Antisowjetismus im Kalten Krieg

Dieses Thema im Forum "Blockbildung und Kalter Krieg" wurde erstellt von Erdbeekomplott, 24. April 2011.

  1. Erdbeekomplott

    Erdbeekomplott Neues Mitglied


    In der Propaganda der Sowjetunion wird ab 1980 immer wieder in Bezug auf die USA bzw. die NATO-Staaten von „antisowjetischer“ und „antikommunistischer“ Hetze gesprochen. Gab es dafür richtige Institutionen? Meines Wissens wurde in den USA nach Carters Wahl so eine Organisation gegründet. Aber mehr weiß ich nicht.:detektiv:


    Es war die Hochphase des Wettrüstens.
     
  2. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

  3. Erdbeekomplott

    Erdbeekomplott Neues Mitglied


    Ok, das ist gut. Danke!
     
  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Woher hast Du den Eindruck, dass davon (erst) ab 1980 in der SU die Rede war?
     
  5. Erdbeekomplott

    Erdbeekomplott Neues Mitglied

    seit 1980

    Das habe ich wohl falsch formuliert. natürlich gab es den Antosowjetismus seit den 1950er Jahren - spätestens. Beim Überfliegen von Zeitungsartikeln und Reden von Sowjets ist mir nur verstärkt aufgefallen, dass sich seit 1980 wieder verstärk die SED und die Sowjets über diese Hetze aufregen. Vielleichtbin ich auch auf dem Holzweg...
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Vielleicht solltest Du zum Hintergrund etwas recherchieren:

    Gerhard Wettig, Die Sowjetunion in der Auseinandersetzung
    über den NATO-Doppelbeschluss 1979-1983, in: Vierteljahrshefte für
    Zeitgeschichte, 57, Nr. 2 (2009)
     
  7. flavius-sterius

    flavius-sterius Aktives Mitglied

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  8. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Läßt man mal die innenpolitische Situation der Warschauer Pakts bzw. der UdSSR außen vor und betrachtet nur die Dynamik der westlichen Militärstrategie der Nato bzw. der USA, dann standen die 80er Jahre im Zeichen deutlicher Veränderungen der Militärdoktrinen.

    Die "Entspannungspolitik" wurde vom Westen als "tot" erklärt, da der WP/SU weiterhin nuklear und konventionell auf einem hohen Niveau gerüstet waren und sich keine deutliche Reduzierung der Potentiale abzeichnete. (sehr gut dokumentiert in den Jahrbüchern von SIPRI) Stockholm International Peace Research Institute ? Wikipedia

    Am deutlichsten ist diese relative Stagnation des Abrüstungsprozesses an den SALT-Verhandlungen zu erkennen.

    Strategic Arms Limitation Talks ? Wikipedia

    Parallel zu dieser Entwicklung verlief eine ideologische Neuorientierung in den USA, die eine frühe Variante der neo-konservativen Erneuerung der amerikanischen Politik im allgemeinen und der Außenpolitik im besonderen bedeutet (wie sie unter Bush deutlich hervortrat).

    Neokonservatismus ? Wikipedia

    Seinen Ausrdruck fand diese konservative Neuorientierung in dem fallen lassen der bisherigen "Containment-Strategie", die sich als untauglich aus der Sicht der konservativen "Falken" erwiesen hat und durch die aggressivere Strategie des "Roll-Back" des Kommunismus, sprich der SU und der diversen sozialistischen Befreiungsbewegungen, ersetzt werden sollte.

    Rollback-Politik ? Wikipedia

    In der Person von Ronal Reagan fand diese Strategie ihren Vertreter.

    Ronald Reagan ? Wikipedia

    Die Intensität des Rüstungswettlaufs sollte dabei in die Bereiche vordringen, in denen die USA eine Technologieführerschaft verfügten und durch einen technologischen "Quantensprung" ein Teil der nuklearen Potentiele des WP/SU auf einen Schlag veralten lassen sollte.

    Diese strategische Neuausrichtung des Rüstungswettlaufs auf einem "höheren Niveau" wurde unter dem Schlagwort "Star War" bekannt, bzw. korrekt unter "SDI".

    Strategic Defense Initiative ? Wikipedia

    Dass die SU auf diese Entwicklung so gereizt reagierte, hat sicherlich eine Reihe von Gründen. Da SDI auch implizit zur Zielsetzung hatte, die Kosten für eine Rüstung im WP/SU so zu erhöhen, dass aufgrund von wirtschaftlichen Problemen der WP/SU aus diesem Rüstungswettlauf hätte aussteigen müssen.

    Und damit dem Westen den Triumpf hätte "gönnen müssen", die Überlegenheit des kapitalistischen Modells gegenüber der sozialistischen Konzeption bewiesen zu haben.

    Das wäre aber gleichbedeutuend gewesen mit dem Ende der Parität der beiden Supermächte und hätte zum Abstieg der SU als Supermacht geführt. So wie es denn, ein wenig später, unter Gorbatschow, auch eintrat.

    Das erklärt zumindest teilweise, warum in den achtziger und neunziger Jahren die offizielle Ideologie des Ostblocks den Westen sehr massiv angriff.

    Und sicher auch vor dem Hintergrund der Fakten, die Silesia und flavius-sterius angeführt haben.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. April 2011
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