Machtantritt Hitlers legal?

Dieses Thema im Forum "Das Dritte Reich" wurde erstellt von florian17160, 16. Dezember 2004.



  1. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Völlig richtig, dazu eine Anregung:

    - es ist zu bestimmen, wann die "Macht" tatsächlich erlangt wurde und was dazu nach Übernahme des Reichskanzleramtes geschah.

    - redet man demzufolge von einem Stichtag oder einem Prozeß, an dessen Ende die Diktatur errrichtet werden konnte?

    - gab es hierbei nur Ereignisse in Bezug auf die Gesetzgebung, wie sah es mit der Machtübernahme auf allen gesellschaftlichen Ebenen aus? Welche Bedeutung hatte die nationalsozialistische Machtübernahme von "unten"?
     
  2. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied

    Klar, einerseits wusste man, was Hitler wollte, er hat nie einen Hehl daraus gemacht, aber viele haben ihn nicht ernst genommen. Der war ständig am krakeelen und die Oberen hielten ihn für einen Proleten. Andererseits, wer konnte ahnen, dass etwas in diesem Ausmaß möglich wäre. Jetzt nicht der Krieg, sondern der Völkermord. Ich glaube, das konnte zu dieser Zeit ein einzelner nicht übersehen, denn es gab dafür in Europa nichts vergleichbares. Einzig die Kommunisten warnten: "Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!"
     
  3. Liborius

    Liborius Neues Mitglied

    Gar so senil war er wohl nicht. Eher scheint das eine Rolle gespielt zu haben
    Paul von Hindenburg ? Wikipedia

    Zu den Anregungen von ursi und silesia könntest du das noch lesen
    Adolf Hitler ? Wikipedia (vor allem den 2. Absatz) und

    Ermächtigungsgesetz ? Wikipedia , darin vor allem
    Ermächtigungsgesetz ? Wikipedia
    Da ging es dann nicht mehr so legal zu wie man es bei der Ernennung zum Reichskanzler noch sagen könnte.
     
  4. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Richtig. Und vor allem: Auch ein jüngerer und völlig fitter Präsident hätte angesichts des Wahlergebnisses so viele andere Optionen nicht gehabt.
    Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler hatte eine gewisse demokratische Folgerichtigkeit und wäre für sich genommen ja auch unproblematisch gewesen. Kritisch wurde es erst in der Folge, als sich Hitler nicht mehr an Verfassung und Gesetze hielt bzw. der Reichstag ihm zusätzliche Kompetenzen einräumte.

    Da erst wäre es nötig gewesen, daß ein handlungsfähiger Präsident ihn in die Schranken weist.
     
  5. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Wozu eine grundlegende Voraussetzung - egal unter welchem Reichspräsidenten - gewesen wäre, dass die Reichswehr fest zur Republik gestanden hätte, bis hin zum Bürgerkriegs-Szenario.

    Hier liegt die Aufweichung zeitlich schon vorher, und das Versprechen der Aufrüstung am 3.2.1933 folgte dem nach.
     
  6. R.A.

    R.A. Neues Mitglied

    Richtig.
    Wobei ich da aber annehme, daß sie es getan hätte. Nicht aus Loyalität zur Republik (da galt eher das Gegenteil), sondern aus Gehorsam gegenüber dem obersten Befehlshaber und aus Mißtrauen gegenüber der Konkurrenz SA.
     
  7. Robe

    Robe Gesperrt

    Kannst du das belegen! Ich dacht das die Wirtschaftliche Flaute den Krieg vorangetrieben hat. Damit mein ich das die Industrie den Politikern den Wind gegeben hat. Oder Irre ich völlig. Meinst du auch wenn ein anderer Politiker an die Macht gekommen währe das kein Krieg gekommen währe. Weil dieser die Industrie hätte eingehen lassen?
     
  8. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Wie kann eine Flaute einen Krieg vorantreiben? :grübel:
    Tatsache ist jedoch daß manche (bei weitem nicht alle!) Industriezweige bzw. eine handvoll Industrielle in einem Krieg profitieren können. Für das Gros des Volkes und der Wirtschaft bringt ein Krieg nichts bzw. eher Nachteile, weil sich alles der Kriegsproduktion unterzuordnen hat und notwendige Ressourcen umgelagert werden.

    Oder meinst du damit die Arbeitslosigkeit, die sich verringerte, weil später sogar Studenten, Frauen, Kinder etc. zur Rüstungsarbeit verpflichtet wurden ...?
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2009
  9. Robe

    Robe Gesperrt

    Wirtschaftliche Plaute- viele Arbeitslose die Armee bietet warmes Essen und Sold. Die Autowerke haben Panzer zu konstruieren(Inflation ohne schnellen Kriegsgewinn mit inbegriffen). Die Elektikkonzerne haben Aufträge und alle dran hängenden Betriebe.
     
  10. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Ja, aber das treibt doch nicht den Krieg voran. Industrie und Volk entscheiden doch nicht über einen Kriegseintritt oder Angriff.

    Es gibt bestenfalls ein paar Nutzniesser, wie ich schon schrieb.

    Siehst du den Krieg nicht etwas sehr romantisch? Frag mal die Soldaten die in Rußland oder sonstwo erfroren und verhungert sind, halbe Kinder waren das am Schluß ...
     
  11. muheijo

    muheijo Aktives Mitglied

    "Ein anderer Politiker" hætte nicht die Tschechei und spæter Polen angegriffen.

    Und er hætte im Vorfeld nicht aufgeruestet. Das war ja das, was die Wirtschaft -voruebergehend- nach oben brachte.

    Gruss, muheijo
     
  12. Robe

    Robe Gesperrt

    Mein Opa kam aus Russischer Gefangenschaft(4Jahre) mit 22 Jahren wieder. Und lebt heute noch. Über schuldzuweisungen hat der nie etwas gesagt.
    Ein Politiker Plant doch nicht alleine. Menschen in der Plitik sind meist nebenbei führende leute in der Industrie. Oder nich?


    Siehst du den Krieg nicht etwas sehr romantisch? Nein weil die einfachen Leute(Bauern) bei so etwas zu sehr leiden (bei eine Niederlage). Und ein Sieg bringt elend in andere Länder.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2009
  13. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Zumal kein Kriegsangriff nicht automatisch "Industrie untergehen lassen" bedeutet.

    Das würde ja nach Robe heissen, in jeder Wirtschaftskrise nur heftig Kriege führen, dann entspannt sich die Lage quasi von selbst. :(
     
  14. Caro1

    Caro1 Neues Mitglied

    Ja, weil die meisten nicht einmal in der Lage sind über diese Zeit zu sprechen. Glaub mir, als Kriegsgefangener in Rußland zu sein, war kein Zuckerschlecken. Trocken, warm und satt schlief man da nachts auch nicht ...

    Die meisten Kinder erkannten ihre Väter nicht wieder, die zurückkamen und viele Ehen zerbrachen ... Aber das ist ein anderes Thema
     
  15. Robe

    Robe Gesperrt

    In jeder nicht. Als Das Deutsche Reich verloren hatte gegen die Allierten gab es wieder arbeit zum aufbauen. (Es gibt ein schönes Rhytmus aus der Baustelle. Der heißt: Bau auf, reiß nieder. Hast Arbeit immer wieder.) Neue Fernsehr konnten gekauft werden usw. Nur einen Wirtschaftlichen Nachteil gibt es bei einer Niederlage. Das Siegerland hat Konjunktur und Absatz der eigenen Industrie beim Wiederaufbau. Sogenannte Wirtschaftskriege. Die Armee wird üblich von der Siegermacht übernommen. Das war schon vor dem Mittelalter so. Was ich schreib kann man nicht zur regel machen da ich nur ein kleiner Spammer bin. Kritik ist gerne Erwünscht und ich laß mich auch gern belehren.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2009
  16. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Und was hat das mit der Eingangsfrage zu tun?
     
  17. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    Ernst Thälmann kandidierte am 13. März 1932 für das Amt des Reichspräsidenten. Der Slogen der KPD war: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hitler, wer Hitler wählt, wählt den Krieg.“
     
  18. Solwac

    Solwac Aktives Mitglied

    Die Deutschen waren immer noch kriegsmüde vom ersten Weltkrieg. Was Du schreibst, dass sind die Auswirkungen von Aufrüstung und da gab es nach dem Versailler Vertrag einiges "nachzuholen".

    Natürlich profitieren Teile der Wirtschaft durch solche Rüstungsausgaben, aber insgesamt waren andere Dinge wichtiger. Hitler hat keine spezielle Wirtschaftspolitik im Wahlkampf versprochen, deswegen ist er nicht gewählt worden.

    Solwac
     
  19. Robe

    Robe Gesperrt

    Wenn die Bürger den Krieg wollten. Dann wollten die wohl Hitler wählen (legal)
    Was ich aber gar nicht so richtig glauben kann. Wer wählt schon den Krieg?
    In welcher Partei war Hindenburg organisiert ?
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2009
  20. ursi

    ursi Moderatorin Mitarbeiter

    1933 wusste man noch nicht was 1939 geschah.

    Du siehst das sehr sehr einfach. Klammerst sehr viel aus.

    Hindenburg war parteilos.
     

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