Was waren die wichtigsten Wendepunkt in der Geschichte der USA

Dieses Thema im Forum "USA | Kanada" wurde erstellt von Scipio D.J., 25. Oktober 2012.

  1. Rurik

    Rurik Aktives Mitglied


    Wegen des Gefechtes der USS Constitution sah sich The Times in Hinsicht auf Trafalgar genötigt zu schreiben "... der Glanz des Sieges ist verflogen."

    Dann dürfte man z.B. die Mondlandung auch streichen. Jedenfalls hat diese Reise danach auch niemand mehr unternommen.
    Oder die Prohibition. Na und? Danach hat man den Whisky eben wieder legal gebrannt.
    Die Einführung der Fließbandproduktion ist nun auch nicht gerade ein Wendepunkt, da sie "lediglich" die Effektivität erhöhte. Da würde ich schon lieber den Ford Modell T nehmen, denn der war so konstruiert, dass man ihn auch auf dem Fließband fertigen konnte.
    Insofern kann man fast alles relativieren. Bis auf eines: Die Atombombe, die läßt sich nicht kleinreden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Oktober 2012
  2. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Zum Beitrag Nr. 2 würde ich anmerken wollen:
    Nach meinen Wahrnehmungen würde ich es nicht so absolut sehen.
    Hier und da mag es schon sein, dass das Ansehen der USA gesunken ist, aber weltweit und tief würde ich nicht so absolut behaupten.

    Wendepunkte...
    Die Frage wäre für mich, sind politische und/oder wirtschaftliche Ereignisse, die eine Korrektur eines bisherigen politischen und/oder wirtschaftlichen Kurses verlangen, immer auch gleichzusetzen mit Wendepunkt?

    Für mich wäre ein Wendepunkt, wenn ein Ereignis dazuführt, dass es einschneidende, ja bisweilen sogar dramatische Folgen hat; in diesen Bereich ist nichts mehr so ist wie es war.

    Viele Ereignisse erfordern ein neues Denken und Handeln, aber deswegen gleich von Wendepunkt zu sprechen?!

    Ich weis nicht, so sicher bin ich mir da nicht.

    Vielleicht sehe ich es auch zu mathematisch (Wendestelle x_w).

    Vielleicht sehe ich es auch zu sehr aus der Brille eines ehemaligen.
    Denn der Untergang der DDR und die Wiedervereinigung war ja nun wohl unumstritten ein echter Wendepunkt in der Geschichte unseres Volkes.

    Im Moment denke ich darüber nach, was hätten wir da für die USA.

    Ein Beispiel wäre für mich die Aufnahme der 6 Südstaaten 1776 in die Union und in der weiteren Folge Kentucky, Tennessee, Louisiana, Mississippi, Arkansas, Florida und Texas.

    Wie würdet ihr darüber denken?
     
  3. Scorpio

    Scorpio Aktives Mitglied


    Ich denke, es ist nicht ein Beispiel, sondern das Beispiel, weil es vorher noch gar keine Vereinigten Staaten von Amerika gab, sondern 13 britische Kolonien.

    "...Traten der Union" bei ist missverständlich und unklar ausgedrückt, denn das würde ja bedeuten, dass die Südstaaten einer schon bestehenden Union beitraten. Es waren auch nur 5 Südstaaten (Virginia, Maryland, Georgia, North- und South Carolina) die gemeinsam mit den Kolonien Massachusetts, Rhode Island, Conneticut, New Hampshire, New York, New Jersey, Delaware und Pennsylvania einen Staatenbund gründeten, die USA. Wenn man West Virginia dazuzählt, sind es freilich 6 Südstaaten. west Virginia entstand aber erst 1861, als ein Teil Virginias in der Union verblieb. Die späzeren Bundesstaaten Vermont und Maine waren 1776 Teil von New York bzw. der Province of Massachusetts.
     
    Zuletzt bearbeitet: 27. Oktober 2012
  4. zaphodB.

    zaphodB. Premiummitglied

    Alamo war eine rein texanische Angelegenheit,die Republik Texas wurde erst Jhre später Teil der USA.

    Hier wäre meine Liste:

    -Unabhängikeitskrieg -erklärt sich von selbst
    -Louisiana-Purchase -ermöglichte die Ausdehnung bis zumMississippi
    -Spanish-American War -ermöglichte die Ausdehnung bis zur Westküste
    -Bürgerkrieg -erklärt sich von selbst
    -transkontinentale Eisenbahn - nationale Infrastruktur ,die den.Aufstieg zur
    Wirtschaftsmacht ermöglichte.
    -!.Weltkrieg - Aufstieg zur Großmacht
    -2.Weltkrieg -Aufstieg zur Weltmacht
    -Kennedy u. MartinLutherKing-Aera -gesellschaftliche Reformen
    -Mauerfall -Aufstieg zur dominierenden Weltmacht
    -9/11 - Beginn der amerikanischen Paranoia
     
  5. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Zaphods Liste finde ich sehr gut. Mir fehlt nur der Begriff "manifest destiny" ... mit dieser Theorie wurden sowohl die Westward Expansion (einschließlich des Kriegs gegen Mexiko und die "Verdrängung" der Indianer) gerechtfertigt, wie auch das internationale Engagement der USA im 20. Jhd.

    Auch der Begriff "frontier" sollte nicht fehlen. Die "Grenze / Erfahrungen an der Zivilisationsgrenze" prägte(n) die Mentalität der Amerikaner bis heute.

    Also nicht unbedingt nur Ereignisse betrachten ...
     
  6. floxx78

    floxx78 Aktives Mitglied

    Und ElQs. Hinweise auf "San Francisco 1849 oder Klondike 1896"? Sicher, das kann nicht sinnbildlich für die gesamte Erfahrung, die mit der frontier verbunden ist, stehen. Aber wenn ich einen Aufhänger für diesen Aspekt wählen müsste, könnte ich den dann doch schon wählen, oder?

    Oder müsste ich bewusst auf das Herausstellen von "Wendepunkten" verzichten, wenn ich eher der Meinung wäre, Prozesse hätten im Lauf der Geschichte eine stärkere Rolle gespielt als Ereignisse?
     
  7. Papa_Leo

    Papa_Leo Aktives Mitglied

    Für "frontier" würde ich den "Goldrush" nicht als sinnbildlich nehmen. Die Mentalität der frontier beginnt schon früher, mit den Pionieren, die nach Westen zogen. Zu denen würde ich die Goldgräber nur bedingt zählen. Übrigens hat die amerikanische Zensusbehörde 1890 die Zeit der "frontier" offiziell für beendet erklärt (Klondike wäre also aus dieser Perspektive kein Paradebeispiel).

    Manifest Destiny lässt sich gut an einem Zeitpunkt festmachen, denn der Begriff wurde von einem Zeitungsmann "in Umlauf" gebracht (John O'Sullivan: "Go west, young man", geprägt hat den Begriff aber wahrscheinlich Andrew Jackson).

    Die Frage, ob Ereignisse oder Prozesse die größere Rolle spielen hat in der Tat die Geschichtswissenschaft beschäftigt ... ich denke aber, warum muss das ein "entweder oder" sein? Ereignisse entstehen aus Prozessen, genau so können aber Prozesse durch Ereignisse ausgelöst werden. Im Prinzip bin ich schon eher ein "Ereignishistoriker", aber gerade "manifest destiny" und "frontier" sind meiner Ansicht nach für die USA so prägend, dass sie nicht fehlen sollten.

    Da fällt mir noch eine "Mentalität" ein, die wichtig ist, aber schon angedeutet (Mayflower) wurde: der Puritanismus.
     
  8. Joinville

    Joinville Aktives Mitglied

    Ich würde die Ankunft von General von Steuben 1778 in Valley Forge dazu zählen. Immerhin baute er die amerikanische Kontinenalarmee auf, mit der Washington überhaupt erst siegen konnte.
    :O
     
  9. TobiasDresdner

    TobiasDresdner Neues Mitglied

    - Die Erweiterung des Territoriums bis zur Pazifikküste
    - Der "New Deal"
    - 1. und 2. Weltkrieg, Korea & Vietnam Krieg
    - Boston Tea Party
     
  10. Wilfried

    Wilfried Neues Mitglied

    ein Wendepunkt ist ja ein Punkt, an dem sich eine Richtung ändert/eine Entscheidung für eine Abzweigung....
    Da wäre dann der New Deal, der Abflug der letzten Amerikaner aus Saigon, die Ermordung Martin Luther Kings und die Gewaltbereitschaft eines Malcolm x.
    Wobei die Niederlage in Vietnam eigentlich nicht viel bis garnichts änderte. Sonst wäre es zum 9.11. nicht gekommen.
    Die anderen weiter oben genannten Punkte sind zwar Meilensteine des Wegs der USA, aber Richtungsänderungen sind das nicht.
     
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  11. Dieter

    Dieter Premiummitglied

    "Frontier" ist ein ganz zentraler Begriff, da die mit ihm verbundenen Ereignisse einen wesentlichen Bestandteil der amerikanischen Mentalität bilden.

    Und natürlich haben die Gründung der USA, der Bürgerkrieg und der Eintritt in den Zweiten Weltkrieg zum Teil weltpolitische Bedeutung.
     
  12. br91a

    br91a Neues Mitglied

    Also ich sehe im großen folgende Wendepunkte:

    Unabhängigkeitsbewegung

    Die Schaffung eines Staates,....
    Manyfest destiny im 19. Jh.
    Die USA sehen es als Grundlegende Aufgabe an den Westen zu erobern/besiedeln. Der Statt genügt nicht mehr, die Territoriale Einheit ist das Ziel.
    Bürgerkrieg
    Die Sklavenfrage und die Beziehung zwischen Bund und Einzelstaat, beides Probleme, die die Verfassung nicht eindeutig klärt, werden entschieden. Seitdem ist der Föderalismus in einer wesentlich schwächeren Position.
    2. Weltkrieg
    Die USA definieren sich neu als "Weltpolizzei, was bis heute nachwirkt.
     
  13. General Lee

    General Lee Neues Mitglied

    Ich würde auch die Sklavenfrage explizt nennen, weil in deren Folge die Republikanische Partei entstand und die Whigs zerfielen, weiters sollte man die Ereignisse in Kansas um 1855 erwähnen.
     
  14. dekumatland

    dekumatland Aktives Mitglied

    erwähnenswert auch die amerikanische Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg, die Norman Mailer in seiner Reportage Armies of the Night beschrieb (Pulitzerpreis 1969)
     
  15. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Die Darstellung zur US-Geschichte von Strauss-Howe als "Blaupause" für ein Geschichtsbewußtsein und die Prognose zukünftiger Entwicklungen.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Strauss%E2%80%93Howe_generational_theory

    In der Konzeption ähnelt sie - soweit ich das auf die Schnelle sehe - den Ideen einer funktionalistischen Theorie, wie bei Parsons ausformuliert.

    Derartige lange Zyklen wurden im Rahmen von quantifizierenden Textanalysen (Stone: General Inquierer etc.) vorgenommen. Dabei hat man beispielsweise die angesprochenen Themen der Thronreden der britischen Könige untersucht.

    Anhand der Probleme sollte die typische Abfolge von Problemen dargestellt werden im Sinne des "AGIL-Schemas".
     
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