Inkaruinen in der nördlichen Cordillera Vilcabamba

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von Wsjr, 24. Juni 2014.

  1. Wsjr

    Wsjr Neues Mitglied


    Auf der Suche nach lohnenden Zielen für Abenteuer in den nächsten Jahren bin ich bei Google Earth auf ein sehr abgelegenes Gebiet gestoßen.

    Ca. 100 km Nordwestlich von der Hauptkordillere und Machu Pichu in Peru erstreckt sich die bei Google Earth genannte "Cordillera Vilcabamba Norte" bis zu 4000 m aus dem Regenwald scheinbar auch zugehörig zum Otishi National Park.
    Koordinaten: 12°23'20.68"S 73°36'22.48"W
    Nun sah mir dies nach einem extrem abgelegenen Gebiet aus und bei weiterem NAchforschen bei Google tauchten Youtubevideos von Flügen über das Gebiet auf, wo Annomalien gezeigt werden, die möglicherweise menschlicher Art sind.

    Ich darf hier keine Tube verlinken, aber wenn man dort nach "Cordillera Vilcabamba" sucht findet man direkt am Anfang eine Reihe von Luftaufnahmenvideos.

    Da die Region bisher offenbar fast nur durch die Luft erforscht wurde könnte sich dort noch das eine oder andere verbergen.

    Aber ist es denkbar, dass die Inka noch weiter in den Osten, bzw. Regenwald vorgedrungen sind als Macchu Picchu und Choquequirao?

    Ich hab mal gelesen, dass die Inka sehr wohl Kontakte und Routen zu den Indios in den Selvas pflegten. Allerdings sind die Inka nicht unbedingt nicht mein Spezialgebiet, aber mein Interesse an der Zone ist jetzt gewissermaßen in doppeltem Maße geweckt.
     
  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Im Süden zumindest haben die Inka am östlichen Fuß der Anden gegen Guaraní-Stämme Kriege geführt.

    Die Strukturen, die in dem Filmchen gezeigt wurden, waren ja in erster Linie Bruchlinien, ob sich das um tektonische Verwerfungen handelte oder evtl. um Zeichen der Verkarstung, weiß ich nicht. Hin und wieder könnte man sich vorstellen, dass es sich bei einigen Strukturen, sofern sie denn überhaupt anthropogen sind, um Steinbrüche handelte.
    Eine Stelle sah tatsächlich ein wenig aus, wie eine verschüttete Treppe. Allerdings fehlten dazu Größenvergleiche. An zwei gezeigten Stellen könnte man sich eine anthropogene Nivellierung des Geländes vorstellen, etwa um Siedlungsfläche zu schaffen.

    Nur eines müssen wir eben auch beachten: "die Inka" (eigentlich ist der Inka der Herrscher, aber wir Deutsche verwenden das gerne fälschlich als Ethnienbezeichnung) sind die letzte präkolumbische Macht der Großregion peruanischer Andenraum, über die Amazonasvölker der Zeitstellung und früher ist wenig bekannt. Für den Andenraum können wir aber festhalten, dass es eine mehrtausendjährige vor-inkaische Geschichte gibt. Anthropogen ist also nicht gleich "Inka".
     
  3. Wsjr

    Wsjr Neues Mitglied


    Danke El, das wollte ich eigentlich auch noch hinzugefügt haben, hatte dann aber keine Lust mehr nur für ein Edit den PC wieder anzuschmeißen.
    Natürlich ist Inka so ein Schlagwort. Es könnte sich auch andere präkolumbianische Kulturen handeln.

    So haben ja die Chachapoya im Norden Perus ganze Städte wie Kuelap in die Nebelwälder gebaut und ihre Toten in den steilst möglichen Felswänden bestattet.

    Inka kam mir natürlich zuerst in den Sinn wegen der gegebenen Nähe zu Choquequirao.
     
  4. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Ich denke auch, dass das Inkareich weiter in den Westen reichte, bzw. die Vorposten davon. Wie el Quijote schon schrieb gab es heftige Auseinandersetzungen mit den Guaranistämmen, deren früheres Siedlungsgebiet bis in den Chaco und den Westen der heutigen Provinz Santa Cruz in Bolivien erstreckte.

    Im Süden ist der letzte Bekannte Posten das Pucara von El Shincal, in der argentinischen Provinz Catamarca.

    Página/12 :: Sociedad :: Ciudadela inca en Bellas Artes

    Vor Kurzem wurde die Hauptachse des "Camino del Inca" oder Qhapaq Ñan als Weltkulturerbe der Unesco anerkannt. Dieser erstreckt sich von Kolumbien bis Argentinien, im letzten Land sind noch 118 Kilometer in 13 Teilstrecken mit 32 archäologischen Stätten. Zum Teil findet man noch die ursprüngliche Pflasterung vor.

    Der folgende Artikel ist zwar etwas "Hurrapatriotisch" und enthält auch einen Fehler (Das Wegenetz der Incas war nicht das größte vormoderne Strassennetz, das römische war deutlich größer), beschreibt den argentinischen Abschnitt aber recht gut.

    Diese Zone dürfte auch wesentlich sicherer Sein als der Norden Perus, falls jemand die Absicht hegt, dort wandern zu gehen.

    Página/12 :: Sociedad :: Otro triunfo para América latina
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Juni 2014
  5. Wsjr

    Wsjr Neues Mitglied

    Ich hab mal ein bischen rumgefragt und angeblich kann man vom Rio Apurimac nach Osten aufsteigen. Das Problem ist der Nebelwald, der ist undurchdringlich. Wenn dort oben also mal irgendeine Kultur was hinterlassem hat muss es alte Pfade geben, und die müssen die Einheimischen mit Sicherheit noch kennen.
     
  6. Bdaian

    Bdaian Aktives Mitglied

    Im nebel- und Regenwald bleiben Pfade nicht lange sichtbar, wenn sie nicht regelmäßig begangen und gepflegt werden.
     

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