Ich bin mir nicht ganz sicher, wohin dieser Thread führen soll, aber Hecken als Teil von Verteidigungsanlagen waren nichts Ungewöhnliches.
Das Problem für
@Sternbach besteht darin, dass er aus mir unbekannten Gründen gezwungen ist, aus einem Rosengarten ein Gebück zu machen. Sein botanischer Ausweg waren Heckenrosen und Brombeeren, weil sie Rosengewächse sind. Deswegen taucht bei seiner Darstellung aber auch eine der wichtigsten Baumarten eines Gebücks, die Hainbuche nicht auf, und auch nicht Weiß - und Schwarzdorn (auch Familie Rosaceae , Gattungen Pyrinae und Prunus), starke Sträucher mit verholzten Dornen. Zuletzt hatte er sich auf die Brombeerhecke als Landwehr festgelegt, hinter der sich lombardische Bogenschützen versteckt haben.
Nur: ein Garten meint nie eine Landwehr, ein Garten ist ein kultiviertes umhegtes, umfriedetes Grundstück beziehungsweise Stück Land, z.B. der Weingarten, oder apfel-*, apotēkære-*hopf- kürbiz-, liljen-, lust- rebe-,rōse-garte. "
garte, gart, karte, mhd., sw.M., st. M.: nhd. Garten, eingehegtes Stück Kulturland, Blumengarten, Ziergarten" Online-mittelhochdeutsches Wörterbuch.
Deswegen mischte er den Rosenhag ein, als Brücke vom Garten zur Landwehr, denn der Hag ist die eigentliche Bezeichnung für die Dornensträucher, Hecken und Landwehr:
"hagen(1), hain,mhd., st. M.: nhd. „Hagen“, Dornbusch, Dornstrauch, Dornenstrauch, Dornenhecke,Dorngestrüpp, Dornenrute, Dorn, Verhau, Einfriedung, Gehege, eingefriedeter Ort, Hag, dichtes Gehölz zur Befestigung, Hain, kleiner Wald, umfriedeter Ort.
hagendorn, hayndorn, mhd.,st. M.: nhd.
Weißdorn, Hagedorn, Heckbaum, ahd. hagandorn 10, hagaldorn*, st. M. (a), „Hagedorn“,
Weißdorn; s. hagan (1), dorn; W.: nhd. Hagendorn, Hagedorn, M., Hagendorn,Hagdorn, Hagedorn,
Christdorn, Weißdorn, Hundsrose, Heckbaum
"hagenstūde, mhd., sw. V.: nhd. „Hagenstaude“,Dornstrauch, Dornstaude",
hagenbutzboum, mhd., st. M.: nhd.
Kornelkirschbaum; ÜG.: lat. cornus Voc;
hagenbuoche, hagebuoche, hagbuoche,mhd., sw. F.: nhd.
Hainbuche, Weißbuche; ÜG.: lat. carpinus SH, Voc; Q.: Lanc, SH,Voc, Wachtelm, WeistGr, Wh (um 1210); E.: ahd. haganbuohha* 33, haganbuocha* und zu guter Letzt die
hagenbutte, mhd., sw. F.: nhd.Hagebutte, Frucht der
Hagerose, Frucht der
Heckenrose, aber auch
hagenapfel*, hagenaphel, mhd., st.M.: nhd. „Hagenapfel“.
Die Brombeere taucht in dem Zusammenhang "Hag" nicht auf.
brāmbere*, brāmber,brāmberi, prāmper, mhd., st. F.: nhd.
Brombeere, Brombeerstrauch;ÜG.: lat. mora rubi VocOpt; Hw.: vgl. mnd. brāmbēre; ahd. brāmberi* und
brāme , prāme, mhd., sw.M.: nhd. Dornstrauch, Brombeerstrauch, Dorn, Dorngestrüpp; ahd. brāma54, sw. F. (n), Dorn, Dornbusch, Dornstrauch, Brombeerstrauch; germ.*brēmō-, *brēmōn, *brēma-, *brēman,*brēmjō-, *brēmjōn, *brēmja-, *brēmjan,*brǣmō-, *brǣmōn, *brǣma-, *brǣman,*brǣmjō-, *brǣmjōn, *brǣmja-, *brǣmjan, Sb.,Brombeerstrauch; vgl. idg. *bʰerem- (1), V., Sb., hervorstehen, Spitze,Kante, Pokorny 142; W.: nhd. DW-; L.: Lexer 25b (brāme)
Die Brombeere hat eine andere Wortentwicklung, auch wenn von der Bedeutung eine Verwandschaft besteht: vielleicht besteht der Gegensatz darin, dass der Hag sich mit Beweidung und Schnitt kontrollieren lässt, während Brombeerhecken für die Landwirtschaft eine lästige und schwer zu kontrollierende Plage sind.
Doch im Mittelalter wurden die Gartenrosen und gefüllten Rosen (Lehnwort aus dem Persischen
rhódon) Rosen genannt, die
Hundsrose wurde erst von Linné in eine eigene Subsektion der Caninae innerhalb der Gattung Rosa gestellt.
Vor Linné gehörte sie lateinisch zu Rubus. Bei Theophrast meinte Kynosbatos (griechisch κυνόσβατος) die Wildrosen allgemein, der Begriff setzt sich aus
kynos (Hund) und
batos (Dornenstrauch/Brombeerstrauch) zusammen, und heißt übersetzt etwa Hundsdorn.
In der Materia Medica von Pedanius Dioskurides werden Rosen als Heilpflanzen aufgeführt,
Rosa centifolia und
Rosa gallica, Rosa centifolia auch zur Herstellung von Rosenöl. Unsere heute Hundsrose genannte Pflanze nennt er wie Theophrast Hundsdorn griechisch Kynosbatos.
Wenn in
Karl des Großen Landgüterverordnung/ Capitulare de villis allgemein von Rosas als in Gärten zu anzubauende Pflanzen gesprochen wird, werden diese beiden Rosen gemeint sein, und keinesfalls die Heckenrose - meiner Ansicht nach ist die Gleichsetzung von Rosa und Hundsrose in der Landgüterverordnung z.B. auf Wikipedia falsch! "
rōsebluome, mhd., sw. M., sw. F.: nhd. Rosenblume, Rosenblüte, Rose;
rōseblüejende*, rōsenblüende,mhd., (Part. Präs.=)Adj.: nhd. wie Rosen blühend,
rōsebluot, mhd., st.F.: nhd. Rosenblume, Rosenblüte, Rose;
rōsebrunne, mhd., sw. M.: nhd.„Rosenbrunnen“, Wundmal Christi;
rōsegarte, mhd., sw.M.: nhd. Rosengarten; ÜG.: lat. rosarium Gl, rosetum Gl; Hw.: s.rōsengarten;
In der Capitulare de villis werden meiner Ansicht nach angelehnt an Dioskurides Materia Medica der Anbau von Rosa gallica und Rosa centifolia (hunderblättrige Rose) empfohlen. Im Lehrgedicht Hortulus
Liber de cultura hortorum – Wikipedia werden Rosen aufgeführt, auch hier ist mit Sicherheit die Rosa Gallica gemeint, möglicherweise auch die Rosa centifolia. Im Mittelalter war auch schon die magentarote Sorte
Rosa gallica 'Officinalis' (Apotheker-Rose) bekannt.
Aus ihnen wurden Tees, Pastillen (Rezept bei Dioskurides), Rosenwasser, Rosenöl, Rosenessig für medizinische Zwecke wie Wundheilung und im Mund-Rachenbereich zur Adstringens (austrocknend, blutstillend und entzündungshemmend) genutzt.
unten historischer Klostergartenplan von St.Gallen (820 n.Chr.) mit Übersetzung rechts - Rosen Beet unten links