Siehst du, du schilderst die Aktionen Roms in den schwärzesten Farben, schau mal den Einsatz deiner Adjektive an.Nun, Rom wurde auch erst nach der Vollendung der gewaltsamen Vereinigung Italiens zur einer militärischen Großmacht.
Nach der Einigung Italiens war es dann auch vorbei mit den bis Dato guten Verhältnis des Einvernehmens zwischen Rom und Karthago.
Rom passte es nicht in den Kram, das der Rivale des westlichen Mittelmeeres auf Sizilien, vor der eigenen Haustür, präsent war und darüber hinaus das Tyrrhenische Meer kontrollierte.
Es ging nicht darum, ob Karthago oder Rom etwas dort zu suchen hatten, sondern die äußerst fragwürdigen Methoden, mit den Rom operierte.
Um die Mitte der 80er bemächtigen sich ehemalige Söldner von Syrakus Messina. Sie machten aus Messina einen Räuberstaat. Syrakus ging gegen Messina vor und in dieser Situation rief Messina Karthago um Hilfe an. Die Karthager gewährten die Unterstützung und sie rückten dann kampflos dort ein. So kamen die Karthager zur Kontrolle über Messina. Messina war nun aber nicht mehr glücklich über die Karthager, die sie selbst gerufen hatten. Nunmehr wandte man sich an die Römer.
An dieser Stelle sei der Philinos Vertrag erwähnt, der vorsah, das die Römer nicht auf Sizilien Fuß fassten und die Karthager nicht in Italien. Es ist darauf hinzuweisen, das der Vertrag sehr umstritten ist; nämlich ob es diesen überhaupt gegeben hatte. Aber es entbehrt nicht einer gewissen Logik, zwischen beiden Großmächten die Interessensphären festzulegen. Jedenfalls kann es den Senat wohl kaum verborgen geblieben sein, das mit der Bewilligung der Unterstützung der Stadt Messina ein Krieg gegen Karthago absolut in Bereich des Möglichen lag. Das römische Vorgehen war auch nicht sonderlich diplomatisch, denn der karthagische Befehlshaber kam ins Gefängnis und die karthagische Besatzung zog ab. Man wollte wohl nicht einen Krieg herbeiführen, ohne das die Staatsspitze darüber befunden hatte. Die Karthager waren über das römische Vorgehen nur sehr mäßig amüsiert und der 1.Punische Krieg wurde Wirklichkeit. Die Römer entsandten 2 Legionen nach Sizilien.
Es ist noch darauf hinzuweisen, das die Karthager noch einen Herold nach Messina gesendet hatten und die Römer aufforderte Sizilien wieder zu verlassen. Erst als die gesetzte Frist verstrichen war, wurde Karthago militärisch aktiv.
Du fragst gar nicht danach, was Elymer, Sikaner und Sikeler von den Karthagern (oder Griechen) hielten. Bei dir kommen nur Karthager (die einfach gerufen wurden), Mamertiner (Söldner und Räuber), Griechen und Römer vor.
Immerhin, die Griechen scheinen sich ja in deiner Vorstellung gegen die Mamertinischen Räuber nur gewehrt zu haben.
Es gibt eine gewisse Parallelität zwischen den mamertinischen Söldnern/Räubern und den Karthagern: Syrakus bzw. der Tyrann Agathokles holte sich die Mamertiner als Söldner, um seine innenpolitischen Gegner, die sich in Messina festsetzen, zu bekämpfen, danach setzen sich nun wiederum die Marmertiner in Messana fest und werden nach Agathokles‘ Tod zum Problem für Syrakus. Syrakus schlägt die Mamertiner, die nun ihrerseits die Karthager - die Konkurrenten Syrakusas, mit denen Syrakus sich im Konflikt befindet - ups, das kommt in der glattgebügelten Darstellung ja gar nicht vor - zur Hilfe holen.
Die Problematik, dass nun die Karthager ihrerseits für die Mamertiner offensichtlich zu einer Besatzungsmacht werden - warum wollen die Mamertiner die Karthager bloß wieder so schnell loswerden?! - sowie der Anspruch der Syrakuser auf Zankle/Messana/Messina, das kommt gar nicht vor. Es reicht ja, dass die Mamertiner Räuber sind, da müssen die Karthager ja automatisch im Recht sein. Die Elymer, Sikeler und Sikaner haben wir ja bereits als historische Subjekte unter den Tisch gekehrt.
Dann müssen die Karthager nach dem Ersten Punischen Krieg Sizilien aufgeben und Reparationen bezahlen, Rom nutzt zudem die Gelegenheit, Sardinien zu besetzen.
Was macht Karthago in dieser Situation? Es sucht sich neue Ressourcen. Eine Faktion setzt auf Landwirtschaft, eine andere (die der Barkiden) auf die Erzminen in Südiberien. Was passiert nun? Die Barkiden besetzen zunächst ihre Schwesterstadt Cádiz und führen von dort aus Eroberungsfeldzüge. Hamilkar Barkas stirbt nach neun Jahren Krieg in einer Schlacht gegen die Oretani den Tod eines Soldaten. Sein Schwiegersohn Hasdruba‘al wird neuer Oberbefehlshaber. Der wird 221 von einem einheimischen Sklaven ermordet. (Warum?) Ihm folgt dann der mittlerweile 25jährige Hanniba‘al als Oberbefehlshaber der Karthager in Spanien. Der führt Feldzüge gegen Vettonen und Olkaden und schließlich gegen Sagunt. Da greifen die Römer ein. Natürlich unter vorgeschobenen Gründen. Aber sei’s drum, das wird den Saguntinern ziemlich egal gewesen sein, weshalb sich Rom auf ihre Seite stellte - was für Sagunt am Ende allerdings eh nichts änderte -, als die karthagische Kriegsmaschinerien anrollte.
Haben Cádiz, Vettonen, Olkaden, Oretanier oder Saguntiner die Karthager herbeigeholt? Die punische Stadt Cádiz wollte die Römer lieber als die karthagischen Brüder in ihren Mauern dulden - warum wohl?
Als der Dritte Punische Krieg vorbei ist, führen die Römer angeblich in feierlichen Prozessionen Götterstatuen, die Karthago aus Süditalien und Sizilien geraubt haben soll, in ihre jeweiligen Tempel zurück.