War die DDR an der Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligt?

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von Gast, 23. März 2006.



  1. Repo

    Repo Neues Mitglied


    Hammmmmmmmmmmm, glaube Spiegel, aaaaaaaaber man hat damals noch viel viel mehr Zeitungen gelesen, Spiegel, Stern, Bunte, AutoMotor+Sport, kicker und Burda moden hatten meine Eltern abonniert.

    Karikaturen gab es auch viel mehr, wurden dann mit Quellenangabe auch von anderen verwendet....

    Der Nebel ist dicht.
     
  2. Scarlett

    Scarlett Neues Mitglied

    Ich werde mal Ausschau danach halten, ich danke Dir!
     
  3. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Zur ersten Frage:
    es waren die Kommunisten, die den Prager Frühling in Gang setzten. Dementsprechend waren es auch Anhänger dieser, die diesen antrieben. Trotzdem hängen sich immer auch andere Kräfte an solche Reformen.
    Die tschechischen Steinewerfer auf sowjetische Panzer sollte man nicht generell als antikommunistisch einschätzen.
    Man suggerierte zu sozialistischen Zeiten im deutschen Sprachraum immer sehr gern antikommunistische Steinewerfer gegen sowjetische Panzer in der CSSR, Polen und Ungarn. Absichtlich haben west- wie ostdeutsche Kommentatoren den Nationalstolz dieser Völker verschwiegen. Und der machte selbstverständlich auch vor dem übermächtigen slawischen Brudervolk der Russen nicht halt.

    Zur zweiten Frage:
    bei den Tschechen kam das Gerücht sicherlich gleich am ersten Tag des Einmarsches auf. Über das Erzgebirge rollten Panzer in die CSSR ein. Nicht jeder Tscheche sah diese Panzer, aber hörte sie. Dass sie nicht Panzer der GSSD vermuteten sollte ihnen nachgesehen werden.
     
  4. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Lies mal # 13 a.E.: dort beschreibe ich, warum die DDR an der Entstehung der Legende vom NVA-Einsatz auf dem Gebiet der CSSR primär selbst verantworlich war.
     
  5. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    In dem du einen netten Schnitzer hast:
     
  6. Gandolf

    Gandolf Neues Mitglied

    Ja, den habe ich inzwischen auch bemerkt.

    DDR, Schnitzer und Schnitzler passen halt irgendwie gut zusammen.;)
     
  7. Hurvinek

    Hurvinek Gast

    Stefan Karner, Natalja Tomilina, Alexander Tschubarjan (Hrsg.).
    "Prager Frühling. Das internationale Krisenjahr 1968". Bd. 1 Beiträge, Bd. 2 Dokumente (russisch und deutsch).
    Böhlau-Verlag. Köln, Wien, Weimar 2008.
    ISBN 978-3-41-20207-1
    zusammen 2900 Seiten, ca. 4,9 kg

    In dem Buch wird u.a.
    - die sowjetische Positionsbildung dargestellt, (Breshnew versuchte telefonisch wochenlang Dubcek zur Rückkehr zu bewegen)
    - die Verlegung der 7. Panzerdivision Dresden und der 11. motorisierten Schützendivision Halle der DDR-Streitkräfte in ihre befohlenen Räume nahe der tschechischen Grenze wird erläutert (und die "Beleidigung" der DDR-Spitze nicht am Einmarsch teilnehmen zu dürfen).
    - am 24. August 1968 gaben die Parteichefs der beteiligten Invasionsarmeen (SU, Polen, Ungarn und Bulgarien) zu die Lage in der CSSR falsch eingeschätzt zu haben. Sie fanden eine Woche nach Beginn der Invasion heraus, dass 75-90 Prozent der Bevölkerung die Invasion als Okkupation ansahen.

    Zugrunde liegen Forschungsergebnisse eines zwanzigjährigen Historikerprojektes aus bisher gesperrten KPdSU-Politbürositzungsprotokollen, Mitschnitten aus dem ZK, Gesprächsaufzeichnungen der Ostblockgipfel. Knapp über 80 Historiker aus aller Welt haben an dem Projekt zusätzlich seit 2006 mitgewirkt. Zusammenarbeit des Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung mit dem Staatsarchiv für Zeitgeschichte der Russischen Föderation und der Russischen Akademie der Wissenschaften.
     
  8. Arne Alexander

    Arne Alexander Neues Mitglied

    Die historischen Umstände von 1968 sind hier ja schon umfassend dargestellt worden. Zur Rezeptionsgeschichte der Ereignisse in der DDR ließe sich wohl noch einiges ergänzen.
    Ich bin aus Ostdeutschland, Jahrgang 1960, im August 1968 also (fast) 3. Klasse. Ich kann mich nicht erinnern, daß vor 1989 es in der DDR von offizieller Seite jemals anders dargestellt worden wäre, als daß die DDR (bzw. NVA) aktiv am Einmarsch der Warschauerpakt-Staaten beteiligt war und darauf auch, sagen wir, verhalten stolz war. Der Prager Frühling wurde als eine Art Konterrevolution gewertet, außerdem hätte ein Einmarsch von NATO-Truppen gedroht, zum Glück konnte man gerade noch rechtzeitig für Ordnung sorgen.
    Parallelen zum deutschen Einmarsch von 1938 wurden nicht gezogen bzw. schon die leisesten Anspielungen in diese Richtung empört zurückgewiesen. Und ich würde sagen, mit gewissem Recht, gab es doch nicht die Spur irgendwelcher Annexionsabsichten seitens der DDR, was man doch als wesentlichen qualitativen Unterschied anerkennen muß, selbst wenn man (wie ich) den 68er Einmarsch verurteilt.
    Zur Rezeptiongeschichte gehört auch, daß die Ereignisse vom August 1968 zu den Einschnitten gehörten, die Menschen in der DDR auf Distanz bzw. in Opposition zum herrschenden System brachten. (Für mich war es erst die Biermannausweisung 1976, generationsbedingt.)

    Die Frage, ob die DDR-Führung die Beteiligung am Einmarsch hätte ablehnen können, erscheint müßig, da sie ja am liebsten noch aktiver geworden wäre. Andererseits verweist der Umstand, daß ihr das nicht erlaubt wurde, deutlich auf die Grenzen ihrer Entscheidungsfreiheit.
    (Wobei es diese Freiheit - begrenzt - gab: Zögern bei der Entstalinisierung ab 1956 wie auch wieder die Ablehnung der Gorbatschow-Reformen seit 1987 seien hier nur mal als Beispiele genannt.)

    Als Parallele möchte ich noch daraufhinweisen, daß die DDR 1980/81 in gleicher Weise zum Einmarsch nach Polen bereit war und sich propagandistisch wie militärisch darauf vorbereitet hatte. Das blieb seinerzeit dem halbwegs aufmerksamen Beobachter in der DDR nicht verborgen. Dies nur zur Bekräftigung des Umstands, daß die DDR-Führung nicht die geringsten Gewissensbisse wegen ihrer Beteiligung am 1968er Einmarsch erkennen ließ.
     
  9. Mercy

    Mercy unvergessen

    Presseportal: Märkische Oderzeitung - Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung stellt Ihnen folgenden Auszug zur Verfügung: Interview mit dem ehemaligen polnische Parteichef und Verteidigungsminister Wojciech Jaruzelski
     
  10. Arne Alexander

    Arne Alexander Neues Mitglied

    Genau!
    Ich erinnere mich noch daran, daß es 1980/81 immermal wieder Urlaubssperren für NVA-Soldaten gab, die jeder mit Polen in Zusammenhang brachte. Und Polenwitze gab es zwar schon vorher, aber seit Ende 1980 wurden sie plötzlich richtig bösartig. Dabei kamen die Polen da gar nicht mehr zum Einkaufen (was vorher der allgemeine Aufhänger der Witze gewesen war).
    Deshalb meinten viele, daß das Politbüro solche Witze streute (z.B. über die montäglichen Parteiversammlungen der SED).

    Ich selber war zufällig im August 1980 mit der Fahrrad an der polnischen Ostseeküste unterwegs, ... aber das wäre ein anderes Thema ...
     
  11. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Das kann ich bestätigen.
    Ich war damals zwar noch zu jung, um die Vorgänge um Polen zu beobachten und mit dem Einmarsch in die CSSR zu vergleichen, aber habe immerhin mitbekommen, daß mein Vater direkte Parallelen ziehen konnte, so z. B. die immer stärker werdende Propaganda gegen Polen und er bekam sogar einen Buchstaben - ich glaube, es war "M" - und wenn er den Befehl erhalten hätte, hätte er sich als Reservist zu bestimmter Zeit an einem bestimmten Ort einfinden müssen. Dazu kam es jedoch nicht mehr, weil in Polen dann das Kriegsrecht ausgerufen wurde.
     
  12. Arne Alexander

    Arne Alexander Neues Mitglied

    Am 13. Dezember 1981 .. ein trauriger Tag. Auch wenn Jaruselski wohl nicht ganz unrecht hat; jedenfalls war im Laufe der nächsten 10 Jahre Polens Entwicklung wesentlich positiver als die der CSSR nach dem Prager Frühling.
    Und die DDR ist gewiß vor einer weiteren Schande bewahrt worden.

    (Gibt es einen passenden Polen-Thread? Sollte einer begonnen werden?)
     
  13. El Quijote

    El Quijote Moderator Mitarbeiter

  14. Barbarossa

    Barbarossa Neues Mitglied

    Christoph Hein u. a. über den Prager Frühling

    Interessanterweise habe ich heute einen Zeitungsartikel mit dem Schriftsteller und Zeitzeugen Christoph Hein gelesen, den ich hier verlinken möchte:
    weiterlesen hier: Ich hatte einen Schutzengel : Textarchiv : Berliner Zeitung Archiv
     
  15. Mercy

    Mercy unvergessen

    Prager Frühling

    Kurt Fischer ist zwar schon lange in Rente. In seinem kleinen erzgebirgischen Heimatort Frauenstein direkt an der tschechischen Grenze heißt er aber noch heute der „Radio-Fischer“. Viele Jahre lang hatte Fischer ein Radiogeschäft. Im Frühjahr und Sommer 1968 saß er deshalb - zudem durch die Höhenlage Frauensteins begünstigt - direkt an der Quelle: Er konnte ohne Schwierigkeiten Radio- und Fernsehprogramme aus dem Westen empfangen. „Ich wusste alles über die Reformbewegung in der CSSR.“ Er sympathisierte mit der Idee eines „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“.

    Prager Frühling: „Jeder Panzer eine Faust, die in Bonner Pläne saust“ - Hintergründe - Politik - FAZ.NET
     
  16. Pluto

    Pluto Neues Mitglied

    Hallo,

    hiermit ein kleiner Beitrag zum Prager Frühling.

    Bekanntlich gab es 1968 in der Tschechoslowakei eine politische Entwicklung die für Moskau und die anderen Warschauer Vertragsstaaten besorgniserregend war. Man sprach von einer vom Westen gesteuerten „Konterrevolution“.

    Es wurde befürchtet, dass die Tschechoslowakei aus dem Warschauer Vertrag ausscheren könnte, was erhebliche negative militär – strategische Auswirkungen mit sich bringen würde. Dieser Entscheidung musste Einhalt geboten werden. Ausgehend davon wurden die erforderlichen politischen und militärischen Maßnahmen eingeleitet.

    1. Vom 19. bis 30.Juni fand die gemeinsame Kommandostabsübung „Sumava“ (Böhmerwald) unter Leitung des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages, Marschall der Sowjetunion, Jakubowski, statt.

    Teilnehmer an dieser Übung waren Stäbe und Truppen

    - der Sowjet – Armee
    - der Tschechoslowakischen Armee
    - der NVA der DDR
    - der Polnischen Armee und
    - der Ungarischen Armee.

    Der Leitungsstab mit Marschall Jakubowski und rund 100 Generalen und Offizieren der Bruderarmeen befand sich in Milowice in der Nähe von Prag.

    Stellvertreter des Leitenden für die NVA der DDR war General Streletz, der sich mit 15 Generalen und Offizieren bei Marschall Jakubowski befand. ( die über 100 Generale und Offiziere hatten die Möglichkeit sich im Verlaufe von 3 Wochen auf dem Territorium der CSSR mit „Land und Leuten“ vertraut zu machen)
    General Streletz und seine Operative Gruppe verließen am 7. Juni wieder die Tschechoslowakei.

    2. Am 25. Juli 1968 erfolgte in Legnica ( Polen) wo sich die Führungsstelle des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages befand, eine Einweisung durch Marschall Jakubowski.

    Er schätzte die Lage in der Tschechoslowakei als „äußerst bedenklich“ ein und unterstrich, dass auch bestimmte militärische Maßnahmen eingeleitet werden müssen.
    2 Divisionen der NVA sollten in diese vorgesehenen militärischen Maßnahmen einbezogen werden.

    Die 7. Panzer – Division Standort Dresden und die 11. mot. Schützen – Division, Standort Halle. Beide Divisionen haben in den befohlenen Konzentrationsräumen bis zum 29.Juli 1968 die Gefechtsbereitschaft herzustellen.

    3. Auf der Grundlage dieser Aufgabenstellung haben auf Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Hoffmann die festgelegten Divisionen die Konzentrationsräume bezogen:

    Die 7. Panzer – Division den Raum :
    Hoyerswerda – Muskau – Niesky
    ca. 70 bis 80 km von der Grenze zur CSSR entfernt.

    Die 11. mot. Schützen – Division den Raum
    Gera –Jena – Zeulenroda
    ca. 60 bis 70 km von der Grenze zur CSSR entfernt, 50 bis 60 km von der Grenze zur BRD entfernt.

    Beide Divisionen wurden im Verlauf des Monats August
    - politisch – ideologisch
    - Militär – fachlich und
    - Materiell – technisch

    auf die bevorstehenden möglichen Aufgaben auf dem Territorium der Tschechoslowakei vorbereitet. Zur besseren und einheitlichen Kennzeichnung der für den Einsatz vorgesehenen Truppen wurde die Kampftechnik und die Fahrzeuge mit einem senkrecht verlaufenden weißen Farbbalken markiert.

    4. In den späten Abendstunden des 20.August überschritten die ersten Einheiten der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland die Staatsgrenze zur CSSR.
    Gemeinsam mit ihnen handelten die Truppen der polnischen Armee, der Ungarischen Armee und der Bulgarischen Armee.

    Am 21. August 1968, ab 1.30 Uhr wurden alle Grenzübergangsstellen zwischen der DDR und der CSSR für den zivilen Verkehr geschlossen.

    Um 1.30 Uhr wurde durch den Minister für Nationale Verteidigung die „Erhöhte Gefechtsbereitschaft“ für die NVA und die Grenztruppen, auf der Grundlage der Weisung von Marschall Jakubowski, ausgelöst.

    Ein Marschbefehl für die 7. Panzer – Division und die 11. mot. Schützen- Division wurde jedoch nicht gegeben. Beide Verbände verblieben in ihren Konzentrierungsräumen auf dem Territorium der DDR.

    In der Nacht vom 20. zum 21. August 1968 und in den nachfolgenden Augusttagen hat

    - kein Panzer
    - kein Schützenpanzerwagen
    - kein Kraftfahrzeug und
    - kein Soldat der NVA der DDR

    die Staatsgrenze der DDR zur CSSR überschritten.

    Alle anderen Meldungen entsprechen nicht der Tatsache

    Was die annährend 20 Nachrichten – Spezialisten in Milowice (bei Prag) betrifft, sollte nach meiner Kenntnis folgendes berücksichtigt werden.
    Diese Kräfte verlegten nach mit dem Führungsstab von Legnica (Polen) in den neuen Führungsstab nach Milowice. Sie hatten mit den beiden Divisionen nichts zu tun.
    Ihre Aufgabe bestand darin die Funk- und Richtfunkverbindung mit dem Stab in Milowice und dem Verteidigungsministerium in Strausberg sicherzustellen.

    Bis Mitte Oktober verblieben beide NVA – Divisionen in den Konzentrationsräumen auf dem Territorium der DDR. Bis 18.Oktober 1968 erfolgte die Rückverlegung der Einheiten und Truppenteile in ihre Stammobjekte.

    5. Schlußfolgernd kann festgestellt werden

    1. Beide Divisionen der NVA waren allseitig auf einen Einsatz in der Tschechoslowakei vorbereitet. Hätte es dazu einen Befehl des OK der VSK des WV, Marschall Jakubowski, gegeben, dann hätten sicherlich beide Verbände die ihnen übertragenen Aufgaben vorbildlich erfüllt.

    2. Die Entscheidung darüber, dass die NVA der DDR nicht eingesetzt wurde, erfolgte nach meinen Informationen in Moskau.
    Eine Konsultation darüber, hat es nach meiner Einschätzung mit der Führung der DDR nicht gegeben.

    3. Die Behauptung, die NVA sei 1968 in die Tschechoslowakei einmarschiert könnte aus meiner Sicht 2 Ursachen haben.

    Erstens war die Berichterstattung in den Massenmedien der DDR nach dem 21.August 1968 so abgefasst, als wenn die NVA der DDR gemeinsam mit den anderen Armeen in die Tschechoslowakei einmarschiert wäre.
    Nach meiner Einschätzung wollte die Partei- und Staatsführung dem entgegenwirken, dass die DDR mit Rumänien gleichgesetzt wird, zum anderen wollte man in der Öffentlichkeit nicht zu geben, Moskau war gegen den Einmarsch der NVA in die CSSR.

    Zweitens trug die „Entschuldigung“ der letzten Volkskammer der DDR über den Einsatz der NVA im August 1968 in der CSSR gegenüber der Regierung der CSSR dazu bei, von einem Einmarsch der NVA auszugehen.

    Leider haben der damalige Ministerpräsident der DDR Modrow und der Verteidigungsminister Admiral Hoffmann, ohne tiefere Sach – und Fachkenntnis einer solchen „Entschuldigung“ ihre Zustimmung gegeben.
     
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  17. ERZbengel

    ERZbengel Neues Mitglied

    Hallo,

    im offiziellen Sprachgebrauch wurde von Truppen des Warschauer Vertrages gesprochen, was eine Beteiligung der NVA suggerierte. Da der Einmarsch als richtig und notwendig angesehen wurde, wollte man nicht eine Sonderrolle einnehmen.

    Propagandamaßnahmen (Begrüßung der rückkehrenden Truppen) wurden organsiert und geplant.
    Mein Kindergarten lag direkt an der F96. Stundenlang fuhren dort Militärkolonnen im August in Richtung CSSR. Wir Kinder haben in Unkenntnis der Umstände gewunken, die Erzieherinnen haben uns vom Zaun weggescheucht. (Danke!)

    Auch in "Friedenszeiten" hatte die NVA eine begrenzte Eigenständigkeit: Die 1.LVD (Luftverteidigungsdivision) mit dem Stab in Cottbus, war für den Luftraum südlich Berlins zuständig und wurde von einem deutschen Oberst befehligt, der einen sowjetischen General als "Verbindungsoffizier" in Cottbus sitzen hatte.
     
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  18. silesia

    silesia Moderator Mitarbeiter

  19. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

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