Mongolensturm

Dieses Thema im Forum "Das Mongolenreich" wurde erstellt von Leopold Bloom, 15. März 2004.

  1. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied

  2. hyokkose

    hyokkose Gast

    Kaum stellt man sich als Moderator für eine exotische und bislang kaum frequentierte Ecke zur Verfügung, werden schon sämtliche Mongolenheere auf einen losgelassen...

    Aber danke für die Vorlage, lieber Leopold Bloom!

    Besonders bemerkenswert an diesem Link ist die ulkige These, daß die Mongolen "hals über kopf sich aus Schlesien zurückzogen", weil “freie” Bauern in Niederschlesien “sich selbst und ihren Hof” verteidigt hätten. (Das muß man sich einmal bildlich vorstellen: Die Mongolen reiben ein eisengepanzertes Ritterheer auf und ergreifen unmittelbar darauf angesichts einiger heugabelschwenkender Bauern das Hasenpanier.)

    Tatsächlich wandte sich die nördliche Abteilung des Mongolenheeres, die das deutsch-polnische Heer Heinrichs des Frommen geschlagen hatte, nach der Schlacht von Liegnitz nach Süden, um sich dort mit der südlichen Abteilung zu vereinigen, die fast gleichzeitig in Ungarn am Sajó mit dem Heer König Bélas zusammenstieß und es ebenfalls vernichtend schlug. Die hauptsächlichen Aktivitäten lagen in den Folgemonaten in Ungarn, doch begannen die Mongolen auch, von dort aus den Balkan unsicher zu machen und Vorstöße Richtung Wien und Venedig (wo es sicherlich mehr zu plündern gab als in Schlesien) zu unternehmen. Anfang 1242 traf dann aber die Nachricht vom Tod des Großkhans Ögödei ein. Da die Nachfolge ungeklärt war und der Heerführer Batu hier ein maßgebliches Wörtchen mitzureden gedachte, kommandierte er seine Truppen zurück in die mongolische Steppe.

    (Zu Batu: http://de.wikipedia.org/wiki/Batu)
     
  3. Hamilkar

    Hamilkar Neues Mitglied


    Also waren innere Streitigkeiten um die Nachfolge des Großkhans Grund für den Rückzug der mongolischen Truppen aus Europa?

    Aber die Mongolen müssen doch weiterhin einen großen Einfluß auf die von ihnen ehemals unterworfenen Gebiete gahabt haben, oder?

    Mussten diese dass auch weiterhin Tribut zahlen?

    Dass Venedig ernsthaft gefährdet war, kann ich nicht glauben, denn schließlich war es zur damaligen Zeit eine kleine Weltmacht. Zweifellos traue ich den Mongolen zu dass Hinterland Venedigs, sprich Padua etc. angreifen zu wollen, aber Vendedig?

    Oder meintest du bloß in Richtung Venedig und nicht nach Venedig?
    Vorstöße nach Venedig kann man eigentlich so oder so deuten.
     
  4. hyokkose

    hyokkose Gast

    Zweifellos waren die Streitigkeiten um die Nachfolge des Großkhans der Grund für den Rückzug der Mongolen aus Europa. Diese Streitigkeiten zogen sich noch viele Jahre hin. Erst 1246 gelang es Ögödeis Clan, dessen Sohn Güyük als Nachfolger durchzusetzen, sehr zum Ärger einiger Heerführer (darunter auch Batu), die dem neuen Großkhan die Gefolgschaft verweigerten. Als Güyük bereits 1248 starb, kam es zu schweren Auseinandersetzungen, bei denen sich schließlich 1251 der von Batu unterstützte Möngke durchsetzte. Möngke und sein Bruder Khubilai befaßten sich in den Folgejahren mit der Eroberung des chinesischen Sung-Reichs. Die Westexpansion richtete sich nun hauptsächlich gegen die islamische Welt: 1256 fiel Alamut (Persien), 1258 Bagdad, 1260 Damaskus, dann brachten die ägyptischen Mamelucken den mongolischen Vormarsch zum Stehen.

    Das "Hinterland"Venedigs in Istrien und entlang der dalmatinischen Küste war damals durchaus im Visier der mongolischen Vortrupps. Mit der Eroberung der Stadt Venedig hätten die Mongolen sicherlich Probleme gehabt, aber nicht deswegen, weil Venedig eine "kleine Weltmacht" gewesen wäre (mit anderen weniger kleinen Weltmächten wie China und Persien wurden die Mongolen schließlich auch fertig), sondern weil die Mongolen über keine Marine verfügten. Noch Jahrzehnte später waren sie beim Angriff auf Japan vollständig auf chinesische und koreanische Hilfe angewiesen, vgl. den von Leopold Bloom gefundenen Link: http://www.japanlink.de/gp/gp_geschichte_mongolen.shtml
     
  5. Leopold Bloom

    Leopold Bloom Neues Mitglied


    Ja.....lassen wir den netten Menschen im Glauben, seine entfernten Vorfahren hätten den braven Mitteleuropäern die Mongolenherrschaft erspart.;)




    Und fertig wurden die Mongolen immerhin auch noch mit dem Bagdader Kalifat (wenngleich dessen Machthöhepunkt mit Sicherheit lange vorbei war.)
     
  6. Harald

    Harald Gesperrt

    Hyokkose hat noch nie einen wütenden Schlesier erlebt, sonst würde er ganz anders reden!!!

    Übrigens war Schlesien so arm gar nicht, es gab in Goldberg und Löwenberg Goldbergbau durch deutsche Bergleute. Die Goldberger Knappen kämpften in der Schlacht von Liegnitz mit.
    Die deutsche Siedlung stand erst in den Anfängen, deswegen war ansonsten wirklich nicht soviel zu holen. Erst nach dem Mongolensturm begann die wirkliche Erschließung.
     
  7. Paul

    Paul Gast

    Die bisherigen Berichte die ich dazu las, sprachen davon das das mongolische Heer sich wegen der Nachfolgefrage zurückzog. Wenn du jetzt schreibst, sie hätten sich erst nach Süden gewandt, dann sieht das doch wie ein rationales Fluchtverhalten aus.
    Die Berichte über diese Schlacht bei Liegnitz gehen von sehr großen Verlusten unter den zehntausenden des Mongolenheeres gegen das 2000 Mann zählende schlesische Heer bei Liegnitz aus. Den Schwerpunkt des Heeres bildeten die Bewaffneten des Hofes, die Bauern der Umgebung u. 300 Bergleute aus Goldberg.
    Es handelte sich nicht um mit Sensen bewaffnete Bauern. Auch die Bauern verfügten sicherlich über Schwerter, Schilde, Speere u. Bögen.
    Kurze Zeit später besiegte ein neues schlesisches Heer die mongolische Nachhut.
    Die Reichsheere, welche gegen die Ungarn u. Awaren aufgestellt wurden zählten ein vielfaches des schlesischen Heeres u. mehrfaches des mongolischen Heeres. Die Mongolen mögen rational erwogen haben das sie mit weiterem Vorrücken nach Westen einem sehr starken Gegner gegenüber stehen würden, welches auch ihren Untergang bedeutet haben könnte, wie dies mit den Awaren der Fall war. Auch die Ungarn mußten sehr viel Diplomatie u. die Hinwendung zum Christentum aufbringen, um sich zu retten.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 25. April 2004
  8. askan

    askan Neues Mitglied

    Ich denke, das sich die Mongolen für den Rückweg einen Weg gesucht haben, wo sie mehr Beute machen konnten, als das sie aus Furcht vor ca. 500 Rittern samt Bauerntroß flohen.
     
  9. hyokkose

    hyokkose Gast

    Der Vorstoß nach Schlesien muß dann wohl auch als Flucht aus dem Osten zu interpretieren sein?

    Die Mongolen haben sich vor ihrem eher nebensächlichen Streifzug nach Schlesien schon mit wesentlich stärkeren, besser organisierten und technisch weit fortgeschritteneren Mächten angelegt. Mitteleuropa muß ihnen aus ihrer globalen Sicht wie ein ärmlicher Hinterhof vorgekommen sein. Auch die Staufer wußten, warum sie lieber in Sizilien residierten als in ihren mitteleuropäischen Stammburgen. Von daher ist völlig klar, warum sich die Mongolen mehr für den Süden Europas und kaum für den Norden interessierten.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. April 2004
  10. Paul

    Paul Gast

    Hallo Askan,
    wenn den Mongolen ihre Beute so wichtig gewesen wäre, hätten sie doch die Beute aus dem Feldzug nicht der Nachhut überlassen.
    Mag sein, das sie überheblich waren u. gedacht hatten, das so schnell kein Heer mehr aufgestellt werden könnte um die Nachhut zu gefährden. Nach ihren Erfahrungen aus Lignitz hätte ihnen das aber eigendlich nicht passieren dürfen.
    Sie hätten ja wissen können, das die Schlesier gerade erst am mobilisieren waren, das also dauernd neue Verstärkungen auch von Verbündeten eintrafen, aus Polen, Brandenburg, dem Deutschen Ritterorden, dem Piasten-Pommern, der Kaschubei....
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. April 2004
  11. tamas

    tamas Gast

    Ödögej ( Ogotai) starb. Alle "Söhne" der Temudschin Mussten und Wollten nach Karakorum.
    Einige 100 von den Leuten der Herzog Lamm zogen mit. Batu wollte auch nur der Cheff werden, und befahl die Goldene Horde nach Hause.
     
  12. tamas

    tamas Gast

    Wie bitte ??? "Diplomatie und Hinwendung" nennt man sowas ? Das war eine der Blutigste Horrorscenarien , die Ungarn je erlebte !
     
  13. Paul

    Paul Gast

    Naja Tamas,
    die Ungarn hatten sich in Pannonien, damals eine deutsche Grenzregion niedergelassen und die dortige Deutsche Bevölkerung überwiegend umgebracht. Das Ungarische Heer zog durch Österreich u. Bayern. Wegen dieser Bedrohung wurde zum 2. mal ein Reichsheer aufgestellt.
    Es ist eigendlich ungewöhnlich, das den Ungarn erlaubt wurde im eroberten Pannonien zu bleiben.
     
  14. okmokm1

    okmokm1 Gast

    Erlaubt wurde es, weil die Ungarn gute Krieger waren, und Anstürme aus dem Osten auffangen konnten. Sonst wäre in Deutschland heute der Döner Oma´s Spezialität.
     
  15. Arcimboldo

    Arcimboldo Aktives Mitglied

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    Was wurde mit den deutschen Siedlungen? Früher hatte man angenommen, daß die fränkischen Siedlungen total zerstört wurden und die bajuwarischen Einwohner der Siedlungen nach Westen in ihre alte Heimat geflüchtet sind, soweit sie am Leben blieben. Es kann aber angenommen werden, daß zwar die herrschende Oberschicht sich in die alte Heimat zurückzog, aber das übrige Volk zurückblieb oder nach der Gefahr wieder zurücksickerte. Es haben sich die alten deutschen Flußnamen, wie Leitha, Spratz, Rabnitz, Raab und die Ortsnamen Güns, Pinka, Zöbernbach und der Name des Plattensee erhalten. Dies ist ein Zeichen dafür, daß eine kontinuierliche Bevölkerung vorhanden war. Man meint, daß die sog. Hienzen unmittelbare Nachfahren der fränkisch-bajuwarischen Siedler sind. Es bestanden auch weiter kirchliche Mittelpunkte und stadtartige Siedlungen, wie Fünfkirchen und Mosapurk. Die baugeschichtliche Untersuchung des Fünfkirchner Domes weist darauf hin, daß der Dom und nach der karolingischen Zeit ununterbrochen dem religiösen Kult diente. Auch die ununterbrochene Verehrung des hl. Hadrian in Mosapurk deutet darauf hin. Deutsche und slowenische Priester betreuten auch während des 10. Jh.s, ihre zurückgebliebenen Gläubigen. Auch eine Anzahl von Patrozinien lebten ununterbrochen, trotz des Magyarensturmes, bei de Christen Pannoniens weiter. So blieb im Bakonyer Wald in Beel, das in der Nähe einer Schenkung an das Kloster Altaich aus dem Jahre 860 lag, das Patrozinium des hl. Maurus erhalten. So manche andere Kirchen in Transdanubien dürfte den Zusammenbruch der fränkischen Herrschaft überlebt haben. Und es waren nicht wenige. Es ist bekannt, daß der Salzburger Erzbischof Liupram in Transdanubien Kirchen planmäßig errichten ließ, die einen Tagesritt voneinander lagen. Daß sie weiter fortbestanden, beweisen eben die Patrozinien. So dürfen wir annehmen, daß der Ort Szent-Lörinc bei Fünfkirchen mit dem 860 aufnotierten Ort Ternperch identisch ist, wo Erzbischof Adalwin 865 eine Laurentiuskirche geweiht hatte. Auch das St.-Emmeram-Patrozinium in Neutra geht auf das 9. Jahrhundert zurück.

    Die deutschen Streusidlungen in Pannonien bildeten nur einen Teil der Bevölkerung. Die übrigen Teile waren Reste von Turkvölkern und vor allem Slowenen. Aber eben diese christliche Schicht der Deutschen und der Slawen förderte die Bekehrung der Magyaren zum Christentum. Die christlichen Alteinwohner Pannoniens wurden so zum Sauerteig für den christlichen Glauben der neuen Eroberer.

    Quelle :
    http://www.ungarndeutsche.de/pannonien.html
     
  16. Paul

    Paul Gast

    In anderen Quellen habe ich immer gelesen, das neben den deutschen Siedlungen slowakische u. Awarische Bevölkerungen in Pannonien lebten.
    Awaren sind Kaukasier, keine Türken. Sie sind also entfernt mit den Tscheschenen verwandt. Heute sind die Awaren ja noch die Hauptbevölkerung in der Russischen Teilrepublik Dagestan.
    Was war eigendlich mit den Gepiden geschehen? Beruhten die "deutschen Siedlungen" in Pannonien nicht vielleicht auch auf den Gepidischen Bevölkerungsresten?
     
  17. hyokkose

    hyokkose Gast

    Da verwechselst Du wohl etwas:

    "Vermutlich nicht mit den in diesem Absatz abgehandelten Awaren verwandt ist das gleichnamige Mehrheitsvolk in der russischen Teilrepublik Dagestan, die auch als Dagestaner bezeichnet werden."
    (http://de.wikipedia.org/wiki/Awaren)
     
  18. heinz

    heinz Neues Mitglied

    Zu den Mongolen zurück. Ich kenne es auch nur so, dass der Großkahn Ögedei gestorben war und die Mongolen zurückmußten, weil über die Ernennung eines neuen Khans, sich geeinigt werden mußte, Rußland stand ja jahrhundertelang unter der Herrschaft der Mongolen, bis sich Iwan der Schreckliche befreien konnte, :thx:
     
  19. Texte von mir aus einem anderen Forum: (Vielleicht enthalten sie ja ein oder zwei interssante Sachen für euch)

    Text 1:

    Zur Zeit des kuriltai von 1234 lag die gesamte reale militärische Macht in den Händen von Subatei Bahadur. Dieser wollte nun endlich ausziehen, um den gesamten Westen bis an den Atlantik zu erobern, wofür er gemäß eigener Rechnung um die 18 Jahre benötigen würde. Ihm lief jedoch die Zeit davon, den zu Beginn des Feldzugs war er schon ein alter Mann. Er aktzeptierte also den Oberbefehl eines jungen Dschingisiden als Kompromiss, denn der Einfluß der alten Generäle und Berater die noch von Dschingis Zeiten her da waren ging in Karakorum schon merklich zurück.

    Dabei hätte es sich aber nicht unbedingt um Batu handeln müssen. Der Anspruch auf die Herrschaft über den Westen für die Nachkommen Dschotschis wurde mit der Zuteilung dieser Gebiete durch Dschingis selbst begründet, aber es zogen auch andere Ranghöchste Dschingisiden mit in den Westen, darunter die Söhne des Kagan selbst, Kuyuk und Kadan, und auch sein Enkel Kaidu. Auch gemäß den Gesetzen Dschingis hätte Kuyuk genauso rechtmäßig den Oberbefehl übernehmen können. In der Folge wollte er auch nie den Oberbefehl von Batu voll anerkennen, was so weit ging, daß Ögedei ihn wegen seiner ständigen Intrigen und Machtspielchen von dem Feldzug abziehen mußte.
    Batu Khan war vor allem Subateis Kandidat, dieser sorgte dafür, daß eben Batu den Oberbefehl bekam, warum? Vermutlich war Batu leichter lenkbar für ihn, oder stimmte in seinen Ansichten eher mit denen Subateis überein als sein älterer Bruder Orda. Man bedenke, daß Batu zu Beginn des Feldzuges noch jung war und es ihm an Kriegserfahrung "mangelte" (im mongolischen Maßstab der damaligen zeit). In manchen Texten liest man, daß Batu und Orda schon zu beginn des Feldzuges getrennte Wege gegangen wären und sich den Westen aufgeteilt hätten. Dann hätte Orda schon da um 1237 die Herrschaft über Südwestsibirien angetreten und die weisse Horde begründet, aber das ist nicht richtig, Orda zog erstmal mit seinem Bruder. Die ihm später zugefallenen Gebiete wurden von Scheibani, einem mongolischen Feldherrn erobert, der mit einem Teil der Truppen Subateis nördlich von Batus Hauptarmee entlangzog. Er rottete die Wolgabulgaren vollständig aus und eroberte Südwestsibirien.

    Während des Kampfes um Russland begannen dann immer mehr Machtkämpfe und Intrigen unter den Dschingisiden die bisherige Einheit zu zersetzen. Auch der Einfluß Subateis ging langsam verloren und er verlor zunehmend die Kontrolle über seine Truppen. Vielleicht wurde er ja schon altersschwach. Unter diesen um die Vorherrschaft streitenden Gruppen bildeten Batu und Orda eine Einheit und agierten zusammen. Kuyuk gab dann seine Ambitionen auf Macht im Westen auf und ging nach Karakorum zurück, um selbst Kagan zu werden.
    Mit dem Tod von Ögedei 1241 zerfiel dann die Führung des westlichen Feldzuges in mehrere Lager und dieser mußte Deshalb!!abgebrochen werden, bis die Frage der Nachfolge und die Machtverhältnisse wieder geklärt wurden. Die Mutter von Kuyuk, Turakina hatte derweilen all die alten Führer aus Dschingis Zeiten verdrängt (sogar den alten Yelui, der immer noch lebte) und durch ihre Günstlinge ersetzt. Daher sah Batu keine Chance selber Kagan zu werden und schickte seinen Bruder Orda zur Vertretung seiner Interessen auf den kuriltai. Das zeigt doch, dass er ihm in gewissen Maßen vertraut haben muß bzw. das Verhältnis überhaupt recht gut gewesen sein muß.

    Batu und Orda bekamen dann die Herrschaft über die westlichen Gebiete zugesprochen und teilten sie dann untereinander auf. Orda erhielt die Gebiete um und hinter dem Ural, ganz Westsibirien und Nordkasachstan und er begründete dann dort die Herrschaft der Weissen Horde. Er wurde also auch Khan! Nur dem Recht nach waren beide, Batu und Orda dem Kagan unterstellt, in Wahrheit waren sie souveräne Herscher eigener Staaten, wenn auch sehr eng miteinander verbündet. Batu Khan starb dann schon 1255 und sein Sohn ebenfalls 2 Jahre später, so daß Berke ein anderer Bruder Batus die Herrschaft übernahm.
    Die Gebiete der Weissen Horde waren im Vergleich recht abgelegen und hatten als Gegner nur das Khanat Tschagathai im Süden und Südosten. Daher wurde dieses Khanat von den Wirren der nächsten Jahre erstmal weitgehend verschont und nach dem Tode Ordas 1266 folgte sein Sohn auf den Thron. Berke dagegen wurde der erste mongolische Moslem! auf den Thron und nach seinem Tod im gleichen Jahr wurde die Goldene Horde unter der Führung des Beraters ihres Khans Möngke-Timur, Nogai Chan vom Rest des Mongolenreiches de facot völlig unabhängig, während die Weisse Horde zu beiden Seiten den Kontakt aufrecht erhielt. Auch assimilierte sich die Mongolen der Goldenen Horde vollständig mit den Kiptschaken und z.T. auch mit den Russen, während die Mongolen der weißen Horde unter sich blieben. Beide Staaten standen in Konkurrenz zu den Khanaten südlich von ihnen in Zentralasien und Persien.

    Die Weisse Horde spielte dann in der mitte und zweiten Hälfte des 14 Jahrh wieder eine größere Rolle. Dort herschte dann Urus Khan, ein dirkter Nachfahre Ordas, und dieser begann mit der Eroberung der Gebiete der Goldenen Horde, die sich wegen Bürgerkriegen im Niedergang befand. Als deren letzter bedeutsamer Khan, Usbeg 1341 starb, sah sich dieser Staat einem permanenten zweifrontenkrieg gegen die Russen im Westen und die Weisse Horde im Osten ausgesetzt. 1359 starb die Linie Batus aus und Mamai Khan versuchte die Herrschaft über die Goldene Horde an sich zu reißen, genau zu diesem Zeitpunkt, als sich verschiedene Mongolen um die Herrschaft stritten, griffen die Russen an und schlugen die Truppen der Goldenen Horde am 8. September 1380 bei Kulikowa Polje vernichtend.
    Das gelang den Russen, weil zugleich die Armeen der Weißen Horde eingefallen waren. Dort hatte inzwischen der Sohn von Urus Khan, Toktamisch Khan die Macht übernommen und dieser Toktamisch war einer der letzten (rein) mongolischen wirklich großen Militärführer. Er verbündete sich mit dem gerade ebenfalls aufsteigenden Khan von Turkestan und Usbekistan, Tamerlan (=Timur Lenk) um den Rücken frei zu haben und begann mit der Eroberung erstmal bis zur Wolga und bis zum Aralsee. Dann nahm er Astrachan ein und 1378 auch die Hauptstadt der Goldenen Horde, Sarai.

    Dann eroberte er die an die Russen verlorenen Gebiete 1381 zurück und Schlug die Russen mehrmals vernichtend. Mamai Khan hatte derweilen die letzten Truppen der Goldenen Horde wieder gesammelt und stellte sich am Kalka Fluß!!! den Truppen Toktamischs, und wurde ebenso besiegt. Er floh in den genuesischen Hafen Kaffa am Schwarzen Meer und wurde dort von den Genuesern auf Geheiß Toktamischs ermordet.

    Derweilen stieg auch die Macht Tamerlans ununterbrochen aufwärts und seine Armee verheerten und zerstörten ganz Vorderasien. Mit Sorge sah er, wie die Macht Toktamischs während dessen geradezu rasend!!! schnell anwuchs. Dieser eroberte währenddessen den gesamten Kaukasus und Transoxanien und drang tief nach Rußland vor. Tamerlan entschloß sich daher zum Krieg gegen die Weisse Horde und marschierte östlich des Kaspischen Meeres nach Norden zur Wolga und zum Ural. Am Fluß Kandurtscha besiegte er erstmals eine Armee Toktamischs 1391, wenn auch recht mühsam. Bis 1395 tobte der Krieg weiter, erst dann gelang es Tamerlan, die Heere der Weissen Horde in der Entscheidungsschlacht am Terek zu vernichten. Beinahe wäre es Toktamisch Khan dabei gelungen, Tamerlan in der Schlacht zu töten, er konnte zudem, wenn auch ohne Truppen entkommen und floh nach Sibirien.
    Tamerlan zerstörte in dieser Zeit die Gebiete der Goldenen Horde so nachhaltig und gründlich, und brachte derart viele (Halb)Mongolen und Kiptschaken um, dass die bisher dort stabile und mächtige mongolische Herrschaft für immer zusammenbrach. Die Russen allein hätten nämlich die Goldene Horde, oder die Weisse Horde in ihrer Nachfolge nicht besiegen können, so wäre dieser mongolische Staat in die Neuzeit weiterbestanden und Russland wäre nie zu einem Großreich geworden.

    Toktamisch starb 1406 im sibirischen Exil, er wurde von dem Sibirischen Stammesfürsten Schadibek aus nichtigen Gründen ermordet. Auf die Reste seiner Herrschaft ging dann dort das Khanat Sibir zurück, daß dem Land den Namen geben sollte. Mit seinem Tode endete dann auch die Linie Ordas. Gerade in dem ehemaligen Gebiet der Weißen Horde lebten aber jene mongolischen Stämme, die dann in der Folge nach dem Tode Tamerlans am 18 Februar 1405 als Westmongolen die Geschichte Zentralasiens weiter entscheidend bestimmen sollten.

    Text 2:

    Zu der Zeit als der Aufstieg der Russen begann, waren die Mongolen aber selber schon in mehrere sich heftig bekriegende Staaten zerfallen. Deine Sicht impliziert, daß zerstrittene Russische Staaten eben nur gegen die Goldene Horde als einzigen Gegner gestanden hätten, tatsächlich stand auch die Goldene Horde vielen anderen Feinden gegenüber UND wurde zugleich vom Bürgerkrieg zerstört.

    Dadurch, daß die Mongolische Herrschaft der Horde so schwach geworden war, hatte diese schon um 1300 Probleme, ihre Ansprüche in Rußland (=Tribute) einzutreiben, zu dieser Zeit waren die Russen noch in mehrer ca. gleichstarke Staaten geteilt! Abgesehen von Nowgorod im Norden konnte vor allem allein Twer eine Art Überlegenheit für sich beanspruchen. Daher beauftragten die Khane der Horde Twer mit dem Einzug der Steuern und Tribute unter den Russen, wobei die Stadt dann selber Prozente davon behalten durfte. Wegen der kriegerischen Unruhen, der unter mongolischer Oberhoheit stehenden südlichen und östlichen Russischen Länder flohen sehr viele aus der Landbevölkerung dann in die relative Sicherheit der Zentralrussischen Städte, vor allem Twer und Moskau.
    Während des Khanats von Toktu wurde auf dessen Geheiß! Michael von Twer vom Metropoliten zum Großfürsten ganz Rußlands gekrönt. Toktu Khan reiste dabei selbst nach Norden, um die Unterwerfung von Michael anzunehmen, starb aber am Anfang der Reise im Jahre 1312. Ein Jahr später wurde sein Neffe Usbeg Khan. Er erkannte die Gefahr der sich zunehmend in den Händen von Twer häufenden Macht in Zentralrußland und beschloß daher Moskau zu protegieren und übertrug ihm die Befugniss für die Einziehung der Tribute. Der Herr von Moskau, Juri heiratete darauf Usbegs Schwester! und begann einen Krieg gegen Twer, den er mit mongolischer Waffenhilfe gewann. Dabei wurde Twer aber nicht zerstört und nur ein Teil der Bevölkerung dort umgebracht. Michael wurde auf Geheiß Usbegs hingerichtet.

    Usbeg war darüber hinaus ein sehr gläubiger Muslim und versuchte nun die Russen auch zu dieser Religion zu bringen. Eine bevorstehende Zwangskonversion brachte 1327 die Restbevölkerung von Twer zum Aufstand. 15. August wurden die in der Stadt befindlichen mongolischen Steuereintreiber gelyncht. Ein mongolisches Heer und ein Russisches Heer unter der Führung von Iwan Kalita, dem Großfürsten von Moskau wie er sich inzwischen nannte vernichtete darauf hin Twer und seine gesamte Bevölkerung. Er siedelte auch 1328 den Metropoliten Theognost nach Moskau um. Dabei wurden auch viele/die meisten anderen Konkurrenten Moskaus mit mongolischer Hilfe ausgelöscht. Der Herscher von Moskau wurde zum (scheinbar!!!) loyalsten Henkersknecht der Mongolen Khane gegen das eignene Volk. Als Usbeg 1341 starb, regierte sein Sohn weniger als ein Jahr bevor er von seinem Bruder Dschanibeg umgebracht wurde. Darauf hin brachen bürgerkriegsähnliche Zustände aus, die 1359 zum Aussterben der Linie von Batu Khan führten. Genau zu dieser Zeit erstarkte zudem die Weisse Horde im Westen und Litauen westlich von Rußland suchte nach Einfluß und Macht in den West und Südrussischen Gebieten. Durch diese Probleme konnten die Mongolen die Großfürsten von Moskau nicht mehr daran hindern, zunehmend unabhängig zu werden oder ihnen wie einige Jahrzehnte zuvor Twer die Macht wieder abnehmen.
    Im Gegenteil stützten sich viele Khane häufig auf moskowitische Hilfe gegen ihre äußeren Feinde und umgekehrt halfen sie den Moskowitern gegen die Litauer. In dieser entscheidenden Zeit hersche Dimitri Donskoj über Moskau (1359-1389) ihm gelang es mit mongolischen Truppen die Litauer entscheidend zu schlagen und den letzten Konkurrenten Rjasan auszuschalten. Ab 1375 herschte dann Moskau über den Gros Russlands uneingeschränkt.

    Durch den Einfall der Weissen Horde unter Toktamish Khan (er eroberte Sarai, die Hauptstadt schon 1378!! also zwei Jahre vor der Schlacht bei Kulikowo Polje!) wurde die Goldene Horde so geschwächt, dass Dimitri seine Chance gekommen sah, sich für immer von der mongolischen Oberhoheit zu befreien. Daher fiel er gleichzeitig mit Toktamish Khan in die Gebiete der Goldenen Horde ein und schlug Mamai Khan am 8.September 1380! Das ist also noch VOR dem Einfall Tamerlans!!!!! Die Litauer gingen übrigens erst gar nicht auf das mongolische Bündnisangebot ein! daher schickte Jagiello keine Truppen, er hatte genug Probleme mit dem Deutschen Orden vor seiner Haustür, als das er sich um so weit östlich vom ihm gelegene Gebiete hätte kümmern können!!
    Wie geschrieben konnten sich die Russen aber gegen die Truppen der Weissen Horde wiederum nicht behaupten und Toktamish Khan drängte die russichen Verbände nach Zentralrussland zurück. Er begann sogar mit der Wiedereroberung Zentralrusslands, sein klares Ziel war die Vernichtung Moskaus, nach der wahrscheinlich Russland wieder in mehrere zerstrittene Regionen zerfallen wäre.

    Dies wäre aber ein so erheblicher Machtzuwachs für ihn gewesen, daß sich eben dann Tamerlan zum Präventivkrieg gegen die Weisse Horde entschloß!!!
    Sein Angriff erfolge jedoch erst 1390 und dauerte bis zur Schlacht am Terek 5 Jahre also bis 1395, daß ist 10-15 Jahre nach der für die russen siegreichen Schlacht bei Kulikowo!
    Zusammengefaßt: Die Einigung Russlands unter der Herrschaft Moskaus geschah auf Geheiß und Befehl und mit massiver militärischer Hilfe der Mongolen!!!!!
    Die Niederlage der Goldenen Horde (nicht die der Mongolen allgemein!) 1380 kam durch den zweifrontenkrieg gegen die Russen im Westen und Toktamish Khan im Osten zustande, der bereits zu diesem Zeitpunkt über die Hälfe des Gebietes der Goldenen Horde erobert hatte!!!!! Bis dahin ist alles Fakt und keine Spekulation wie sie schreiben.
    Ohne den Einfall Tamerlans wären die Moskowiter wahrscheinlich von Toktamish Khan geschlagen worden und Russland wieder zerfallen. Das ist natürlich eine Spekulation, aber die tatsächlich stattgefundenen Ereignisse implizieren ziemlich sicher einen Verlauf in diese Richtung!!!

    Weil Tamerlan die Weisse Horde/Goldene Horde vernichtete blieb Moskau weiter Herscher in Zentralrußland und konnte dann sich im Laufe der Zeit immer weiter ausdehnen. Das ist wieder ein Fakt.

    Text 3:

    Jetzt bin ich wieder dankenswerter weise auf das Problem mit den Zahlen gestoßen worden. In den meisten Chroniken ihrer Opfer erscheinen die mongolen als eine art unaufhaltbare Welle, wie Wasser, und in ungeheuren Zahlen, so daß sie natürlich! nur!! wegen ihrer Zahl nicht aufgehalten werden konnten .
    Da geistert immer noch in den Köpfen die Zahl von 600 000 !!!! Mongolen Soldaten herum, die angeblich Russland invasierten, und diese ist sogar noch eine relativierte, denn die originalen Chroniken sprechen sogar von Millionen Mongolen ungeachtet der Tatsache, daß das gesamte mongolische Volk selbst heute nicht groß genug wäre, so viele waffenfähige Männer aufzustellen.

    Das gleiche bei uns z.B. Griechen gegen Perser, mit mind. 1 Millionen Soldaten soll Xerxes Griechenland invasiert haben, ungeachtet dessen, daß er eine solche Armee gar nicht mit Essen versorgen konnte, weil die Landwirtschaft Griechenlands und Kleinasiens gar nicht so viel produzierte.

    Man sollte sich mal überlegen, wo in den russsischen Sümpfen mind 5 Millionen mongolische Pferde Futter und Platz hätten finden sollen. Tatsächlich waren gerade im Mittelalter alle sonstigen Armeen bewiesener Maßen relativ klein.
    Auch die mongolischen Armeen waren nie sehr groß. Im Verhältnis zu West/Mittel Europa wären sie zahlenmäßig überlegen gewesen, im Verhältnis zu China oder Persien waren sie drastisch unterlegen. Im Verhältnis zu den Russen ungefähr gleichwertig. Es kommt eben nicht nur auf die Zahl an, sondern vor allem auf die Qualität.

    Bewiesene Zahlen:

    Beim Tode Dschingis Khans waren die GESAMTEN mongolischen Streitkräfte in der GESAMTEN Welt 123 000 Mann stark. Sie gliederten sich in Linker Flügel mit 62 000, Rechter Flügel mit 38 000, Garde und Zentrum 13 000, Sonstige 10 000. Selbst am Ende der Herrschaft Ögedeis wo die mongolischen Heere das absolute Maximum an Zahlen erreichten gab es nicht mehr als etwas über 200 000 Soldaten insgesamt. Davon war aber nur noch ein Bruchteil noch wirklich mongolisch.

    Die Mongolen siegten durch geniale Psychologische Kriegsführung, Überlegene Qualität und Technologie, Fehlerlose Strategie und Taktik, aber nie durch zahlenmäßige Überlegenheit.
    Genau diese täuschten sie aber gerne vor, erstens durch ihre Beweglichkeit, durch ständigen Ortswechsel täuschten sie vor überall zugleich zu sein, auch setzten sie Puppen auf ihre Reservepferde usw. usw.

    Der Gegner sollte Glauben sie währen Millionen und dadurch allen Mut verlieren. Daher diese Zahlen die noch bis heute in den Köpfen herumgeistern.

    Text 4:

    Vorgeschichte: Im Mittelalter, noch vor den Kreuzzügen kam in Europa die Geschichte vom Priesterkönig Johannes auf: Hinter den nun muslimischen Ländern sollte es ein christliches mächtiges Königreich geben, daß den Christen im Abendland in einer entscheidenden Stunde dann zur Hilfe eilen würde. In dieser Geschichte ist ein wahrer Kern, den in Afrika gab es noch das christliche Äthopien und in Asien (Uiguren!) zum Teil sehr viele Nestorianische Christen.

    Im Jahre 1071 wurde der bis dahin größte und mächtigste christliche Staat in Europa, das Byzantinische Reich von den Seldschuken (=Türken) in der Schlacht von Mantzikert so vernichtend geschlagen, daß es sein Kernland, Anatolien/Kleinasien an die Seldschuken verlor. Davor hatte Byzanz sogar Teile Syriens besessen und auch Gebiete bis in den heutigen Libanon, und war eigentlich in der Offensive. Auch das "heilige Land" das heutige Israel war vor der islamischen Eroberung byzantinisches Territorium gewesen.
    Die Byzantiner ersuchten nun die anderen Staaten in Europa um Hilfe gegen die Seldschuken. Doch warum sollten diese Staaten ihnen helfen? Daher wandten sich die Byzantiner an die Katholische Kirche und äußerten erstmals die Idee eines Krieges zur Wiedergewinnung des heiligen Landes. Schon 1074 plante Papst Gregor der VII mit einem christlichen Heer nach Osten zu ziehen, die Idee fand aber keinen Anklang. Doch die Idee breitete sich langsam dann doch in Europa aus und fand immer mehr Begeisterung. Auf weitere Bitten des byz. Kaisers Alexios Kommenos rief daher dann Papst Urban II am 26.11.1095 in der Synode von Clermont den ERSTEN Kreuzzug aus. Unter dem Motto: Deus lo volt, d.h. Gott will es. Zwischen 1096 und 1291 brachen dann immer wieder sehr große christliche Armeen auf um das heilige Land zu erobern oder die Heiden zu töten. Die Kreuzzüge werden daher allgemein numeriert, in dem Zeitraum fanden 7 Kreuzzüge gegen die Muslime in der Levante statt, es gab aber auch Kreuzzüge gegen andere Christen, Ketzer und auch gegen die Muslime in Spanien.

    Schon im 1 Kreuzzug eroberten die Kreuzritter Jerusalem und den ganzen Nahen Osten zurück. Am 15.7.1099 erstürmten sie die heilige Stadt nach fünf Wochen Belagerung und töteten die gesamte Bevölkerung, obwohl diese in der Mehrheit christlich war. Allgemein herschte in der Kreuzzugszeit durch den extremen religösen Fanatismus der damaligen Europäer eine ebenso extreme Gewalt gegen jeden Andersdenkenden. Obwohl sich auch einzelne aus Profitgier, Machtgier usw. anschlossen, war doch die Mehrheit der Kreuzritter wirkliche Fanatiker, die zudem davon überzeugt waren, jede Sünde und jedes Verbrechen begehen zu dürfen, weil mit dem Sieg und der Eroberung Jerusalems ihnen alle Sünden von Gott wieder erlassen würden. Der Fanatismus führte im weiteren zu so merkwürdigen Erscheinungen wie den Kinderkreuzzügen, wo nur kleine Kinder sich auf den Weg machten um das Heilige Land wiederzuerobern. Kein einziges kam lebend an!

    Der bis dahin herausragend tolerante und weltläufige Islam veränderte sich in Kontakt mit den Kreuzrittern völlig. Die Muslime radiaklisierten sich ebenso und es gelang ihnen langsam die zahlenmäßig unterlegen Kreuzritter wieder aus ihren Ländern zu vertreiben. 1187 eroberte Saladin Jerusalem erstmals wieder zurück, dann gewannen es die Kreuzritter wieder zurück, aber bei jedem Mal verloren sie etwas mehr an Boden und Einfluß. Zudem verbreitete sich viel muslimisches/antikes Wissen und Kultur in Europa durch die heimkehrenden Kreuzzügler, und man begann an der Idee des heiligen Krieges zu Zweifeln. Die Begeisterung und der Fanatismus ließen nach, während die Muslime gleichzeitig fanatischer wurden.
    In Ägypten hatten derweilen Militärsklaven türkischer und kaukasischer Herkunft die Macht an sich gerießen, die Mamelucken. Diese waren Sklaven die nur für den Krieg trainiert wurden. Sie wurden zum erfolgreichsten Feind der Christen im Osten. 1244 eroberten sie Jerusalem für immer zurück und bedrängten die Kreuzritter so stark, daß das Ende in Sicht war. Zudem töteten die Mamelucken fast grundsätzlich ihre Gegner und machten keine Gefangenen. Es sah so aus, als ob all die Mühen und Anstrengungen völlig umsonst gewesen wären.

    Hauptgeschichte: Derweilen hatte sich aber im Rücken der Muslim einiges getan!! Nachdem Ögedei 1229 Kagan geworden war schickte er erstmals Truppen nach Mesopotamien, vorher waren schon Subudai und Dschebe durch Georgien und den Kaukasus gezogen. Die ersten Nachrichten von den Eroberungszügen der Mongolen erreichten die Europäer und auch die Kreuzritter genau zu der Zeit wo die Mamelucken die Macht ergriffen und gegen sie vorzugehen begannen. 1230 stieß eine mongolische Armee von 30 000 Mann unter dem Orlok Chormagan in den heutigen Nordirak vor. Da kam zum ersten Mal die Rede vom Priestekönig Johannes wieder auf, der nun endlich den Christen zur Hilfe eilen würde. Tatsächlich gab es damals bei den Mongolen einige nestorianische Christen, auch in Führungspositionen. Doch geschah wegen interner Reibereien und Kämpfen in China und im Osten erstmal nichts. Dann brach Subudai mit Batu Khan zu seinem großen Feldzug nach Westen auf und im Jahr zuvor entsandten die Mongolen eine Armee nach Armenien und Georgien die dann weiter den Kaukasus besetzen sollte, um die südliche Flanke des Vormarsches von Batu Khan zu sichern. Zwischen 1236 und 1239 eroberten und zerstörten sie die genannten Regionen und stießen da auch erstmals auf Seldschukische Truppen (Seldschuken waren der zweite Hauptgegner der Kreuzritter nach den Mamelucken)!

    Obwohl die Mongolen in dieser Aktion vor allem christliche Staaten eroberten (Georgien und Armenien) waren sich die Westeuropäer nach den Siegen über die Seldschuken sicher, daß nun der legendäre Priesterkönig Johannes gekommen sei. Warnende Stimmen aus Byzanz sprachen jedoch schon von den Gog und Magog aus der Bibel die das Ende aller Zeiten bringen würden weil die Byzantiner genauere Kenntnis von den Vorgängen im Osten hatten. Während Batu Khan im Norden Rußland eroberte marschierte die andere Hälfte der mongolischen Streitkräfte unter dem Befehl eines Sohnes von Ögedei namens Baidschu 1241 in Kleinasien und Syrien ein. Weil Ögedei sich der Christen bedienen wollte um schneller zu siegen schickte er einen Sonderbeauftragten namens Simeon, ein nestorianischer Bischof mit, der aufpasste daß keine christlichen Kirchen zerstört wurden. Auf Vermittlung des Königs Hayton von Kleinarmenien verbündeten sich darauf hin einige Christen mit den Mongolen. Das Vorgehen der Mongolen im Norden zu dieser Zeit gegen Christliche Staaten bis hin nach Ungarn und Böhmen ließ jedoch die Kreuzritter und den Papst von einem Bündnis zurückschrecken. Ögedei starb und die mongolischen Truppen zogen sich erstmal zurück, bis die Machtfrage geklärt war. Die Muslime waren noch einmal! mit dem Schrecken davongekommen. Obwohl 1243 noch einmal die Selschuken von den Mongolen vernichtend geschlagen wurden.

    In der Zwischenzeit beeilten sich die Mamelucken, die Christen im Osten endgültig loszuwerden (=zu töten) schafften es aber nicht ganz, und 1251 übernahm Möngke Khan die Macht als Kagan und beschloß sich wieder des Südwesten seines Reiches anzunehmen. 1255 sammelte Möngkes Bruder Hülagu das bis dahin größte mongolische Heer bei Samarkand. Dazu kamen mehrere Tausend chinesische Belagerungsspezialisten. Als erstes wandte er sich den Assasinen zu, einer sich in den Bergen verschanzenden islamischen Sekte. 1256 erstürmten die Mongolen bereits die letzten Festungen dieser Sekte und rottete sie so vollständig aus, das sie für immer aus der Geschichte verschwand. Allein die bis dahin als völlig uneinnehmbare Hauptburg Alamut konnte 3 Jahre gehalten werden und fiel dann trotzdem. Der letzte Scheik der Sekte wurde nach Karakorum gebracht und dort dann getötet. Dann verlangte Hulagu vom Kalifen Mustassem die Unterwerfung ALLER Muslime unter die mongolische Herrschaft und die Zerstörung der Stadtmauern Bagdads und aller anderen großen muslimischen Städte.

    Dies verweigerte der Kalif natürlich und sammelte ein islamisches Heer. Er zog den Mongolen sogar entgegen und überschritt dabei den Tigris um eine Mongolische Einheit unter dem Kommando von Baidschu am Westufer anzugreifen. Die Mongolen zerstörten darauf hin einen der Hauptdämme und teilten durch die Wassermassen die islamische Armee und vernichteten dann nacheinander die beiden Hälften. Dabei gelang es nur 25 000 mongolischen Soldaten ungefähr 100 000 Gegner zu besiegen und zum größten Teil zu töten! 1258 wurde Bagdad eingeschlossen und dann sofort erobert und die gesamte Bevölkerung umgebracht. Insgesamt töteten die Mongolen in dieser Zeit 1 Millionen Menschen. Dies, und die Wiederholung dessen durch Tamerlan später brannten sich in das islamische Gedächtnis für immer als "Mongolensturm über Bagdad" ein, und genau dies wurde z.B. jetzt wieder für den Angriff der Amerikaner im GK II als Bezeichnung hervor geholt und verwendet um die Gefühle der Iraker gegen die Amis aufzubringen.

    Hulagu wurde mit der Zerstörung Bagdads automatisch der Verbündete der Christen im Osten. Seine Hauptfrau Doqus Kathun (eine Witwe Tulis!) war zudem nestorianische Christin und vermittelte zwischen Christen und Mongolen. Der mongolische Feldherr Ked Buka, der schon 1243 die Seldschuken geschlagen hatte marschierte nun nach Syrien und nach Damaskus. Die Stadt wurde ebenso erobert, aber nicht zerstört, zu diesem Zeitpunkt schlossen sich zum ersten Mal Kreuzritter den mongolischen Truppen an, obwohl die christen wußten, daß die mongolen genauso gegen christliche Staaten vorgegangen waren. In Ägypten sammelten derweilen die Mamelucken ihre Truppen um ihr Land zu verteidigen. Genau in diesem Jahr 1259 starb dann Möngke und Hülagu kehrte mit einem Teil seiner Truppen nach Osten zurück um seine Machtansprüche durchzusetzen. Die Mamelucken erkannten ihre Chance und marschierten nach Norden um die Restlichen mongolischen Verbände unter Ked Buka anzugreifen. Dabei mußten sie das Gebiet der Kreuzritter passieren.
    Diese ließen sie jedoch durch!!! ohne ihnen von ihren Burgen und Festungen aus Wiederstand zu leisten. Die Idee dahinter war, daß die Mongolen und die Mamelucken sich am besten gegenseitig ohne christliche Verluste auslöschen sollten, mit den Resten einer der beiden Seiten würde man dann selbst abrechnen. Einige Kreuzfahrer standen aber schon auf mongolischer Seite. z.B. Bohemund IV von Antiochia und auch die Armenier unter Hayton mit insgesamt 10 000 bis 12 000 Mann. Trotzdem verhielt sich das Gros der Kreuzritter neutral und wartete ab, auch auf Befehl des Papstes.

    Obwohl das mongolische Heer drastisch zahlenmäßig unterlegen war, nur 20 000 mongolische Soldaten! galten diese doch als so unbesiegbar, daß man sogar eher mit einer Niederlage der über 100 000 Mamelucken rechnete. Am 3. September 1260 stießen die Heere bei Nazareth, das ist der Ort wo Jesus Christus herstammt, aufeinander. Ked Buka hat sich die Stelle vermutlich ausgesucht, weil dort die Quelle lag, an der gemäß der Bibel der kleine David den gewaltig großen Gholiat getötet hat, also aus psychologischen Gründen. Deshalb heißt die Schlacht nach dieser Quelle Ain Dschalut, auf Deutsch eben Gholiatsquelle!
    Ked Buka zog sich wieder erwarten nicht zurück und führte auch nicht das übliche bogengefecht durch, womit die Mamelucken gerechnet hatten. Deshalb hatten sie viele schlechtere Truppen und fragwürdige Verbündete nach vorne gestellt. Er stürmte sogleich in den Nahkampf gegen den fünffach überlegenen Gegner und dieser war so überrascht, das die Mongolen viele feindliche Abteilungen überrannten und vernichteten.

    Üblicherweise wenn schon ein Gros einer Armee flieht bricht auch bei den noch hinten stehenden Panik aus und sie fliehen mit, die Schlacht ist verloren. Die Mamelucken waren aber genauso oder vielleicht sogar noch tapferer und disziplinierter als die Mongolen und selbst und blieben stehen. Dann prallten die Mameluckischen Elitetruppen und die Mongolen aufeinander, die Mamelucken waren numerisch immer noch doppelt so stark, bei diesem Anprall wurde Ked Buka aus Zufall getötet. Die Mongolen wurden in einem sehr langen und zähen Nahkampf besiegt und vernichtend geschlagen. Vermutlich konnten sie es selber nicht glauben, daß sie zum ersten mal so verloren!!!! Daher kämpften sie noch weiter als sie schon verloren hatten und erlitten, was eigentlich unüblich für sie war recht hohe Verluste.
    Die Mamelucken eroberten Allepo und Damaskus zurück und verfolgten die mongolischen Reste bis an den Euphrat. Dort schloßen ihnen sich Reserven an und sie umgingen die Mamelucken und eroberten und zerstörten wiederum Allepo hinter ihrem Rücken. In der ganzen Zeit taten die Kreuzritter nichts, lediglich die armenischen Verbände blieben bei den Mongolen! Zu dieser Zeit reisten jedoch erstmals Abgesandte des Papstes (Rubruk, Carpini) nach Osten um den Kagan zu besuchen und seine Wahren Motive herauszufinden und eventuell eine Allianz auszuhandeln. Die Mamelucken kehrten umd und schlugen dann in einer zweiten Schlacht bei Homs die Mongolen ein zweites Mal auch diesmal aus zahlenmäßiger Überlegenheit und Gleichwertigkeit ihrer Soldaten.
    Dabei erlitten beide Seiten nur sehr geringe Verluste, als die Mongolen erkannten, daß sie von den Mamelucken ausmanövriert waren und die Gefahr bestand eingeschlossen zu werden flohen sie erfolgreich.

    Hülagu war derweilen im Osten gebunden und konnte seinen restlichen Truppen nicht mit seiner Hauptarmee unterstützen, da er die Machtergreifung Khublais damit unterstützen mußte. Er und Khublai hatten sehr schwer mit Alghui einem Enkel Tschagathais zu kämpfen. Erst 1262, als Khublai Kagan wurde war Hülagu wieder handlungsfähig.
    Derweilen war im Norden Batu Khan gestorben und sein Bruder Berke hatte die Macht übernommen. Berke haßte Hülagu und war darüber hinaus ein gläubier Moslem und wollte daher verhindern, daß der Islam durch Hülagu weiter vernichtet und verdrängt würde. Als erstes zog Berke ihm loyale Truppen von der Armee Hülagus ab, so daß diese dadurch geschwächt wurde. Die Soldaten der Goldenen Horde die sich bei Hülagu befanden zu weit südlich standen um über den Kaukasus nach Norden zu fliehen liefen zu den Mamelucken über. Hülagu war nun der Überzeugung, daß er erst Berke schlagen mußte, bevor er wieder gegen die Mamelucken ziehen konnte.

    Während im Osten Khublai noch Arik Buka um die Macht kämpfte standen sich also im Westen nun auch zwei mächtige Khane der Mongolen gegnüber. Die Truppen der Goldenen Horde schlugen 1262 und 1263 Hülagu mehrmals, trotzdem konnte dieser den Kaukasus besetzen und die Goldene Horde zurückdrängen. Kaiser Michael VIII von Byzanz half ihm derweilen an seiner Flanke gegen die Türkischen Stämme in Anatolien. Da dieser gleichzeitig ein Feind der Kreuzritter war, standen diese zunehmend eher gegen Hülagu. Während sich die Christen natürlich auch nicht mit der Goldenen Horde verbünden konnten, da diese inzwischen zum Islam übergegangen war. Als mit Hilfe Berkes der König von Georgien Unabhängig werden wollte eilten diesem dann einige Kreuzritter zu Hilfe. Inzwischen hatte sich Khublai jedoch im Osten endgülig durchgesetzt und schickte 30 000 Mann zur Hilfe. Mit diesen Truppen kam es zu einem Sieg für Hülagu gegen die Georgier und Berke, trotzdem konnte Hülagu nie wieder nach Ägypten vorstoßen, da Berke dabei kaum Verluste erlitten hatte und mit seiner Armee immer noch im Kaukasus stand. Währe Hülagu vorgerückt, so hätte Berke ihm den Rückweg abgeschnitten und er währe in einem zweifrontenkrieg gestanden. So blieb die Lage ein allgemeines Patt, und keine Seite konnte mehr handeln.

    1265 starb Hülagu und wurde von den östlichen Christen (Orthodoxe und Nestorianer) die sich aber in der Zeit von 1200 bis 1250 sich von den Verbündeten und Hilfesuchenden der Kreuzritter zu deren Feinden entwickelt hatten, sehr betrauert. Er wurde auf einer Insel im Urmia See bestattet. Damit zogen sich die Mongolen aus Syrien und Kleinasien für immer zurück und der Islam schob sich wieder zwischen die Kreuzritter und die mongolische Herrschaft der Il Khane in Persien.

    Nachgeschichte: Nach dem Tod Hülagus zogen die Mamelucken wieder los um die Kreuzfahrer nun endgültig zu vernichten. Darauf hin gab es im Jahre 1270 den letzten großen Kreuzzug (Nummer 7) unter dem französichen König Ludwig dem IX der später Heilig gesprochen wurde. Er zog schon nicht mehr ins Heilige Land sondern nach Tunesien und kam dort mit seiner gesamten Armee um. Im Jahre 1291 fiel mit der Festung Akkon der letzte christliche Stützpunkt im Heiligen Land an die Mamelucken. Damit waren die Kreuzzüge für immer gescheitert.

    Die Mamelucken wurden 1798 von Napoleon (Frankreich! vgl. letzter Kreuzzug!) in der Schlacht bei den Pyramiden in Ägypten so vernichtend geschlagen, daß sie im weiteren aus der Geschichte verschwanden!

    Text 5:

    Die Namen Carpini und Rubruk sind noch eher bekannt, viele wissen aber nicht, daß es noch mehrere andere diplomatische Kontakte zwischen Europa und den Mongolen gab. Grund für all diese Missionen waren die Bemühungen des Papstes und des damaligen französischen Königs Ludwig IX ein Bündnis mit den Mongolen gegen die Mamelucken in Ägypten einzugehen. Ein solches Bündnis war auch sehr im Interesse der Mongolen, jedoch kam es nie wirklich zustande, da das Mongolenreich genau zu diesem Zeitpunkt in interne Streitereien verwickelt wurde und in Teilreiche auseinanderfiel. Die folgenden Informationen entnehme ich "Wilhelm von Rubruk, bei Großkhan der Mongolen", daß zu kaufen ich sehr empfehle.
    Es gab übrigens auch Kreuzzugsaufrüfe Gegen! die Mongolen, als diese 1240/41 unter Batu Khan und Subudai in Ungarn, Polen und Böhmen einmarschierten. Ein großteil des Adels des damaligen Königreiches Deutschland und des gesamten Hl Röm Reiches Deutscher Nation legte ein Kreuzzugsgelübde gegen die Tartaren ab, und viele Mönchorden wie z.B. die Jakobiner predigten zum heiligen Krieg gegen Batu Khan. Dem folgten aber keine Taten, weil die Mongolen so schnell wieder abzogen und der Kampf Papst gegen Kaiser wieder die Aufmerksamkeit des Adels mehr beanspruchte.

    Der Versuch sich zu verbünden ging dann eben vom Papst aus, als 1244 Jerusalem endgültig an die Mamelucken verloren gegangen war. Der Papst sandte 1245 eine erste Delegation unter der Führung eines Franziskanermönches namens Lorenz von Portugal nach Persien. Dieser kam aber vermutlich bei der Reise ums Leben, daher folgte eine weitere Mission am 16. April 1245 von Lyon aus, die der bekannt gewordene Plano Carpini anführte. Er reiste über Rußland nach Osten und traf Kuyuk Khan 1246 in Karakorum. Ein gewisser Benedikt von Polen fertigte nach der Rückkehr ende 1247 einen ausführlichen Reisebericht an. Der Kagan forderte in seiner Antwort die formelle Unterwerfung des Papstes und der Katholischen Kirche unter seine Hoheit, dann würde er auf die Vorschläge des Papstes eingehen. Das war für den Papst unmöglich anzunehmen, da er sich selbst als größten Herscher auf Erden sah, und deshalb auch den Anspruch des Kaiser in Europa bekämpfte.

    Er schickte also eine dritte Delegation unter Leitung des Dominikaner Mönches Ascelinus nach Karakorum. Von dem eigentlich umfangreichsten der Reiseberichte, den bei dieser Gesandschaft ein gewisser Simon aus St. Quentin anfertigte ist jedoch leidern nur ein Bruchteil erhalten geblieben. Daher ist diese Reise im Vergleich zu der Carpinis so unbekannt.
    1248 hatte sich schon König Ludwig IX von Carpini über den Stand der Verhandlungen informieren lassen, da er unbedingt einen Kreuzzug gegen die Mamelucken durchführen wollte. Im Jahr darauf vermittelte der König von Zypern, Heinrich an ihn ein Schreiben das von Sinnibald von Armenien stammte, dem Bruder des Königs Hayton von Armenien. Dieser intrigierte um die Mongolen und Christen zu einem Bündnis gegen den Islam zu bewegen und stellte die Mongolen in dem Schreiben als halbe Christen da, und ihre Ansichten als wohlwollend. In der umgekehrten Richtung traf auf Zypern 1248 eine Delegation der Mongolen ein, die eine Botschaft des mong. Statthalters von Persien brachte. Die Gesandten waren zwei nestorianische Christen die sich David und Markus nannten. In ihrem Schreiben garantierte der Khan die Religions- und Missionierungsfreiheit der Christen in seinem Reich. Vermutlich war diese Delegation aber nur ein Versuch, daß französiche Heer auf jeden Fall gegen Ägypten zu wenden oder die beiden Gesandten waren sogar vielleicht Betrüger im Auftrag der Armenier.

    König Ludwig sandte darauf hin eine eigene Delegation nach Osten, die reiche Geschenke und sogar ein Stück vom Kreuz Jesu Christi mit sich führte. Diese Delegation führte Andreas von Longiumeau. Auch er gelangte war auf dem Weg nach Karakorum, als Kuyuk starb. Daher brachte seine Mission kein Ergebnis, da die Mongolen erst die Macht und Nachfolgefrage klären mußten. Der französische König war derweilen wirklich mit seiner Armee nach Ägypten gezogen und dort von den Mamelucken vernichtend bei Mansurah geschlagen worden. Er selbst geriet in Gefangenschaft und mußte sich freikaufen. Der mongolische Statthalter von Persien und Armenien drängte derweilen darauf, daß die mongolischen Truppen auch nach Ägypten zogen, aber wegen des Todes von Kuyuk wurde diese Chance verpasst. Derweilen kam aus den Gebieten der Goldenen Horde eine Gesandschaft über Konstantinopel nach Westen. Diese wurde durch Phillip de Toucy geführt und hinterbrachte König Ludwig das die Mongolen immer noch an einem Bündnis interessiert wären. Begleitet wurde die Delegation von einem Ritter Balduin von Hennegau der auf eigene Faust zuvor bis nach Karakorum gereist war.

    Da der mongolische Khan Sartach angeblich ein Christ geworden war, und der neue Kagan Möngke den Christen sehr wohlwollend gegenüberstände, sandte Ludwig IX auf diese Nachrichten hin noch ein letztes Mal eine Gesandschaft nach Osten, diese sollte jedoch primär mit Sartach und Batu Khan selbst verhandeln und gar nicht erst nach Karakorum weiterreisen. Vor allem sollten die Mönche dieser Gesandschaft gleich dort bleiben und missionarisch wirksam werden und die mongolen in Russland zum Katholischen Glauben bekehren. Führer dieser Gesandschaft war dann eben dieser Wilhelm von Rubruk, dessen sehr genaue Reisebechreibung bis heute erhalten blieb. Die Gesandschaft brach am 7.Mai 1253 in Konstantinopel auf und kehrte am 15. August 1255 zurück, sie brauchte also zwei Jahre. Obwohl eigentlich Batu und Sartach die Ansprechpartner gewesen wären, schickten diese beiden Rubruk nach Karakorum weiter, wo er vom Kagan Möngke zwar empfangen wurde, jedoch nichts ausrichten konnte. Da kein Bündnis zwischen den Mongolen und Tartaren zustande gekommen war zog dann Ludwig IX mit seiner Armee nach Tunis und kam dort um. Genau zu dieser Zeit brachen auch die mongolischen Armeen unter Hülagu Khan auf um den Irak, Syrien und Ägypten zu erobern. 1258 zerstörten sie Bagdad und erlitten nach dem Abzug eines Teils ihrer Streitkräft 1260 bei Ain Dschalut die entscheidende Niederlage gegen die Mamelucken. Im folgenden wurden die Il Khane wie auch die Goldene Horde muslimischen Glaubens und damit war kein Bündnis mehr möglich.

    Wäre es den Gesandten gelungen, die Bemühungen der Mongolen und der Franzosen zu kooridinieren und hätten sie ein Bündnis gegen Ägypten und die Mamelucken zuwege gebracht, das scheiterte nur am schnellen Tod von Kuyuk und den darauf folgenden Kämpfen im Mongolenreich um die Macht, wären die Mamelucken sehr sicher besiegt worden und die Mongolen hätten Ägypten erobert. Das heilige Land wäre dann auch unter mongolische Herrschaft gefallen, aber von seiner Besiedelung her christlich geblieben. Die Westlichen Mongolen hätten sich dann nicht oder erst später dem Islam zugewandt, die gesamte Weltgeschichte wäre völlig anders verlaufen.

    Text 6:

    Die Mongolen stellten in der Goldenen Horde schon zu Batus Zeiten nur noch die Oberschicht und assimilierten sich rasch! physisch! und auch kulturell. Auch wenn´s die Russen nicht gern hören, so vermischten sich Mongolen auch mit Russen, vor allem bei Adligen Familien, deren Nachkommen dann ihren Status auch im Zarenreich beibehielten. Nach dem Sturz der Yuan Dynastie 1368 gewannen die Westmongolen dann wieder erheblich an Bedeutung. Auch! die Macht der Goldenen Horde wuchs wieder und ihre Herrschaft begann sich erneut in schon verlorenen Gebieten zu etablieren. Unter Toktamisch Khan wurden sogar die Russen zurückgedrängt und eine sehr aggresive und erfolgreiche Außenpolitik begonnen. Sie wäre als mächtiger Staat in die Neuzeit weiterbestanden, wenn sie dann nicht durch Tamerlan so massiv getroffen worden wäre.

    Folgende Informationen entnehme ich einem Beitrag von Veronika Veit, aus die Mongolen (89):

    Dennoch stammen die Kalmücken nicht von den Herschern der Goldenen Horde her, sondern von mongolischen Stämmen, die in den Ostgebieten der Goldenen Horde siedelten. Zu den Westmongolen zählen auch die Dsungaren und die Ölöten, sie sind Stämme, die von den Oiraten her abstammen, die schon in der Geheimen Geschichte erwähnt werden. In Chroniken des 17 Jahrh wird dann einer der vier Stämme der Oirat als Öled bezeichnet. Der Name Dsungaren leitet sich von Jegün yar, also Linker Hand her, womit der linke Flügel des mongolischen Heeres bezeichnet wurde.
    Der Name Kalmücken wird vom türkischen Wort Qalmaq abgeleitet, im Russischen Kalmyk. Vermutlich geht die Bedeutung in Richtung "Zurückbleiben/Zurückgebliebene".
    Die Oriat wanderten also zur Spätzeit der Goldenen Horde (14 Jahrh) vom westlichen Teil des Altai aus langsam nach Westen in das Machtvakum, das die Zerstörung der Goldenen Horde durch Tamerlan hinterlassen hatte, und dann auch nach dem Zusammenbruch der Timuriden Herrschaft in deren nördliche Gebiete. Nach ! dem Niedergang der Timuriden stiegen sie dann in Zentralasien zur Macht auf und eroberten auch Gebiete im Osten zurück, z.B. wurde 1449 der Kaiser der Ming (Zhengtong) von ihnen gefangen und Peking belagert.

    Dann stiegen zwischen 1460 und 1600 die Ostmongolen wieder auf, z.B. eroberten sie die alte Reichshauptstadt Karakorum von den Oirat zurück. Mit dem Beginn der Mandschu Herrschaft gings dann wieder mit den Ostmongolen bergab, und die westlichen Gebiete fielen dann wieder den Nachfahren der Oiraten zu, an der Wolga sahen sie sich aber schon dem Druck der Russen ausgesetzt. Unter Gushi Khan übernahmen die Westmongolen den reformierten Lamaismus und unterstützten dann den Dalai Lama mit Truppen. 1637 konnte dieser dann seine Herrschaft über Tibet mit diesen oiratischen Verbänden (darunter die Torguten) durchsetzen. Machtpolitisch gehörte aber dann Tibet zum dsungarischen Reich. Erst als die Qing in Konfrontation mit den Dsungaren gingen, endete das 1718, als die Qing Truppen Tibet besetzten. Die betroffenen Stämme wichen dann, um 1720 nach Westen aus, ein Teil der Torgut!! zog an die untere Wolga!! Trotzdem gab es in der Folge ständig Kriege zwischen den Qing und den Westmongolen, deren Macht dadurch, und durch die Russen von Westen her immer mehr niederging.

    Die letzten Versuche der Torgut sich im Westen zu etablieren scheiterten dann um 1760 herum und im Winter 1771 brach dann die Mehrheit der Torgut (169 000 Leute) nach Osten auf, wo sie nach acht Monaten völlig mittellos ankahmen. Der Qianlong Kaiser ließ sie aber dann mit allem notwenidgen versorgen und im Ili Gebiet ansiedeln, um sie für seine Machtpolitik zu nutzen und ein (dankbares) Gegengewicht zu den anderen Mongolen zu schaffen.

    Heute bezeichnet man mit Kalmücken eben jenen Teil der Westmongolen vom Stamm der Torgut, die 1771 bei der Rückwanderung in das alte Siedlungsgebiet an der Wolga in Russland zurückgeblieben!! sind. Sie fanden sich lieber mit der russischen Herrschaft ab. Die Kalmücken sind also Torgut.

    http://www.zentralasienforschung.de/Linksammlung Mongolistik.pdf

    Literaturliste Eins: Bücher zu Mongolen

    Allsen, T.T., Prelude to the Western Campaign: Mongol Military Operations in the Volga-Ural Region 1217-1237, Archium Eurasiae Medii Aevi III (1983)
    Brent, P., Das Weltreich der Mongolen (1977)

    Chambers, J., The Devils Horsemen: The Mongol Invasion of Europe (London 1979)
    Curtin, J., The Mongols in Russia (Boston 1908)
    Derevyanko, A.P., Arkheologiya, Ethnografiya i Antropologiya Mongolii (Novosibirsk 1987)
    Fennel, J.L.I., The Crisis of Medieval Russia 1200-1304 (London 1983)
    Grousset, R., The Empires of the Steppes: A History of Central Asia (1970)

    'Russia and the Mongol yoke: The History of the Russian principalities and the Golden Horde, 1221 - 1502'
    Halperin, C.J., Russia and the Golden Horde (London 1985)
    Nicolle, D., The Mongol Warlords (Poole 1990)
    Pletnyeva, S.A., Stepi Eurasi v Ehpoxu Spednevekovya (Moscow 1981)

    Prawdin, M., The Mongol Empire, its Rise and Legacy (London 1940)
    Saunders, J.J., The History of the Mongol Conquests (London 1971)
    Sinor, D., Inner Asia and ist Contacts with Medieval Europe (London 1977)
    Spuler, B., Die Goldene Horde. Die Mongolen in Russland 1223-1502 (Weisbaden 1965)

    Vernadsky, G., A History of Russia, Vol. III The Mongols and Russia (New Haven 1953)

    Literaturliste Zwei: Diese Bücher besitze ich selbst und habe sie alle gelesen!

    Das Weltreich der Mongolen, Peter Brent
    DTV Geschichtsatlas, Band 1
    Die Geheime Geschichte, Walther Heissig
    Kalka River 1223, D. Nicolle und Victor Korolkov
    Mongol Warrior 1200-1350, Stephen Turnbull
    The Mongols, Stephen Turnbull
    Die Mongolen und ihr Weltreich, Arne Eggebrecht
    The Age of Tamerlane, D. Nicolle et al
    Siege Weapons of the Far East 1/2, Stephen Turnbull
    Die Mongolen, Heissig et al
    Die Mongolen - Ein Volk sucht seine Geschichte, Walther Heissig
    Beim Grosskhan der Mongolen, Wilhelm von Rubruk
    Kunde von den Mongolen, Johannes von Plano Carpini
     
  20. Stormbringer

    Stormbringer Neues Mitglied

    Anstürme aus dem osten auffangen? Wurden die Ungarn von den Osmanen nicht überrant?
     

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