itz Ortsnamen in Nordwest-Deutschland.

Batavus

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Auf der Landeskarte Nord-Deutschland habe ich zwei Ortsname mit Ende
itz gefunden: Kiebitzgegen (Osterholz-Schwambeck) und Heglitz
in Ost-Friesland (Umgebng Wittmoor) gefunden. Ich kann mich gar
nicht vorstellen dass es um Siedlungen Slawen handelt.
Wie sind diese Ortname aus dem Germanisch entstehen?
Viellicht sind diese Ortsname in der 17 oder 18 Jahrhunderte entstehen
durch gezwungen Kolonisation der Preusischer Koenige?
 
Eine mögliche Erklärung für "Kiebitzhegen" hat Liborius ja bereits genannt. Ich möchte allgemein darauf hinweisen, dass das Suffix "-itz" zwar auf einen slawischen Ursprung deuten kann, aber nicht unbedingt muss. Auch müssen slawische Siedlungen nicht unbedingt slawisch besiedelt sein. Vgl. z. B. Kaunitz (Verl) ? Wikipedia
 
Das verhält sich bei einer mir bekannten Stadt in Bayern genau so. Sie heißt Scheßlitz und liegt in der Nähe von Bamberg in Oberfranken. Auf den ersten Blick denkt man, dass es sich ja hier um einen eindeutig slawischen Namen handelt, weil man diese -itz-Endung nur aus dem Bereich Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen kennt, dem üblichen Siedlungsraum der Slawen, welche man hier nun gar nicht vermutet. Allerdings ist es so, dass Bamberg an der Grenze des slawischen Siedlungsgebietes lag, welches sich durchaus bis nach Oberfranken erstreckte. Heutzutage weiß man das allerdings kaum noch. Weiter nördlich findet man auch noch einen Ort namens Schwürbitz. Diese Namen sind zwar in diesem Gebiet heutzutage sehr selten, weisen aber immer noch auf die Geschichte dieser Region hin.
 
Das -itz ist eigentlich schon ein wichtiges Indiz für slawische Besiedelung.
Bavaria Slavica ? Wikipedia
Stützt man sich aber nur darauf, kann es im Einzelfall in die Irre führen, wie gelegentlich am Beispiel der Wenden diskutiert wurde.
http://www.geschichtsforum.de/f35/fremdbezeichnung-wenden-winden-f-r-slawen-10958/

Dass die Gegend um Heglitz zeitweise zu Preußen gehörte, wäre für mich kein ausreichender Grund für eine slawische Etymologie. Die Preußen dieser Zeit waren ja keine Slawen (die "originalen" allerdings auch nicht).
 
Zuletzt bearbeitet:
Zwischen Andernach und Koblenz - Bahnfahrern wird diese schönste Bahnstrecke Dtlds. (Bonn - Bingen) bekannt sein - gibt es eine Ortschaft mit dem slawisch anmutenden Namen Urmitz. Urkundlich belegt ist das Städtchen erstmals als Auromoncium.

Möglicherweise schon verderbtes Latein moncium < montium ==> Auromontium = Goldberg? (Vorsicht, das ist nur eine aus dem Bauch heraus gehauene Hypothese, bitte nicht damit hausieren gehen!)
 
Möglicherweise schon verderbtes Latein moncium < montium ==> Auromontium = Goldberg? (Vorsicht, das ist nur eine aus dem Bauch heraus gehauene Hypothese, bitte nicht damit hausieren gehen!)

Nach einer Weile des Überlegens ziehe ich meine These zurück. Wenn man -moncium als -montium verstünde, was durchaus mittellateinischen Schriftgepflogenheiten entspricht, dann hätte man ja einen Genitiv Plural vorliegen: 'der Berge', Auromontium wäre also 'Gold der Berge' (Kann man das überhaupt so zusammensetzen?) und das erscheint mir doch selbst reichlich unplausibel. Aber ich hab's ja selbst gesagt: eine aus dem Bauch heraus gehauene Hypothese, mit der man bessere nicht hausieren gehen solle.
 
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