Sah ein Knab' ein Röslein steh'n, Röslein in Laurins Garten

Von Endidae nach Sublavio sollen es 24 Meilen sein. Nun liegt Castelfelder aber von Lajen 53 km entfernt, nicht 36. Die 40 km nach Trient (ebenfalls 24 Meilen) passen da schon eher. Im Übrigen liegt zwischen Castelfelder als Endidae ein Vermessungsfehler von einer ähnlichen Qualität vor, wie zwischen Augsburg und Epfach.
Hier hätte ich dann die methodische Nachfrage, warum du bei Augsburg - Abodiacum Epfach als Kandidat für Abodiacum so vehement abstreitest, obwohl das a) auf einer logischen Verkehrsachse liegt, b) in Epfach römische Anwesenheit über Jahrhunderte gut nachweisbar ist c) die Distanz annähernd stimmt und d) vom germanistischen Standpunkt her auch alles passt, mit dem Argument, dass die Distanz eben zu ungenau sei, dies aber bei der Entfernung Lajen - Castelfelder bzw. Castelfelder - Trient vollkommen ignorierst?

Geht es hier um den Rosengarten oder um die Streckenverläufe?
 
Geht es hier um den Rosengarten oder um die Streckenverläufe?
Hast ja recht, trotzdem sind es m.E. recht willkürliche Herangehensweise, wenn hier 4 km Messfehler ein Riesenproblem darstellen (mit dem Hodometer sollen die Römer ja genauestens gemessen haben), dort aber 20 km Messefehler schlicht ignoriert werden.
 
Wenigstens hättet ihr nach einer Woche die korrekte ältere märchenhaft verformte Vergleichsquelle heranziehen können, nämlich das: Dornröschen, dessen ältere bekannte literarische Bearbeitungen aus dem 16. Jh. stammen. Der frühere Verteidigungsring um eine Burg in Form des Rosenhags kommt hier noch deutlich zum Ausdruck. Dieser wird in dieser Zeit nicht mehr verwendet. Ältere verschlafene Burgruinen, wo der frühere Rosenhag inzwischen die Überreste überwucherte, könnte diese märchenhafte Variante animiert haben.​
Es scheint mir gut vorstellbar, dass verwunschen wirkende, von der Natur überwucherte Ruinen von Burgen, Schlössern oder Landgütern das Märchen beeinflusst oder sogar zu seiner Entstehung beigetragen haben. Es ist aber doch sehr fragwürdig, ob dabei konkrete, kreative Fortifikationsmaßnahmen aus uralter Zeit eine Rolle spielten.

Selbst wenn man wirklich Burgmauern in Einzelfällen durch Rosenhecken (oder anderes Buschwerk) ersetzt haben sollte, kann das eigentlich nicht derart effektiv gewesen sein, dass sich die Erinnerungen daran über Jahrhunderte hinweg hielten.
 
Bei Dornröschen glaube ich eher an eine Burgruine, einen Lost Place den die Natur sich wieder zurück geholt hat. Auf einer ungepflegten Brache wachsen zuerst Brombeeren.
 
Die Idee muss ja nicht von einem konkreten Gewächs abgeleitet worden sein. Ein überwuchertes, früher einmal imposantes Gebäude mag auch dann bestimmte Ideen oder Gedanken mit sich bringen, wenn da Löwenzahn, Brennnesseln oder alle möglichen anderen Pflanzen gedeihen.
 
Von Endidae nach Sublavio sollen es 24 Meilen sein. Nun liegt Castelfelder aber von Lajen 53 km entfernt, nicht 36. Die 40 km nach Trient (ebenfalls 24 Meilen) passen da schon eher. Im Übrigen liegt zwischen Castelfelder als Endidae ein Vermessungsfehler von einer ähnlichen Qualität vor, wie zwischen Augsburg und Epfach.
Hier hätte ich dann die methodische Nachfrage, warum du bei Augsburg - Abodiacum Epfach als Kandidat für Abodiacum so vehement abstreitest, obwohl das a) auf einer logischen Verkehrsachse liegt, b) in Epfach römische Anwesenheit über Jahrhunderte gut nachweisbar ist c) die Distanz annähernd stimmt und d) vom germanistischen Standpunkt her auch alles passt, mit dem Argument, dass die Distanz eben zu ungenau sei, dies aber bei der Entfernung Lajen - Castelfelder bzw. Castelfelder - Trient vollkommen ignorierst?
Geht es hier um den Rosengarten oder um die Streckenverläufe?
btw. auch beim Rosengarten geht es um Strecken, Abmessungen etc.

a) Diese "logische Verkehrsachse" liegt wie gesagt auf der nicht detailliert dokumentarisch überlieferten VCA
b) Das sind nur Indizien für eine VCA-Station, dessen Name nicht gesichert überliefert ist.
c) Spielt wegen a) keine Rolle. Es ist eine übliche Distanz, die auch bei anderen Strecken vorkommt.
d) Germanistischer Standpunkt nur irgendwie passend. Und wenn es am Ende doch nicht stimmen würde, gibt es sicher eine Ausrede. Der Fall Kempten erscheint hingegen eindeutiger.
e) Ich habe nie behauptet das Lajen Sublavione ist. Säben/Klausen war es früher einmal auch hauptsächlich aus der Sicht der Sprachwissenschaft. Derzeit offiziell Kollmann und Waidbruck hauptsächlich archäologisch indiziert, wegen kleiner Zivilsiedlung und nur passend, wenn an den PQ-Parameterschrauben gedreht wird. Gemäß Primärquellen sind das alles falsche Zuordnungen. Von der korrekten Endidae-Station aus die orig. 24 m.p. und vom korrekten Pons Drusi (Sigmundskron) die orig. 13 m.p. enden gemeinsam im Zielbereich von Sublavione.
 
Es scheint mir gut vorstellbar, dass verwunschen wirkende, von der Natur überwucherte Ruinen von Burgen, Schlössern oder Landgütern das Märchen beeinflusst oder sogar zu seiner Entstehung beigetragen haben. Es ist aber doch sehr fragwürdig, ob dabei konkrete, kreative Fortifikationsmaßnahmen aus uralter Zeit eine Rolle spielten.

Selbst wenn man wirklich Burgmauern in Einzelfällen durch Rosenhecken (oder anderes Buschwerk) ersetzt haben sollte, kann das eigentlich nicht derart effektiv gewesen sein, dass sich die Erinnerungen daran über Jahrhunderte hinweg hielten.
Als Ersatz konnten sie bei den frühmittelalterlichen Castri eingesetzt werden, die auf Felshügeln/Plateaus errichtet wurden und wo Wassergräben etc. nicht möglich waren (z.B. Castelfeder). Dadurch wurden einige offene Zugangsmöglichkeiten über Felsen erschwert und verhindert. Aber auch wenn bei Ringmauern zusätzlich eine Stachelhecke vorgepflanzt worden wäre, hätte das die Erstürmung oder Belagerung erschwert und bei entsprechenden Bewuchsdimensionen verhindert. Warum setzt das moderne Militär immer noch Stacheldrahtverhaue ein? Die Laurinsche Erfindung wird offensichtlich nach wie vor in modern angepasster Form genutzt.
Im Bild unten ein Beispiel eines über 3 m hohen dichten Brombeerbewuchses am Randbereich von Castelfeder (links unten: die Blütenform vergrößert) .... da ist kein durchkommen mehr. Wenn die Naturparkverwaltung nicht wenigstens jährlich im Innenbereich "aufräumen" würde, gäbe es auch dort bald an vielen Stellen ähnlichen Wildwuchs.
 

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Brombeerstauden erreichen eine ausreichende Höhe von 3 m und eine Breite/Dichte von ebenso 3-4 m, nur als Beispiel und ich könnte sie zu keiner Jahreszeit passieren. Auf genannte weitere Bepflanzungen bin ich in diesem Kontext nicht weiter eingegangen, zumal dies die HE auch nicht macht, da sie keine Anleitung zum Festungsbau darstellt. Die Merowinger-Franken waren hauptsächlich Nahkämpfer und hätten Mühe gehabt, solche Hecken mit Schwert und Franziska zu durchdringen. Die Langobarden waren hingegen ausgezeichnete Bogenschützen, für die dann die angreifenden Merowinger an solchen Schutzheckenhindernissen ein leichtes Ziel darstellten. Den Merowingern ist es in mehreren Angriffsversuchen trotz ihrer Überzahl nie gelungen das Langobardenreich einzunehmen. Das gelang erst den Karolingern. Die HE bezieht sich nur auf die Situationen im Früh- und Hochmittelalter.
Sehr amüsant. Nimm ein Schlageisen, ein wenig Zunder und einen Feuerstein. Und stecke die "Festung" einfach in Brand. Die verholzten abgestorbenen Ranken brennen wie Zunder...
 
Ich bin mir nicht ganz sicher, wohin dieser Thread führen soll, aber Hecken als Teil von Verteidigungsanlagen waren nichts Ungewöhnliches.

Ein Gebück (verwandt auch: Knick, Geknick, Hag, Gehag, Heege) ist ein Annäherungshindernis in Form einer undurchdringlichen Hecke, in der Regel als Bestandteil einer Landwehr. Die meisten Landwehren bestanden aus Wall und Graben, meistens in Verbindung mit einem Gebück, als „einem mehrere Meter breiten Streifen Geländes, in dem miteinander verflochtene Bäume und Sträucher ein Eindringen unmöglich machten – es handelt sich also um die Verwendung von lebendem Holz als Baustoff.“ Das Gebück war meist das stärkste Hindernis der Landwehranlagen.

 
Ich bin mir nicht ganz sicher, wohin dieser Thread führen soll, aber Hecken als Teil von Verteidigungsanlagen waren nichts Ungewöhnliches.
Das Problem für @Sternbach besteht darin, dass er aus mir unbekannten Gründen gezwungen ist, aus einem Rosengarten ein Gebück zu machen. Sein botanischer Ausweg waren Heckenrosen und Brombeeren, weil sie Rosengewächse sind. Deswegen taucht bei seiner Darstellung aber auch eine der wichtigsten Baumarten eines Gebücks, die Hainbuche nicht auf, und auch nicht Weiß - und Schwarzdorn (auch Familie Rosaceae , Gattungen Pyrinae und Prunus), starke Sträucher mit verholzten Dornen. Zuletzt hatte er sich auf die Brombeerhecke als Landwehr festgelegt, hinter der sich lombardische Bogenschützen versteckt haben.

Nur: ein Garten meint nie eine Landwehr, ein Garten ist ein kultiviertes umhegtes, umfriedetes Grundstück beziehungsweise Stück Land, z.B. der Weingarten, oder apfel-*, apotēkære-*hopf- kürbiz-, liljen-, lust- rebe-,rōse-garte. "garte, gart, karte, mhd., sw.M., st. M.: nhd. Garten, eingehegtes Stück Kulturland, Blumengarten, Ziergarten" Online-mittelhochdeutsches Wörterbuch.

Deswegen mischte er den Rosenhag ein, als Brücke vom Garten zur Landwehr, denn der Hag ist die eigentliche Bezeichnung für die Dornensträucher, Hecken und Landwehr: "hagen(1), hain,mhd., st. M.: nhd. „Hagen“, Dornbusch, Dornstrauch, Dornenstrauch, Dornenhecke,Dorngestrüpp, Dornenrute, Dorn, Verhau, Einfriedung, Gehege, eingefriedeter Ort, Hag, dichtes Gehölz zur Befestigung, Hain, kleiner Wald, umfriedeter Ort.
hagendorn, hayndorn, mhd.,st. M.: nhd. Weißdorn, Hagedorn, Heckbaum, ahd. hagandorn 10, hagaldorn*, st. M. (a), „Hagedorn“,Weißdorn; s. hagan (1), dorn; W.: nhd. Hagendorn, Hagedorn, M., Hagendorn,Hagdorn, Hagedorn, Christdorn, Weißdorn, Hundsrose, Heckbaum "hagenstūde, mhd., sw. V.: nhd. „Hagenstaude“,Dornstrauch, Dornstaude", hagenbutzboum, mhd., st. M.: nhd.Kornelkirschbaum; ÜG.: lat. cornus Voc; hagenbuoche, hagebuoche, hagbuoche,mhd., sw. F.: nhd. Hainbuche, Weißbuche; ÜG.: lat. carpinus SH, Voc; Q.: Lanc, SH,Voc, Wachtelm, WeistGr, Wh (um 1210); E.: ahd. haganbuohha* 33, haganbuocha* und zu guter Letzt die hagenbutte, mhd., sw. F.: nhd.Hagebutte, Frucht der Hagerose, Frucht der Heckenrose, aber auch hagenapfel*, hagenaphel, mhd., st.M.: nhd. „Hagenapfel“.

Die Brombeere taucht in dem Zusammenhang "Hag" nicht auf. brāmbere*, brāmber,brāmberi, prāmper, mhd., st. F.: nhd. Brombeere, Brombeerstrauch;ÜG.: lat. mora rubi VocOpt; Hw.: vgl. mnd. brāmbēre; ahd. brāmberi* und brāme , prāme, mhd., sw.M.: nhd. Dornstrauch, Brombeerstrauch, Dorn, Dorngestrüpp; ahd. brāma54, sw. F. (n), Dorn, Dornbusch, Dornstrauch, Brombeerstrauch; germ.*brēmō-, *brēmōn, *brēma-, *brēman,*brēmjō-, *brēmjōn, *brēmja-, *brēmjan,*brǣmō-, *brǣmōn, *brǣma-, *brǣman,*brǣmjō-, *brǣmjōn, *brǣmja-, *brǣmjan, Sb.,Brombeerstrauch; vgl. idg. *bʰerem- (1), V., Sb., hervorstehen, Spitze,Kante, Pokorny 142; W.: nhd. DW-; L.: Lexer 25b (brāme)

Die Brombeere hat eine andere Wortentwicklung, auch wenn von der Bedeutung eine Verwandschaft besteht: vielleicht besteht der Gegensatz darin, dass der Hag sich mit Beweidung und Schnitt kontrollieren lässt, während Brombeerhecken für die Landwirtschaft eine lästige und schwer zu kontrollierende Plage sind.

Doch im Mittelalter wurden die Gartenrosen und gefüllten Rosen (Lehnwort aus dem Persischen rhódon) Rosen genannt, die Hundsrose wurde erst von Linné in eine eigene Subsektion der Caninae innerhalb der Gattung Rosa gestellt. Vor Linné gehörte sie lateinisch zu Rubus. Bei Theophrast meinte Kynosbatos (griechisch κυνόσβατος) die Wildrosen allgemein, der Begriff setzt sich aus kynos (Hund) und batos (Dornenstrauch/Brombeerstrauch) zusammen, und heißt übersetzt etwa Hundsdorn.
In der Materia Medica von Pedanius Dioskurides werden Rosen als Heilpflanzen aufgeführt, Rosa centifolia und Rosa gallica, Rosa centifolia auch zur Herstellung von Rosenöl. Unsere heute Hundsrose genannte Pflanze nennt er wie Theophrast Hundsdorn griechisch Kynosbatos.

Wenn in Karl des Großen Landgüterverordnung/ Capitulare de villis allgemein von Rosas als in Gärten zu anzubauende Pflanzen gesprochen wird, werden diese beiden Rosen gemeint sein, und keinesfalls die Heckenrose - meiner Ansicht nach ist die Gleichsetzung von Rosa und Hundsrose in der Landgüterverordnung z.B. auf Wikipedia falsch! "rōsebluome, mhd., sw. M., sw. F.: nhd. Rosenblume, Rosenblüte, Rose; rōseblüejende*, rōsenblüende,mhd., (Part. Präs.=)Adj.: nhd. wie Rosen blühend, rōsebluot, mhd., st.F.: nhd. Rosenblume, Rosenblüte, Rose; rōsebrunne, mhd., sw. M.: nhd.„Rosenbrunnen“, Wundmal Christi; rōsegarte, mhd., sw.M.: nhd. Rosengarten; ÜG.: lat. rosarium Gl, rosetum Gl; Hw.: s.rōsengarten;

In der Capitulare de villis werden meiner Ansicht nach angelehnt an Dioskurides Materia Medica der Anbau von Rosa gallica und Rosa centifolia (hunderblättrige Rose) empfohlen. Im Lehrgedicht Hortulus Liber de cultura hortorum – Wikipedia werden Rosen aufgeführt, auch hier ist mit Sicherheit die Rosa Gallica gemeint, möglicherweise auch die Rosa centifolia. Im Mittelalter war auch schon die magentarote Sorte Rosa gallica 'Officinalis' (Apotheker-Rose) bekannt.
Aus ihnen wurden Tees, Pastillen (Rezept bei Dioskurides), Rosenwasser, Rosenöl, Rosenessig für medizinische Zwecke wie Wundheilung und im Mund-Rachenbereich zur Adstringens (austrocknend, blutstillend und entzündungshemmend) genutzt.

unten historischer Klostergartenplan von St.Gallen (820 n.Chr.) mit Übersetzung rechts - Rosen Beet unten links
Screenshot 2026-09-28 at 10-15-52 Garten - Klostergarten St. Gallen.png
 
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Zuletzt hatte er sich auf die Brombeerhecke als Landwehr festgelegt, hinter der sich lombardische Bogenschützen versteckt haben.
ja, kurios (vielleicht auch mit satirischer Intention, sei es frei- oder unfreiwillig?) ;)
Immerhin haben wir einen spektakulären Brombeerfortifikationsplan "Castelfelder Rosengarten-Burg" (#39) erhalten :D und zu diesem zusätzliche informationen (Brombeerwall bis 3m hoch, langobardische Scharfschützen) ...ich habe den Festungsplan gründlich studiert, denn ich habe Freude an allerlei Festungsplänen, und --- bin überfordert damit. Ein grüner Brombeerwall ist eingezeichnet. Praktikable Positionen für langobardische Scharfschützen weist er nicht auf. Wo mögen diese gewesen sein? Klassischerweise befanden sich bei Befestigungen die Bogenschützen auf dem Wall oder auf der Burgmauer, dank Überhöhung war ihre Reichweite günstiger als die der Angreifer. Zudem entdeckte man schon früh, dass eine seitliche Bestreichung (ausspringende Türme, Basteien, Rondelle) des Walls sinnvoll ist - wir finden nichts dergleichen im spektakulären Brombeerplan: oben drauf auf dem Brombeeren"wall" kann sich niemand aufhalten, ausspringende Positionen zum bestreichen finden sich keine.
Ich kann den Plan nur nur so deuten:
- (Angriff) blöde Merowinger - FETTER unbemannter BROMBEERWALL - schlaue langobardische Scharfschützen (Defensivposition) -
sehen können die Kontrahenten einander nicht, denn zwischen ihnen blockiert der Brombeerwall alles.
Scharfschützen, die ihr Ziel nicht sehen können, sind wahrlich überraschend innovativ. Wahrscheinlich schossen diese ihre Pfeile steil über die Brombeerhecke, sodass sie auf der anderen Seite steil von oben herunterfielen, und die blöden Merowinger, die nüscht mehr von römischen Taktiken wussten, hielten sich ihre Schilde nicht übern Kopf....
Derart brillante Kriegslisten mussten natürlich prominent in die epische Überlieferung, sie stehen Drachenkämpfen in nichts nach!
 
"Wäre ich nicht zu müde, den Weg noch weiter zu wandern, Schreckte mich nicht der beschwerliche Bau eines neuen Gedichtes,
Müßte die köstlichen Sträucher der Rose ich mit des Pactolus Gold und der Araber schimmerndem Edelgestein nun umkleiden.
Weil Germanien tyrischen Purpurs entbehrt und das weite Gallien nicht der leuchtenden Purpurschnecke sich rühmet,
Schenkt zum Ersatz die Rose alljährlich üppig goldgelben Flor ihrer purpurnen Blüte, die allen Schmuck der Gewächse
Alsbald an Kraft und Duft, wie man sagt, so weit überstrahlte, Daß man mit Recht als die Blume der Blumen sie hält und erkläret.
Sie erzeuget ein Öl, das nach ihrem Namen genannt wird, Wie oft dieses zum Segen der Sterblichen nützlich sich zeiget, -
Keiner der Menschen vermag es zu wissen oder zu sagen....

Denn diese beiden Blumen, berühmt und gepriesen, sind Sinnbild Seit Jahrhunderten schon der höchsten Ehren der Kirche,
Die im Blut des Martyriums pflückt die Geschenke der Rose Und die Lilien trägt im Glanze des strahlenden Glaubens.
Jungfrau Maria, Mutter, die du den Sohn hast geboren, Jungfrau, im Glauben ohn' Makel, du Braut nach des Bräutigams Namen,
Braut und Taube, du Hort und Herrin, verläßliche Freundin, Pflücke Rosen im Streite und brich frohe Lilien im Frieden.
Aus dem Königsstamm Jesse ist dir eine Blüte entsprossen, Retter und Bürge allein des erneuerten alten Geschlechtes.
Er hat die lieblichen Lilien geweiht durch sein Wort und sein Leben, Färbend im Tode die Rosen, hat Frieden und Kampf seinen Jüngern
Auf dieser Erde gelassen, die Tugenden beider verbindend, Beiden Siegen verheißend die Krone des ewigen Lebens."

aus "Liber de Cultura Hortorum" von Walahfried Strabo von der Reichenau

@Sternbach bezieht in seiner eigensinnigen Interpretation vom Rosengarten nicht ein, welche religiöse und kulturgeschichtliche Symbolik und Bedeutung "Die Rose" in der Antike und im Mittelalter hatte. Die "Königin der Blumen" wurde früh mit der Jungfrau Maria verbunden Rosa mystica – Wikipedia , das Blut-Rot als Farbe der Geburt und des Todes (Wunde Christi). In den Bildern Madonna im Rosenhag ( frühes 15.Jahrhundert) wird die Verbindung ebenfalls sehr deutlich. Madonna im Rosenhag – Wikipedia

Das Motiv des Hortus conclusus, des abgeschlossenen Gartens steht auch symbolisch für die Jungfräulichkeit Marias, möglicherweise abgeleitet aus dem Hohe Lied Salomons: „Ein verschlossener Garten ist meine Schwester Braut, ein verschlossener Quell, ein versiegelter Born“.
Hortus conclusus – Wikipedia .

Daher könnte Laurins Rosengarten, der von Dietrich und Witige zertreten wird, symbolisch mit Weiblichkeit assoziert sein, die hier geschändet wird, aus Rache für die Entführung von Dietleibs Schwester. Dietrich will den Rosengarten wegen seines süßen Dufts (suesse Gesmack) und seiner Schönheit nicht zertreten, Witige überzeugt ihn jedoch davon. In der mündlichen ladinischen Sage verrät der Rosengarten König Laurin an Dietrich jedoch anhand seiner Bewegungen und wird daraufhin von König Laurin verflucht -in diesem Ende der Geschichte verrät eine Frau König Laurin an Dietrich und seine Ritter?

Der "„rosenvarwer munt“/Rosenroter Mund (mhdt.) aus der mittelalterlichen Minnedichtung, die rosige Haut (rosengesichtig), das Erröten der Frauen (Ovid vergleicht es in der mit der Mischung von Farben aus Rose und Lilie:„quale rosae fulgent inter sua lilia mixtae […]“(„wie Rosen leuchten, unter Lilien gemischt" Amores 2,5), sind Aspekte der Beschreibung der Schönheit einer idealisierten Weiblichkeit, und seit der Antike (Rose als Attribut der Aphrodite) in Dichtung und Liedern verbreitet. Ich neige daher eher dazu, im Rosengarten Laurins eine Symbolik für den ambivalenten Topos der gefangenen und für Männer verfügbaren idealisierten weiblichen Schönheit zu halten,. „Im Rosengarten sein“ als Innbegriff von Lust und Wonne, aber auch geheimen Verführung, Eroberung". Der Garten im Rosenroman (
Roman de la Rose“ 1230 - 1240 von Guilleaume de Lorris) wird zum Ort der Allegorie für erotisches Verlangen, zum lieu plaisant, in seiner Fortsetzung zum Hortus delicarium: Hortus Deliciarum – Wikipedia .

unten Seite 14 Ausgabe von 1500 König Laurins Rosengarten, Dietrich und Witige zertreten die Rosen

Screenshot 2026-09-28 at 13-14-15 Digitalisierte Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin Wer...png
 
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Und wenn die Merowinger gemeinserweise mit Brandpfeilen auf die Brombeerhecke geschossen haben? Hast du das schon mal ausprobiert?
Den Merowingern dürfte das noch nicht gelungen sein, sonst hätten sie das Langobardenreich in den 150 Jahren Eroberungsversuchen geschafft, wie gesagt, zuletzt auch nicht mit byzantinischer Unterstützung. Den Karolingern aber ist es dann definitiv gelungen, was wahrscheinlich zu einem ersten kürzeren ahd. Rosengarten-Kampflied führte, ähnlich dem kürzeren älteren ahd. Hildebrandslied aus diesem Raum. Dieses Thema dürfte später in der mhd. DE aufgegriffen und weiterentwickelt worden sein. Da Brandsätze etc. in diesem Kontext nicht vorkommen, gehe ich von einer anderen (direkteren) Überwindung des Rosengartens aus.
Das Problem für @Sternbach besteht darin, dass er aus mir unbekannten Gründen gezwungen ist, aus einem Rosengarten ein Gebück zu machen. Sein botanischer Ausweg waren Heckenrosen und Brombeeren, weil sie Rosengewächse sind. Deswegen taucht bei seiner Darstellung aber auch eine der wichtigsten Baumarten eines Gebücks, die Hainbuche nicht auf, und auch nicht Weiß - und Schwarzdorn (auch Familie Rosaceae , Gattungen Pyrinae und Prunus), starke Sträucher mit verholzten Dornen. Zuletzt hatte er sich auf die Brombeerhecke als Landwehr festgelegt, hinter der sich lombardische Bogenschützen versteckt haben.
Immerhin haben wir einen spektakulären Brombeerfortifikationsplan "Castelfelder Rosengarten-Burg" (#39) erhalten :D und zu diesem zusätzliche informationen (Brombeerwall bis 3m hoch, langobardische Scharfschützen) ...ich habe den Festungsplan gründlich studiert, denn ich habe Freude an allerlei Festungsplänen, und --- bin überfordert damit. Ein grüner Brombeerwall ist eingezeichnet. Praktikable Positionen für langobardische Scharfschützen weist er nicht auf. Wo mögen diese gewesen sein? Klassischerweise befanden sich bei Befestigungen die Bogenschützen auf dem Wall oder auf der Burgmauer, dank Überhöhung war ihre Reichweite günstiger als die der Angreifer. Zudem entdeckte man schon früh, dass eine seitliche Bestreichung (ausspringende Türme, Basteien, Rondelle) des Walls sinnvoll ist - wir finden nichts dergleichen im spektakulären Brombeerplan: oben drauf auf dem Brombeeren"wall" kann sich niemand aufhalten, ausspringende Positionen zum bestreichen finden sich keine.
Ich kann den Plan nur nur so deuten:
- (Angriff) blöde Merowinger - FETTER unbemannter BROMBEERWALL - schlaue langobardische Scharfschützen (Defensivposition) -
sehen können die Kontrahenten einander nicht, denn zwischen ihnen blockiert der Brombeerwall alles.
Scharfschützen, die ihr Ziel nicht sehen können, sind wahrlich überraschend innovativ. Wahrscheinlich schossen diese ihre Pfeile steil über die Brombeerhecke, sodass sie auf der anderen Seite steil von oben herunterfielen, und die blöden Merowinger, die nüscht mehr von römischen Taktiken wussten, hielten sich ihre Schilde nicht übern Kopf....
Derart brillante Kriegslisten mussten natürlich prominent in die epische Überlieferung, sie stehen Drachenkämpfen in nichts nach!
„Die Hagbefestigungen waren auch bei den Sarazenen bekannt, welche unter Anderem im Golf von St. Tropez in der Provence (Mitte des 10. Jahrhunderts) einen Berg mit dornigem Gebüsch derartig fest machten, dass sie von da aus ungestraft ihre Räubereien verüben konnten.“ (A. Demmin: Leipzig 1877, 299/300: Germanische Wälle. Hage, Gebücke). Damit sind solche Festungsanlagen schon längst bewiesen, die hier bislang von den Experten für Festungsbau bestritten wurden. Und was den Sarazenen gelang, konnten die Langobarden bereits zwei bis drei Jahrhunderte zuvor ebenfalls adaptiert und eingesetzt haben. In der mhd. DE wird dieser um 1200 als uneinnehmbare Feste mit Rosengarten dargestellt und soll 400 Jahre alt gewesen sein. Da solche Infos meistens von einem älteren Dokument abgeschrieben wurden, kann man auch von 450-500 Jahren ausgehen.

Im dabei historisch-topographisch erwähnten Fall Castelfeder kommen natürlich nicht nur Brombeere und Heckenrosen vor, sondern auch Weißdorn, Schlehdorn, Mäusedorn, Felsenkreuzdorn, Felsenbirne, Felsenkirche, Hainbuche, Eiche, Esche etc. (aber keine Gartenrosen). Darauf geht die mhd. DE jedoch nicht eigens ein und würde in diesem Kontext wieder zu weit führen.
 
Ich bin mir nicht ganz sicher, wohin dieser Thread führen soll, aber Hecken als Teil von Verteidigungsanlagen waren nichts Ungewöhnliches.
Die älteste literarische Erwähnung dieser Verteidigungshecken ist jene von Caesar, gefolgt von den erwähnten Darstellungen in der mhd. DE als "Rosengarten" (Virginal, 1. H., 13. Jh.). Plinius könnte ebenfalls noch darauf eingegangen sein, was aber nicht überliefert ist. Vielleicht kennt jemand noch Quellen zwischen den ziemlich weit auseinander liegenden (1250 Jahre) beiden Quellen?
 
(A. Demmin: Leipzig 1877, 299/300: Germanische Wälle. Hage, Gebücke)
(Fachliteratur ist immer erhellend. 1877 war man archäologisch topp aufgestellt in Sachen spätantiker Wälle und Gebüsche)
Und was den Sarazenen gelang, konnten die Langobarden bereits zwei bis drei Jahrhunderte zuvor ebenfalls adaptiert und eingesetzt haben.
von wem adaptierten die Langobarden das, was paar Jahrhunderte später die Sarazenen eingesetzt hatten?
Im dabei historisch-topographisch erwähnten Fall Castelfeder kommen natürlich nicht nur Brombeere und Heckenrosen vor, sondern auch Weißdorn, Schlehdorn, Mäusedorn, Felsenkreuzdorn, Felsenbirne, Felsenkirche, Hainbuche, Eiche, Esche etc. (aber keine Gartenrosen).
...du ruderst zurück, addierst Sträucher/Hecken/Gehölze hinzu, die dir erst peu a peu nach deinen Brombeerverlautbarungen mitgeteilt worden waren. Das ist sehr schade. Ich finde ja nach wie vor die Brombeerfortifikation mit langobardischen Scharfschützen ohne Schützenstellungen erquicklich ;)
 
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