Wie der Mais nach New Mexico kam

Dieses Thema im Forum "Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen" wurde erstellt von schwedenmann, 11. Januar 2015.



  1. schwedenmann

    schwedenmann Aktives Mitglied

  2. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Es gibt ja über 3000 Sorten Mais, die sich in Form und Farbe unterscheiden. Die meisten Maiskolben sehen zwar in der Morphologie aus, wie der Mais, den wir hierzulande kennen, aber es gibt auch Sorten, die spiralförmig sind und sogar Kolben, die eher wie Kugeln aussehen. Hierzulande kennen wir ja fast nur den gelben Mais, sowohl, was den Futtermais für das Vieh angeht als auch den Süßmais, den wir uns auf den Grill legen. Roten und blauen Mais kennen wir hier in Europa bestenfalls als Zierpflanze.
    Das interessante ist, dass die Wildform des Mais, die Teosinte, ein Gras ist, das in der Sierra Madre beheimatet ist und eigentlich an ein arides Höhenklima angepasst ist. Man findet die Teosinte zwischen 400 und 1700 m über NN. In der La-Venta-Kultur ("Olmeken") 1500 - 400 v. Chr. ist der Maisanbau bereits in gerodeten Mangroven nachgewiesen. Die Indianer haben also nicht nur eine große Varietät des Maises in Formen und Farben geschaffen, sondern auch eine Anpassung an verschiedene Klimata, so dass die Nachkommen der nur in trockenen Höhenzügen zu findenen Teosinte weitaus verbreiteter vorkommen: Im Regenwald, wie in den Mangroven und sogar bis nach Südostkanada.
    Dass der Mais New Mexico über zweierlei Wege erreichte und dass dazwischen 2000 Jahre Unterschied liegen, mag also auch darin begründet sein, dass die Sorte, die den Küstenweg nahm, vor 4000 Jahren noch nicht existierte (Mais ist vor ca. 6000 - 7000 erstmals gezüchtet worden), aber vor 2000 Jahren dann doch (wenn man sich die La Venta-Kultur ansieht, dann muss sie auch schon etwas länger existiert haben).
     
  3. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Um das noch zu ergänzen: Nicht jede Maissorte eignet sich für Puffmais/Popcorn. Auch hier sind bereits die indianischen Zuchterfolge ausschlaggebend, wie man durch archäologische Grabungen nachweisen konnte. Es kommt hierbei auf die Morphologie des Maiskorns an, welches je nach Zucht eben mehr oder weniger Endosperma aufweist. Je nach sortenabhängigem Anteil des Endospermas im Maiskorn hat man eben popcornfähiggen oder -unfähigen Mais.
     

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