Nein, von einem Forschungskonsens ist man hier weit entfernt. Es ist strittig, wie stark diese "Warmzeit" ausfiel, ob sie einen spürbaren Einfluss auf bestimmte Regionen hatte und wann sie gegebenenfalls anzusetzen ist. Wir reden hier sowohl beim Beginn wie beim Ende von Datierungen, die fast 500 Jahre auseinanderliegen und bei den Temperaturunterschieden von Angaben, die zwischen 0,1 und 3 Grad jährlich schwanken.
Dass es diese Schwankungen gibt ist unbestritten. Über die Interpretation der statistischen Details etc. wird weiter diskutiert.
Daraus lassen sich beim besten Willen keine jährlichen Überschwemmungen an einer bestimmten Stelle der Etsch im 3. Jh. ableiten, die dann zu einer neuen, ansonsten nicht bezeugten Straßenführung gezwungen haben sollen. Das ist doch eher eine Anhäufung von Vermutungen?
Auf der anderen Talseite war Strecke bereits vorhanden. Durch die Umleitungen mussten keine neuen Straßenführungen gebaut werden.
Das ist Blödsinn. Mal abgesehen davon gibt es die älteren Belege: Abodiakum und Auodiacum in der Tabula Peutingeriana und Abuzaco im Itinerarium Antonini. Das Problem ist halt eben nur, dass du diese Belege unbedingt widerlegen möchtest. Bisher hapert es aber noch immer daran, dass du trotz mehrfacher Aufforderung mal Butter bei die Fische zu geben, beharrlich das geheim halten willst und uns auf eine Veröffentlichung bei der RGK vertröstest, die niemals kommen wird.
Das sind aber leider keine Belege für die Epfach-Position sondern gegen. Die IA-TP-Parameter weisen eindeutig gegen die Position Epfach hin. Die Veröffentlichung kommt, aber nicht bei der RGK, da sie sich aus heiklen/kritischen Untersuchungsberichten heraushalten wollen.
Aber natürlich muss nicht jeder Weiler zwingend urkundlich überliefert sein. So zu tun, als müsse für jeden Weiler ein urkundlicher Beleg vorliegen, bevor seine Existenz überhaupt als plausibel gelten kann, verkennt die Aussagekraft und die Grenzen der historischen Überlieferung.
Im Übrigen ist auch der Erstbeleg von Epfach (wenn man denn Abodiacum/Abuzaco nicht als solchen akzeptiert) älter als der von Denklingen. Denn in der Vita Sancti Magni (9. Jhdt.) kommt Epfach vor:
Pergentes itaque beatus Magnus et conviator eius, venerunt ad locum qui vocatur Eptaticus, ubi invenerunt episcopum Augustensis ecclesie nomine Wigterbum.
Bei einer Heiligenlegende ist nicht nur die Entstehungszeit unsicher.
Gemeint ist der biblische Siebenteiler, also wieder ein früher griech.-christl. Bezug und kein keltischer zu Abodiacum. Wenn man der seltsamen Umwandlung folgen würde, hätte hier innerhalb drei Jahrhunderte ein Dreh zwischen keltisch-römischen Besitzernamen und griech.-christl. Kult stattgefunden. Als ob der keltische Vorbesitzer sich einen Namen aussuchte, der mit dem Jahrhunderte später auftauchenden christlichen Kultbegriff auch irgendwie sprachwissenschaftlich konform gehen musste. Ein sprachwissenschaftliches Wunder bei der Christianisierung? In vielen anderen Stationsnamen wurden die vorrömisch-keltischen Namen normal weiter getragen: Veldidena/Wilten, Matreia/Matrei, Vipiteno/Wipptal, Endidae/Enn… Die direkte griechisch-christliche Herleitung von éptá-k
is (sieben-mal, NT) erscheint mir für Epfach ohne Umweg über den keltischen Besitzernamen nachvollziehbarer. Letztere Hypothese tauchte erst ab 1830 über ein potentielles Missverständnis auf.
Du nennst andauernd das Wort Parameter. Aber was du damit meinst, erklärst du nicht. Das Wort Parameter ist nicht selbsterklärend. Man könnte z.B. sagen, dass 30 Meilen eine mittlere Größe für eine Tagesreise waren. Das wäre ein Parameter. Oder dass Furten oder Steigungen etc. diesen Parameter veränderten. Aber bei dir wird dieses Wort ohne nähere Erklärung verwendet. Und damit ist das nichts weiter als heiße Luft.
Es ist doch selbstverständlich, dass unter Parameter nur die Meilendistanzen mit den dazugehörigen Stationsnamen der PQ für die Positionsbestimmungen gemeint sein können.
Leider lässt du uns an deinen Ergebnissen nicht teilhaben. Das ist, wie wenn du sagst: "Die Parameter der Matheaufgabe verrate ich dir nicht, aber das Eregbnis ist 10. Jetzt lern was draus." Das funktioniert nicht, aber genau das praktizierst du hier, seitdem du deine "These" hier (eigentlich ja nicht) "vorgestellt" hast.
Ohne Verschwiegenheitsverpflichtung geht nicht. Methode kennt ihr, sonst würdet ihr doch nicht dagegen opponieren können, "das kann nicht funktionieren… etc. pp." Also kennt ihr sie doch, nur nicht im Detail bzw. was am Ende dabei rauskommt.
Jetzt wird es endgültig blödsinnig: Was hat der Unterschied von XXXIIII und XXIIII (34 oder 24) mit mittelhochdeutsch zu tun? Was der Unterschied von XXXVII, XXXVI oder XXXIII (37, 36 oder 33)? (Vor allem sind die HSS älter als das Mittehochdeutsche, aber das nur mal so by the way). Wie dumme Hilfshypothesen kann man bilden, um nicht zugeben zu müssen, dass die Überlieferung eben nicht der Behauptung, dass "im Untersuchungsgebiet... keine Abweichungen feststellbar" seien, entspricht:
Du suchst dir wieder die Parameter heraus, die zu deiner Gegenargumentation passen. Ich verwies auf die unterschiedlichen Verona-Schreibweisen bis Bern, die eine Streckenanalyse nicht beeinträchtigen.
Das muss man sich wirklich sehr sehr gut in Norditalien auskennen, um ein zerstörtes Brückenkastell, was nach der Þiðreks saga zwischen Eider und Weser lag und dessen einzige Lokalisierungsangabe ist, dass es auf dem kürzeren Weg nach Bern lag, genau wiederzuerkenen.
Zum strategisch bedeutendsten Brückenkastell der Region und Einreisehotspot ins italische Reich, das hier einige sogar bezweifeln wollen, siehe oben. Eider und Weser ist eine geographische Anpassung der norddeutschen Redaktion für Eisack und Etsch. Der kürzeste Weg entsprach dem Römerweg, der beschwerliche Weg entsprach der Umgehung über die Dolomiten vorbei.
Dass, wie gesagt, die skandinavischen Überlieferer offensichtlich keinerlei Vorstellungen von der Geographie jenseits der Weser hatten und dass sie offensichtlich die Eider für die Grenze zwischen dem dänischen Königreich und Þiðreks Reich hielten oder ggf. das Land zwischen Eider und Weser für ein Niemandsland zwischen dem dänischen und Þiðreks Reich, das sich dann aber an der Weser anschlösse, müsste dir doch zu denken geben, dass sich die geographischen Angaben zu NICHTS eignen, zumal alles was du über das Brückenkastell weißt, ist, dass es irgendwo hinter einer Weggabelung lag.
Die Norddeutschen (Kölner Bistum) haben Teile der TS aus dem damals süddeutschen Raum an den norddeutschen Raum angepasst und sorgten dann später auch für die bekannten Missverständnisse bei Ritter von Schaumburg-Lippe. Die Norweger dürften diese Texte dann nur mehr ins Nordische übersetzt und für uns erhalten haben. Dafür benötigten sie also keine geographischen Kenntnisse.
Keine Angabe wie weit, nichts. Aber zum Glück kennst du dich ja so gut in Norditalien aus, dass du Pons Drusi wiedererkennst (von dem man gar nicht weiß, wo es tatsächlich lag).
Das archäologisch gut erforschte und von den Ablautregeln passende Epfach lehnst du ab, erkennst aber das unbekannte Pons Drusi im Brückenkastell wieder. Das nötigt mir echt Respekt ab. Chapeu!
Zu den Erörterungen bezüglich weit um bekanntesten strategischen Brückenkastell Formicaria-Formigar-Vurmian-Firmian-Sigmundskron etc. s.o. Diese Tatsache anzuerkennen ist kein Kunststück. Es käme in diesem Kontext nichts anderes infrage. Friedrich Heinrich von der Hagen kam auf Brixen, wieder wegen einer angeblichen sprachwissenschaftlichen Verbindung. Aber auch hier sind in erster Linie historisch-topographische Kenntnisse und Argumente zielführender. HE und TS bieten außerdem mehr topographische Hinweise als Heiligenlegenden.