Olympische Hymne aus Delphi - Notensatz im Louvre - kann das sein?

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Musik-antik

Gast
Guten Tag,

gestern Abend bei der Abschlussveranstaltung von Olympia in Paris war die Sprache von einer olympischen Hymne, deren Partitur in Delphi gefunden worden sei und nun im Louvre in Paris liege.
Eine Partitur aus der Antike? Kann das sein?

Vielen Dank im Voraus.
 
gestern Abend bei der Abschlussveranstaltung von Olympia in Paris war die Sprache von einer olympischen Hymne, deren Partitur in Delphi gefunden worden sei und nun im Louvre in Paris liege.
Eine Partitur aus der Antike? Kann das sein?

ja, kann. Aber das wird wohl nicht auf Papier (Pergament, Papyrus) die Jahrtausende überdauert haben, sondern wahrscheinlich in Stein gemeißelt.

Die erwähnte Hymne und ihre Notation ist mir nicht bekannt, aber wir haben im folgenden Thread schon einiges zu dem Thema zusammengeführt: Römische Musik?
 
Das hier ist gemeint:


Bei der "Partitur" wird es sich um einen Übersetzungsfehler handeln. Wenn ich mich nicht irre, meint franz partition nicht nur 'Partitur' im engeren Sinne, sondern auch allgemein ein notiertes Musikstück.
 
Zuletzt bearbeitet:
Eine Partitur aus der Antike? Kann das sein?
Nein, kann meiner Meinung nach nicht sein. Die Notation, die wir heute verwenden, wurde erst im Mittelalter entwickelt. Inwiefern Neumen, des 9. Jahrhunderts, heute noch lesbar, bzw eindeutig spielbar/singbar sind, weiß ich nicht. Vielleicht können Forenmitglieder, die sich mit Musik besser auskennen, wie @dekumatland , dazu etwas sagen.
Wir können aber nur raten, wie Musik vor dem Mittelalter geklungen haben mag:
"In Europa ging die griechische Notation mit dem Fall des Römischen Reiches verloren, ihre spätere Entzifferung war nur mit Hilfe römischer musiktheoretischer Schriften aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten möglich. Wie schnell diese Tradition aber vergessen wurde, zeigt folgendes Zitat des Kirchenvaters und Bischofs Isidor von Sevilla aus seinen Etymologiae (um 625), in dem er behauptet, es sei unmöglich, Musik zu notieren:


«Nisi enim ab homine memoria teneantur, soni pereunt, quia scribi non possunt»
„Wenn sie nämlich nicht vom Menschen im Gedächtnis behalten werden, vergehen die Töne, weil sie sich nicht aufschreiben lassen.“
– Etym. III, cap. 15"
 
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