Gold und Silber aber keine Bronze/ Eisen?

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von captain kirk, 30. September 2013.

  1. captain kirk

    captain kirk Neues Mitglied


    Warum verarbeiteten die präkolumbianschen Hochkulturen Gold und Silber, kannten aber auf der anderen Seite keine Bronze geschweige den Eisen?
     
  2. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Bronze dürfte eine Zufallserfindung gewesen sein. Man braucht dafür Zinn und Kupfer und muss auf die Idee kommen beide Metalle im richtigen Masseverhältnis zusammenzubringen. Es ist ja schon erstaunlich, dass aus zwei relativ weichen Metallen, die einen unterschiedlichen Schmelzpunkt haben ein härteres Metall herauskommt.
     
  3. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied


    Gold und Silber kommen im Gegensatz zu vielen anderen Elementen in der Natur auch gediegen dh. in Reinform vor.
    Daher ist die frühe Kenntnis über beide Metalle nicht verwunderlich.
    Bei weiterer Suche nach beiden Metallen nachdem sich ein Bedarf entwickelt hatte, sind auch deren Vorkommen als Mineral gemeinsam mit Quarzen leicht zu identifizieren.

    Gold und Silber sind auch relativ weich und daher einfach zu bearbeiten - selbst mit
    Steinwerkzeugen.

    Kupfer und Zinn kommen zwar auch gediegen vor , jedoch weitaus seltener.
    Kupfer könnte entdeckt worden sein , weil es häufig mit Silber zusammen
    in Mineralen enthalten ist .
    Zinn jedoch nicht.

    Deshalb vermute ich , das auch das bei Nutzung von Kupfer als Werkzeugmaterial
    durch Zufall mit Zinnmineralen legiert wurde und Bronze "erfunden " wurde.
    Vermutlich ereignete sich dieser Zufall in den " Neuen Welt " leider wohl nicht
    vor dem Eintreffen der Konquistadoren .

    Schmiedeeisenerzeugung ist noch einmal ein weiterer technologischer Schritt..

    Ist etwas bekannt , ob in der "Neuen Welt " die Holzkohle - Herstellung bekannt war,
    bevor die Spanier eintrafen ?
    Oder gar die Nutzung von Steinkohle ( in den Appalachen zB gab es offen zugängliche
    Steinkohleflöze ) ?
     
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  4. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied

    Kupfrt war bekannt, ich weiß jetzt nicht mehr die Quelle, habe aber im Studium gelrnt, das manches Gold eigentlich mit Gold angereichertes Kupfer gewesen sein soll, das über abbrennen des Kupfers und anschließendes Polieren eine hochkarätie Goldoberfläche hatte.
    Der Grund, warum die keine Metalle für den täglichen Gebrauch nutzten, mit Obsidian und Harthölzern hatten die was "besseres"
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Prekolumbianische Kupferminen gab es in Nordwest-Argentinien und im Batán Grande, an der Nordküste Perus, auf Kuba, in Kolumbien und Costa Rica.

    Bekannt ist auch die Entdeckung einer Kupfermine aus dem 6. Jhdt. in Chuquicamata, mit einem mumifizierten Arbeiter (Steinhammer, Schaufel, Korb).
    Chuquicamata - Wikipedia, the free encyclopedia

    Siehe Artikel "Mining" in Encyclopedia of Latin America, Vol. I, S. 216.

    Bronzefunde, zB Tiwanaku:
    Pumapunku - Wikipedia, the free encyclopedia
    (s.o., S. 46, Inkas: S. 216, Tarascan in Tzintzuntzán: S. 236)
    Tarascan : The Oxford Encyclopedia of Mesoamerican Cultures Oxford Reference
    Es gab auch Handel mit Bronzegegenständen (s.o., S. 296)
     
  6. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

    Kupfer

    Hallo


    @wilfried
    Ja das bekannte Feuervergolden (Gold + Quecksilber) als Paste auftragen und dann den Gegenstand ins Feuer halten, bis das Quecksilber verdampft und das Gold auf der Oberfläche zurückbleibt, war im alten Amerika die gängigste Methode der Vergoldung.

    mfg
    schwedenmann
     
  7. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

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