Belle Epoque: Jugendstil in Stahlbeton

Für mich stellt sich manchmal die Frage, ob ein bestimmtes Design an den Jugendstil angelehnt ist, hier als Beispiel eine der für mich schönsten französischen Münzen, leider untergroß, aus den 30gern.
 

Anhänge

  • RF5.png
    RF5.png
    614,6 KB · Aufrufe: 66
Je nach Zugangsweg:




Stichworte für die weitere Recherche wären "Antoni Gaudí construcciones hormigón"


oder "Antoni Gaudí reinforced beton"

Aus der Zusmmenfassung der Doktorarbeit von Rosa Grima López:
"Gaudí kam seit der Einführung des Betons in Spanien mit diesem Material in Berührung. So begann er, ihn in bestimmten Elementen seiner Werke einzusetzen. Das bemerkenswerteste Beispiel ist die Verwendung von Stahlbetonkonstruktionen im Park Güell ab 1903. Die Eigenschaften dieser Elemente entsprechen denen des Habrich-Patents, das deutschen Ursprungs ist und 1901 in Barcelona registriert wurde. Die Verwendung dieses Systems zeigt einerseits, dass Gaudí mit dem Verhalten von Stahlbetonkonstruktionen vertraut war, und andererseits, dass er Kontakt zur in Katalonien ansässigen Betonpatentindustrie hatte.

Was die Sagrada Família betrifft, so wurde sie in der Zeit, als Gaudí als leitender Architekt tätig war (1883–1926), zunächst unter Verwendung traditioneller Materialien errichtet, hauptsächlich Steinmauerwerk [mampostería de piedra] mit Kalkmörtel [mortero de cal] als Bindemittel. In den späteren Jahren wurde Stahlbeton auf Basis von Portlandzement eingeführt. Im Jahr 1918 verwendete er dieses Material erstmals für die Turmspitzen der Geburtfassade [Fachada del Nacimiento] an, wie die Analyse von Kernproben aus einem der vier Türme im Jahr 1997 belegt. Diese Elemente, die die Fassade in einer Höhe von 110 m krönen, bestehen aus Betonfertigteilen, die durch einen inneren Kern aus Stahlbeton verbunden sind. Zu diesem Zeitpunkt war die Betontechnik bereits über das Patentstadium hinaus. Gaudí sah im Rahmen seiner Studien zum Tempelkomplex den Einsatz von Stahlbeton [hormigón armado] in den Gewölben der Innenschiffe vor."

Über die damalige Außenwirkung Gaudís:
 
Zuletzt bearbeitet:
Casa Batlló, Barcelona
Es sieht nach Einsatz von Beton aus, aber ich bin mir nicht sicher.


Da ich kein freies Bild gefunden hatte, hier einen Link zum spanischen Jugendstil:
 
evtl. die Schrift, aber die Verzierung (Korn, Ähren, Trauben) hat keinerlei Schwünge, sondern eher lineare Symmetrie - da steckt kaum Jugendstilreminiszenz drin (und noch weniger Beton) ;)
Ja, gerundete geometrische Formen sind durchaus ein Merkmal des Jugendstils, es gibt aber z.B. bei einigen Möbelstücken, Werke ohne eine einzige Rundung, die sind fast Linear, z.b. von Gustave Serrurier.Bovy.
 
Hier ein Beispiel aus Köln, das sog. Siebengebirge wegen seiner 7 (oder doch 9?) Giebel; wirklicher Name war "Danziger Lagerhaus". Es besteht zu 100% aus Beton (Stahlbetonskelettbau), 1909 erbaut und als Speicher für den Rheinauhafen genutzt. Bemerkenswert ist, dass sogar die Dachkonstruktion aus Beton besteht (so die Denkmalsführer, nachgeprüft habe ich das nicht).
Heute ist der Rheinauhafen ein Schicki-Micki-Viertel, der ehemalige Getreidespeicher ein Wohnhaus. Ich hatte das Gebäude noch vor der Umwidmung besichtigt, und damals sagte man den Besuchern, dass man wahrscheinlich keinen Investor finden wird, der durch die Betonmauern hindurch Kabel und Sanitäranlagen verlegen könnte. Man hat ihn gefunden.
Auch im Artikel Rheinauhafen – Wikipedia kommt das Siebengebirge vor.

Hier etwas zur Geschichte und zum Umbau:
Danziger Lagerhaus „Siebengebirge“ in Altstadt-Süd | Objektansicht

Bilder, alt und neu:
K%C3%B6ln_-_Rheinau_Siebengebirge_mit_Gleisanlagen_%28um_1910%29%2C_RBA.jpg


Rheinauhafen_-_Siebengebirge_-_Rheinseite_%281717-19%29.jpg



Ich bin davon überzeugt, dass das Gebäude zur Stellung des Sirius im Jahr 1909 v.Chr. zeigt. Profaner ist die Mitteilung, dass es genau parallel zum Rheinufer steht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück
Oben