amerikanischer Imperialismus

Dieses Thema im Forum "Die großen Kolonialreiche" wurde erstellt von Huffer, 29. März 2016.



  1. Huffer

    Huffer Neues Mitglied

    Hey,
    ich habe mich in der letzten Zeit zunehmend mit der amerikanischen Form des Imperialismus ("Dollar-Imperialismus") beschäftigt. Bei meinen Recherchen bin ich häufig auf die Formulierung "die kurze Phase des direkten amerikanischen Imperialismus" gestoßen. Nun frage ich mich, wann diese Phase angefangen und aufgehört hat.
    Die USA verstanden sich bekanntlicherweise - begründet auf der Monroe-Doktrin" von 1823 - als "Hort des Antiimperialismus", jedoch hatten viele der Aktionen, die sie sich als "Polizei des amerikanischen Kontinentes" selber zusprachen, imperialistische Züge - darunter fällt vor allem der Krieg mit Mexiko 1846-48, aber auch der Erwerb Alaskas 1867. Folglich könnte man diese Phase der amerikanischen Expansionspolitik schon als direkte einstufen, jedoch bin ich schon bei diesem Punkt hin- und hergerissen, weil der Imperialismus einerseits direkt ("Amerikanisch-Mexikanischer Krieg"), anderseits auch indirekt ("Dollar-Imperialismus" beim Kauf Alaskas) ausgeübt wurde. Es könnte zudem auch sein, dass die Phase des direkten amerikanischen Imperialismus der Zeit des Spanisch-Amerikanischen Krieges von 1898 zugeordnet werden muss, in welchem sich die Amerikaner direkt gegen die Spanier und ihre Kolonialpolitik in Kuba wendeten und sich somit zum einen 1901 das "Protektorat Kuba" und zum anderen weitere Gebiete wie die Philippinen und die Insel Guam aneigneten.
    Meine Frage ist nun: Wann spricht man von der "Phase des direkten amerikanischen Imperialismus"?

    Mit freundlichem Gruß,
    Julian
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Wo bist Du denn auf diese Formulierung gestoßen?
     
  3. Huffer

    Huffer Neues Mitglied

  4. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    1. Die Darstellung der verlinkten Seite stellt viele zentrale Konstrukte bereit, die die Andersartigkeit der US-Außenpolitik im Vergleich zu den europäischen Mächten darstellt.

    2. Die direkteste Form von militärischer Intervention und einer direkten Kontrolle eines Landes durch die USA erfolgte auf den Philippinen.

    Die Motivation zum direkten militärischen Engagement war in den USA aus wirtschaftlichen Gründen für notwendig erachtet worden, um den Zugang zu China zu sichern und andere Mächte abzuhalten, ihrerseits die Philippinen als Kolonie zu nehmen, wie beispielsweise das Deutsche Reich. Im Zuge des Krieges kam es zu Ausschreitungen der US-Armee, die als Kriegsverbrechen zu klassifizieren sind.

    Anschließend wurde das Land besetzt und weitgehend politisch befriedet.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Philippinisch-Amerikanischer_Krieg

    Für die Philippinen bot sich der Befreiungskampf - so wird es retrospektiv gesehen - gegen die USA an, eine kollektive Identität zu erhalten und bildet den Gründungsmythos für die Nation "Philippinen".

    In der Regel verzichtete die USA auf eine direkte Besetzung, da die wirtschaftliche Durchdringung eines Landes in der Regel eine effektivere Kontrolle darstellt wie das Militär es je leisten kann.

    Damit war ein bestimmtes Weltbild - als Sendungsbewußsein - verbunden, das auf Demokratie und freier kapitalistischer Marktwirtschaft beruhte und dieses Weltbild wurde im Rahmen der amerikanischen "Ordnungspolitik" durchgesetzt. Von TR, über FDR zu JFK und ihren Nachfolgern.
     
  5. Ugh Valencia

    Ugh Valencia Aktives Mitglied

    Hawaii wurde 1898 annektiert.
    Der Spanisch-Amerikanische Krieg begann 1898.
    Die American Anti-Imperialist League gründete sich 1898.

    Ich sage nicht 1898 ist DAS Jahr, ab dem man von einer "Phase des direkten amerikanischen Imperialismus" spricht. (Den Begriff hatte ich so vorher auch noch nicht gehört) Aber ich werfe "ab 1898? bis????" mal zur Diskussion in den Raum.
     

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