Ebook Reader

CarnifexUltra

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Ich habe einen kleinen Homeserver als Dateiserver, private (Next)cloud und dabei auch eine ebook-Bibliothek, die ich mit Calibre manage und mir mit Calibre-Web (weil Calibre selbst zwar ein Linux-build bietet, aber keins für Server, also ohne grafische Oberfläche) auch über das Internet von überall zugänglich mache (dazu auch ne Domain auf Cloudflare eingerichtet, nginx reverse proxy und wireguard VPN tunnel um die Dienste und Server wie SFTP und SSH nicht zum Internet öffnen zu müssen).
Calibre-Web

Auf einem Smartphone mit 6,8 Zoll und Quad HD+ (3088x1440) liest es sich ziemlich gut, Reader-Apps für Android gibt es eine Reihe sehr gute, ReadEra oder PocketBook, FBReader oder Moon+ mit Netzwerk-Unterstützung auch via OPDS (dazu verwende ich COPS Calibre OPS denn Calibre-Web bietet das wiederum nicht), über WebDAV können manche Apps auch direkt auf die eigene Nextcloud zugreifen.
Moon+ Reader (Android)
Unlängst habe ich mir nun um 290€ ein Surface Pro 7 (OVP!) geholt, mit 12,3" und 2736x1824 ist das schon eine ganze Ecke komfortabler, aber scheinbar gibt es für Windows nicht einen einzigen Ebook-Reader der alle Bedürfnisse befriedigt. Sucht man nach solchen im Web wird häufig Calibre empfohlen, das hab ich mir natürlich installiert um meine Bibliothek zu managen, aber der dazugehörige Ebook-Betrachter ist leider wirklich schlecht. Alles, auch PDF, wird in einen Zeichensatz konvertiert und nicht im Layout angezeigt, dabei wird der ganze Text vieler Seiten zu einer Wurst verkettet, Sonderzeichen nicht oder falsch dargestellt, Fußnoten einfach zwischendrin im Text, unbrauchbar... immerhin kann es DJVU anzeigen, aber ebenso zu einer Textkette verwurstet.
Calibre Ebook-Betrachter: DJVU

Im Windows Store gibt es eine ganze Reihe Reader, viele davon speziell für EPUB oder CBZ oder wiederum nur PDF... allesamt belästigen einen mit Premiumeditionen, die kostenlosen Edition stark eingeschränkt oder zeitlimitierte Trials, dabei sind die meißten dennoch schlecht und keins zufrieden stellend:

Total Ebook Reader​

Kann PDF, EPUB und DJVU (und mehr), zudem auch Kindle-Bücher, aber EPUB werden unleserlich gerendert. Sonst nicht so schlecht, kann aber keine Notizen oder Markierungen, Lesezeichen schon.
Total Ebook Reader: EPUB

Icecream Ebook Reader​

Kann PDF, EPUB, MOBI, CBZ aber nicht DJVU. Ähnlich, nicht so schlecht aber nichtmal Lesezeichen. Vollbild, Text kopieren und Notizen nur mit Kauf (bei EPUB gehen Notizen sehr wohl, PDF nicht). Rendert EPUB ordentlich.
Icecream Ebook Reader: altes Buch Scan PDF

Real eBooks Reader​

PDF, EPUB, MOBI, CBZ, DJVU, Kindle
Einzelseite, Doppelseite, Buchformat
Kann es um 90° drehen, mit Smartphone oder Surface geht das aber ohnehin. EPUB ebenso ok.
Real eBooks Reader: DJVU Seitenansicht

Perfect PDF Reader​

Entgegen dem Namen kann es auch EPUB und MOBI aber nicht DJVU oder CBZ oder Kindle.
Anzeige von EPUB ist noch ok, aber Icecream und Real eBooks Reader sind besser.
Hat aber sonst eine größere Zahl Features, wie bis zu 4 Spalten nebeneinander anzeigen und herauszoomen kann man sehr weit, so kann man sich die Buchseiten quasi als Tabelle ansehen, wozu man das auch brauchen kann. Seitwärts drehen geht ebenso. Weitere Features wie Notizen kosten einzeln, pro 3 Monate oder Jahr im Abo zu bezahlen... nicht so perfect.
Perfect PDF Reader: 4 Spalten, Bezahlfeatures

UPDF​

Einige nützliche Features wie Parallelansicht von zwei PDFs zum direkten Vergleich, aber in erster Linie zum Bearbeiten von PDFs gedacht und deshalb auch keine Unterstützung für andere Formate, keine doppelseitige Ansicht oder Vollbildmodus. Markierungen und Anmerkungen sind ja von Adobe PDF unterstützt, die werden dann aber als seperate Datei annot-PDF gespeichert und von den ganzen Ramsch-Readern nicht unterstützt.
UPDF: PDF

Google Books​

Die Digitalisierungswut der Datenkrake hat bereits ein großen Teil der Schriftwerke der Menschheit im Datennirvana verewigt (40 Mio. Bücher, die beste Schätzung zur Gesamtzahl aller menschlichen Schriftwerke stammt auch von Google und lautete etwa 130 Mio.). Auf Google Books findet man die meißten Bücher, zu kaufen, oft günstig, aber auch mit großzügiger Vorschau die zudem in den Regionen variiert, zappt man mit VPN durch die Länder kann man 80% oder mehr eines Buchs bei Google als Vorschau lesen.
Man kann aber auch eigene Bücher in die eigene Mediathek hochladen, die dann auf allen Geräten zur Verfügung stehen. Unterstützt werden nur PDF und EPUB, letztere werden auch sehr gut dargestellt. Lesenzeichen, Notizen werden unterstützt allerdings gelingt es mir nur bei Epubs, sowohl in der Android App wie auch in Chrome am Surface.
Funktioniert im Browser ohne Installation.
Google Play Bücher: EPUB

Kindle​

Amazons ebook-Ökosystem bestehend aus den eReader-Geräten, dem dazugehörigen ebook-Store sowie der Kindle App auch für Android, iOS und PC. Die Bücher sind oft sehr günstig, außerdem gibt es täglich wechselnde kostenlose, darunter öfter auch gutes und zudem eine Reihe an Klassikern der Weltliteratur die unter keinem Urheberrecht mehr stehen und frei verfügbar sind. Mommsens Römische Geschichte, Ricarda Huchs Deutsche Geschichte, Marx, Lenin, etc. kostenlos. Die Kindle App bietet einige gute Features, viele davon allerdings nur für solche die man für Kindle gekauft hat, man kann nämlich auch eigene PDFs damit öffnen und lesen. Zu den Features gehören etwa Wörterbuch, Übersetzung, Wikipedia, Notiz, aber keine Doppelseitige Ansicht.
Kindle PC: PDF

Bildergalerie:
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Daneben gibt es noch eine Menge mehr, etwa den Universal Ebook Reader für 20€, der vermutlich gute Features hat aber ebenso Mängel, die anderen aber offenbar allesamt noch weniger zufriedenstellend sind, die erwähnten Apps für Android und noch weitere unterstützen allesamt alle die Features all der aufgezählten PC-Apps und mehr, aber etwa keine einzige von den PC-Apps unterstützt OPDS um mich direkt in meine Bibliothek einzuklinken. FBReader unterstützt OPDS aber dann nur EPUB, sonst nichtmal PDF.


Nun, das ist nun meine Erfahrung seit ich das Surface habe, es gibt noch viele mehr die ich noch nicht probiert habe, darum die Frage ob/wie andere hier ihre ebooks lesen? Und wenn nicht, dann ist es vielleicht einmal jemandem nützlich.
 
Ich lese lieber Bücher.
Ein Buch in der Hand zu halten hat schon was für sich, überhaupt ist es sehr gut gelesenes zu manifestieren, ob Malen, Schreiben, Modellbau oder etwas am Computer, Diagramme, Tabellen o.a. wenn man sich mit dem Gelesenen auseinandersetzt vertieft man es, insofern ein Buch mit dem Wissen in der Hand zu halten manifestiert es ebenso.
Die Vorteile der digitalen Medien sind aber auch handfest, angefangen beim Platz, Textsuche, (durch KI-Sprachmodelle mittlerweile sehr gute [etwa DeepL oder hix.ai für Latein]) automatische Maschinenübersetzung, (ebenso bereits sehr gute) Text-to-Speech Vorlesefunktion, Anmerkungen ohne Gekritzel, Copy & Paste, etc.

Ich konnte auch lange Zeit mit ebooks nicht, erst die hochscharfen und mobilen Bildschirme erreichten ein Komfortniveau mit dem ich konnte, auch noch zum Lesen Stunden an Schreibtisch sitzen und auf den Bildschirm starren taugt nicht.

..., aber ich habe kein einziges ebook.

Dann bieten sich die kostenlosen unter den in den Screenshots als erste an: alle drei Bände von Die Freimaurer im Alten Preußen sind im Open Access (z.B. hier abrufbar) (die restlichen Bände der Reihe Quellen zur europäischen Freimaurerei sind nur zur kaufen) und Das Martyrium im Templerorden ist bei der Uni Bamberg kostenlos abrufbar (auch ohne Inskription, hier).
 
Ich halte es wie @Turgot : mir sind Bücher am liebsten.

Dennoch lese ich sehr viel am Bildschirm: allerdings nicht auf einem eBook Reader oder Tablet, sondern auf dem MacBook Air - das Ding hat einen guten Bildschirm, steht aufm Tisch ohne dass man es halten oder stützen muss. Etliche Fachliteratur, die ich nutze, ist digitalisiert und problemlos am Mac nutzbar - derzeit muss ich für meine Belange nicht nach Alternativen suchen.

...belletristisches... ja, ich habe ein paar Romane, die ich sehr schätze und immer wieder drin lese, auf dem Mac - das erspart mir, bei zahlreichen Dienstreisen Bücher mit zu schleppen.
 
Ich habe sehr viele Bücher und ich lese auch ganz gern Bücher im „Projekt Gutenberg“ am PC.
 
Persönlich bevorzuge ich ebenfalls "richtige" Bücher. Fachliteratur indes kaufe ich meist als E-Book für mein Smartphone. Der Preisunterschied ist mitunter gewaltig.
 
Den hab ich am Ende kurz erwähnt, er unterstützt leider nur EPUB und nützt mir leider deshalb wenig, ist aber auch der einzige mit OPDS den ich gefunden habe. Projekt Gutenberg bietet etwa OPDS, damit kann man die Bibliothek direkt in den Reader integrieren und bequem durchsuchen. WikiSource bietet es auch.

Fachliteratur indes kaufe ich meist als E-Book für mein Smartphone. Der Preisunterschied ist mitunter gewaltig.
Da hab ich genau die gegenteilige Erfahrung, gerade die teuren Fachpublikationen kosten genau das gleiche als ebook wie im Print, was mich schon immer gestört hat, ich finde das ebook sollte beim Kauf kostenlos dabei sein, oder gegen kleinen Aufpreis.
Aber selbst die normalen Studienbücher und Lehrbücher von UTB, Kohlhammer, Beck, Oldenbourg etc. kosten auch fast das gleiche im Print wie Digital. Und dann kosten PDF, EPUB etc auch noch jeweils einzeln den Vollpreis.
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Nach teuren Publikationen seh ich mich gerne bei booklooker um, so wie kürzlich das hier um 55€ statt 145€ in Zustand wie neu:
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Ich brauche das Blättern im Buch, die Zeilen auf dem Papier, den Geruch, dass Gefühl und die Optik eines Buches!
Dies alles schätze ich auch sehr. Ein Griff zum Buch erspart mir auch unliebsame Kleinigkeiten wie etwa Einlogg-Vorgänge. Ebenso kommt keine Versuchung auf, mal eben schnell noch irgendwo anders (bpsw. Postfächer) rein zu schauen. Entspannend ist auch, nicht den Akkustand von portablen Geräten im Blick haben zu müssen - ich lese häufig gerne irgendwo im Grünen. Am dauerhaft an der Stromquelle hängenden PC sind Bewegungsfreiheiten eingeschränkt - ich lese häufig gerne lümmelnd in allen möglichen körperlichen "Verrenkungen". Davon künden etliche geschrotete Netzkabel meines Laptops.

Möglicherweise würde ich anders empfinden, wenn ich Kind der 2000er wäre. Meine Lesesozialisation war eine andere. Abendliches Lesen bei Kerzen- oder Öllampenlicht - auch heute noch gerne so gehandhabt - war geschätzt und darüber hinaus notwendigerweise präsent, weil das nordportugiesische Stromnetz der 70er mitunter täglich so seine Zipperlein haben konnte. Eine Prise Nostalgie spielt bei mir unleugbar eine Rolle.

Edit:
Noch so eine Kleinigkeit aus meinem persönlichen Pro und Contra. Soeben kam beim Lesen einer pdf zu Höhlenmalerei eine Update-Aufforderung auf meinen Bildschirm geflattert - auf keinem Buchrücken noch einer Buchseite aus dem Regal an der gegenüberliegenden Wand ist das je geschehen.
Ich gebe unumwunden zu, dass ich meine Kenntnisse in puncto Orga von digitalen Geräten in der Nähe des Analphabetismus verorte - notwendige Zeit dem entgegen zu wirken geht gerne mal beim Lesen von Büchern "verloren". ;)
 
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