Pardela_cenicienta

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Eine neue Arbeit der Hebräischen Universität Jerusalem:
15.000 Jahre alte Perlen aus Lehm, aus vier Fundstellen, und ein Fingerring für ein Kind:


"Es wurden neunzehn verschiedene Arten von Perlen identifiziert, von denen viele die Formen von Pflanzen widerspiegeln, die für das Leben der Natufier von zentraler Bedeutung waren: Wildgerste, Einkorn, Linsen und Erbsen. Es handelte sich um dieselben Pflanzen, die die Natufier intensiv ernteten, verarbeiteten und verzehrten – Pflanzen, die später das Rückgrat der Landwirtschaft bilden sollten.

Spuren von Pflanzenfasern, die auf einigen Perlen erhalten geblieben sind, zeigen, wie diese aufgereiht und getragen wurden, und bieten einen seltenen Einblick in organische Materialien, die normalerweise aus den archäologischen Funden verschwinden.

Insgesamt deuten die Schmuckstücke darauf hin, dass die Natur, insbesondere die Pflanzenwelt, nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern auch eine Quelle von Bedeutung war.

Von Kindern und Erwachsenen hergestellt

Die vielleicht auffälligste Entdeckung liegt nicht in den Formen der Perlen, sondern in ihren Oberflächen.

Erhaltene Fingerabdrücke, insgesamt 50, ermöglichten es den Forschern, festzustellen, wer sie hergestellt hatte. Die Abdrücke stammen von Personen unterschiedlichen Alters: Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Es ist das erste Mal, dass Archäologen in der Lage waren, die Hersteller direkt zu identifizieren…"

"Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Herstellung von Schmuckstücken eine gemeinsame, alltägliche Tätigkeit war, die eine Rolle beim Lernen, bei der Nachahmung und bei der Weitergabe sozialer Werte von einer Generation zur nächsten spielte."

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Abgesehen von der spürbaren Begeisterung der Wissenschaftler über die Bedeutung der Funde, finde ich einiges bedenkenswert:
  • Was ist in plastischer Darstellung z.B. Felsmalerei in den Höhlen oder Schnitztechnik wie beim Löwenmenschen konkrete Abbildung, wo erkennen wir Abstraktion?
  • Wie wurde Wissen weitergegeben? Mündlich, ja, aber anschaulich gemacht in konkreter Abbildung und über das Abbild hinaus in Abstraktion.
  • Wenn Erwachsene, Heranwachsende und Kinder die gleichen Gegenstände gestalten, lässt das eine Weitergabe von Wissen, eine Abstraktion wie auch symbolisches Denken vermuten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Frage ist, ob wir dies nicht für alle bildlichen und plastischen Darstellungen der Frühgeschichte diskutieren müssen?

Mir fehlen Wissen und Detailkenntnis, und manche der Aspekte sind im Bereich von Philosophie und Religion, von Symbolik und Transzendenz.
 
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