Die Bestie: Homo Sapiens

Dieses Thema im Forum "Frühzeit des Menschen" wurde erstellt von Pope, 16. September 2008.

  1. Pope

    Pope Neues Mitglied


    Wo auch immer Homo Sapiens in den letzten 40.000 Jahren auftaucht, sterben Arten aus ... selbst der stolze und friedliche Neandertaler war machtlos gegen diesen Killer.

    Gehen wir vielleicht zu "liebevoll" an unsere Vorfahren heran? Liegen Raub, Krieg und Totschlag einfach in unserer Natur - wie es so zahlreich in unserer Geschichte belegt ist? Ist das das Geheimnis der Durchsetzungsfähigkeit des Homo Sapiens, dass es ihm Vergnügen bereitet, alles totzuschlagen, was ihm vor die Keule läuft?

    Wäre das plausibel oder zu radikal?

    Und wie haben wir es am Ende geschafft, uns doch etwas zu mäßigen? Vernunft? Kultur? Religion? Gesetz und Strafe?

    :pfeif:
     
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  2. Guntbot

    Guntbot Gast

    zu 1 woher nimmst du die Gewissheit,dass der Neandertaler friedlich war?

    zu 2 Freude bereitet es ihm wohl nicht andere zu töten es ist (war) wohl eher die Notwendigkeit der sich der Bewohner eines festen Reviers ausgesetzt sieht

    zu 3 haben wir uns wirklich gemäßigt?

    zu Bestie Homo Bestien sind wir nicht wir sind ja schließlich domestiziert
     
  3. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied


    Außerdem haben wir es ja auch immer wieder fast geschafft zumindest große Populationen der eigenen Rasse auszurotten. Und das gilt für die gesamte Geschichte in der immer wieder Vernichtungsfeldzüge stattfanden. Man kann diese Verhaltensweise nicht einer einzelnen Menschenrasse zuordnen, woher wollen wir wissen, wie sich die anderen Rassen verhalten haben.

    Warum soll der Homo sapiens sapiens den Neandertaler ausgerottet haben? Ich habe in der letzten Zeit immer wieder Berichte gesehen, die eindeutig von einem friedlichen Nebeneinander und teilweise sogar von einer Vermischung der Rassen sprachen. Hat somit die Natur nicht einfach das unterlegene Modell "ausrangiert"?

    Allerdings muss ich zugeben, dass mir in diesem Bereich ein bißchen Fachwissen fehlt.
     
  4. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Naja, nachdem der Neandertaler lange als eine menschliche Abartigkeit betrachtet wurde, drehe ich den Spieß mal um. Jedenfalls erscheint mir der Neandertaler genügsamer in seiner Umwelt gelebt zu haben - immerhin ist in seiner Zeit nicht sämtliches Großwild Europas "über den Jordan" gegangen.

    Die Mehrzahl der Raubtiere tötet aus Notwendigkeit. Meine These wäre eben, dass es über Notwendigkeit hinaus ging. Z.B. zu Mutproben, Trophäenjagd, Imponiergehabe, Männlichkeitsriten und Potenzbeweis. Seine Waffen machten ihn zum Herren über Leben und Tod ... und - wie ich den (männlichen) Menschen einschätze - gefällt es ihm, diese Macht unter Beweis stellen.
     
  5. Guntbot

    Guntbot Gast

    Wenn der Homo Sapiens es aber als Notwendigkeit ansieht um seine Gene erfolgreich zu streuen,die Weibchen wollen ja immer den bestmöglichen Genträger für ihren Nachwuchs,dann ist es auch eine.
    Man kann ja nicht von den Notwendigkeiten des Einen auf die des Anderen schliesen
     
  6. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Ich muß ganz ehrlich sagen, daß ich diesen Gedanken auch schon hatte. Selbst in den entlegensten Winkeln der Welt - in Papua Neuguinea z. B. -, da wo die heutigen Menschen noch leben, wie vor 10 000 Jahren, sind sie stets kampfbereit und führen die Stämme Kriege untereinander.
    Wenn man dann unterstellt, die Neanderthaler wären dem Homo Sapiens zumindest leicht geistig unterlegen gewesen, dann ist diese Theorie für mich plausibel. Das Verschwinden der Neanderthaler zog sich ja auch einige Tausend Jahre hin.
     
  7. Pope

    Pope Neues Mitglied

    Klar, die Strategie ist für den Einzelnen "plausibel", aber halt gesellschaftlich nicht tragfähig ... wie wir heute wissen. Der Evolution kann das natürlich ziemlich egal sein.
     
  8. Guntbot

    Guntbot Gast

    wir sind zwar ein "Rudeltier" aber auch ein Rudel wird von einem Individuum angeführt.
    der einzige Unterschied zwischen uns und dem frühen HS sehe ich darin,dass einmal die Konsequenzen heute weitreichender sind als früher,
    das andere ist ,die natur kennt ja eigentlich kein "GUT"und "BÖSE"sondern nur ein "VORTEILHAFT"und ein "NACHTEILHAFT" und wir heute denken einfach auch aus der Notwendigkeit herraus langfristiger während der Frühe HS aus seiner Notwendigkeit herraus eher kurzfristig dachte und handelte
     
  9. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Eines ist mir beim nochmaligen durchlesen deines Eingangsbeitrags aufgefallen und zwar geht es um diesen Teil:
    Ich würde nicht unbedingt unterstellen, daß der Neanderthaler friedlicher war, als der nach Europa einwandernde Homo Sapiens, sondern letzterer war möglicherweise einfach nur etwas intelligenter, wodurch es ihm gelang, den Neanderthaler schrittweise in Europa zu verdrängen, bis er ausgerottet war. Daß man die jüngsten Funde des Neanderthaler in Südspanien fand, welche man auf ein Alter von ca. 28.000 Jahre datiert, paßt m.E. in dieses Bild.
     
    Zuletzt bearbeitet: 17. September 2008
  10. Leona

    Leona Mitglied

    Ich habe gerade heute nachmittag einen Beitrag auf "History Channel" dazu gesehen. Da wurden die verschiedenen Theorien zum Aussterben des Neandertalers dargestellt. Der Zeitraum des "Aussterbens" war ja auch ziemlich lange ...
    - Der Cro Magnon war einfach besser, intelligenter,
    - HS hat Krankheiten mitgebracht, gegen die die Neandertaler nicht gewappnet waren und deshalb daran gestorben sind (vgl. Invasion der weißen Siedler in Amerika!)
    - Neandertaler und HS haben zwar vielfach friedlich nebeneinander gelebt und sich vermischt (gepaart), die Nachkommen waren aber unfruchtbar, weil genetisch inkompatibel.
    Es wurde dargestellt, dass bei den heutigen Menschen KEINE Neandertaler-Gene nachweisbar sind.
     
  11. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    :grübel:
    Interessant.
    Hat man denn schon Überreste solcher "Mischlinge" gefunden?
     
  12. Turandokht

    Turandokht Neues Mitglied

    Es gibt wohl Skelettfunde, die von einigen Archäologen anhand der Anatomie als Mischlinge gedeutet werden (Brauenwülste etc.). Aber soweit ich weiß, ist das eher eine Randmeinung und wird nicht so recht von der Mehrheit der Wissenschaftler anerkannt.
     
  13. Gil-galad

    Gil-galad Aktives Mitglied

    Ich habe mal eine Doku gesehen, wo sie eine weiblich Kinderleiche ausgegraben haben, die definitiv Merkmale von beiden Menschenrassen trug. Das ist leider schon einige Monate her und ich kann mich nicht mehr an den Titel erinnern, meine aber, dass die Leiche in Spanien ausgegraben wurde.
     
  14. Leona

    Leona Mitglied

    Ja, das ist genau das, was auch in diesem Doku-Film angesprochen wurde.
     
  15. Guntbot

    Guntbot Gast

    ich habe auch einen Bericht dazu bei premiere geschichte zu diesen Thema gesehen,wobei sich die Wissenschaftler mit dem Mädchenfund(angeblicher Hybrid) beschäftigten,sie aber die Ansicht vertraten,dass es sich bei dem Mädchen um Krankeitsbedingte Skelettveränderungen nicht aber um einen Hybrid handelt
     
  16. Leona

    Leona Mitglied

    Die Meinungen zu diesem Fund gehen auseinander, einige Wissenschaftler glauben, dass es ein Hybrid ist, andere nicht ... Genau wird man das erst nachweisen können anhand der genetischen Struktur. Daran wird angeblich gearbeitet.
     
  17. Klaus

    Klaus Neues Mitglied

    Bemerkenswert, wie perfekt unsere Gutmensch-Reflexe funktionieren ! Praktisch jede Diskussion in diesem Forum zu diesem Thema gerät automatisch auf das Gleis "aber - wir sind doch die Guten !". Es wird oft stark emotional diskutiert, was mir schon einige rote Sternchen eingebracht hat.

    Ich glaube, dass die Verdrängung "unserer (!)" eventuell begangenen Taten-die-aus-heutiger-Sicht-Untaten-sind Teil des Problems ist.

    Mit Rücksicht auf das allgemeine Wohlbefinden möchte ich daher feststellen, dass die Cro-Magnons (wir !) die Neanderthaler (die anderen, mit denen wir Mitleid haben wollen, weil sie nicht alles so richtig gemacht haben wie wir) geliebt, respektiert und beschützt haben, und sie trotzdem von der unbarmherzigen Natur eliminiert wurden. =)
     
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  18. Guntbot

    Guntbot Gast

    genauso wars Klaus
    da Einzige was wir uns vorwerfen können ist das wir damals keine Reservationen für sie zur Verfügung stellten =)
    durch die immer weiter voran schreitende Urbanisierung und Entfernung zur Natur haben die Meisten vergessen(verdrängt),dass Leben ein ewiger Kampf ist auch wenn wir ihn heute im zwischenmenschlichen Bereich seltener mit der Keule führen
    ist so ein bisschen wie mit dem Fleisch essen,jeder will ein Steak auf dem Teller aber keiner will ein Tier töten :grübel:
     
  19. Treibsand

    Treibsand Neues Mitglied

    Exakt.

    Ausgangspunkt jeder Hypothese sollte doch die Grunderkenntnis, dass es sich beim Homo sapiens um eine Jäger/Sammler - Spezies handelt.
    Dasselbe können wir auch der Neandertaler/Cro Magnon - Spezies zuordnen.

    Also gibt es hier grundsätzliche Konkurrenz um Nahrung/Reviere beim Aufeinandertreffen - oder ?

    Die Frage der genetischen Ähnlichkeit/Reproduktionsfähigkeit werden sie damals eher nicht wissenschaftlich untersucht , sondern evtl.
    ausprobiert haben...=)

    Sobald sie mit dem gegenseitigen Ausrotten fertig waren,:rip: selbstverständlich
     
  20. Remo1986

    Remo1986 Neues Mitglied

    seh ich auch so.

    Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf
     

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