Entwicklung der Medizin und die Lebenserwartung der Frau?

Nergal

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Heute haben Frauen eine, global gesehen, um 5,1 Jahre höhere Lebenserwartung als Männer, was teilweise einem anderen Lebensstil, teilweise einer genetischen Redundanz zugeschrieben wird, aber wie hat das Ganze in der Antike und späteren Zeitaltern ausgesehen als die Medizin noch weniger weit entwickelt war?
Früher, ohne moderne Medizin, war eine Geburt ja eine Sache die oft schief ging und das Leben der Mutter kostete, noch dazu hat man früher mehr Kinder gehabt, und diese auch früher bekommen, lässt sich daraus schließen dass die Lebenserwartung der Frau in früherer Zeit geringer war als die des Mannes?
Ich habe bisher nichts ausführliches dazu gefunden, also in wie weit dies extrem auffiel, schriftlich erwähnt, oder ausgewertet wurde.
Ist es denkbar dass es wegen gewalttätigen Konflikten, gefährlichen Berufen etc. keinen "Männerüberhang" in diesem Bereich gab, und meine Einschätzung falsch ist?
 
Heute haben Frauen eine, global gesehen, um 5,1 Jahre höhere Lebenserwartung als Männer, was teilweise einem anderen Lebensstil, teilweise einer genetischen Redundanz zugeschrieben wird, aber wie hat das Ganze in der Antike und späteren Zeitaltern ausgesehen als die Medizin noch weniger weit entwickelt war?
Früher, ohne moderne Medizin, war eine Geburt ja eine Sache die oft schief ging und das Leben der Mutter kostete, noch dazu hat man früher mehr Kinder gehabt, und diese auch früher bekommen, lässt sich daraus schließen dass die Lebenserwartung der Frau in früherer Zeit geringer war als die des Mannes?
Ich habe bisher nichts ausführliches dazu gefunden, also in wie weit dies extrem auffiel, schriftlich erwähnt, oder ausgewertet wurde.
Ist es denkbar dass es wegen gewalttätigen Konflikten, gefährlichen Berufen etc. keinen "Männerüberhang" in diesem Bereich gab, und meine Einschätzung falsch ist?

Wir fallen dazu zwei Dinge ein. Einmal die Geschichte von Onan (Genesis). Onans Bruder verstarb und hinterließ eine Frau. Nun sollte Onan diese Frau schwängern, das Kind sollte aber das seines Bruders sein. Onan verübte darauf hin den ersten(?) „historiographisch“ dokumentierten Coitus interruptus und zog zurück. Er ließ seinen Samen auf die Erde fallen und wurde dafür von Gott bestraft.

Das zweite was mir dazu einfällt, ist die Erlaubnis im Islam, dass Männer, die sich das wirtschaftlich leisten können, bis zu vier Ehefrauen gleichzeitig haben dürfen. Dies wird damit begründet, dass aufgrund der Kriege in der Frühzeit des Islam die Witwen der Muslime unversorgt waren und die muslimische Urgemeinschaft von Muhammad eine Lösung für dieses Problem einforderte. Außerdem gab es für Töchter im heiratsfähigen Alter nicht hinreichend Männer. Dessen Antwort war eben, dass ein Mann, sofern er alle vier Frauen gleich behandeln konnte, bis zu vier Frauen heiraten dürfe/solle um dem Problem der Witwen und unverheirateten Töchter zu begegnen.

Das Problem des Kindbettfiebers, welches du implizit ansprichst, ist ein neuzeitliches Phänomen. Ärzte sprangen hin und her zwischen Leichenöffnung, Patienten und Geburtshilfe, ohne sich zwischendurch die Hände zu waschen. So wurden Keime übertragen. Semmelweis glaubte, dass Leichengift von der Sektion der Grund für die oft tödlichen Blutvergiftungen der Entbundenen waren, das ist heute widerlegt, dennoch hat Semmelweis den Schlüssel für die moderne Sterblichkeit im Kindbettfieber erbracht, dass die Ärzte sich eben nicht zwischen zwei Patienten die Hände wuschen und so Keime übertrugen.
 
Heute haben Frauen eine, global gesehen, um 5,1 Jahre höhere Lebenserwartung als Männer, was teilweise einem anderen Lebensstil, teilweise einer genetischen Redundanz zugeschrieben wird,
In den Industrieländern haben Frauen vor allem deshalb eine höhere Lebenserwartung als Männer, weil sie statistisch gesehen seltener Selbstmord begehen oder tödlichen Arbeitsunfällen bzw. Unfällen auf dem Weg zum Arbeitsplatz erliegen.
aber wie hat das Ganze in der Antike und späteren Zeitaltern ausgesehen als die Medizin noch weniger weit entwickelt war?
Früher, ohne moderne Medizin, war eine Geburt ja eine Sache die oft schief ging und das Leben der Mutter kostete, noch dazu hat man früher mehr Kinder gehabt, und diese auch früher bekommen, lässt sich daraus schließen dass die Lebenserwartung der Frau in früherer Zeit geringer war als die des Mannes?
Ich habe bisher nichts ausführliches dazu gefunden, also in wie weit dies extrem auffiel, schriftlich erwähnt, oder ausgewertet wurde.
Ist es denkbar dass es wegen gewalttätigen Konflikten, gefährlichen Berufen etc. keinen "Männerüberhang" in diesem Bereich gab, und meine Einschätzung falsch ist?
Für das Mittelalter nahm man lange eine geringere Lebenserwartung der Frau an; jüngere Erhebungen anhand archäologischer Studien deuten darauf hin, dass die Unterschiede zwischen den Geschlechtern relativ gering gewesen sein könnten. Insgesamt ist die Datenlage aber einfach zu schlecht, und sterbliche Überreste sind oftmals zu beliebig interpretierbar, um sichere Rückschlüsse zu erlauben. (Quelle)
 
Das Problem des Kindbettfiebers, welches du implizit ansprichst, ist ein neuzeitliches Phänomen. (...)
Das klingt so, als habe es das Kindbettfieber zuvor kaum gegeben? Demgegenüber:
Bis in das 19. Jahrhundert war das Kindbettfieber eine der Hauptursachen für die hohe Wöchnerinnensterblichkeit. Zusätzlich verschärft wurde die Situation, als in den Krankenhäusern der europäischen Großstädte Gebäranstalten gegründet wurden
 
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