Göttin Anahita eine Jungfrau

Dieses Thema im Forum "Das Reich der Perser" wurde erstellt von Zoki55, 29. November 2011.



  1. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Also folgendes Problem, jemand erzählte mir das diese Göttin jungfräulich gewesen sein soll im persischen Kult. In Wikiipedia steht davon nichts, die Gleichsetzung von ihr, Aphrodite, Venus und Istar spricht ja auch nicht für Jungfräulichkeit.

    Bei google hab ich nur sehr unseriöse Quellen gefunden, die von einer Jungfräulichkeit berichten.
     
  2. Ravenik

    Ravenik Aktives Mitglied

    Möglicherweise rührt die Behauptung mit der Jungfräulichkeit daher, dass Anahita von manchen antiken Autoren (Diodor, Plinius der Ältere, Tacitus, Pausanias, Plutarch) offenbar mit Artemis/Diana gleichgesetzt wurde (Plutarch schreibt in seiner Artaxerxes-Biographie ausdrücklich, dass "Artemis von Ekbatana" von den Persern "Anaitis" genannt werde), und die war in der Tat Jungfrau.
    Umgekehrt aber setzte Berossos Anahita mit Aphrodite gleich, und die war bekanntlich keine Jungfrau.

    Möglicherweise deutet der Name "Anahita" auf Jungfräulichkeit hin, denn er soll "die Unbefleckte" bedeuten.
    Ob es eine eindeutige Aussage in einer persischen Quelle (die zuverlässiger wäre als die der Griechen und Römer) dazu gibt, ob sie Jungfrau war, weiß ich leider nicht.
     
  3. Zoki55

    Zoki55 Aktives Mitglied

    Ich bin wegen dieser Aussage deswegen sehr kritisch weil ich schon einige Jungfraugeburten gehört habe und die haben sich alle als nicht richtig dragestellt. Sie ist nicht nur Jungfrau sondern Mutter.

    Sei es nun Isis oder andere.
     
  4. Turandokht

    Turandokht Neues Mitglied

    Das wäre mir vollkommen neu.
    Der lange Artikel zu Anahid in der Encyclopedia Iranica erwähnt auch nichts dergleichen. LINK
     
  5. Turandokht

    Turandokht Neues Mitglied

    Das wäre mir vollkommen neu.
    Der lange Artikel zu Anahid in der Encyclopedia Iranica erwähnt auch nichts dergleichen. LINK
     
  6. Lesezeichen

    Lesezeichen Neues Mitglied

    Ich denke vielleicht kann man Jungfräulichkeit auch mit (zu) keinem Mann gehörend übersetzen.
    Das würde dann nicht bedeuten dass das Jungfenhäutchen noch intakt war, also sie mit keinem Mann geschlafen hat.
     
  7. Ron79

    Ron79 Neues Mitglied

    Anahita, eine altpersische Göttin der unbefleckten Frucktbarkeit - so wird sie beschrieben. Jungfrauen denken Liebe, möglich das sie eine denkende Göttin in Liebe darstellt!

    LG
    Ron79
     
  8. Chan

    Chan Aktives Mitglied

    Alternativ zu ´jungfräulich = sexuell unberührt´ bedeutet dieser Begriff - wie schon ´Lesezeichen´ 2012 andeutet - im antiken Denken auch ´sexuell ungebunden´, also unverheiratet. Das zeigt sich im Lateinischen in der Differenzierung von ´virgo = junge Frau = unverheiratete Frau´ und ´virgo intacta = unberührt gebliebene Frau´. ´Virgo´ als ´unberührte Jungfrau´ zu übersetzen ist eine spätere Modifikation.

    ´Jungfräulichkeit´ im Sinne sexueller Ungebundenheit ist ein Merkmal jener Göttinnen, die mit der Jungfräulichkeit ohne explizite Betonung einer Unberührtheit attribuiert werden. Anders als Aphrodite gehört Anahita nicht zu dieser Gruppe, da ihre ´Unbeflecktheit´ durch eine Vielzahl von Attributen feststeht. Anahitas ´unbefleckte´ Mutterschaft von Mithra erklärt sich somit als ´Survival´ (im Tylor-Frazer´schen Sinne) des parthenogenetischen Gebärmodus frühhistorischer Muttergöttinnen. Dafür spricht auch Anahitas enge mythologische Verbindung mit dem Wasser, das in der Antike – auch mit Bezug auf das mütterliche Fruchtwasser - als Quelle des Lebens galt.

    Ein anderer Geburtsmythos des Mithra deutet gleichfalls auf einen frühhistorischen Muttergöttin-Hintergrund hin, wenn auch symbolisch verfremdet. Dass Mithra aus einem Felsen geboren wird, ist zum einen kompatibel mit der Vorstellung der Muttergöttin als Erdgöttin, wie sie z.B. bei Gaia, Cybele und Demeter vorliegt, und zum anderen mit der ebenso alten Vorstellung der Muttergöttin als Berggöttin. Sowohl Erde als auch Berg stehen in engem motivischem Zusammenhang mit einem (ohnehin weiblich konnotierten) Fels. Auch hier erhellt das Lateinische den Zusammenhang: ´Materia´ (Stoff) leitet sich aus der Wurzel ´mater´ (Mutter) ab. Das mütterliche Prinzip (und generell das Weibliche) wurde in der Antike, nicht zuletzt wegen seiner uralten Assoziation mit der Erde, mit dem Stofflich-Materiellen assoziiert und das Männliche zunehmend mit dem ´Geistigen´.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. September 2017
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