Die amerikanische Südstaaten nach 1865

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von Gast, 10. Dezember 2010.



  1. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Fairerweise muss man sagen, dass die Menschenrechte den Norden nicht sehr berührt haben. Es gab keinerlei Schutzmaßnahmen gegen Kinder- und Frauenarbeit in den Industriezentren in New York und Pennsylvania, und auch der Fugitive Slave Act von 1850 nahm Gesetzesbruch billigend in Kauf. Kopfgeldjäger konnten in den Nordstaaten Jagd auf entlaufene Sklaven machen, und es gab dabei auch etliche Fälle, dass freie Schwarze, die niemals Sklaven gewesen waren, verschleppt wurden, ohne dagegen rechtlich vorgehen zu können. In Washingtoner Zeitungen erschienen Inserate, die Sklaven zum Kauf anboten oder Prämien für entlaufene Sklaven anboten.

    In H. Beecher- Stowes Uncle Tom´s Cabin ist eine Episode, in der ein Senator aus Kentucky der für das Gesetz gestimmt hat, unter dem Einfluss seiner Frau der geflüchteten Sklavin Eliza hilft. Dieser Mr. Bird und seine Frau hätten damit rechnen müssen, zu 5000 Dollar Geldstrafe und 3 Jahren Haft verurteilt zu werden. Es gab im Grenzstaat Ohio manche Ortschaften, in denen die gesamte (freie) schwarze Bevölkerung widerrechtlich verschleppt wurde. Zuweilen konnten Sklavenjäger die Hilfe von US- Marshalls in Anspruch nehmen.
    Die Abolitionisten waren bis zu Beginn der 1850er Jahre eine zahlenmäßig relativ kleine Gruppe, die viele für Unruhestifter hielten. Der Fugitive Slave Act trug allerdings dazu bei, dass Menschen in den Nordstaaten mit dem Problem konfrontiert wurden, die vorher nie intensiv darüber nachgedacht haben.
     
  2. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Wieso wieder? Der Süden war vor dem Bürgerkrieg Hochburg der Demokraten, und Abe Lincoln war Republikaner. Die Demokraten spalteten sich aber in zwei Lager, und Lincoln gewann die Präsidentschaftswahlen.
     
  3. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Das wurde lange Jahre vor dem Krieg diskutiert.

    Die Pro-Sezessionisten argumentierten kurz und knapp, dass die Staaten freiwillig der Union beitraten und daher auch freiwillig wieder austreten könnten. Die Souveränität der Einzelstaaten steht über der Union.

    Die Unionisten argumentierten, dass die Verfassungsväter die Union immer als etwas größeres als die Summe seiner Teile gesehen hätten und Austritte nie vorgesehen waren. Die Verfassung verleihe die höchsten Attribute der Souveränität ausschließlich der Bundesregierung (Buchanan, Demokrat, Südstaatler, 15. US-Präsident 1857-61). Lincoln sah in der Sezession "das Wesen der Anarchie". Er argumentiert weiter, dass die Union die Teilstaaten erst zu Staaten mache.

    Teilweise hatte das ganze fast religiöse Züge: die Union sei Hoffnung für die ganze Welt und dürfe nicht zerstört werden.

    Pragmatischer wurde ein Zerfall in mehrere Teilstaaten gefürchtet.

    Ich weiß nicht, ob es da richtig und falsch gibt. Letztlich musste man die Frage irgendwie klären: am Verhandlungstisch, durch eine Verfassungsreform, vielleicht vor Gericht oder eben auf dem Schlachtfeld.
     
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  4. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Die konstitutionellen Aspekte der Sezession sind ein schwieriges Feld.

    Lincoln formulierte die Sezession als "illegal", sofern sie nicht einvernehmlich von der Union bestätigt werde. Einvernehmliche Sezession war denkbar. Die "nicht einvernehmliche Sezession" ist hier vermutlich mit Anarchie umschrieben.

    Der Supreme Court befasste sich in einer Reihe von Fällen bereits während des Krieges mit der Sezessionsfrage unter konstitutionellen Aspekten. Simpel und relevant war die Frage "des Krieges", vor allem wegen erklärte Blockaderechte, Neutralitätsrechte, Beschlagnahmungen etc.

    Daneben gab es weitere Fälle nach dem Krieg, in denen die Sezessionsfrage eine Rolle spielte. Berühmt ist Texas vs. White, worin es um Verkäufe von Bonds während des Krieges ging. Das Urteil war (5:3) umstritten, und ging von der Unauflösbarkeit der Union iVm der Unauflösbarkeit von Staaten aus.
    Texas v. White - Wikipedia, the free encyclopedia
     
  5. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Viele tonangebende Eliten im Süden legten es geradezu auf eine Konfrontation ab. Als Fort Sumnter bomdadiert wurde, bat ein schon über 60 Jähriger Sezessionist um die Ehre, den ersten Schuss abfeuern zu dürfen. Nach Fort Sumnter war eine gewaltsame Lösung nicht mehr zu vermeiden, sollten die USA nicht auseinanderbrechen und ihre Souveränitätsrechte aufgeben.

    Es wäre ja nicht nur um die Sezession von Virginia, Georgia, den Carolinas, Tennessee, Alabama, Missisippi, Louisiana und Texas gegangen, es hätte sich auch in nevada, Kalifornien, Kansas, Colorado die Frage gestellt, ob dort Sklaverei geduldet werden sollte, in Kansas (Bleeding Kansas) herrschten bereits bürgerkriegsähnliche Zustände. Es hätte sich die dringende Frage gestellt, wie das Verhältnis zu Mexiko sich gestalten werde. Die Duldung der Sezession hätte jedem Staat überlassen, nach Gutdünken die Union zu verlassen und de facto das Ende der USA als Bundesstaat bedeutet. Nicht nur das Verhältnis zu Mexiko war problematisch, 1812-14 führten die USA Krieg mit GB und wurden in Kanada zurückgeschlagen, wo zahlreiche Nachkommen von Loyalisten lebten, die während der Amerikanischen Revolution enteignet wurden. Norden und Süden hatten unterschiedliche Interessen, aber sie waren wirtschaftlich eng verflochten. Die Sezession hätte eine Freihandelszone bedeutet, in der Waren aus den Nordstaaten nicht mehr durch Schutzzölle geschützt gewesen wären und mit Erzeugnissen made in Britain oder France konkurrieren müssen.
    Allerdings hätten dann auch keine Banken aus Pennsylvania, New York und Massachusetts Kredite für den Kauf von noch mehr Land und Sklaven gewährt.

    Die Sezession war nicht ohne Konflikt durchführbar da sie die Selbstauflösung der USA bedeutet hätte.

    Ich habe erhebliche Zweifel, ob die Könföderierten Staaten wirtschaftlich hätten überleben können. Sicher, die Baumwolle und die Sklaven stellten am Vorabend des Bürgerkrieges einen größeren wert dar, als das Bruttosozialprodukt der gesamten USA, und die britischen Spinnereien hatten Bedarf an der qualitativ hochwertigeren Baumwolle aus Nordamerika, aber die Südstaaten wären total abhängig von GB geworden, das sich wiederum niemals leisten konnte, die Konföderierten diplomatisch anzuerkennen war doch GB führend im Kampf gegen die Sklaverei und betonte das ständig. Frankreich unter Napoleon III wäre ein unsicherer Verbündeter geworden, abgesehen davon dass es bereits in Mexiko engagiert war.
     
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  6. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Der Süden war bis Nixon nie Republikanisch. Sowieso haben sich die Repubikanner und Demokraten soweit verändert, dass man kaum noch Pararelen sieht. Heute wählen die meisten Afroamerikaner die Demokraten, ein Mulatte ist demokratischer Präsident. Die Demokraten sind für mehr Zentralstaatlichkeit als die Republikaner für ganz wenig Staat.

    Zur Zeit von Lincoln waren die Republikaner eine Partei die für den Schutz der eigenen Industrie eintrat. Die Demokraten wenigstens Teile davon waren für Freihandel (weil Export nach GB) und für die Sklaverei. Lincoln war auch sicherlich ein amerikanischer Nationalist welcher die USA nicht als einen Staatenbund ansah, sondern als Nation.
     
  7. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Palmerston hätte "wenn die eigenständige Unabhängigkeit in Tat und Wahrheit existiert" die Konföderation anerkannt. Soll heißen, wenn der Norden die Wiedereingliederung aufgegeben hätte. Bis dahin blockierte der Premierminister die pro-Süden-Mehrheiten im Unterhaus.

    Der Adel war sowieso grundsätzlich Yankee-feindlich. Der US-Gesandte Adams meldete 1862 seiner Regierung, "Der größte Teil des Adels und der Wirtschaftskreise sind begierig, die Vereinigten Staaten zugrunde gehen zu sehen".

    Die Anerkennung war eigentlich abgemacht. Sogar eine Intervention zugunsten des Südens, um die Cotton-Famine zu beenden, wurde gefordert.

    Trotzdem teile ich sonst deine Einschätzung, der wirtschaftlichen Chancen des Südens
     
  8. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Und wo genau wäre da das Problem gewesen? Die Südstaaten hätten einen eigenen Staat gebildet mit eigenem Präsidenten und eigenen Gesetzen.

    Lincoln wäre dann Präsident der übrigen Staaten gewesen, die freiwillig bei der Union verbleiben wollten.

    Wozu also hat Lincoln hundertausende Menschenleben geopfert, nur um die Südstaaten in seine Union zu zwingen? Im Prinzip war das doch eine Art Annexionskrieg des Nordens.
     
  9. steffen04

    steffen04 Gesperrt

    Lies nochmal die obigen Beiträge. Es gibt da kein richtig oder falsch. Letztlich ist Sezession immer eine Frage der Macht. Transnistrien hat es geschafft, Katanga nicht.

    Interessant am US-Konflikt ist gerade, dass beide Seiten durch Parlamente, Wahlen, Verfassungen sehr viel Legitimität besaßen.

    Es war auf jeden Fall kein Privatkrieg Lincolns.
     
  10. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Nein, das war es nicht, auch nicht im Prinzip! Bei einer Annexion verschwinden Staaten von der Landkarte und büßen ihre Souveränität ein, Geschäftsgrundlage eines Bundesstaates ist das Prinzip, dass Bundesrecht Landesrecht vor geht. Im Grundgesetz des Bundeslandes Hessen ist formal die Todesstrafe für Hochverrat vorgesehen, diese Verfügung ist aber ungültig, da die Bundesrepublik seit ihrem Bestehen die Todesstrafe abgeschafft hat.

    Wenn auch Hardliner innerhalb der Republikaner den Süden demütigen und niederhalten wollten, so war doch zu keinem Zeitpunkt vorgesehen, Virginia, Georgia oder die Carolinas zu annektieren und von der Landkarte zu tilgen. Die Bundesstaaten behielten nach dem Krieg die Grenzen wie zum Status Quo ante. Neu war nur der Bundesstaat West Virginia, wo einige Countys 1861 gegen die Sezession stimmten.


    Dass der Krieg so lange dauern würde und so große Verluste an Menschenleben und Gütern bringen würde, war 1861 nicht absehbar, absehbar war aber, dass der Süden dabei langfristig unterliegen würde. Das Gesellschaftssystem des Südens mit seiner rassistisch motivierten Sklaverei war schlichtweg im 19. Jahrhundert ein Anachronismus. Dabei ist festzuhalten, dass die überwiegende Mehrheit der Südstaatler, gar keine Sklaven besaß und von der Sklaverei nicht nur keinen Vorteil, sondern nur Nachteile hatte. Die Sklaverei machte ganze Landstriche arm, Kleinfarmer, Handwerker und Tagelöhner konnten nicht oder nur mühsam ihren Lebensunterhalt verdienen, da unfreie Arbeit die Löhne und Preise für Agrarprodukte drückte. Eine allgemeine Schulpflicht gab es nicht, und der Süden hatte eine hohe Rate an Analphabeten

    Man wird sich die Frage stellen dürfen, warum Hunderttausende ihr Leben, ihre Gesundheit, ihren Besitz und vielerorts auch ihren Familienfrieden riskierten für eine Sezession, die politisch unsinnig und wirtschaftlich wenig erfolgversprechend war und dabei eine Institution verteidigten, die im krassesten Widerspruch stand zu den Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung und von der die Mehrheit der Südstaatler nichts, aber auch gar nichts hatte.

    Wie gesagt, die Sklaverei war nicht der Grund für den Ausbruch des Bürgerkrieges, aber der Stein des Anstoßes. Wenn die Gründerväter der USA die Lösung dieser Frage vertagt hatten, so ließ sich eine Klärung dieser Frage im 19. Jhd nicht mehr vermeiden, auch wenn Lincoln anfangs glaubte/hoffte, die Union ohne Emanzipation erhalten zu können und es ungare Pläne gab, die amerikanischen Sklaven in einer Abolitionistenkolonie wie Liberia anzusiedeln.
     
  11. Parsifal

    Parsifal Gesperrt

    Ob die Konföderierten Staaten für ihre Bewohner nun lebenswert waren oder nicht ist doch eine völlig andere Frage als die, warum die Nordstaaten die Unabhängigkeit der Konförderierten nicht einfach akzeptiert haben.

    Lincoln hätte doch auch einfach sagen können:"Wenn sie unabhängig sein wollen, bitteschön. Dann sollen sie eben sehen, wie sie in ihrem Staat zurechtkommen. Wir kümmern uns um unsere Union."
     
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  12. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Das ist eine Milchmädchenrechnung, die den politischen Handlungsspielraum an Vorabend des Bürgerkrieges und die historische Entwicklung der USA von 1803-1861 völlig ausblendet. Die Sezession wurde nicht akzeptiert, weil sie schlichtweg völlig inakzeptabel war. Sezession bedeutete de facto die Auflösung der Union und das Ende der USA als Bundesstaat. Lincoln oder auch jeder andere beliebige Präsident hätte sich niemals erlauben können, die Sezession eines oder mehrerer Bundesstaaten stillschweigend zu akzeptieren und tatenlos hinzunehmen, da sie schlichtweg das Ende der USA als Bundesstaat bedeutet hätte. Es wäre einer freiwilligen Selbstauflösung gleichgekommen.
     
  13. YoungArkas

    YoungArkas Neues Mitglied

    Das Problem ist die staatsrechtliche Frage, wer der Legitimationsträger einer Nation ist. Waren dies bei Gründung der Vereinigten Staaten klar die Bundesstaaten, so hatte sich dieses Bild bis 1860 gewandelt. Für die Regierung der Union hätte eine erfolgreiche Sezession bedeutet, dass jeder Staat, der unzufrieden mit bundesstaatlicher Gesetzgebung ist die Sezession androhen kann oder gar durchführt. Es hätte die Bundesebene wohl massiv geschwächt. Außerdem hätte die Wirtschaftskraft des Südens, wie auch die Baumwolle auch der Union gefehlt, vor allem für die Textilindustrie in Neuengland.
     
  14. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Es handelt sich um diesen Herrn

    Edmund Ruffin - Wikipedia, the free encyclopedia
     
  15. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Dieser Thread zeigt warum ich Moralurteile in der Geschichtswissenschaft nicht wirklich mag.

    Auf der einen Seite.

    Die Sklavenfrage. Das Problem welche die USA hätte, wenn sie die KSA anerkannt hätten. Jeder Bundesstaat hätte ohne weiteres abspalten können, wenn etwas nicht passt.

    Andererseits sind die USA ja auch Seperatisten von Großbritannien. Mit welchem Recht, hatten die USA das Recht die KSA nicht.
     
  16. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Nicht alles was hinkt, ist ein guter Vergleich, und es würde zumindest wohl kaum ein Forianer die naive Frage stellen, weshalb George III. nicht die 13 Kolonien einfach in die Unabhängigkeit entlassen hat, denn GB hatte ja noch so viele andere schöne Kolonien.

    Die Unabhängigkeitserklärung war tatsächlich zu ihrer Zeit außerordentlich radikal. Die Gründerväter beriefen sich auf das Widerstandsrecht das John Locke formuliert hatte und auf das natürliche Recht. Hätte man den Forderungen der Amerikaner nachgegeben und ihnen "no taxation without representation" zugebilligt, wären die amerikanischen Delegierten in London vermutlich gnadenlos überstimmt worden.

    Es gibt aber einige Unterschiede:
    13 Kolonien, denen der Wunsch nach parlamentarischer Vertretung verweigert wurde, erklärten ihre Unabhängigkeit vom Mutterland, nachdem dieses Forderungen nach Mitbestimmung verweigert hatte. Stärkstes Argument der Gründerväter war die Anklage, dass das Mutterland einen Krieg gegen die eigene Bevölkerung entfesselt habe und ausländische Söldner eingesetzt, die "Werke des Todes und der Tyrannei zu vollführen".

    Die Südstaaten waren von parlamentarischer Mitbestimmung nicht ausgeschlossen, selbst die Sklaven wurden zu 1/3 der Bevölkerung zugerechnet. Die Südstaaten waren im Kongress und Senat vertreten, es wurde ihnen nicht einmal zugemutet, die Sklaverei abzuschaffen. Wie schon mehrfach erwähnt blieben die sklavenhaltenden Staaten Kentucky, Maryland, Delaware und Missouri in der Union, einzig in den neuen Territorien sollte es keine Sklaverei geben. Als neuen Unabhängigkeitskrieg, als Krieg für die Rechte der Staaten und für die Freiheit deklarierten viele Südstaatler ihren Kampf- Aber da stellt sich die Frage, nach der Freiheit was zu tun?
     
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  17. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied

    Parsifal hat ja einige Male die Frage aufgeworfen, worin das Problem lag, die Sezession anzuerkennen. Auf die wirtschaftlichen, staatsrechtlichen und politischen Voraussetzungen haben einige Beiträge verwiesen, doch welche Interessen konnten Farmer in Vermont oder im unteren Michigan daran haben, was im unteren Süden, in Louisiana, Alabama Georgia und den Carolinas vorging? Welche Bedeutung konnte die Sklavereifrage überhaupt an der Frontier und im Westen haben?

    Kleinunternehmer, Farmer und Pioniere, die sich im Norden eine existenz aufgebaut hatten und andere, die ihr Glück in Kalifornien, Oregon und im Nevada Territorium suchen wollten, befürchteten, dass sie nicht konkurrenzfähig wären, wenn dort die Sklaverei eingeführt werden würde und Großgrundbesitzer sich die ertragreichsten Ländereien aneignen konnten. Farmer in Virginia, Kentucky und Georgia hatten es schwer, gegen die Konkurrenz einiger Pflanzer, die mehrere Plantagen und Zulieferbetriebe mit einigen Hundert Sklaven besaßen. Die Sklavereifrage wurde daher gerade in den Frontierstates mit großer Verbitterung ausgetragen. In Kansas bekämpften sich Pro- Sklaverei Anhänger, die "Bushwhackers" und "Jaystrawers, die es mit dem Norden hielten von 1855-1859, und auch in Missouri lieferten sich rivalisierende Guerillas heftige Fehden. Die Brüder Frank und Jesse James verdienten sich dabei ihre Spuren, und sie ritten im Bürgerkrieg mit Quantrills Guerilla.
     
  18. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Dazu ergänzend: als Lincoln die Staaten aufrief, Freiwillige zu stellen, war das Echo sehr unterschiedlich. Manche Staaten hatten große Probleme, ihr Kontingent zu erfüllen - das könnten dann Staaten gewesen sein, in denen die von Scorpio angesprochenen Bevölkerungsgruppen eben keine Konkurrenz zu fürchten hatten.
     

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