Nürnbergklischees im Spätmittelalter - Suche

Dieses Thema im Forum "Das Heilige Römische Reich" wurde erstellt von Teresa C., 28. Dezember 2017.

  1. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied


    Ich habe wieder einmal eine Frage, wo mir die Internet-Recherche und die zugängliche Literatur nicht wirklich geholfen haben. Aber vielleicht gibt es hier einige Ortskundige, die mir da weiterhelfen können.

    Die Szene, an der ich zurzeit schreibe, spielt im Februar 1426 in Konstanz - es geht um den Beginn eines Dialogs zwischen zwei Frauen (aus dem Handwerkerstand beziehungsweise Bürgertum), von denen die eine einige Jahre in Nürnberg gelebt hat, die andere aber demnächst dorthin übersiedelt, und zu Beginn stellt sie ihrer Cousine, die Nürnberg kennt, einige Fragen, wie denn dieses Nürnberg so ist, und bei diesem Geplänkel möchte ich gerne einige Vorurteile beziehungsweise Nürnberg-Klischees, die für diese Zeit glaubwürdig sind, einbauen. Ich habe schon ein Bratwürste und Lebkuchen gedacht, aber gab es das damals bereits in Nürnberg. Oder an eine angeblich "lustige" bzw. "sittenlose" Stadt wie ein paar andere Städte damals, aber hatte Nürnberg auch so einen Ruf?

    Ich würde mich sehr über Information (besonders Insider-Informationen) freuen.
     
  2. Tannhaeuser

    Tannhaeuser Aktives Mitglied

    silesia gefällt das.
  3. Lukullus

    Lukullus Aktives Mitglied


    Taugt sicher nicht für bereits verfestigte Klischees und Vorurteile, ...
    Die 1423 veranlasste Übergabe der Reichskleinodien durch Kaiser Sigismund an die Stadt und deren Ankunft im Jahr 1424 könnte evtl. einen Aufhänger bieten. Das Ereignis an sich wie auch dass es bereits in direkter Folge zu jährlichen Heiltumsweisungen*, öffentlicher Zurschaustellung, gekommen sein soll**, könnte ein derartiges “Volksfest“ womöglich so einige Grundlage für Gesprächsstoff mit diversem Potential darstellen.

    * Heiltumsweisung – Wikipedia

    ** "Ich armer sundiger mensch"
     
  4. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Eine Möglichkeit wäre, dass die Cousine (während sie selbstvergessen Lebkuchen verdrückt) auf ihre hübsche Kleidung angesprochen wird. In Nürnberg blühte damals der Fernhandel, insbesondere mit Textilien.

    Ob Nürnberg damals als besonders sittenlos galt, weiß ich nicht. Wie es aber scheint, dürfte in Konstanz die Sittenlosigkeit nicht wirklich schockiert haben, wozu Wikipedia genaue Zahlen weiß (ohne ihre Quelle zu verraten): »Beim Konstanzer Konzil (1414–1418) sollen 1500 Dirnen in der Stadt gewesen sein, […]« Das Thema könnte allerdings gerade deswegen zwischen den Cousinen zum Gesprächsstoff werden…
     
  5. Teresa C.

    Teresa C. Aktives Mitglied

    Erst einmal herzlichen Dank für Eure Tipps. Eine Anspielung auf Lebkuchen wäre also historisch glaubwürdig, und das mit Sigismund und seinen Reichskleinodien passt ausgezeichnet.

    An Mashenka, dass mit den "sittenlosen" Städten Wien und Konstanz habe ich nur als Beispiel angeführt, damit klar ist, welche Art von Hilfe bzw. Information ich suche.
     

Diese Seite empfehlen