Zusammenhänge zwischen Zentralasiaten und Native Americans

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Emirkan1989, 29. November 2008.

  1. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Die Vorstellung von einer Beringstraße, die mal kurzzeitig eine Landbrücke freigab, über die ein paar Menschen gehuscht sind bevor sie wieder in den Fluten versank, finde ich ein wenig irreführend.

    Es gab einmal mehrere tausend Jahre lang ein Land zwischen Sibirien und Alaska. Es ging vom Polarmeer bis zu den Aleuten, war eisfrei und zeitweilig mit Nomaden besiedelt. Leider lag es so tief, dass es am Ende der Eiszeit nach und nach im Meer versank. Im nachfolgenden Link ist eine Animation zu sehen.
    Beringia ? Wikipedia
     
  2. Emirkan1989

    Emirkan1989 Gesperrt

    die behringstraßen theorie, gilt heute schon als gängige lehrmeinung, ich kenne auch keine wissenschaftliche these die das in zweifel zieht. es ist heute auch in der antropologie und archälogie bewiesen, dass alle menschlichen fossilien die man bis dato ausgegraben hat dem mongoloiden typus anzurechnen sind.
     
  3. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Gerade das wird aber neuerdings bestritten!
    Nach dem Fund der 9000 Jahre alten Überreste eines Menschen im Bundestaat Washington, den Kennewick-Mann, kamen Stimmen auf, dieses Mensch wäre kein Vorfahr der heutigen Indianer und auch nicht mit den heutigen Indianern verwandt, sondern mit prä-mongoliden, den Kaukasoiden ähnelnden Asiaten, die auch Vorfahren der Ainu und Aboriganals sein sollen.
    Dies führte zu regen Protest ortansässiger Indianer, die um ihren Status als die ultimativen Ureinwohner fürchteten.:autsch:
     
  4. Ingeborg

    Ingeborg Moderator Mitarbeiter

    Es wäre durchaus angebracht, wenn Beiträge sich ein wenig um Sachlichkeit bemühten und nicht Fakten und Fiktion durcheinanderrührten.

    Die Proteste indigener Völker nicht nur in Washington State sind nicht auf die von dir in den Raum gestellten Statusängste zurückzuführen. Stattdessen ist die Tatsache, daß einige kaukasoide Merkmale beim Kennewick Man festgestellt wurden, von einigen Interessengruppen flugs umdeklariert worden zu: Kennewick Man war Kaukasier, was im US-Sprachgebrauch (Caucasian) gleichbedeutend ist mit: er war Weißer/Europäer. Inklusive der nicht zutreffenden Folgerung, die wahre indigene Bevölkerung Nordamerikas sei weiß gewesen; die Indianer seien daher Späteinwanderer, die die tatsächliche authochthone Bevölkerung verdrängt, ausgerottet, versklavt hätten. Gegen eine solche Geschichtsklitterung zu protestieren, heißt noch lange nicht, um einen Status als 'ultimativer Ureinwohner' - was auch immer dies sein möge - zu fürchten.

    Es sei an dieser Stelle der Hinweis gestattet, daß ua Gruppen wie Wise Use, UPOW und ähnliche die oben dargestellte Argumentation aufgriffen. Es handelt sich hierbei um Interessengruppen, die daran arbeiten, den Indianern in den USA einen angeblichen bevorzugten Sonderstatus und insbesondere ihren restlichen Landbesitz zu nehmen bzw weitere Landzuweisungen an indigene Ethnien zu verhindern.
     
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  5. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Offenbar haben wir aneinander vorbei gepostet. Ich zweifele nicht an, dass die Indianer über die Beringstraße eingewandert sind.

    Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass hier eigentlich nicht von einer "Einwanderung" von einem Kontinent zum anderen gesprochen werden kann, sondern eher von einer - langsamen - "Ausbreitung" auf einer (damals) zusammenhängenden Landmasse.
     
  6. Maglor

    Maglor Aktives Mitglied

    Ach ja, es gibt tatsächlich noch eine kulturelle Verbindung zwischen Asiaten und Teilen der Native Ameriacans.
    Nämlich die Verbindung zwischen den Eskimo/Inuit, Aleuten und einigen sibirischen Völkern Tschuktschen-Halbinsel. Hier gab es wohl in den letzten Jahrtausenden regen Austausch über die Beringstraße, und zwar über den Seeweg.
    Eine Verwandtschaft zu den Trukvölkern besteht allerdings nicht, selbst wann man von einer Zugehörigkeit der Eskimo-Sprache zur paläosibirischen Familie ausgeht.
     
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  7. DerGeist

    DerGeist Neues Mitglied

    Das halte ich für sehr unglaubwürdig, mlgw. stimmt dies für den Nordamerikanischen Kontinent, aber ganz sicher nicht für Mittel- und Südamerika.
    Ich hatte hier ja schon mal auf den Fund von Monte Verde hingewiesen. Insgesamt betrachtet muss man bei den Ursprüngen der Besiedlung Amerikas auch immer im Auge behalten, das vor allem die Nordamerikaner gerne Glovis als ältesten Fundort ansehen möchten. Dies ist dann aber auch immer eine politische Debatte. Aus Südamerika gibt es mittlerweile einige Fundplätze die deutlich älter sind.
    Monte Verde ? Wikipedia
    Indianer Südamerikas - Älter als Clovis: Monte Verde..
     
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  8. beorna

    beorna Neues Mitglied

    Ich meine mich erinnern zu können, das vor Jahren einmal bei Indianern ein genetischer Marker identifiziert wurde, der angeblich aus China und Kleinasien stammen sollte. möglicherweise basiert die irrige Vermutung von einer Verwandschaft von Turkstämmen und indianischen Nationen auf dieser Untersuchung. Große Einwanderungen (wenn man überhaupt von soetwas sprechen kann) kann es erst nach dem Ende der Eisbarriere gegeben haben. Diese wird, nach neueren Erkenntnissen, wohl erst vor 9000 Jahren frei. Damit scheinen dann vor allem die Nadene bzw. athapaskischen Völker zu verbinden sein, zumindest als deren Nachkommen. NaDene steht nun dem Türkischen meines Wissens nach nicht nah. Greenberg u.a. vermutet eine Verbindung des Amerind (Ur-Sprache alle Indianer) mit den Eurasiatischen Sprachen. Zu denen zählt auch das Ural-Altaisch, doch genauso Indogermanisch u.v.m. Die Trennung dieser hypothetischen Sprachfamilie lsoll allerdings über 35.000 Jahre zurückliegen. Mit einer Einwanderung über eine ältere Beringia wäre zwischen 28000 und 20000 zu rechnen. Also letztlich kann man der These dieses Threads nur zustimmen, wenn wir feststellen, daß wir alle irgendwie verwandt sind.
     
  9. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Als der Homo sapiens (nicht verwechseln mit den Homo erectus) Afrika verliess verlief er sich in alle Richtungen der Küsten entlang. Nach Europa, nach Asien und von dort nach Australien sowie über Beringia nach Amerika.
     
  10. jschmidt

    jschmidt Aktives Mitglied

    Ist doch irgendwie ein netter Gedanke. ;)
    Der Artikel von Wade in The Human Family Tree: 10 Adams and 18 Eves geht von 10 Adams und 18 Evas aus, wobei die Überlegungen zur Verbreitung (Tracing Human History Through Genetic Mutations) letzten Endes wieder auf dem (monogenetischen) "Out-of-Africa"-Modell beruhen.

    Die Zeittafel von Lindig (Die Kulturen der Eskimo und Indianer Nordamerikas [1972]) scheint in groben Zügen noch gültig zu sein:

    • Die erste feste Landverbindung zwischen Sibirien und Alaska bestand zwischen 60000 und 50000 (oder 36000?) v.Chr. und wurde dann von einer langen Warmphase (Port-Talbot-Interstadial) abgelöst.
    • Die zweite Verbindung bestand zwischen 26000 (oder 23000?) und 8000 v.Chr.
    • Zwischen 18000 und 7000 v.Chr. verschloss jedoch eine gewaltige Eisbarriere (im Norden der heutigen Provinz Alberta) den Weg von Alaska nach Süden.
    Aus dem Beitrag http://biology.plosjournals.org/archive/1545-7885/3/6/pdf/10.1371_journal.pbio.0030193-L.pdf wird deutlich, mit welchen Methoden man inzwischen an die Sache herangeht. (Bezüglich der mathematischen Modellierung verstehe ich leider einiges nicht.:rotwerd: Kennt jemand eine "populäre" Darstellung zu diesem Thema?)
     
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