Humanitäre Hilfe

Tekker

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Ich denke, diese Frage paßt in den Bereich 'Kulturgeschichte'. Gerade las ich einen Beitrag, in dem eine Randnotiz mein Interesse weckte:
Zu beginn der Hungersnot [in Irland] tat man fast nichts für die hungernden Iren und versuchte sogar ausländische Hilfslieferungen zu unterbinden .
:nono:
Derartige humanitäre Hilfe kannte ich bis Dato nur aus der Gegenwart, weswegen mich die Anmerkung doch sehr überrascht. Gab es sowas schon früher, vllt. auch vor der irischen Hungersnot? Waren die Menschen vllt. viel 'humanitärer', als oft dargestellt?

Feuer frei. :)
 
Im Zusammenhang mit der Hungersnot der 1770er hatte ich mal gelesen, dass Preußen auch Nachbarn, die nicht wie Preußen Magazine für solche Fälle angelegt hatten, unter die Arme griff.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich denke, diese Frage paßt in den Bereich 'Kulturgeschichte'. Gerade las ich einen Beitrag, in dem eine Randnotiz mein Interesse weckte:

:nono:
Derartige humanitäre Hilfe kannte ich bis Dato nur aus der Gegenwart, weswegen mich die Anmerkung doch sehr überrascht. Gab es sowas schon früher, vllt. auch vor der irischen Hungersnot? Waren die Menschen vllt. viel 'humanitärer', als oft dargestellt?

Feuer frei. :)

Aus Wikipedia zur Hungersnot in Irland:

In 1845 teilte der osmanische Sultan Abdülmecid seine Absicht mit, den irischen Bauern £10.000 zu spenden. Diese Spende wurde von Königin Victoria auf £1000 heruntergesetzt, da sie selbst den hungernden Bauern £2000 entsandte. Der Sultan schickte die £1000 Sterling, entsandte jedoch zusätzlich drei mit Lebensmitteln beladete Schiffe. Die englische Regierung versuchte, diese Schiffe zu blockieren, doch die osmanischen Schiffe konnten im Hafen von Drogheda einlaufen und die Lebensmittel der irischen Bevölkerung übergeben.
 
In den Hungerjahren nach 1845 wurden zur Linderung der größten Not aller Orten Notstandsarbeiten durchgeführt.

Regional: An der Schwäbischen Alb wurden damals die "Steigen" neu angelegt, mit Serpentinen und wesentlich geringeren Steigungen als zuvor.
Die damals angelegten "Steigen" existieren in der Führung meist bis heute.
Die Vorgänger-Straßen idR aus dem Mittelalter, sind an manchen Stellen als "Alte Steige" heute noch zu finden, sehr steil, so dass man sich kaum vorstellen kann, wie die damals da gefahren sind.

Überregional: Diese Notstandsarbeiter stellten 1848 ein erhebliches revolutionäres Potential dar. Der Interessierte möge nach "Rehberger" googeln.
 
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