Pašićs Warnung an Wien

Dieses Thema im Forum "Das Deutsche Kaiserreich" wurde erstellt von Diskursant, 20. Mai 2014.

  1. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Das frage ich mich auch. Es war eine Binsenweisheit das man sich herzlicher Abneigung verbunden war.
     
  2. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Nun. ein hochrangiger Serbischer Vertreter un zerhält sich mit dem zuständigen Gouverneur ud sagt zu ihm soawas in der Richtung:
    Der Besuch wäre wohl nicht ungefährlich, es könnte sein, das ein paar junge bosnische Serben nicht nur mit Platzpatronen schießen...

    Nun, DAS wußte der zuständige Gouverneur auch ohne die Bemerkung des serbischen Vertreters.

    Also hat der das zu Recht als mißlungene "launige Bemerkung" abgetan. Selbst "es gibt Pläne, den Thronfolger zu erschießen" wäre jetzt angsichts der verschiedenen Gruppen in Bosnien Herzogowina nichts neues gewesen.
     
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  3. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Jovanovic hätte Klartext rreden müssen, um Missverständnisse zu vermeiden. Das hatte er nicht getan, stattdessen gewundene Formulierungen. Attentatsdrohungen war in damailiger Zeit keine Seltenheit, so das Bilinski Jovanovics Ausführungen nicht weiter ernst nahm. Dazu hätte es doch konkretere Informationen bedurft.
     
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  4. Diskursant

    Diskursant Mitglied

    Turgot zum Gruße

    hier favorisierst Du meine These zur 'Vertrottelung' der ÖU-Führung.
    (der ich insgeheim übrigens zustimme: Nur bei starkem Realitätsverlust
    konnten die Verantwortlichen sich auf ein derartiges Abenteuer einlassen,,,).
    Doch verbleibn im speziellen Falle deutliche Zweifel!
    So dumm konnte der Bilinski gar nicht sein,
    wie Du ihm unterstellst.
    Höchstwahrscheinlich wünschte Bilinski
    gar nicht gewarnt zu werden!
    Persönlich wär ich für das Erste,
    dem Zweiten jedoch ist die mehrste
    Wahrscheinlichkeit gegeben, da
    als seinerzeit die Tat geschah
    der Serbe von dem mächtgen Feinde
    als komplette Volksgemeinde
    bekrieget worden wurd worauf
    die unseelge Geschichte ihren Lauf (nahm)

    Letzten Endes müssen wir aber eingestehn
    verwiesen auf Js Artikel (übers Geschehn)
    dass hier vage Vermutungen nur möglich sind
    auf Grund der Quellage (sonst sind wir blind?)
    Und wir Geschichtsfreunde uns doch besser
    auf unsern Geschichts-Verstand verlassen. , .

    geschichtsfreudig

    D
     
  5. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

    Das halte ich für eine ebenso mutige wie falsche Interpretation von Turgots Statement.
     
  6. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

    Sehe ich auch so.

    Ich sehe eigentlich auch nicht, wozu beim ereignisgeschichtlichen "wie" des Kriegsausbruchs 1914 eine Qualifikation "vertrottelt" überhaupt dienen soll.

    Man könnte sich aber mal fragen, wie die Historie der Attentatsversuche mit einem Bezug zu den ethnischen Spannungen überhaupt aussah?
     
  7. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied


    Ihr seht das schon korrekt.:)
     
  8. Wilfried

    Wilfried Aktives Mitglied

    Die "Warnung" ging schon an den richtigen und der war auch nicht vertrottelt.
    Nur, so allgemein wie diese Warnung ausgesprochen wurde, wars dann für die Österreicher nichts neues.
    Das Risiko eines Attentats bestand ja bei jedem öffentlichen Auftritt.
     
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  9. Diskursant

    Diskursant Mitglied

    zum Gruße

    Nun ich habe ja niemand der 'Trottelei' geziehen.
    Das zugegeben etwas saloppe Attribut war ja rethorisch
    auf eine wenn/dann - Option bezogen und sollte gegen
    die angebliche Arglosigkeit Bilinskis eingewendet werden.
    Offenbar ist das nur Wenigen klar geworden
    vllt hab ich zu kompliziert formuliert.,.
    Immerhin, da sich die Kritik an meiner These nur auf dieses unwesentliche Detail bezieht,
    finde ich mich in meiner Hauptthese (ein größerer Kreis in der ÖU-Führung wusste Bescheid)
    wesentlich bestätigt.

    Den Hinweis auf die Tradition von Anschlägen in serbokroatischen Gebieten ÖUs greife ich gerne auf,
    Sarajewo war der 6. Anschlag in 4 Jahren. Alle waren gegen die jeweiligen Gouverneure gerichtet, also den höchsten Repräsentanten die man treffen konnte. In keinem Falle konnte eine Initiative serbischer Amts- oder Privatpersonen festgestellt werden.
    Interessant hierzu noch, Tiszas Tadel im k.u.k. Ministerrat vom 7. Juli:
    "daß 6 oder 7 der Polizei bekannte Gestalten sich am Tage des Attentats
    auf der Route des im Juni ermordeten Thronfolgers mit Bomben und Revolvern bewaffnet aufstellen konnten,
    ohne daß die Polizei einen einzigen beobachtete oder fortschaffte."
    Tisza war also höchstwahrscheinlich nicht eingeweiht . , .

    D
     
  10. Turgot

    Turgot Aktives Mitglied

    Serbien musste jedenfalls ein Interesse daran gehabt haben, vorläufig in keinen weiteren Krieg verwickelt zu werden.

    Serbiens Finanzen waren äußerst angespannt. 10 Monate lang hatte man bis zu 400.000 Soldaten unterhalten müssen. Das kostete jeden einzelnen Monat 25 Millionen Dinar und dann kamen noch 125 Millionen Dinar für die Ausrüstung. Der serbische Staatshaushalt hatte im Jahre 1912 Einnahmen von 125.211 Dinar. Die serbische Staatsverschuldung war auf 900 Millionen Dinar gesprungen. Das war beträchtlich.

    Dann kamen noch der Unterhalt der ganzen Verwundeten hinzu. Es wurden dringend Gelder und auch Kleidung benötig. Die kriegsgefangenen Albaner konnten nicht einmal im Ansatz adäquat versorgt werden; man hatte ja selbst nichts.

    Serbien und so sah es auch Pasic hatte dringend ein Bedürfnis nach Frieden. Allerdings war Pasic seine innenpoltische Situation auch nicht ganz einfach.
     

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