Irrtümer der Geschichtswissenschaften

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Gast

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In den Wissenschaften aller Fakultäten gab es immer wieder Irrtümer, wie z. B. in der Medizin ein Zusammenhang zwischen Cholesterin und den Herz- und Gefäßkrankheiten propagiert wurde, der nach neuesten Erkenntnissen seine Allgemeingültigkeit verloren hat.
Bei welchen Erkenntnissen der Geschichtsforschung, die die Irrtümer früherer Jahre "richtig stellen", kann man davon ausgehen, dass sie in den nächsten 20 Jahren nicht wieder erneut als Irrtum revidiert werden?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten!
 
Da bist du bei uns an der falschen Adresse. Frag mal lieber hier nach:
kristallkugel_gross.jpg
 
Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl "Irrtümer" als auch "Richtigstellung von Irrtümern" in Funktion davon instrumentalisiert werden können, was wem auch immer gerade in den Kram passt, um irgendwas zu propagieren.
 
In den Wissenschaften aller Fakultäten gab es immer wieder Irrtümer, wie z. B. in der Medizin ein Zusammenhang zwischen Cholesterin und den Herz- und Gefäßkrankheiten propagiert wurde, der nach neuesten Erkenntnissen seine Allgemeingültigkeit verloren hat.
Bei welchen Erkenntnissen der Geschichtsforschung, die die Irrtümer früherer Jahre "richtig stellen", kann man davon ausgehen, dass sie in den nächsten 20 Jahren nicht wieder erneut als Irrtum revidiert werden?

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten!

Der "Eisengehalt" von Spinat. Komma eine Stelle nach rechts verückt.
Was einst eine ganze Kindergeneration traumatisiert hat.

Fällt mir der Decker-Hauff ein.
aus Wiki
In der neueren Forschung werden die von Hansmartin Decker-Hauff im Katalog zur Stuttgarter Stauferausstellung 1977 aufgestellten genealogischen Hypothesen abgelehnt. Der Bonner Historiker Tobias Weller kommt zu dem Schluss, dass es die weiteren Verbindungen nie gegeben habe.[2] Klaus Graf und Gerhard Lubich[3] konnten unabhängig voneinander durch Auswertung der erhaltenen Reste des im Zweiten Weltkrieg stark beschädigten Roten Buchs des Klosters Lorch zeigen, dass die von Decker-Hauff aus dieser Quelle mitgeteilten Exzerpte dort nicht gestanden haben können. Dieses Ergebnis, das den Vorwurf einer Quellenfälschung durch Decker-Hauff nahelegt, wurde in der Forschung akzeptiert
Teile des "Roten Buches" konnten in den letzten Jahren wieder hergestellt werden, womit D.-H. wohl nicht gerechnet hatte.:motz:

Dass er seinen eigenen Stammbaum großzügig gefälscht hat, mit ähnlichen Mitteln, macht ihn dann auch noch lächerlich.=)


Er war der Nestor der Staufer-Forschung.:mad:
 
Zuletzt bearbeitet:
Interessanter finde ich die Frage: welche erwiesenen historischen Irrtümer werden künftig auch als Irrtümer in der Öffentlichkeit akzeptiert?

Ein besonders bekannter Fall wäre das "Daumenurteil" der römischen Kaiser gegenüber geschlagenen Gladiatoren. Obwohl sich nicht verifizieren lässt, dass es so etwas gab, hält sich diese Vorstellung hartnäckig in populären Darstellungen.
 
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Interessanter finde ich die Frage: welche erwiesenen historischen Irrtümer werden künftig als auch Irrtümer in der Öffentlichkeit akzeptiert?

Ein besonders bekannter Fall wäre das "Daumenurteil" der römischen Kaiser gegenüber geschlagenen Gladiatoren. Obwohl sich nicht verifizieren lässt, dass es so etwas gab, hält sich diese Vorstellung hartnäckig in populären Darstellungen.

Genauso wie man immer mal wieder von römischen Herren hört, die nur zum Spaß zick Sklaven schlachten ließen.
Das ist auch ziemlich wahrscheinlich nie so passiert, da es nur einen argen wirtschaftlichen und finanziellen Nachteil für die Herren mit sich gebracht hätte.
 
Interessanter finde ich die Frage: welche erwiesenen historischen Irrtümer werden künftig auch als Irrtümer in der Öffentlichkeit akzeptiert?

Ein besonders bekannter Fall wäre das "Daumenurteil" der römischen Kaiser gegenüber geschlagenen Gladiatoren. Obwohl sich nicht verifizieren lässt, dass es so etwas gab, hält sich diese Vorstellung hartnäckig in populären Darstellungen.

Ebenso wie die Formel der Gladiatoren:

"Morituri te salutant!" die Todgeweihten grüßen dich.

Historisch ist dieser Satz nur anekdotenhaft vom Kaiser Claudius überliefert im Zusammenhang mit einer Naumachie, einer künstlichen Seeschlacht auf dem Fuciner ´See. an solchen Veranstaltungen nahmen aber keine Gladiatoren, sondern verurteilte Strafgefangene teil.
 
Ein besonders bekannter Fall wäre das "Daumenurteil" der römischen Kaiser gegenüber geschlagenen Gladiatoren. Obwohl sich nicht verifizieren lässt, dass es so etwas gab, hält sich diese Vorstellung hartnäckig in populären Darstellungen.

Aber ist das nicht so, dass es eine Quellenstelle gibt, die angibt, dass irgendwelche Zeichen mit den Daumen gemacht wurden? Und daraus hat man dann die Sache mit 'nach oben', 'nach unten' gemacht.

Mir ist so, als hätte ich so etwas mal gehört.
 
Es gibt so einiges an "Wissen" über Geschichte, das so nicht stimmt, aber trotzdem nicht auszurotten ist.

"Kolumbus betrat nie den amerikanischen Kontinent."
Das stimmt nicht, auf seiner 3. Reise betrat er Südamerika, und auf der 4. landete er in Mittelamerika.

"Kolumbus glaubte bis zu seinem Tod, er habe Asien erreicht."
In Wahrheit bekam er schon auf seiner 3. Reise Zweifel, und die 4. diente dann ganz gezielt der Suche nach einer Passage nach Asien, weswegen er die Küste Mittelamerikas entlang fuhr. Kolumbus war sich also sehr wohl darüber im Klaren, dass er nicht Asien, sondern allenfalls eine vorgelagerte Landmasse gefunden hatte. Bloß dass das Meer zwischen ihr und Asien (der Pazifik) so breit wäre, ahnte er nicht.

"Die Chinesische Mauer ist das einzige Bauwerk, das man vom Mond aus sehen kann."
Das stimmt natürlich nicht, denn die Mauer ist zwar lang, aber nicht allzu breit. Da müsste man auch jede Autobahn und jeden Fluss sehen können. Man kann sie nicht einmal von der Erdumlaufbahn aus sehen.
 
naja, die Macht des Vatikan beruht auch auf eine Fälschung:

Konstantinische Schenkung ? Wikipedia

Ein grosser Irrtum war die Annahme, dass die Pfahlbauer alle im Wasser waren (bzw. deren Bauten). Grund für diesen Irrtum ist, dass die Seespiegel damals tiefer waren. Mittlerweilen weiss man, dass die allermeisten Pfahlbauersiedlungen am Seestrand waren, und nicht im seichten Seeuferwasser.
 
Mir persönlich hat in dieser Richtung das Lexikon der Geschichtsirrtümer am meisten zugesagt.

In diesem Buch werden eher mehr Anekdoten zerstört, richtet sich also weniger gegen den Allgemeinbürger und mehr gegen Leute mit einer gewissen Grundbildung.
Wenn man ein wenig Schadenfreude gegenüber ach so Gebildeten für angebracht hält ;) in diesem Punkt bin und bleibe ich ein Kind.
 
naja, die Macht des Vatikan beruht auch auf eine Fälschung:

Konstantinische Schenkung ? Wikipedia

Ein grosser Irrtum war die Annahme, dass die Pfahlbauer alle im Wasser waren (bzw. deren Bauten). Grund für diesen Irrtum ist, dass die Seespiegel damals tiefer waren. Mittlerweilen weiss man, dass die allermeisten Pfahlbauersiedlungen am Seestrand waren, und nicht im seichten Seeuferwasser.

Zweiteres ist ganz klar ein Irrtum, aber ist eine Fälschung ein Irrtum?
 
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