Westfernsehen im Osten/Ostfernsehen im Westen

Dieses Thema im Forum "BRD | DDR" wurde erstellt von balticbirdy, 14. Januar 2008.



  1. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    [FONT=&quot]Eigentlich geht es ja in diesem Thread ums West- und Ostfernsehen.[/FONT]
    [FONT=&quot]Als das Fernsehen noch in seiner Entwicklungsphase steckt, wohl so ab Mitte der 50iger, war für uns Jugendlichen das Radio interessant.[/FONT]

    [FONT=&quot]Dazu ein paar Erinnerungen...[/FONT]
    [FONT=&quot]Bei mir (damals Kleinstadt in Sachsen) war der nicht gestörte und gut empfangbare Radiosender „Radio Luxemburg“ der Sender den ich am meisten hörte. Vor allem nachmittags wenn die Eltern noch auf Arbeit waren. Dazu auch die Radiosender AFN und Bayern, beide ebenfalls nicht gestört. [/FONT]
    [FONT=&quot]
    Radio Luxemburg, Camillo Felgen und seine Hitparaden, das war schon was. Für uns Jugendliche war das Schlagermusik, es kam ja gerade der Rock 'n' Roll über den Teich. Bill Haley und Elvis Presley oder die Deutschen Peter Krauß sowie Ted Herold, das war unsere Musik.[/FONT]
    [FONT=&quot]Und das Ganze manches mal auch etwas die Zimmerlautstärke überschreiten (Wohla Lotta Shakin‘ Goin‘ On).[/FONT]
    [FONT=&quot]Und das in einem Haus wo auch der ABV wohnte, der auch ab und zu mal klingelte. [/FONT]
    [FONT=&quot]
    Also auch bei der Musik ging man schon damals auf Distanz zur DDR Schlagermusik. [/FONT]
    [FONT=&quot]Es hieß damals unter uns, wer schmiss Elvis aus der Musikbox? Lutz Jahoda schmiss Elvis aus der Musikbox. Musikbox, solche Geräte gabs ja auch in der DDR.[/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Oktober 2016
  2. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Genau das geschah, wie übrigens bei allen Künstlern, die nach "drüben" gingen( Veronica Fischer, Eberhard Cohrs, Armin Mueller-Stahl, Holger biege....). Filme mit Krug wurden ebensowenig gezeigt, wie seine Lieder im Radio gespielt.
    Dieses Totschweigen von prominenten "Republikflüchtlingen" ging soweit, dass z.B. die komplette ,noch nicht ausgelieferte L.P. der Gruppe "Karussell", mit dem Titel "Was kann ich tun für Dich" eingestampft wurde, weil sich der Sänger Lutz Salzwedel bei einer Tour durch die Bundesrepublik zusammen mit dem Gitarristen Tom Leonhardt abgesetzt hatte und im Westen blieb. Kurz darauf trat er mit der westberliner Band "Karo" auf. Er nannte sich später Dan Lucas und ging nach Kanada, wo er einen kleinen Hit, mit einem Mc.-Donalds-Werbesong "Heart of America" hatte. Soweit ich weiß, tritt er noch immer unter diesem Namen auf.
     
  3. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Ich vermute, die Abkürzung ABV steht für Abschnittsbevollmächtigter der Volkspolizei, eine Art Kontaktbereichsbeamter. Klingelte der ABV wegen der Lautstärke oder wegen der West-Musik oder wegen beiden?=)

    Das widerspricht allerdings der Erinnerung von Brissotin:

    Gab es da nicht eine(n) Nachrichtensprecher(in)/Moderator(in) des DDR-Fernsehens, der oder die nach Westdeutschland ausreiste/floh, und dann im westdeutschen Fernsehen ihren Job fortführte?

    Ich meine, irgendwann diese Geschichte gelesen, gehört zu haben, aber habe leider keine Ahnung, wer das gewesen sein könnte. Auch über google fand ich nichts heraus. Vielleicht weiß einer der Mitdiskutanten darüber etwas? Oder vielleicht trügt mich auch meine Erinnerung?
     
  4. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Er klingelt wegen der Lautstärke - Ruhestörung!
    Er klingelt wegen der West-Musik - Er hatte wohl Angst wegen meiner Karriere (sozialistische Laufbahn) in der DDR, so zumindest hat er sich wohl meinen Vater gegenüber geäußert. Na ja, die Ostmusik hatte es ja auch in sich. O - Ärzte waren damals knapp.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2016
  5. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Ich denke, dass Du da Zeiten verwechselst. Ab 89 wurden die Filme natürlich wieder gezeigt aber vorher eher nicht. Die anderen Schauspieler waren da nicht von Belang, da die Hauptrolle von Krug gespielt wurde.
    Veronica Fischer erzählte, dass sie mehr oder weniger notgedrungen in den Westen gegangen ist, weil der Komponist ihrer Titel Franz Bartsch ausgereist war und dadurch seine Titel nicht mehr gespielt werden durften. Sie war plötzlich ohne ihr Songmaterial nicht mehr in der Lage auzutreten.
    Wer die DDR verließ war der "Damnatio Memoriae" verfallen. Eine Ausnahme machte der, in diesem Jahr verstorbene Achim Menzel. Der war abgehauen und nach einer gewissen Zeit im Westen, reumütig zurückgekehrt. Der durfte sogar wieder im DDR-Fernsehen auftreten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2016
  6. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    W.B. sagte kein Mensch in der DDR zu Westberlin. Eventuell wurde es im Schriftverkehr so abgekürzt aber ich habe das so nie gesehen.
    Die Bezeichnung Ostberlin wurde im Westfernsehen z.B. bei" Kennzeichen D" etc. und auch im Rundfunk (RIAS) sehr wohl gebraucht.
     
  7. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    WB habe ich auch nur an den Hinweisschildern auf den Transitstrecken auf DDR-Territorium gesehen. Das war auf dem Weg von der Bundesrepublik nach Berlin (West).

    Ost-Berlin wurde benutzt, aber nicht Ostberlin in einem Wort geschrieben. Bei Radio- und TV-Beiträgen kann man das natürlich nicht unterscheiden.
     
  8. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Das ist natürlich möglich, da ich in der DDR kein Auto hatte und hauptsächlich Zug gefahren bin, habe ich diese Schilder nicht zu Gesicht bekommen.
     
  9. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

    Noch ein wenig herumgegugelt (oder wie das geschrieben wird) und das könnte diese Moderatorin gewesen sein, die ich meinte:

    Die Ansagerinnen in den 70er- und 80er-Jahren | MDR.DE
     
  10. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    [FONT=&quot]Tut mir Leid, von den 8 aufgeführten Ansagerinnen des DDR Fernsehens – Dein Link - war mir zu DDR Zeiten nur Petra Kusch- Lück bekannt. Möglicherweise wegen den „Kessel Buntes“ den ich hin und wieder mir ansah. [/FONT]
    [FONT=&quot]Carmen Nebel habe ich im Fernsehen nach der Wende wahrgenommen. Die anderen 6 kenne ich nicht.[/FONT]
    [FONT=&quot]
    Zur Frage wer die DDR verlassen hat.[/FONT]
    [FONT=&quot]Müsste die Renate Hubig (geb. 1955 Hettstedt/heutiges Sachsen Anhalt) gewesen sein.[/FONT]
    [FONT=&quot]War wohl 1973. Sie lernte einen Mann aus WB kennen und verlies im Kofferraum seines Wagens mit ihrer Tochter die DDR.[/FONT]
    [FONT=&quot]
    Überhaupt, wenn es um Schlagersänger der DDR geht, kann ich kaum mitdiskutieren. Viele, genauer die meisten – einige kannte ich zu DDR Zeitern wie z.B. Frank Schöbel und seine Frau - habe ich erst nach der Wende wahrgenommen[FONT=&quot], [/FONT](z.B. die Farbfilm Tante, [FONT=&quot]Karat, Puhdys, Ute Freudenberg usw.)[/FONT].[/FONT]
    [FONT=&quot]Ich habe noch immer genug (Ohren – Schmerzen) mit der charismatischen Irma Baltuttis, der braven Bärbel Wachholz und einige andere. Bedauert habe ich allerdings seinerzeit als Kurt Henkels 1959 die DDR verlies. [/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 31. Oktober 2016
  11. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

  12. Brissotin

    Brissotin Aktives Mitglied

    Hier steht - vielleicht eine Verwechslung von 7 und 8 - dass "Feuer unter Deck" 79 im DDR-Fernsehen lief:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Feuer_unter_Deck

    Gab es nicht mal so ne HP mit Filmen, die im DDR-Fernsehen liefen? :grübel:
     
  13. Matze007

    Matze007 Aktives Mitglied

    Ich hab mich Mitte der Achtziger mal mit einer jungen Funktionärin unterhalten. Sie erwähnte von sich aus, dass die Obrigkeit (ich erinnere mich nicht mehr an den verwendeten Begriff) es "übertrieben" hätte, als die Kinder in der Schule aufgefordert wurden doch mal die "Fernsehuhr" zu malen. So hat man nachgeforscht, wessen Eltern Westfernsehen schauen.
    Die Funktionärin war offenbar bemüht, dem Wessi zu zeigen dass man solche Auswüchse von sich aus zu beenden in der Lage sei.
     
  14. Galeotto

    Galeotto Aktives Mitglied

    Standard war diese Frage nach der Uhr aber nicht. Ich bin in einer Zeit, in der Westfernsehen, außer in Schnitzlers Ausschnitten noch unerwünscht war zur Schule gegangen, aber bin nie von irgendeinem Lehrer dazu befragt worden und musste auch weder erklären wie die Fernsehuhr aussah noch diese zeichnen. Das dürfte wohl eher an speziellen Lehrerpersönlichkeiten gelegen haben und kann nicht verallgemeinert werden.
     
  15. Matze007

    Matze007 Aktives Mitglied

    Jo mei, ich kann nur wiedergeben was sie mir erzählt hat.
    Die GEZ-Drücker hierzulande hatten ja auch teils höchst fragwürdige Methoden :still:
     
  16. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    [FONT=&quot]So richtige Aktionen gegen das Westfernsehen gab es m.W. 3mal.[/FONT]
    [FONT=&quot]
    1. [/FONT][FONT=&quot]In den 50igern gab es die FDJ Aktion -> Abbau der Ochsenkopf Antenne. Ich glaube aber diese Aktion beschränkte auf die Gebiete in der DDR die vom Ochsenkopf Fernsehen bekamen, woanders machte das ja keinen Sinn und hätte auch technisch nicht funktioniert. [/FONT]
    [FONT=&quot]2. [/FONT][FONT=&quot]Ausbau der Westkanäle (Handwerker) im Fernsehapparat und Abgabe bei den Partei - bzw. Gewerkschaftsleitungen der Betriebe. Das betraf aber wiederum m.W. nur Leitungspersonal in den Betrieben und betraf wohl einen Zeitraum in den 80iger Jahren. Vorrangig als Fernseher noch über Bezugsscheine der Betriebe – Bestarbeiter – erhältlich waren. [/FONT]
    [FONT=&quot]3. [/FONT][FONT=&quot]Strafprozesse gegen Menschen die aus Teilen der DDR Produktion einen Konverter für das PAL-Farbfernsehen herstellten. [/FONT]
    [FONT=&quot]
    Ansonsten, der anfängliche Widerstand der DDR Führung gegen das Westfernsehen, ich meine der ideologische Druck auf die Bevölkerung, nahm von Jahr zu Jahr ab.[/FONT]
    [FONT=&quot]Was dann ja seine endgültige Bestätigung, endgültiges Aus fand als man sich von den SECAM-System verabschiedete und die Fernseher mit dem PAL - System ausrüstet. [/FONT]
    [FONT=&quot]Was nicht ausschließt, das es hier und da Verrückte gab die glaubten, wenn man kein Westfernsehen sieht, rettet man den Sozialismus. [/FONT][FONT=&quot]

    Meine Kinder haben ständig Westfernsehen geguckt. Die haben sich auch in der Schule darüber untereinander unterhalten. Es kam nicht ein einziges mal vor, das ich deswegen in die Schule musste oder im Betrieb Rede und Antwort stehen musste. Ich war Abteilungsleiter, ich war nebenamtlich in der Erwachsenqualifizierung tätig und ich gab auch zentrales Lehrmaterial im Bereich Bauwesen heraus. [/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Februar 2017
  17. thanepower

    thanepower Aktives Mitglied

    Ich weiss nicht, ob der "Rockpalast" auch gesehen wurde. Aber zumindest erinnert ein "Special" des WDR an das Thema.

    Und zeigt den Übergang von wenig kommerzialisierter Rockmusik zur zunehmenden Kommerzialisierung des Genres und der Rock-Kultur.

    40 Jahre Rockpalast - Über uns - Rockpalast - Fernsehen - WDR
     
  18. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    [FONT=&quot]Das 1. Foto – Erfurt/Marktstraße/Hinterhof.[/FONT]
    [FONT=&quot]Da hat ja der Fotograf einen sehr historischen Teil von Erfurt Fotografiert.[/FONT]
    [FONT=&quot]Die Marktstraße...[/FONT]
    [FONT=&quot]Wenn man durch den Durchgang geht (jetzt Eisdiele San Remo), der auf dem Foto ersichtlich ist, kommt man ja auf die Marktstraße.[/FONT]
    [FONT=&quot]Die Marktstraße, ein Teilstück der ehemaligen „Via Regia“. Beginn am Domplatz, Ende am Rathaus (ca. 250 m).[/FONT]
    [FONT=&quot]
    Fast neben dieser Eisdiele beginnt ja gleich der Domplatz. An dieser Ecke lies Napoleon Truppen für den Russlandfeldzug bereitstellen.[/FONT]
    [FONT=&quot]
    Ein paar Häuser weiter in Richtung Rathaus eine der 77 Kirchen (kein Schreibfehler) von Erfurt, die „Allerheiligenkirche“ (römisch-katholisch).

    Hinter der „Allerheiligenkirche“ die „Engelsburg“.
    Ein paar Häuser weiter in Richtung Rathaus. Wohnung von Neidhardt von Gneisenau – Haus Zur Schwarzen Krone - . Er studierte in Erfurt an der Uni Mathematik, Artilleriewesen, Befestigungskunst und Kartografie. [/FONT]
    [FONT=&quot]
    In der jüdischen Privatschule (Dr. E. Salomon Unger) in der Marktstraße war August Röbling Schüler. A. Röbling, der Konstrukteur der New Yorker Brooklyn Bridge.[/FONT]
    [FONT=&quot]
    Am Ende oder Beginn das Rathaus. Bis 1945 zierte die Fassade die beiden Kaiser Barbarossa und Wilhelm der I (siehe auch Kyffhäuserdenkmal) . Beide wurden 1945 vom Sockel gestoßen. Diese Plätze waren seit dem leer.
    Ab diesen Jahr Bonifatius und M. Luther. Bonifatius um 725 in Erfurt; Luther: „Die Erfurter Universität ist meine Mutter, der ich alles verdanke“ .[/FONT]
    [FONT=&quot]
    Der Standort des Fotografen – Mettengasse. In diesen kleinen Areal Das Gebäude „Waidspeicher“.[/FONT]
    [FONT=&quot]
    Und tatsächlich.[/FONT]
    [FONT=&quot]Nach 1990 gab es wie auch an anderen Orten in Erfurt einen Schub in der Restaurierung, gleich wo man hinkommt.

    [/FONT]
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Juli 2017
  19. Carolus

    Carolus Aktives Mitglied

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  20. Ralf.M

    Ralf.M Aktives Mitglied

    Ich fand diesen Beitrag ganz interessant und wissenswert. Habe deshalb ein paar Zeilen dazu geschrieben.
     

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