Zitate über Napoleon

Dieses Thema im Forum "Persönlichkeiten in der Neuzeit" wurde erstellt von treppenwitz, 7. Juni 2009.

  1. treppenwitz

    treppenwitz Neues Mitglied

    Ich sammel für eine Arbeit gerade Zitate zu Napoleon: Quellen und Sekundärliteratur.

    Wer kennt noch interessante Zitate zu Napoleon?

    Bin dankbar für jede Hilfe.
     
  2. Neddy

    Neddy Aktives Mitglied

    "Ordre - Contre ordre - Desordre"

    "Um die Außenpolitik eines Landes zu verstehen, braucht man nichts weiter als eine Landkarte."

    "Hat er Glück? Sonst will ich ihn nicht!" (Über einen hoffnungsvollen Generals - oder Marschallsaspiranten)
    - dazu kommt noch der bekannte Ausspruch mit dem Marschallstab, den jeder gemeine Soldat im Tornister trüge.

    "Das Recht liegt auf der Seite der meisten Bataillone!"

    Sind allesamt aus dem Gedächtnis, also bis auf das erste nur sinngemäß. Sind allesamt Napoleon zugeschrieben - ob er sie tatsächlich so geäußert hat, wissen die Götter.
    Hoffe, geholfen zu haben :winke:
     
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  3. Sophie

    Sophie Neues Mitglied

    Zitate über Napoleon ?
    Da fallen mir keine ein..Außer die Zeitungsüberschriften während der 100 Tage des Napoleon... Er war in Südfrankreich gelandet und je näher er an Paris heranrückte, desto gemäßigter beziehungweise schmeichlerischer wurden sie, auch die Soldaten die gegen ihn geschickt wurden (um ihn aufzuhalten) , wechselten die Seiten... Hier ein paar Beispiele:

    "Das Korsische Ungeheuer ist in der Bucht von Juan gelandet."
    "Der Menschenfresser marschiert nach Grasse."
    (er war noch ganz weit weg)

    "Bonaparte hat Lyon genommen."
    "Napoleon nähert sich Fontainebleau."
    (er kam ungestoppt näher und näher)

    "Seine Kaiserliche Majestät wird morgen von seinem treuen Paris erwartet."
    (er ist kurz vor Paris)

    Vielleicht hilft dir das noch weiter: http://www.all4quotes.com/tagged-quotes/2476/

    LG
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2009
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  4. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    Ein Zitat hier in meiner Signatur:

    "Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind, aber zu feige, es zu sagen."
    (Napoléon I.)

    Gruss, muheijo
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Juni 2009
  5. megatrend

    megatrend Aktives Mitglied

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  6. Naresuan

    Naresuan Aktives Mitglied

    Weil das Zitat in diesem Forum kürzlich wieder einmal benutzt wurde, hier ein paar Anmerkungen dazu:

    Wir wissen nicht genau, was Napoleon damals auf St. Helena sagte. Es ist uns durch Emmanuel de Las Cases überliefert, der in seinen Gesprächsnotizen festhielt:
    Mais qu’est alors cette vérité historique, la plupart du temps? Une fable convenue. Ainsi qu’on l’a dit fort ingénieusement…
    Aber was ist nun meistens diese historische Wahrheit? Eine Fabel, auf die man sich geeinigt hat. Wie schon sehr genial gesagt wurde...

    Napoleon zitierte also jemanden, den er nicht näher benannte.

    Etwas ähnliches findet man früher (1764) bei Voltaire, oft als Urheber dieses Zitats benannt, in seiner Erzählung "Jeannot et Colin" in dieser Form:
    Toutes les histoires anciennes, comme le disait un de nos beaux esprits, ne font que des fables convenues; et pour les modernes c’est un chaos qu’on ne peut débrouiller.
    Wie schon einer unserer gescheiten Leute sagte, sind alle alten Geschichten nur Fabeln, auf die man sich geeinigt hat; und die modernen sind ein Chaos, das man nicht entwirren kann.

    Auch er zitierte jemanden, benannte den Urheber aber erst 1768 in einem Brief an Horace Walpole:
    J’ai toujours pensé, comme vous, qu’il faut se défier de toutes les histoires anciennes.
    Fontenelle, ... , disait qu’elles étaient des fables convenues;

    Ich habe, wie Sie, schon immer gedacht, dass man all diesen alten Geschichten misstrauen sollte.
    Fontenelle, ..., sagte, dass sie Fabeln seien, auf die man sich geeinigt hat.

    Es war also Bernard Le Bovier de Fontenelle. Er schrieb 1724 in dem Essay "De l'Origine des Fables":
    Car les Fables des Grecs n’étoient pas comme nos Romans qu’on nous donne pour ce qu’ils sont, & non pas pour des Histoires; il n’y a point d’autres Histoires anciennes que les Fables.
    Denn die Fabeln der Griechen waren nicht wie unsere Romane, die man uns als das, was sie sind, und nicht als wahre Geschichten verkauft. Es gibt keine anderen wahren alten Geschichten, ausser diese Fabeln.

    Soweit die Geschichte des Napoleon-Zitats.
    Meine Einschätzung ist, dass sowohl Fontenelle wie auch Voltaire keineswegs Historiker-Bashing betrieben. Ihre Aussagen sind eher ein Hilfeschrei geschichtlich Interessierter. Sie beklagen sich, dass es keine Tatsachenberichte aus der Antike gäbe, sondern nur Mythen, gegen die es schwer ist anzukämpfen. Das Wort "convenues", also"..auf die man sich geeinigt hat" bringt Voltaire zum ersten Mal, bezieht sich aber mMn nicht auf den Inhalt der Geschichten sondern auf deren Akzeptierung als zu erforschende Quellen.
    Erst Napoleon macht aus den alten Geschichten die gesamte geschichtliche Wahrheit, spricht aber noch nicht von einer Lüge, wenn er es denn wirklich so sagte.

    Das Wort "Lüge" findet man nachgewiesen 1881 bei Wendell Phillips in einer Rede in Boston:
    ...neither is it that last year’s almanac of dates, or series of lies agreed upon, which we so often mistake for history.
    ...noch ist es der letztjährige Almanach mit Daten oder Serien von Lügen, auf die man sich geeinigt hat, welche wir so oft für Geschichte halten.

    Kurz: Urheber des Zitats, so wie es heute benutzt wird, sind mMn weder Napoleon, noch Voltaire.

    Wenn wir gerade dabei sind und weil es zum Zitat passt:
    In Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington – Wikipedia wird das Zitat Arthur Wellesley, dem 1. Duke of Wellington zugeschrieben.

    Quellen:
    Mémorial de Sainte Hélène: Journal de la Vie Privée et des Conversations de l’Empereur Napoléon, à Sainte Hélène par Le Comte de Las Cases, Band 4, Abschnitt 7, Seite 238
    Mémorial de Sainte Hélène

    Oeuvres Diverses de M. De Fontenelle, Band 1, De L’Origine des Fables, Seite 329
    Oeuvres diverses
     
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  7. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Lion Feuchtwanger benutzt auch in einigen seiner Romane Zitate die von Napoleon stammen.

    So z.B. im historischen Roman „Narrenweisheit“, mit Untertitel: „oder Tod und Verklärung des Jean-Jacques Rousseau“.

    Zitat: „Große Menschen sind Meteore die sich selbst verzehren, um die Welt zu erleuchten“.

    Im dritten Teil dieses Romans ein weiteres Zitat von Napoleon:

    Gehen Sie mir mit dem „Schicksal!“. Die Politik ist das Schicksal.

    Auch im Roman „Die Füchse im Weinberg“. Nach dem Vorwort verwendet er erneut diesen eben genannten Spruch.
     
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  8. stefan73at

    stefan73at Mitglied

    Brief aus Ägypten an Josephine (sinngem.) "Hör auf dich zu waschen, wir brechen hier bald auf!"
     
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  9. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Gehört wohl in die Kategorie "Napoleon in die Schuhe geschobene Zitate".

    Hier ist zumindest nichts dergleichen zu finden:
    Oeuvres amoureuses de Napoléon d'après ses lettres d'amour à Joséphine : ouvrage orné de nombreuses illustrationsdans le texte et hors texte / avec une introduction et des notes du bibliophile Pol André
     
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  10. Armer Konrad

    Armer Konrad Aktives Mitglied

    Vermutlich.
    Das Original soll vom ersten Bourbonenkönig Heinrich IV (von Navarra) stammen und war an Gabrielle d'Estrées gerichtet. ("surtout, ne te lave pas, j'arrive"). Der Ausspruch wird resp. wurde zwar in populärhist. Büchern der 80er/90er zitiert (z.B. D. Breuers "Ritter, Mönch und Bauersleut"), ob er aber tatsächlich historisch ist wird nicht gesagt, jedenfalls hatte ich damals keine Quellenangaben zum entspr. Liebesbrief gefunden.
     
  11. Sepiola

    Sepiola Aktives Mitglied

    Hier gibt es Briefe an Gabrielle d'Estrées im Wortlaut; das angebliche Zitat ist auch hier nicht zu finden:

    Henriciana, ou, Traits sublimes et réparties ingénieuses d'Henri IV

    Der früheste Beleg, den ich finde, stammt von 1974 (Christian Mégret), hier wird er einem anonymen Dramatiker des 20. Jahrhunderts zugeschrieben (nicht im Brief, sondern am Telefon:

    Un célèbre auteur dramatique, grand libertin, prenant rendez-vous avec une belle, lui disait au téléphone: «Surtout ne te lave pas!»

    J'ai perdu mon ombre
     
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