Wikipedias Version der "Verbreitung des modernen Menschen über den Globus"

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von tom.ecker, 23. November 2005.

  1. tom.ecker

    tom.ecker Neues Mitglied

    http://de.wikipedia.org/wiki/Mensch#Verbreitung_des_modernen_Menschen_.C3.BCber_den_Globus
    Ich konnte nirgendwo sonst die Theorie finden, dass sich die Menschen vor so verhältnismäßig kurzer Zeit über den Erdball ausbreiteten. Kann mir einer sagen ob dies korrekt ist und wenn nicht was denn die richtige Version ist? bzw. was es noch für andere Versionen gibt welche die gleiche mehr oder geringfügig weniger Zustimmung in den sogenannten Fachkreisen genießen.
     
  2. hyokkose

    hyokkose Gast

    Es geht um den modernen Menschen, also nicht um archaische Menschen (wie z. B. den Neandertaler), und der hat sich wohl tatsächlich in relativ kurzer Zeit ausgebreitet - ob das nun genau 65.000 Jahre sind oder 5.000 oder 10.000 mehr.

    Die "Aufteilung" in Gruppen" muß man cum grano salis verstehen; es gab nie einen scharfen "Schnitt" zwischen Afrikanern und Khoisan auf der einen Seite oder zwischen Afrikanern und Nicht-Afrikanern auf der anderen Seite.
     
  3. Pope

    Pope Neues Mitglied

  4. tom.ecker

    tom.ecker Neues Mitglied

    wenn wir also davon ausgehen, dass die letzte Eiszeit vor 115 000 bis vor 10 000 Jahren war, können wir folgern, dass die Menschen vor eben 10 000 bis 11 000 Jahren direkt mit der Landwirtschaft begonnen und sich die Hochkulturen entwickelt haben usw. usw.
    Das heißt die Menschliche Zivilisiation dürfte dann recht schnell entstanden sein, praktisch beim ersten Versuch.
     
  5. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Ähh, wie bitte?
     
  6. tom.ecker

    tom.ecker Neues Mitglied

    Ende der letzten Jahreszeit laut Wikipedia:
    vor 10 000 Jahren
    auftreten der ersten Landwirtschaft
    vor 10 000 Jahren
    kann das ein Zufall sein?
    waren das Außerirdische?
     
  7. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Die geographischen Bedingungen haben sich nach der Eiszeit nicht unbedingt zum Besseren gewandelt. Europa verzeichnet nach dem Ende der Eiszeit einen Bevölkerungsschwund. Die Tundren waren wohl ergiebiger, als die neuen Feucht- und Waldgebiete ...

    Die Ausbreitung der Sahara sowie der Trockensavannen im vorderen Orient haben die Menschen entlang der Flusssysteme konzentriert. Und nach und nach verstand man dort, Pflanzen und Tiere nicht mehr nachzustellen, sondern sie am Haus zu halten.

    Ob die Neolithische Revolution nicht auch während der Eiszeit hätte stattfinden können, ist Spekulation. Ich halte es aber für sehr wahrscheinlich.
     
  8. hyokkose

    hyokkose Gast

    Was aber nichts daran ändert, daß der moderene Mensch erst in den letzten 70.000 Jahren (plus minus x) aufgetreten ist.

    Der reine Multiregionalismus wird ohnehin kaum mehr verfochten; wobei auch heutige Multiregionalisten inzwischen mit einer Auswanderungswelle aus Afrika rechnen, nur daß sie eine Vermischung der Auswanderer mit den regionalen Nachkommen archaischerer Menschen annehmen.
     
  9. hyokkose

    hyokkose Gast

    laut Wikipedia
    9 n. Chr.: Wang Mang beseitigt die Frühere Han-Dynastie
    9 n. Chr.: Varusschlacht

    Zufall oder Einwirkung Außerirdischer?
     
  10. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Da haben wir den Beweis: Wikipedia lügt!
     
  11. tom.ecker

    tom.ecker Neues Mitglied

    Aber haben nicht gerade diese schlechteren Bedinungen den Startschuss zur Zivilisation gegeben?
     
  12. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Vielleicht gibt es einen Zusammenhang, vielleicht auch nicht. Es fällt zeitlich zusammen, aber wie Hyokkose es ja schon suggeriert hat, muss es nicht zwingend kausal zusammenhängen.

    Ich werde mir darüber den Kopf nicht zerbrechen ...
     
  13. maxherbert

    maxherbert Neues Mitglied

    wikipedias version der "verbreitung des modernen menschen über den globus

    guten abend liebe freunde,

    wenn wikipedia schreibt, die eiszeit war um 10.000 zu ende, dann muß es nicht zwangsläufig so sein.
    allerdings etwas wahres ist schon dran.

    gehen wir mal davon aus, daß das eis gegen 12.000 (schätzwert) zu schmelzen begann. nicht überall gleichzeitig. im laufe der nächsten jahrtausende zog sich das eis nur langsam zurück.
    die kaltzeit endete für verschiedene regionen also zu unterschiedlichen
    zeiten.
    nun hat es in wärmeren gebieten einzelne zaghafte versuche mit sämereien
    schon um etwa 30.000 nach derzeitiger fundlage gegeben.
    auch vereinzelte mitnahme von vieh und aufzucht von jungen fundtieren war bei den nomaden schon lange üblich.

    leider war der mensch aber zu diesen zeiten noch nicht in der lage dieses
    wissen sinnvoll anzuwenden.

    die gründe sind vielfältiger natur.
    mit dem zurückweichendem eis, dem klimawechsel, der nun vom eis befreiten unbewachsenen brachliegenden erdoberfläche, verottung des zurückgelassenen gletscherschotters, wurde ein großer neuer anteil an verwitterungssand geschaffen, der dann zu dem bekannten löss-sand verweht wurde.
    aus diesem löss entwickelte sich schon in wenigen hundert jahren, in wenigen jahrzehnten ein ungeheuer produktiver nahrhafter ertragreicher boden, die schwarzerde.
    erst mit der entstehung dieses bodens war es möglich sinnvollen ackerbau zu betreiben.
    erste siedlungen in europa finden wir in wärmeren bereichen, im sogenannten fruchtbaren halbmond". dabei handelt es sich um ein sehr winterintensives regengebiet im norden der arabischen halbinsel, über das zweistromtal bis in die heutige türkei.
    dort sind als erste als erste frühe siedlungen catal hüyük und jericho bekannt.

    zu irgend einer zeit hat also an möglicherweise mehreren orten gleichzeitig, der eine oder andere nomade bemerkt, daß an orten wo sämereien gelagert oder verloren wurden, plötzlich die gleichen pflanzen wuchsen als vorher nur in anderen tälern.
    diese daraus resultierende erkenntnis entwickelte sich dann im verlaufe von mehreren hundert jahren zu einer ersten landwirtschaft.
    dieses wissen wurde weitergegeben, von ziehenden stämmen, verkauften sklaven, reisenden händlern.
    der fortschritt gallopierte nun mit einer geschwindigkeit von etwa 50 kilometer in 100 jahren nordwärts ( dies bitte ich ausschließlich sinngemäß zu verstehen)
    so um das jahr 5600 herum kam die sesshaftigkeit zusammen mit der landwirtschaft dann auch im norden deutschlands an. erst zu diesem relativ späten zeitpunkt finden sich hier im norden also die ersten siedlungen,
    in skandinavien noch später.
    wir sehen: die "neolithische revolution fand nicht statt !" oder zumindest hat sie sechs bis siebentausend jahre gebraucht.

    dies sesshaftigkeit, viehzucht und landwirtschaft sind nicht plötzlich über nacht erfunden worden, sondern ein produkt langer und mühevoller evolution
    mit allerbestem gruß max
     
  14. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    Den fruchtbaren Halbmond würde ich lieber in Asien belassen ;)

    An sonsten stimme ich der Ausführung im Großen und Ganzen zu :hoch:
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. November 2005
  15. Pope

    Pope Neues Mitglied

    1. Löß und Anatolien/Mesopotamien haben nichts miteinander zu tun. Ich vermute, dass der Eindruck von Dir auch nicht beabsichtigt war...

    2. "Neolithische Revolution" heisst der Vorgang keineswegs, weil er quick&dirty über den Erdball zog. Sondern weil sich die Gesellschaften, die mit ihr in Berührung kamen, sich derart einschneidend veränderten, wie wir es heutzutage nur von revolutionären Umbrüchen kennen. "Revolution" ist gewiss ein missverständlicher und leicht anachronistischer Begriff für diesen Prozess, aber er bezieht sich eben nur auf das Ausmaß des gesellschaftlichen Wandels (in allen seinen Dimensionen -> Demographie, Wirtschaft, Handel, Handwerk, Spiritualität, Kunst, ...)
     
  16. askan

    askan Neues Mitglied


    Ja, eben noch frei und ungebunden, und nun festgenagelt an einem Stück Erde und das bloß für eine Handvoll Brot!
     
  17. fingalo

    fingalo Aktives Mitglied

    Die ältesten Siedlungen auf den Lofoten stammen aus dem 8. Jahrtausend vor Christus.
     
  18. maxherbert

    maxherbert Neues Mitglied

    guten Tag Fingalo,

    deine anmerkung real umgesetzt erscheint mir schwer vorstellbar.

    auch wenn der golfstrom direkt zwischen die inseln setzt, handelt es sich doch auch, gerade im verlaufe des zurückziehenden eises, um ein sehr
    unwirtliches gebiet.

    die handbücher sprechen schon von einer ersten besiedelung
    norwegens um 8000. doch ob damit auch eine sesshaftwerdung
    verbunden war, erlaube ich mir zu bezweifeln.

    mein beitrag bezog sich auf fest , auf dauer angelegte siedlungen
    mit landwirtschaft.
    dies ist keinesfalls gleichzusetzen mit siedlungsplätzen von
    schweifgruppen oder vorübergehenden lagerplätzen von
    fischern und jägern.
    wollten wir solches einbeziehen, wird diese diskussion allein
    durch die existenz des prähistorischen lagerplatzes "bilzingsleben"
    um 400.000 vollständig hinfällig.

    fingalo, ich möchte deinen einwand, nun ohne weitere information
    nicht bestreiten. vielleicht können wir ja mehr klarheit erringen,
    du nennst die quelle dieser nicht uninteressanten information
    und dann überlegen wir weiter.
    mit freundlichem gruß max
     
  19. Lungos

    Lungos Neues Mitglied

    @maxherbert

    Man bedenke, dass auch Grönland um 1000 n.Chr. fest besiedelt war. Das Klima war dort sicher nicht gerade milder als auf den Lofoten...
     
  20. hyokkose

    hyokkose Gast

    Allerdings ist 1000 n. Chr. eben nicht 8000 v. Chr.

    Das Klima spielt in diesem Zusammenhang wohl keine Rolle.
     

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