Klasse von Unternehmern und Angestellten entstand und vom Herunterfahren öffentlicher Leistungen profitierte. Die Kluft zwischen Arm und Reich vertiefte sich.

    Und du kannst die Finanzkrise von 2008 als Beispiel nehmen, was passiert, wenn die Banken nicht reguliert werden. Woher beziehen die Banken ihr Geld und was passiert, wenn die Geldgeber, plötzlich nicht mehr zahlungsfähig sind? Die Banken bauen ein Konstrukt auf, durch das niemand mehr ernsthaft durchblicken kann, in dem es unzählige Schlupflöcher gibt und der Mensch nur noch als Ware gesehen wird.
     
  6. user637

    user637 Neues Mitglied

    Ich frage ja nur, weil sich eigenltlich so eine Militärdiktatur wie unter Pinochet und freie Marktwirtschaft von sich ausschließen... Das schließt sich schon voneinander aus, da gewaltige Macht in einer Person sehr korrumpiert....

    Ludwig Erhard hat mal gesagt, dass sich Zentralwirtschaft und Diktatur bestens ergänzen... Man kann keine freie Marktwirtschaft in so einem System ohne demokratische Freiheiten durchboxxen.... Dann ist da Planwirtschaft drin, jedenfalls politisch...
    Deswegen frage ich ja, ob die Chicagoer Boys wirklich so dumm waren und eigentlich einem System geholfen haben , das eigentlich gegen ihre freiheitlichen Prinzipien massiv verstößt....




    Eine große Schere zwischen Arm und Reich muss nicht umbedingt was schlechtes sein.... Man kann sogar als "arm" gelten, wenn man relativ viel Geld, das zum Wohlbefinden reicht...(relative Sache) Oder willst du alle gleich arm machen, dann geht entgültig Wohlstand flöten...
     
  7. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Die Pinochet-Diktatur hat die Besitztümer der Grundbesitzer und Unternehmer nicht ange- und deren wirtschaftliche Interessen nicht berührt. Nur weil der Vater der Sozialen Marktwirtschaft nach der Erfahrung des Nationalsozialismus, aber mehr noch zeitgleich zu dem konkurrierenden System in dem anderen Dtld. mal irgendetwas gesagt hat, ist das noch nicht automatisch richtig. Man muss nicht immer so autoritätsgläubig sein.

    Dass die neoliberale Idee, dass von den Gewinnen der Reichen genug abfällt auch für die Armen nicht funktioniert, ist eigentlich mittlerweile auch klar. Was vor einigen Jahren in Dtld. noch undenkbar war - aber bereits in den USA üblich, dass Menschen mehrere Jobs haben mussten, um zu überleben - ist mittlerweile in Dtld. zwar noch nicht der Normalfall aber auch schon keine Seltenheit mehr. Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander.

    Ich finde es im Übrigen bemerkenswert, den Vater der Sozialen Marktwirtschaft einerseits als Autorität anzuführen, aber gewissermaßen in demselben Atemzug in den neoliberalen Abgesang auf die soziale Marktwirtschaft einzustimmen und Armut (auch relative) schönzureden.
     
  8. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Preußisch-wilhelminische Militärdiktatur und Industriekapitalismus/freie Marktwirtschaftt von Krupp, Stumm und Konsorten haben sich nicht auseschlossen, sondern bestens ergänzt.

    Gegen deren Verständnis von Freiheit (z.B. für die US-Konzerne) verstieß das System mitnichten.
    US-Intervention in Chile – Wikipedia
     
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  9. user637

    user637 Neues Mitglied


    Wenn einer 10000 besitzt und dann viele andere 100000, dann gilt der dann auch als "arm"..... Da wird einfach nur das Verhältnis einbezogen...
    Guck dir mal den Ginikoeffizient an... Wir sind der Industriestaat, in dem die Ungleichverteilung so niedrig ist... Sollen wir noch sozialistische werden??? Aber dennoch sind wir die Ärmsten in Europa, was an den ganzen Rettunspaketen etc. liegt...
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Dezember 2017
  10. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wenn man sowas schreibt, dann stellt sich die Frage, ob Du ein politischer Brandstifter bist oder überhaupt keine Ahnung von historischen Entwicklungen oder politischer Ökonomie hast.

    Die Aussage ist schlichtweg zynisch gemessen an der Entwicklung des Kapitalismus in den letzten zweihundert Jahren. Wir haben unmenschliche Zustande gesehen während der Periode des "Manchester Kapitalismus", übelste Formen der koloniale / imperialen Ausbeutung in Indien oder im Kongo oder kapitalistische Kriegsgewinnler, die auf dem millionenfachen Tod ihrer Landleute horrende Gewinne eingestrichen haben. Eine Hoch auf den "freien Kapitalismus"!

    Die einzige nennenswerte Bewegung, die sich der Ausbeutung der Menschen durch die Logik der Profitmaximierung eines ungezügelten Kapitalismus entgegen gestellt haben, waren meistens und in der Regel sozialistische Arbeiter - Bewegungen bzw. sozialistische bzw marxistische Befreiungsbewegungen (jede Menge Ausnahmen und Gegenbeispiele wie "Befreinungs-Theologie" etc., ich weiss ich simplifiziere, allerdings wird es dadurch nicht falsch, was ich schreibe)

    Und die historische und politische Antwort auf die hemmungslose Ausbeutung von menschlicher Arbeit war die Errichtung von Systemen des "Wohlfahrts- bzw. Sozialstaats" durch - meistens - sozialistische bzw. sozialdemokratische Parteien in Kooperation mit den Gewerkschaften (vgl. z.B. Esping-Anderson). Teilweise auch - als Reaktion auf eine bestimmte historische Erfahrungen (wie die NS-Diktatur mit einer kapitalistischen Kriegsplanwirtschaft) - in Kooperation mit konservativen Parteien. Und das Ergebnis war das Modell der "Sozialen Marktwirtschaft". (vgl. z.B. Erhard & Müller-Armack)

    Die Einsicht in die Errichtung eines Sozialstaats entsprang der politischen Notwendigkeit, die "soziale Frage" zu lösen und somit den sozialen und politischen Widerspruch innerhalb von Klassengesellschaften einzuebnen (vgl. Giddens). Aus diesem Grund sprach man zu den "Hochzeiten" der Sozialstaatsidee von der "Great Society", die L.B. Johnson während der sechziger Jahre als Kampf gegen die Armut ausgerufen hatte. Oder von einer "nivellierten Mittelstandsgesellschaft" für Deutschland.

    Das ist allerdings - im wahrsten Sinne des Wortes - Geschichte. Und seit den achtziger Jahren kann man - ausgelöst durch den neo-liberalen Paradigmenwechsel (Reagan und Thatcher) in der Wirtschafts- und Sozialpolitik - erkennen, dass sich die Ausdifferenzierung der Gesellschaft wieder beschleunigt (z.B. Kaelble, S. 171ff). Und u.a. die Deregulierung der Märkte, vor allem im Rahmen der zunehmenden Bedeutung des "Finanz-Kapitalismus", parallel verlaufen zum Abbau der sozialen Sicherungssysteme.

    Vor diesem Hintergrund wird sich die soziale Frage - so oder so - wieder erneut stellen. Und die Antworten werden an die Frage erinnern, was man aus der Geschichte lernen kann. Entweder wird es eine "faschistische Modernisierung" - zur Abmilderung der zunehmenden Widersprüche geben, als nationalistisches völkisches Revival, oder als Wiederaufleben sozialistischer Ideen, die entweder den erneut Sozialstaat stärken oder autoritäre Varianten ermöglichen.

    Geschichte kann sich durchaus wiederholen.

    Erhard, Ludwig.; Müller-Armack, Alfred (1972): Soziale Marktwirtschaft Ordnung der Zukunft. Manifest '72. Frankfurt a.M, Berlin, Wien: Ullstein.
    Esping-Andersen, Gøsta (1990): The three worlds of welfare capitalism. Cambridge: Polity Press.
    Giddens, Anthony (1984): Die Klassenstruktur fortgeschrittener Gesellschaften. 1. Aufl. Frankfurt am Main: Suhrkamp
    Kaelble, Hartmut (2017): Mehr Reichtum, mehr Armut. Soziale Ungleichheit in Europa vom 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Frankfurt: Campus.
     
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  11. user637

    user637 Neues Mitglied

    Wenn einer 100000 hat und der andere z.B. 600000 .... würde das auch als Schere zwischen Arm und Reich statistisch zählen.... DESWEGEN MEINE ICH DAS SO... Aber je größer der Kuchen(Wohlstand) ist, je mehr kann auch davon verteilt werden als von einem minimalen Kuchen(was die Sozialisten wollen)...
    Schau dir mal den demokratischen Sozialismus in Venezuela an, da hat der Regierungschef gesagt, dass die Kaninchen gegen die Hungersnot essen sollen.. Und bitte, sag mir nicht, dass das kein Sozialismus ist............
     
  12. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wenn dadurch die Qualität der Rechtschreibung sichergestellt werden kann, warum nicht? Nur als Beispiel zitiert, da sich die anderen Texte nicht wesentlich in der Orthographie und Grammatik unterscheiden und man Angst haben muss, dass der Untergang des Abendlandes, angesichts der zunehmenden sprachlichen Defizite in Kürze zu erwarten ist.

    Zumindest im Bereich der intellektuellen Redlichkeit und den schriftlichen Ergüssen sollten wir doch keinen "gleichmacherischen Sozialismus" praktizieren, sondern uns an den hohen Maßstäben einer globalisierten kapitalistischen Leistungsgesellschaft orientieren.
     
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  13. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Noch als Ergänzung zur Theorie und Praxis der sozialen Marktwirtschaft die Erinnerung an Karl Schiller (SPD), der das Instrument der "Globalsteuerung" in die Wirtschaftspolitik einbrachte. Und in diesem Kontext die Wirtschaftspolitik auf das "magische Viereck" verflichtete.

    Auch um deutlich zu machen, dass die Idee des Sozialstaates eng verbunden war mit der wirtschaftlichen Prosperität und dem Paradigma eines permanenten wirtschaftlichen Wachtums. Nur diese konnte gewährleisten, dass der Staat,vorausgesetzt es ist ein sozial gerechtes Steuersystem vorhanden, seinen Aufgaben zur Gewährleistung u.a. einer Chancengleichheit der Mitglieder seines Staates gerecht werden konnte.

    Das ist kein Sozialismus! Du zeigst eine unkritische und inflationäre Verwendung des Begriffs "Sozialismus", wie beispielsweise beim "Geldsozialismus", was immer das sein soll. Ansonsten teile ich nicht Dein schlichtes Weltbild, das "Gut" und "Böse" in die Kategorien "Kapitalismus" vs "Sozialismus" presst. Für beide Lager lassen sich "Dysfunktionalitäten", "Verbrechen" oder sontsige Vor- oder Nachteile finden, die als Beleg für das immanent "Böse" oder "Gute" der jeweiligen Ideologie angeführt werden können.

    Eine menschliche Gesellschaftsordnung kann sich wohl nur entwickeln, sofern sie diskursorientiert ist und eine "Anerkennung des Anderen" (Habermas) umfasst und ein ausreichendes Maß an sozialer Gerechtigkeit (Rawls: Eine Theorie der Gerechtigkeit) bietet. Dann kann sie dem einzelnen Individuum einen Rahmen zur individuellen Freiheit anbieten. Divergierende - aktuelle - Vorschläge zur zeitbezogenen Neudefinition eines "Freiheitsbegriffs" finden sich beispielsweise bei Herzog (Freiheit gehört nicht nur den Reichen) oder bei Honneth (Das Recht auf Freiheit).

    Und wie diese Gesellschaftsordnung zu bezeichnen wäre, ist eigentlich ziemlich egal. Wichtig ist, dass sie von ihren Mitglieder akzeptiert ist, also eine legitime Form von Herrschaft darstellt. Und das sie den einzelnen Mitgliedern eine maximale Chance bietet, ihre Persönlichkeit zu entwickeln und damit die Gesellschaft im Rahmen des sozialen Wandels zu modernisieren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Dezember 2017
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  14. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Defizite des Wissens von "User637" ließen sich beliebig fortsetzen. Auf eine wichtige Beurteilung von Beckert möchte ich jedoch noch verweisen. In "King Cotton" schreibt er zur Entwicklung des Kapitalismus im "Heimatland" des Kapitalismus in Großbritannien:

    " ...denn zum Beispiel die erste industrialisierte Nation, Großbritannien, war ein imperialistischer Staat mit enormen Militärausgaben, mit einer stark in das Wirtschaftsleben eingreifenden Bürokratie, hohen Steuern, hoher Staatsverschuldung und Protektionismus - und dieser Staat war auf keinen Fall demokratisch." so Beckert in der Einleitung.

    Das Meiste, was "User637" von sich gibt, kann man als eine phantasievolle Vorstellung definieren, wie er glaubt, was "Kapitalismus" ist oder gewesen sein könnte.

    Das es daneben viele "Spezialfälle" der Entwicklung des Kapitalismus gab, wie beispielsweise das autokratische, zaristische Russland, sei als weiterer Beleg angeführt.


    Beckert, Sven (2014): King Cotton. Eine Globalgeschichte des Kapitalismus. 1. Aufl. München: C.H.Beck.
     
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  15. Liborius

    Liborius Aktives Mitglied

    Wer ist "wir"? Ich jedenfalls heiße weder Schwarz noch Albrecht oder Quandt.

    In der wirklichen Welt ist es umgekehrt. Da gibt es wenige Milliardäre und viele, die wenig oder gar nichts haben. Denen nützt es nichts, dass die Milliarden verteilt werden könnten, wenn sie nicht verteilt werden.
    Was die Statistik verschweigt: Das reiche Heilbronn und seine Armen
    Und den Armen in Chile nützt es erst recht nichts, dass in Deutschland wenigstens ein Mindestmaß an sozialer Sicherung erkämpft wurde und immer wieder gegen deine Idole verteidigt werden muss.
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Dezember 2017
  16. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Venezuela ist keine Demokratie. Venezuela ist ein populistischer Staat dessen Regierung allein vom Charisma des verstorbenen Staatschefs Chavez lebt und unter dessen Nachfolger Maduro lediglich noch mit Verfassungsbruch und Gewalt aufrechterhalten werden kann. Mittlerweile können die nicht einmal mehr ihre eigene Basis zufriedenstellen, was im Übrigen dem Panem-System ohne Circensis ähnelte.
     
  17. balkanese

    balkanese Aktives Mitglied

    Irgendwie passt jetzt "Im Räderwerk" von Sartre zum Thema, gerade Chavez zB. hat am Watschenbaum gerüttelt
     
  18. user637

    user637 Neues Mitglied

    Ich weiß, dass sich in einer freien Marktwirtschaft der Wohlstand immer vermehrt hat(nicht-lineare Zeiten)
    Wenn die Armen z.B. 100000 Euro Vermögen haben und die Reichen 10000000 (extremes Beispiel)... Muss das was schlechtes sein???

    Aber ich gib dir sogar in Teilen Recht, wir Deutschen haben relativ wenig Wohlstand... (wir sind die Ärmsten in der EU-Zone), da nach Erhard es mit den "sozialistischen Experimenten" weiter ging....(meine Meinung)

    Bei der Finanzkrise glaube ich war der Auslöser , dass die Finanzwirtschaft zu sehr reguliert war...
    Nur, weil es einige Vorschriften gibt, werden die nicht damit aufhören und es umgehen... Da sie weniger Spielraum haben, können die Banken einfach alles darauf schieben und sagen "Wir haben uns nur an eure Gesetze gehalten, jetzt kauft uns frei"
    Richtig ist eher die Banken zu dezentralisieren und zu deregulieren, dass es viele kleine Banken gibt, von denen man einige notfalls pleite gehen lassen kann.(-> sodass sie nicht von großer Bedeutung ist), anstatt , dass man einige Großbanken mit enormer Wichtigkeit hat...
     
  19. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Soziale und ökonomische Ungleichheit muss nicht per se schlecht sein. Wenn aber die Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können und nicht einen sondern mehrere Vollzeitjobs ausüben müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, während andere wie Rentiers vom Erbe ihrer Vorfahren leben, dann läuft etwas falsch. Dieser Trend hat die USA bereits vor 20 Jahren erfasst und in Europa und Dtld. ist er auch bereits seit einigen Jahran angekommen. Und damit erfassen wir nur die nationale Ungleichheit, auf internationalem Niveau ist sie viel schlimmer. Das neoliberale Modell, welches glaubte, dass vom Kuchen der Reichen ausreichend Krümel herunterfallen würden, um auch die übrige Gesellschaft zu ernähren, ist gescheitert.

    Bitte?
    Btw: Was meinst du mit "EU-Zone"? Die Europäische Union oder die €uro-Zone?

    Wir leben in einem freien Land, eine Meinung darf sich jeder bilden. Nur Meinung, die nicht auf Fakten basieren, nichts wert. Welche "sozialistischen Experimente"? In welcher Realität lebst du?

    Zu reguliert? Erster April ist noch nicht und Día de los Inocentes ist fast ne Woche vorbei! Es war doch gerade die Deregulierung, welche der Gier der Investmentfondsmanager erlaubt hat, nach Gutdünken zu agieren und ihre Kunden über's Ohr zu hauen.
     
  20. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Welche gesetzlichen oder aufsichtsrechtlichen Deregulierungsmaßnahmen genau sollen das gewesen sein?
    Welche anschließend „de-regulierten“ Maßnahmen sollen da umgekehrt als krisenverhindernd angesprochen werden?
    Welche Kunden sind da als Akteure der angesprochenen Krisen 2008ff angesprochen?
    Welche Rolle spielten Ratingagenturen 2008 und globale Finanzströme, Schuldenaufkommen, Rechnungslegungsregeln bei der Reaktion auf Marktänderungen?
    Welche Folgen (zB für Blasenbildungen) spielte die staatliche Geldpolitik nach 9/11 und dotcom?

    Zu allen diesen Fragen gibt es eine unübersehbare Masse an politischem „Meinungsstand“ ubd auch Polemik.

    Es gibt aber inzwischen auch einen recht ordentlichen fachlichen Aufbereitungsstand und eine empirische Forschung.
     

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