Wilhelm's Plan 1866

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Zananga, 10. Dezember 2010.

  1. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    Weiß jemand welche Bedingungen Wilhelm Östereich diktieren wolte?
     
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  2. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    So, nach ein wenig sucherei habe ich dieser Artikel gefunden:
    Die Verdrängung Österreichs 1864 – 1866

    Also die Großdeutsche Lösung unter Führung Preußens?

    Interessant, aber wohl nicht Wilhelms Idee wenn man das nächste Zitat beachtet:

    Also nach Wilhelm keine Annexion von Bundesstaaten und ein 2. Deutschen Bund unter preußischer Führung inklusive Österreich (ob das Wilhelms oder Bismarcks Wunsch war kann ich nicht sagen). Vielleicht auch Gebietsabtretungen?
     
  3. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Ich habe jetzt erfolglos die mir vorliegenden Bücher zu Königgrätz gewälzt. Aber leider habe ich nicht die von mir gesuchte Information gefunden.
    Ich habe jetzt keinen Beleg verfügbar, aber nach meiner Erinnerung wollte König Wilhelm für Preussen Gebiete in Böhmen und Mähren annektieren. Bismarck verwies darauf, dass solche Annektionen den Widerstand der anderen europäischen Mächte (eigentlich Russlands und Frankreichs) heraus fordern würde. Die Idee für diese Annektionen kam von der preussischen Generalität, welche damit Schlesien vor einem österreichischen Angriff in der Zukunft schützen wollte. Bismarck - mit seinem wohl schon damals bestehenden Plan, einen deutschen Nationalstaat unter der Dominanz Preußens zu schaffen - empfand solch ein Ansinnen als Hindernis für seine eigentlichen Ziele.
     
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  4. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Ja, es ist schwer, diesbezüglich was zu finden. Ich hatte mich schon vor ner Weile ebenso erfolglos daran versucht. :(

    Soweit war ich auch schonmal, fallen dir vllt. noch konkrete Gebiete ein?
     
  5. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

    Eine interessante Publikation scheint das Buch von Peter Broucek "Militärischer Widerstand. Studien zur Österreichs Staatsgesinnung und NS-Abwehr" zu sein.

    Die von Zananga angesprochenen überzogenen Forderungen von König Wilhelm gegenüber den unterlegenen Habsburgern ist in vielen Büchern zu finden und geht wohl auf die Memoiren Otto von Bismarcks zurück. Broucek hält die entsprechende Aussage von Bismarck für aufgebauscht, damit der Ministerpräsident sich selbst in eine besseres Licht stellen konnte.

    Broucek schreibt auch, dass die Preußen in Nikolsburg auf die geforderten 100 Millionen Taler Kriegsentschädigung zu verzichten bereit waren, wenn Österreich im Gegenzug Grenzgebiete um Schlesien an Preußen abtreten würde (er zitiert hier aus Elfriede Ribarits "Nikolsburg" dort Seite 132). Die Österreicher ließen sich darauf nicht ein und zahlten dann auch nur 40 Mio Taler. Die betroffenen Gebiete sind in Prosa nur mit viel Text zu definieren. Man findet sie aber im Link am Ende der Seite 85 sowie 86 aufgelistet.

    Broucek zitiert dann wiederum König Wilhelm mit einer Aussage während des Prager Friedensschlusses. Der Preußenkönig soll sich beklagt haben, dass ihm Napoleons III. Magnanimität (Großmut ?) Österreichisch-Schlesien sowie Sachsen gekostet habe.

    Wobei zu Sachsen anzumerken ist, dass die Österreicher sich kategorisch geweigert haben, das Königreich Sachsen in den Norddeutschen Bund aufgehen zu lassen. Für Sachsen waren die Österreicher sogar bereit, die Waffenstillstandsverhandlungen abzubrechen und die Kampfhandlungen wieder aufzunehmen. Ob man jetzt wirklich so vehement für einen neutralen Pufferstaat zwischen Preußen und Österreich focht oder aus Loyalität für den Kampfgefährten von Königgrätz hier widerstand, im Ergebnis blieb Sachsen vor einer Annektion durch Preußen verschont.

    Für unsere Diskussion interessant sind die Seiten 85 und 86 aus dem Link:

    Militärischer Widerstand: Studien ... - Google Bücher
     
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  6. Tekker

    Tekker Aktives Mitglied

    Da stehen ja noch ganz andere interessante Sachen drin, herzlichen Dank für den Link! :)
     
  7. Zananga

    Zananga Aktives Mitglied

    :respekt: Super! Das hätte ich bestimmt nie selber gefunden. Dankeschön!
     
  8. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    In der Frage der Annektierung Sachsens durch Preußen dürfte ganz sicher das negative Votum von Napoleon III. die ausschlaggebende Rolle gespielt haben.

    Österreich ist mit seinen 20 Millionen Talern vergleichsweise, Frankreich wurden Milliarden auferlegt, davon gekommen.

    Wilhelm I. war der Meinung, das Sachsen die größte Schuld an der Erklärung des Bundeskrieges zu schultern hätte und entsprechend dieser Ansicht sollte es mit territorialen Einbußen zahlen. Ebenso lenkte seine begehrlichen Blicke auf die alten hohenzollernschen Markgrafschaften Ansbach, Bayreuth und Kulmbach, die zum Königreich Bayern gehörten. Österreich sollte auf den nordwestlichen Teil Böhmens, und zwar auf das von Deutschen bewohnte Vorland vor dem Erzgebirge, das breite Egertal von Eger und Karlsbad bis Teplitz, und dann Reichenberg.(1)

    (1) Friedjung, Der Kampf um die Vorherrschaft in Deutschland
     

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