Theater - offene und geschlossene Dramaturgie

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Gast

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Hallo, ich halte ein Referat in Geschichte über die Entstehung des Theaters, wobei mein Schwerpunkt auf der Dramaturgie liegt.
Es gibt die offene Dramaturgie und die geschlossene (= klassische) Dramaturgie, die durch Aristoteles begründet wurde.
Nun finde ich nichts (weder im Internet noch in Theaterbüchern) was genau der Unterschied bei diesen Formen ist. Kann mir hier jemand helfen?
 
Das geschlossene Drama ist das Drama in fünf Akten, die vom Handlungsverlauf gebunden (festgelegt sind). Von der Antike bis um etwa 1800 waren alle Dramen geschlossen, das war die Regel, es ging nicht anders. Gustav Freytag hat, in der Tradition der aristotelischen Dramentheorie auch eine Pyramide entwickelt, welche die 5 Akte des Dramas und ihre Rolle wiedergibt.
Ab ca. 1800 wurde das Drama dann offener. D.h. die Einzelszenen sind untereinander austauschbar geworden (vgl. z.B. Georg Bücher, Woyzek).
Von Ulrich Staehle gibt es ein kleines Büchlein, welches die wichtigsten Theorie[n] des Dramas in den Originaltexten, z.B. von Aristoteles, Lessing, Schiller, Brecht, Büchner etc. wiedergibt.
 
Es gibt zu diesem Thema ein berühmtes Buch von Volker Klotz "Offene und geschlossene Form im Drama", auf dem diese ganzen Erörterungen basieren.
 
Geschlossene Form

  • Einheit von Ort, Zeit und Handlung
    • eindeutige Haupthandlung, Einsträngigkeit
    • Beschränkung auf eine knappe Zeitspanne
    • zielstrebig ausgerichtete Bewegung von Handlung und Geschehen
  • Linearität, kausale Verknüpfung, Folgerichtigkeit => Szenen nicht austauschbar
  • klarer Anfang und eindeutige Lösung
  • Beschränkung auf wenige Figuren
  • einheitliche Sprache; hoher Stil, Vers, Pathos; Abwechslung von Hypotaxe und Dichotomie
  • ausgewogene Komposition (im Hinblick auf Figurengruppierungen; Konzentration auf Protagonist und Antagonist; pyramidaler Aufbau)
 
Offene Form

  • Vielfalt in Bezug auf Ort, Zeit, Handlung
    • mehrere gleichberechtigte Handlungsstränge
    • weite Zeiträume
    • Vielzahl von Räumen
  • Aufbrechen linearer Handlungsabläufe
    • Leitmotive
    • "zentrales ich"
  • kein klarer Anfang und Schluß
    • unvermitteltes Einsetzen und Abbrechen der Handlung
    • keine Exposition
    • Fortsetzung der Handlung möglich
  • unterschiedliche Sprachebenen:
  • offene Komposition:
 
@Jos3phin3-s

Es ist nett, dass du dem Gast mit deinen beiden Beiträgen helfen möchtest. Dem ist auch nichts auszusetzen.

Wenn du aber von andern Homepages oder Seiten Texte hier ins Geschichtsforum reinkopierst ist es zwingend notwendig die Quelle (URL) mit anzugeben.

Danke
 
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