Ulrich von Thun

Dieses Thema im Forum "Absolutismus und Aufklärung (1648-1789)" wurde erstellt von Brissotin, 8. Mai 2017.

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  1. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich suche Informationen zu dem württembergischen Gesandten Baron Ulrich von Thun. Ich habe mal ein bisschen gegoogelt, bin aber auf keine sinnigen Ergebnisse gestoßen. Er wurde 1757 württembergischer Gesandter in Paris nachdem dieser wichtige Posten ein Jahr lang - laut Staatskalender von 1756 - vakant geblieben war. Es ist auffällig, dass man sich in seinem Fall also wohl eines deutschen Adligen bediente, während die Badner in dieser Zeit nur französische Gesandte in Paris hatten. Offenbar genoss er das Vertrauen des Herzogs, denn Ulrich von Thun hatte nicht nur den Titel eines Wirkluchen Geheimen Rats, sondern hatte auch diesen Posten über Jahrzehnte hinweg inne. Gerade wegen der Subsidienpolitik Carl Eugens muss die Gesandtschaft in Paris/Versailles von herausragender Bedeutung für Württemberg einerseits und Frankreich andererseits gewesen sein, auch wenn das französische Kommando im Laufe des Siebenjährigen Krieges die Zusammenarbeit mit den Württembergern aufgab, da sie als unzuverlässig galten.
     
  2. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Viel ist es nicht, aber immerhin ein Gemälde mit dem Baron, sowie paar wenige Angaben (siehe auch die Fußnoten), die Du vmtl. schon kennst: »Friedrich Ludwig von Sachsen-Gotha-Altenburg«, dt. Wikipedia. Keine Ahnung, ob von Belang, aber auffällig ist das Jahr der Annahme des Postens in Paris, gerade nachdem(?) der junge Prinz, den er zuvor in die »Salons der Pariser Aufklärer eingeführt« hatte, verstorben war.
     
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  3. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Auf das Doppelporträt war ich noch nicht gestoßen. Aber sehr typisch für einen hohen Beamten, dass er seine Karriere mit dem Hofmeisterposten bei einem Prinzen oder anderen höheren Adligen beginnt.

    Vielen Dank, Mashenka! :yes:

    Schade, dass von Thun nicht irgendwelche Briefe oder Publikationen über seinen so langjährigen Parisaufenthalt hinterlassen hat.
     
  4. Gangflow

    Gangflow Aktives Mitglied

    In Schwedisch-Pommern geboren, wurde der Baron Ulrich von Thun in Straßburg durch Johann Daniel Schöpflin auf eine diplomatische Karriere vorbereitet.

    Johann Daniel Schöpflin war außenpolitischer Berater des französischen Königs. In "E. Buddruss, Les élèves de Schoepflin au Ministère des Affaires Étrangères à Versailles“ heißt es (meine Übersetzung): „Frankreich war mit Österreich verbunden, suchte aber auch nach Wegen diskreter Kooperation mit Friedrich dem Großen gegen Österreich. Man könnte sagen, wenn unter Louis XV. Frankreich für den König von Preussen arbeitete, dann arbeitete unter Louis XVI. der preussische König für Frankreich.Genau in diesem Kontext haben die Schüler von Schöpflin im Ministerium eine bedeutende Rolle gespielt.“

    Vielleicht war Baron Ulrich von Thun nicht nur für Württemberg unterwegs, sondern auch für den König von Preussen.

    perspectivia.net

    Interessant auch der Teil: J. Voss, L'École diplomatique de Strasbourg: L'ENA de l'Ancien Régime?
     
  5. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Ich danke auch Dir Gangflow!

    Da ich ja in der Nähe von Straßburg wohne, wäre das vielleicht auch eine Idee. Außerdem stammt ja auch Bartenstein aus Straßburg. :)
     
  6. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Gern geschehen!

    Jetzt, wo Du’s erwähnst…: siehe OCLC.
     
  7. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Zuletzt bearbeitet: 10. Mai 2017
  8. Mashenka

    Mashenka Aktives Mitglied

    Wie’s aussieht, war Frau Raschke bisher die Einzige, die sich ausführlicher mit seiner Biographie befasst hat.
     

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