Bau der Pyramiden

Dass die ollen Ägypter Sekunden etc. nicht kennen konnten, ficht dich nicht an, oder? Auch die Fragen wurden nicht wirklich beantwortet.
Auch Wallenwein ist/war im Übrigen kein Ägyptologe, sondern Diplom-Physiker und als solcher Lobbyist für Atomkraft. Woher er seine Kenntnisse darüber haben will, dass die Ägypter den Erdumfang (Äquator) auf 3 991 6800 m berechnet hatten, ist schleierhaft. Dass die Menschen ein Bewusstsein für die Kugelgestalt der Erde hatten, erfahren wir erst in griechischen Quellen, seit etwa dem 5. Jhdt. v. Chr.

In der ägyptischen Mythologie (die wirklich gut erforscht ist) reist die Sonne in der Nacht durch die Unterwelt, was nicht eben für eine Vorstellung einer kugelgestaltigen Erde spricht, die Diplom-Physiker Wallenwein hier unterstellt.
Ebenso ist die ägyptische Mathematik gut erforscht. Die ägyptische Hochkultur ist ja letztlich aus der Notwendigkeit entstanden, jedes Jahr nach der Nilschwemme das Land neu zu verteilen, was eben dazu geführt hat, dass sich aus der bäuerlichen neolithischen bzw. bronzezeitlichen Gesellschaft heraus eine Art früher Beamtenstand gebildet hat, der Verantwortung für die Berechnung und Aufteilung von Feldern etc, hatte. Die alten Ägypter konnten Flächen und einfache Polyeder berechnen. Die Kugelberechnung war ihnen noch unbekannt.

Also weder die ägyptische Kosmologie noch die ägyptische Mathematik geben her, was Wallenwein da mit seiner 11!-Meter-Erde schreibt.

Erklärung 11!
Das Ausrufezeichen ist hier kein Ausrufezeichen, sondern ein mathematisches Zeichen: Fakultät.
11! = 11*10*9*8*7*6*5*4*3*2*1 = 3 991 6800

Wenn Wallenstein dann als Sekunde definiert, was der Äquator nach der 11!-Meter-Erde in 492 Metern zurücklegt und behauptet (oder nahelegt), dies sei eine ägyptische Definition, dann ist das Blödsinn, da wie gesagt, die Ägypter die Kugelgestalt der Erde nach allem, was wir wissen, nicht kannten bzw. dies ihrer kosmologischen Vorstellung nicht entsprach und sie mathematisch nicht berechnen konnten. Zudem setzt das eine 24-Stunden-Einteilung des Tages voraus, wie sie in modernen Zeiten üblich ist. Zwar wurde der Tag auch früher in 12 und die Nacht in 12 Stunden eingeteilt (was zusammen 24 ergibt), aber - und da offenbart Wallenwein fehlende historische Kenntnisse, die an dieser Stelle extrem wichtig sind, weil ihr Fehlen zu falschen Schlussfolgerungen führt! - die Stundenlänge ist nicht metrisch. Im Gegenteil, die Stundenlänge war jahreszeitlich variabel. Wenn die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang jeweils genau 12 Stunden dauerte, dann waren die Stunden immer nur jeweils am Tag der Tag- und Nacht-Gleiche (2x im Jahr) gleich lang. Im Sommer sind die Tagstunden länger und die Nachtstunden kürzer, im Winter sind die Tagstunden kürzer und die Nachtstunden länger. Daher ist die Gleichung Wallenweins "Der Tag hat vierundzwanzig Stunden, daher können wir die Sekunde auf 492 m Äquatorbewegung am Tag auf einer 11!-Meter-Erde herunterrechnen und das wussten die ollen Ägypter" falsch.
 
Als "normaler Mensch" sollte man schon einigermaßen beurteilen können was ist plausibel und was nicht. Fantastereien helfen einem da nicht. Da bringt es auch nichts Zahlen so hinzubiegen bis es passt.
 
In der ägyptischen Mythologie (die wirklich gut erforscht ist) reist die Sonne in der Nacht durch die Unterwelt, was nicht eben für eine Vorstellung einer kugelgestaltigen Erde spricht, die Diplom-Physiker Wallenwein hier unterstellt.
Das ist zwar grundsätzlich richtig, allerdings sollte man schon berücksichtigen, dass mythologische Vorstellungen mitunter weitertradiert wurden, auch wenn die Wissenschaft bereits weiter war.

Ich verweise zum Vergleich auf die griechische Mythologie:
Dort ist die Sonne ein vom Gott Helios gelenkter strahlender Wagen mit Pferden. Jeden Tag startet er im Osten, fährt über den Himmel und versinkt am Abend im Westen wieder im Meer. Im Meer oder unter der Erdscheibe reist er in der Nacht wieder in den Osten, um dort neu zu starten.
Ganz ähnlich der Mond und die Mondgöttin Selene: Auch sie fährt in einem glänzenden Wagen.
Ich will nicht beurteilen, ob diese Darstellung jemals wortwörtlich geglaubt wurde. Jedenfalls aber wurde sie in der Dichtung und Kunst auch noch beibehalten, als man längst etwas realistischere Vorstellungen vom Wesen von Sonne und Mond hatte (z.B. wusste, dass der Mond sein Licht von der Sonne empfängt).

Irgendwelche Anzeichen, dass bereits die Ägypter von einer Kugelgestalt der Erde ausgingen, sind mir aber auch nicht bekannt.
 
Da im Text davon die Rede ist, dass die Pyramidenhoehe etwas mit der Lichtsekunde zu tun hat, darf auf den unnachahmlichen theoretischen Physiker Richard Feynman hingewiesen sein. Gerade neulich hatte wieder einmal einen Vortrag von Ihm ueber die Geschwindigkeit des Lichtes , bzw. Photon's gelesen. Hab's auch aufgehoben , nur find ich's nicht mehr wo. Der point den Feynman macht, ist dass die Geschwindigkeit des Lichtes garnicht anders sein kann als es ist, denn 'Licht' ist ein Teil des Gewebes des Universums, in der Tat, ohne Photonen gaebe es kein Universum so wie wir es kennen.

Ich darf sein Buch 'QED The Strange Theory of Light and Matter' ebenso wie 'Six easy pieces' als auch 'Nature of physical law' empfehlen. Es gibt etliches im internet ueber Feynman zu sehen, doch finde ich seine Buecher noch am verstaendlichsten. Seine Vortraege uber die Planetenbahnen -- Feynman's Lost Lecture: The Motion of Planets Around the Sun (Vintage Press ed.). London: Vintage -- duerften mit den Vorstellungen der alten Aegyper wohl uebereintreffen.
Anyway. die Lichtsekunde spielt in den Ueberlegungen Jellitos eine grosse, nicht zu unterschaetzende Rolle. Unten Faksilmiles aus Jellitos Buch die fuer mich total Sinn machen.

 

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welche Hieroglyphe verwendeten die ägyptischen Astronomen für die Lichtsekunde? Wenn die z.B. den mächtigen Pharao informierten, müssen sie ihm doch irgendwie verklickert haben, warum die Pyramide genau so und nicht anders gebaut werden müsse.
;)
 
Jellitos "Theorie" macht, mit Verlaub gesagt, keinen irgendwie auch immer gearteten Sinn. Hier soll mit Gewalt in die Maße und die Gänge und Kammern der Cheopspyramide etwas hineininterpretiert werden was jeder sachlichen wissenschaftlicher Erkenntnis/Analyse widerspricht, einfach nur Wunschdenken weil man will das es genauso sein muß.

Nochmal zu Nachdenken!!! Altes Reich/Lichtsekunde/ Lichtgeschwindigkeit/ Volumen Sonne/ Volumen Erde..........
Ich dachte E.v. Dä.. ist diesen Monat gestorben?


Außerdem!!!!!
Wir sollten doch bitte mal beim Threadtitel bleiben!!!!

Wir haben nun schon drei Threads in denen obskurse Theorien, weitab der Realität, laufen. Wir sind ein Geschichtsforum!
 
Aus der Zeit des Alten Reiches, als die Pyramiden von Gizeh erbaut wurden, gibt es leider kaum Literatur. Das macht es natürlich leicht, den Ägyptern dieser Zeit allerlei phänomenale wissenschaftliche Kenntnisse zu unterstellen, zu denen bloß leider keine schriftlichen Aufzeichnungen erhalten sind.

Aber: Ab der Zeit des Mittleren Reiches haben wir eine enorme Fülle an Literatur so ziemlich jeder denkbaren Literaturgattung: religiöse und mythische Texte, Hymnen und Liebeslieder, medizinische und sonstige wissenschaftliche Fachliteratur, Weisheitslehren, Erzählungen, Briefe, Rechtstexte, Grabinschriften, Tatenberichte etc. etc.
Wie wahrscheinlich ist es da schon, dass leider leider ausgerechnet zum astronomischen, physikalischen und mathematischen Wissen nichts erhalten ist? (Also erhalten ist schon etwas, aber leider nur zu den vergleichsweise banalen Sachen.)
 
Was hat die USS-Enterprise mit dem Thema zu tun? Obwohl ich ja normalerweise der Meinung bin, das Star Trek-Referenzen eigentlich nie offtopic sind.
Na ja, so gesehen hast Du schon Recht. Nur, Die Produzenten der Show hatten sich eine Seite aus der Quantenphysik genommen, naemlich 'entanglement' ueber das Einstein gesagt hatte : " God doesn't play dice". Entanglement geht darauf hinaus, das junge Universum aus gleichen Teilen matter and antimatter bestand ,die sich gegenseitig beim Treffen eliminiert hatten , wobei ein kleiner Teil von matter jedoch die Ueberhand hatte, also nicht vom Antimatter eliminiert wurde, und somit das matter- Universum darstellt. Die Asche der gegenseitigen Elimination versteht man als 'Dark Matter' .Die Idee nun ist, dass jedes positive Atom gleichzeitig mit seinem negativem Antiatom oder Antizwilling geschaffen wurde und unzertrennlich mit diesem verbunden ist -also entangled - egal wie weit entfernt. Dies bedeutet, dass wenn das Atom manipuliert wird, sein Schwester Antiatom wird gleichzeitig auch manipuliert, egal wo im Universem es sich befindet. Geht ja wohl nicht, da nix schneller als Licht ist. Daher im Startreck der Spruch 'Beam me up Scotty!

Ueber das Thema sind unzaehlige Buecher geschrieben worden, obige Zeilen sollen nur einen winzigen Blick auf dieGrundidee darstellen.
 
Aus der Zeit des Alten Reiches, als die Pyramiden von Gizeh erbaut wurden, gibt es leider kaum Literatur. Das macht es natürlich leicht, den Ägyptern dieser Zeit allerlei phänomenale wissenschaftliche Kenntnisse zu unterstellen, zu denen bloß leider keine schriftlichen Aufzeichnungen erhalten sind.
Na ja,'unterstellen' ist wohl der falsche Begriff. Schliesslich bestehen die Pyramiden mehrere Tausend Jahre und sind stumme Zeugen einer enorm fortgeschrittenen Zivilisation.
Aber: Ab der Zeit des Mittleren Reiches haben wir eine enorme Fülle an Literatur so ziemlich jeder denkbaren Literaturgattung: religiöse und mythische Texte, Hymnen und Liebeslieder, medizinische und sonstige wissenschaftliche Fachliteratur, Weisheitslehren, Erzählungen, Briefe, Rechtstexte, Grabinschriften, Tatenberichte etc. etc.
Wie wahrscheinlich ist es da schon, dass leider leider ausgerechnet zum astronomischen, physikalischen und mathematischen Wissen nichts erhalten ist? (Also erhalten ist schon etwas, aber leider nur zu den vergleichsweise banalen Sachen.)
Wir sind eben auf 'reengineering' angewiesen, als das was Jelitto ueberzeugend unternommen hat. Uebrigens hatten die Aegypter damals schon erfolgreiche Gehirnoperationen durchgefuehrt, hatten Loecher in den Schadel gebohrt .....
 
Wir sind eben auf 'reengineering' angewiesen, als das was Jelitto ueberzeugend unternommen hat.
ich halte das aufgebauschte Lichtsekundengefasel für ebenso überzeugend wie beim reengineering der Varusschlacht dem Arminius ein Handy mit GPS zur Römerortung anzudichten (bestimmt hatten der Virus auch ein Handy, aber das hatten die Germanen gehackt und alle Aufzeichnungen über das germanische Handynetz verschwinden lassen) ;)
 
ich halte das aufgebauschte Lichtsekundengefasel für ebenso überzeugend wie beim reengineering der Varusschlacht dem Arminius ein Handy mit GPS zur Römerortung anzudichten (bestimmt hatten der Virus auch ein Handy, aber das hatten die Germanen gehackt und alle Aufzeichnungen über das germanische Handynetz verschwinden lassen) ;)
Hervorhebung durch mich. Freudscher Versprecher, oder Autokorrektur?
 
ich halte das aufgebauschte Lichtsekundengefasel für ebenso überzeugend ;)
Jelitto, im Gegensatz zu Anderen, faselt nicht.
Ausserdem ist er nicht der Einzige Aegyptologe der sich ueber die Lichtsekunde beim Bau der Pyramide Gedanken gemacht hat.
Ich denke, wenn jemand etwas nicht ganz verstanden hat, od. will, moege man entweder still sein, nachforschen aber nicht mit Dreck um sich schmeissen. Respekt und Bescheidenheit gehen einen langen Weg.
 
Beim Thema 'Pyramiden' ist Vieles noch im Dunkel der Geschichte haengen geblieben.

Die Pyramiden von Gizeh kann man vielleicht ipso facto als Form von 'Literatur' dar damaligen Zeit betrachten.
Aber bleib doch mal realistisch! Die Lichtsekunde!!! Wie sollte das funktionieren??? Meßung, Aufzeichnung, theoretische und praktische Umsetzung, die theoretische Beschäftigung mit der Lichtgeschwindigkeit, Wellentheorien, usw. Das alte Reich!!, was sind das für abwegige Überlegungen!
 
Zuletzt bearbeitet:
Jelitto, im Gegensatz zu Anderen, faselt nicht.
Ausserdem ist er nicht der Einzige Aegyptologe der sich ueber die Lichtsekunde beim Bau der Pyramide Gedanken gemacht hat.
Ich denke, wenn jemand etwas nicht ganz verstanden hat, od. will, moege man entweder still sein, nachforschen aber nicht mit Dreck um sich schmeissen. Respekt und Bescheidenheit gehen einen langen Weg.
Nochmal, die Lichtsekunde!!!! Das hat mit Respekt und Bescheidenheit nix zu tun, einzig mit den tatsächlichen technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten im alten Reich.
 
Also weder die ägyptische Kosmologie noch die ägyptische Mathematik geben her, was Wallenwein da mit seiner 11!-Meter-Erde schreibt.

Erklärung 11!
Das Ausrufezeichen ist hier kein Ausrufezeichen, sondern ein mathematisches Zeichen: Fakultät.
11! = 11*10*9*8*7*6*5*4*3*2*1 = 3 991 6800
Hier muss ich dir recht geben, da einerseits die Herleitung von Wallenwein schon etwas fraglich ist und andererseits meine Kenntnisse zu diesem speziellen Thema nicht ausreichen bzw. ich das Buch von ihm noch nicht gelesen habe.

Was mir aber relativ sinnvoll erschien war die Sekunde, den Meter und die Gradeinteilung in ein System zusammenzufassen. Hier würde ich versuchen das Buch von Wallenwein zu lesen (leider nur sehr teuer zu bekommen) und die Erklärung von Hans Jelitto dazu besser zu verstehen.
Vielleicht könnte @bibliophile hier die Seiten aus dem Buch "Pyramiden und Planeten" mit uns teilen (ich glaube Seiten 295 bis 298).
 
Beim Thema 'Pyramiden' ist Vieles noch im Dunkel der Geschichte haengen geblieben.
Was kein Grund ist, das Dunkel mit abstrusen Hirngespinsten noch weiter zu vernebeln.
Die Pyramiden von Gizeh kann man vielleicht ipso facto als Form von 'Literatur' dar damaligen Zeit betrachten.
Was für eine Literatur soll das sein, die man nur "lesen" kann, wenn man die Pyramiden vermisst und versteckte Kammern entdeckt?
Jelitto, im Gegensatz zu Anderen, faselt nicht.
Ausserdem ist er nicht der Einzige Aegyptologe
Jelitto ist doch gar kein Ägyptologe?
 
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