2 Schlachtschiffe gegen die Royal Navy

Dieses Thema im Forum "Der Zweite Weltkrieg" wurde erstellt von Köbis17, 8. Februar 2008.

  1. Köbis17

    Köbis17 Gast


    Hallo Zusammen,

    die deutsche Flotte hatte zur Zeit des 2WK keine so große Seemachtstellung mehr, wie noch zu Kaiserszeiten.

    Und dennoch konnten die beiden Schlachtschiffe Bismarck und Tirpitz die gesamte britische Navy binden in dem Sie im Atlantik operierten oder nur durch Anwesenheit glänzten.

    Diese beiden Schiffsbauten wurden als die besten und gelungensten Konstruktionen des 2WK gewertet.
    Hatte die Royal Navy wirklich einen Grund, sich von diesen beiden Schlachtschiffen, die noch nicht einmal zusammen operiert hatten und auch nicht konnten, so zurückhaltend beeinflußen zu lassen?
     
  2. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Ist das zutreffend?
    Siehe Mittelmeer, Ostasien, siehe tatsächliche Bindung der home fleet 1941/42, und Bindung 1941 an die Brest-Schiffe?

    P.S. die beste Konstruktion würde ich auch etwas anders sehen, wenn ich mir die alternativen anschaue. Aber das führt zu einer Bismarck-Debatte.:winke:
     
  3. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied


    Die Frage kannst du als unser Marinespezi wahrscheinlich selbst am besten beantworten. Die Anwesenheit der Schiffe hätte die Royal Navy nie gefährden können - allerdings ein erneuter Totalverlust im direkten Duell wie bei der "Hood" hätte sich verheerend auf die Moral Englands auswirken können. Das Risiko wollte Churchill auf keinen Fall eingehen.
    Es wäre interessant, wie sich "Superschlachtschiffe" wie die japan. "Yamato" im Atlantik ausgewirkt hätten.
     
  4. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Gut, wenn man es tiefgründiger betrachtet, dann hat die Home Fleet natürlich schon ihre Aufgaben erfüllt.
    Bloß wie, gell.
    Aber das schon vorhandensein der Bismarck, wie auch später der Tirpitz erfüllte Churchill nicht gerade mit Freude.

    Und die Royal Navy war doch neben der Amerikanischen Flotte immer noch die größte, oder etwa nicht?
     
  5. TGDarmstadt

    TGDarmstadt Neues Mitglied

    Die Deutschen Schlachtschiffe zeichnete sich vor allem durch eine relativ hohe Geschwindigkeit aus. Dies galt sowohl für die Bismark und Tirpiz, als auch für Schanhorst und Gneisenau. Daher wendeten die großen deutschen Überwasserschiffe bevorzugt die Hit-and-Run-Taktik im Kampf gegen die Konvois an.

    Im Jahre 1941 hatten Schanhorst und Gneisenau während er Operation "Berlin" 115 622 BRT Schiffsraum versenkt und waren den britischen Verfolgern immer entkommen. Das Schreckensszenario, eines großen Deutschen Kampfverbandes aus Schlachtkreuzern und Schlachtschiffen, der Jagd auf britische Konvois machten, muss für die Briten eine immense Bedrohung gewesen sein.

    Zudem waren Bismark und Tirpiz, wie du richtig schreibst, hervorragende Konstruktionen, so dass die Briten nur hoffen konnten, diese durch Übermacht zu vernichten. Während der Operation "Rheinübung" suchten die Briten nur den Kampf mit Bismark, wenn sie über eine Übermacht verfügten (Hood und Prince of Wales beim ersten Zusammentreffen; King George V, Rodney, Norfolk, Dorsetshire beim Endkampf)

    Vergiss auch nicht, wie schwer es 1939 bis 1942 war, ein Schiff im Atlantik zu finden. Die Radartechnik war vor 1943 noch nicht ausgereift. Lütjens gelang es, durch das Schlagen eines Hakens vom Radarschirm der Suffolk zu verschwinden. Es dauerte 36 Stunden, bis die Briten nach massiver Luftaufklärung die Bismark wieder entdeckten.

    Nun stellt sich natürlich die Frage, weshalb die Briten ihre modernsten Schiffe im Nordatlantik konzentrierten, während sie die älteren Dreadnoughts der Queen Elizabeth-Klasse und der Revenge-Klasse in ihren Kolonien einsetzten?
    Großbritannien war auf die Nachschubkonvois aus Amerika angewiesen, die ständig von deutschen U-Booten und Überwasserschiffen bedroht wurden. Das Überleben der Heimatinseln zu sichern hatte daher höchste Priorität für Großbritannien. Daher setzten die Briten auch ihre besten Schiffe auf diesem Kampfplatz ein.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2008
  6. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Die modernen britischen Schlachtschiffe der King George V.-Klasse waren nicht langsamer, mit fast 32 Knoten eher sogar etwas schneller.
     
  7. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Ich glaube ich habe es,

    folgende These:

    Durch den Baustopp in den 20iger und 30iger Jahren von neuen Schlachtschiffen, blieben gerade England und Amerika auf ihren alten Bauten aus der Zeit von 1916 -1920 sitzen. Sie konnten sie gerade Modernisieren.
    Neubauten begann man aber erst wieder ab Mitte der 30iger auf Kiel zu legen. Wahrscheinlich weil sich die Japaner von der Londoner Flottenkonferenz zurückzogen.
    Somit war zwar der Bestand an Schlachtschiffen bei den Briten und Amis recht hoch, aber total veraltet. Und viel mehr neue Schiffe, wie man auch in Deutschland gebaut hatte, gab es bei der Navy auch nicht.
    Na und das die alten Pötte sich gegen die neuen Deutschen nicht bewährten, sah man ja an der Hood. Aber die war ja auch ein Kind des Fisher, der noch mehr solche ungepanzerten Schlachtschiffe bauen lies, damals im 1WK.
    Vielleicht deshalb die Zurückhaltung?
     
  8. Freund07

    Freund07 Mitglied

    Nun, ich denke der militärische Wert dieser Großkampfschiffe in dem doch sehr beengten Seegebieten Ostsee, Nordsee, Kanal, Nordmeer und angrenzende Atlantikseegebiete war eher gering. Ihre Verwundbarkeit gegen, vorallem luftgestützte Angriffe, wurde bald deutlich. Bei der Jagd auf die deutschen Großkampfschiffe im allgemeinen und der Jagd auf die Bismarck und die Tirpitz im besonderen, spielten Prestigegewinn und Propagandaeffekte eine entscheidene und motivierende Rolle. In Europa war der Seekrieg nur ein Nebenkriegsschauplatz. Die Kriegsmarine betrieb ihn vorallem als U-Bootkrieg, die Briten vorallem als Abwehrkampf gegen diese U-Boote und mit wachsender Überlegenheit dann als ein Präventivkrieg gegen die U-Boote.
     
  9. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Genau deshalb würde ich das nicht als Nebenkriegsschauplatz bezeichnen. Die Eindämmung der U-Boot-Gefahr war Voraussetzung für Großbritannien, um den Krieg überhaupt fortsetzen zu können. Niemand hat das klarer erkannt als Sir Winston selbst.
     
  10. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Am 10. Dezember 1941 bewiesen die Briten mit der Prince of Wales und der Repulse dann selbst, was ein Schlachtschiff ohne Luftdeckung noch Wert war.

    Vermutlich hat die Lehre der Bismarck-Versenkung nicht ausgereicht.
     
  11. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Du meinst also, dass es daran lag, das die Briten so vor der B und der T "zitterten"?......Aber warum wollte man dann unbedingt noch die T versenken, sie hatte doch kaum noch einen strategischen Gefechtswert.
     
  12. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Prestige und Propaganda, lieber Köbis.
     
  13. Freund07

    Freund07 Mitglied

    Für Großbritannien mag der Seekrieg, auf Grund seiner Insellage, größere Bedeutung besessen haben. Allerdings nimmt auch die RAF für sich in Anspruch, entscheidend (Luftschlacht um England) gewirkt zu haben.
    Der zweite Weltkrieg wurde aber in Europa auf dem Land, vorallem in der Sowjetunion, entschieden. Spätestens nach der Landung der allierten in Frankreich, 1944, spielte der Seekrieg in Europa quasi keine Rolle mehr. Von daher ist der Seekrieg für den europäischen Kriegsschauplatz insgesamt gesehen, sehr wohl ein Nebenkriegsschauplatz.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Februar 2008
  14. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Echt, deswegen setzten die Engländer das Leben von Matrosen aufs Spiel, damit sie etwas vernichten, was gar keine Bedrohung war?
     
  15. balticbirdy

    balticbirdy Ehemaliges Mitglied

    Ich denke ja. Die Auswirkungen auf die "Heimatfront" rechtfertigten es. Es sind schon wesentlich sinnloser Soldaten verheizt worden.
     
  16. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Natürlich war die Tirpitz eine Bedrohung.
    Aber nur solange sie unter Luftdeckung blieb.

    Prince of Wales und Repulse hatten aber keine, wie die Bismarck.
     
  17. IronPig

    IronPig Neues Mitglied

    Jeder Gegner,den ich vernachlässige,kann mir das Genick brechen. Anstelle Englands scheint es mir sinnvoll verhindern zu wollen,dass schnelle, stark amierte Schiffe Raids gegen meine Konvoirouten fahren. In einer offenen Schlacht auf See wären beide,trotz ihrer Qualitäten als einzelne Schiffe,schnell besiegt worden. Aber im Einsatz gegen die brittische Versorgungsschiffahrt konnten sie eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen.
     
  18. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Genau das sehe ich auch so, die britischen Schiffe wären stark genug gewesen.
    Und die Vernichtung war für England wichtig, so wie ich von Euch gehört habe. Also konnten sich die deutschen Schiffe so lange halten, durch ein perfektes Katz und Maus Spiel.
    Doch ein offenes Gefecht wollte man in England nicht, bzw nach dem Verlust der Hood verständlich.
    Dabei sieht man, das die Engländer immer auf ihre schlechtesten Konstruktionen setzten.
     
  19. Repo

    Repo Neues Mitglied

    Moment, ich habe mich wohl mißverständlich ausgedrückt.

    Die Versenkung der Bismarck, letztlich verursacht durch einen Doppeldecker und die Versenkung von Prince of Wales und Repulse, sehe ich als das Ende der Schlachtschiffära.

    Innerhalb von Stunden, nachdem die gegnerische Luftwaffe die Schiffe erfasst hatten, waren sie versenkt.

    Was natürlich nicht heißen soll, dass die Schiffe mit ausreichend Luftdeckung nicht weiterhin äußerst gefährlich waren.
     
  20. Köbis17

    Köbis17 Gast

    Stimmt, ich gebe Dir vollkommen Recht. Ein reines Seegefecht ohne Flugzeuge gab es da nicht mehr zwischen Schlachtschiffen. Dennoch wurden sogar noch nach dem 2WK Schlachtschiffe in Dienst gestellt. Daher waren wohl auch, oder ab da nur noch die T so "furchteregend" für die Briten, obwohl die Schlachtschiffe schon ausgedient hatten. Also doch kein militärischer Hintergrund, die T unbedingt zu versenken?
     

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