Iran und Arabien --> Frage zur iranischen Sprache

Dieses Thema im Forum "Das Reich der Perser" wurde erstellt von Nimrud, 23. April 2013.

  1. Nimrud

    Nimrud Gesperrt


    Hallo,

    ich würde gerne fragen wie es Iran schaffen konnte, seine Eigenständigkeit, Sprache und Kultur trotz der islamischen Expansion und Untergang des Sassanidenreiches zu erhalten?

    In Ägypten, in Mesopotamien und in Nordafrika sind die Kulturen im Laufe der Jahrhunderte zunächst islamisiert und dann allmählich arabisiert worden.

    Wieso ist es im Iran nicht gelungen?

    Danke.
     
  2. Carsten

    Carsten Neues Mitglied

    hauptsächlich weil die perser zur zeit der Arabisierung eine eigene noch in Blüte stehende kultur vorzuweisen hatten, die zwar militärisch bezwungen war, den Arabern aber Kulturell und vom Stattswesen her überlegen. Daher hat sich ein Teil der Kultur, bspw. die Sprache erhalten und mit der islamischen Kultur vermischt.
    Der rest der arabissierten Welt hatte keine hochstehenden Staatswesen, zum teil haben die Arber nur andere über die Bevölkerung herrschende Schichten abgelöst.
    Agypten Bspw. wurde erst von den Diadochen beherscht, dann den Römern und war schleißlich zum Zankapfle zwischen den Persern und Ostrom geworden. Die Bevölkerung und deren eigene Kultur war von den Herrschern abgekoppelt.
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter


    Das kurze persische Intermezzo in Ägypten zwischen römisch-byzantinischer Zeit und islamischer Eroberung würde ich jetzt nicht unbedingt als so wichtig erachten. Gerade in sprachlicher Hinsicht nicht.
     
  4. Carsten

    Carsten Neues Mitglied

    Nein sicher nicht, aber es zeigt, das es in Agypten zu der zeit keine stabile Regierung gab und schon gar keine die Tatsächlich eng mit der eigenen Kultur verknüpft war.
     
  5. Stilicho

    Stilicho Aktives Mitglied

    Eine wichtige Rolle spielt dabei, dass es zu massiven Auswanderungen von Beduinen aus Arabien nach Nordafrika kam, was man noch heute an einem Nebeneinander von Arabern und Berbern in den Maghreb-Staaten sehen kann.

    Diese Auswanderungen erreichten nicht das iranische Hochland, welches den Beduinen fremd blieb.
     
    1 Person gefällt das.
  6. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    Die Frage ist sehr berechtigt, denn andere uralte Staaten und Völker wie Ägypten, Libyen oder Babylonien wurden arabisiert und gaben sogar ihre Sprache zugunsten des Arabischen auf.

    In Persien blieben kulturelle und politische Traditionen sowie das Bewusstsein eines Staats- und herrschaftsgedanken lebendig, die in vorislamischer Zeit den iranischen Kulturraum einten und ihm eine eigenständige Prägung verliehen. DieseTraditionen überdauerten die Islamisierung Persiens und entwickelten sich zu einer eigenständigen Variante innerhalb der islamischen Kultur. Zudem gab es ein Überlegenheitsgefühl der Perser hinsichtlich anderer Völker, die wie die Araber, Mongolen und Türken den Iran ihrer Herrschaft unterworfen hatten. In islamisch-persischen Schriftquellen kommt das zum Ausdruck,

    Dieses kulturelle Beharrungsvermögen und Traditionsbewusstsein der Perser kommt besonders am Festhalten ihrer persischen Sprache zum Ausdruck, auch wenn sie ihre uralte Religion aufgaben. Als einzige Sprache im Nahen und Mittleren Osten überlebte Persisch die Umwälzung der Verhältnisse und behauptete sich neben dem Arabischen als wichtige Sprache der islamischen Welt.
     
  7. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Persien stand auch nur vergleichsweise kurz unter arabischer Herrschaft. Bereits im frühen 9. Jhdt., also nach "nur" etwa anderthalb Jahrhunderten arabischer Herrschaft, übernahmen wieder Lokaldynastien die Herrschaft, die zumindest zum Teil heimischen Ursprungs waren, wie die Tahiriden.
     
  8. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das betrifft aber die vergleichsweise spät einsetzende Ḥilālisierung:
    Hilalisierung hilal
     

Diese Seite empfehlen