Die Ableitung von Cambodunum....Kempten ist deutlich nachvollziehbarer, als die von Abudiacum zu Epfach.
Nein, sie kommt Dir bestenfalls "nachvollziehbarer" vor, weil Du Dich mit den sprachwissenschaftlichen Gegebenheiten nicht beschäftigt und die Hinweise auch nicht zur Kenntnis genommen hast. Die Umlautung von a>e ist im Fall C
ambodunum-K
empten nicht ohne weiteres zu erklären, da hier das -i- fehlt.
Eher nicht. Aus Silbenvokal /a/ wird, wenn Silbenvokal /i/ folgt, leicht /e/ ("regressive i-Umlautung"). Abodiacum.
Vgl. auch Tolbiacum > Zülpich, Turiacum > Zürich, Iuliacum > Jülich > die -cum-Edung wird gregelmäßig zu -ch
[fehlendes u in Iuliacum von mir ergänzt.]
Wo sogar zwei Silben flachgefallen sind. By the way: Bei der Gleichsetzung von Ve
tonina mit Ve
ldidena müssen wir von sehr gravierenden Verschreibungen ausgehen, da siehst Du kein Problem?
Ich dachte, die gängige Gleichsetzung von Matreio mit Matrei lehnst Du auch ab, zumindest liest sich der Eingangsbeitrag so:
Dies führte zu einer Neuverortung folgender zwölf Stationen (von Süd nach Nord): Matreio, Masciaco, Scarbia, Albiano, Parthano, Ad pontes Tesseni(n)os, Abuzaco, Damasia, Escone, Urusa, Bratananio, Ad novas – mit einer durchschnittlichen Abweichung von 15 km zu den bisherigen Verortungen.
Mir würde nie einfallen "die ptolemaischen Koordinaten so weit wie möglich zu "retten"". Ptolemaios bastelte seine Geogr. aus vielen unterschiedlichen Informationen von der Ferne aus zusammen.
Darunter waren ganz sicher auch Itinerarien, also Informationen derselben Art und Qualität, aus denen die die Tabula Peutingeriana oder das Itinerarium Antonini "zusammengebastelt" wurde.
Grundsätzlich bin ich allen Versuchen gegenüber aufgeschlossen, den Leugenstein von Tongern, die Tabula Peutingeriana, das Itinerarium Antonini oder die Geographike Hyphegesis oder zumindest einen Teil davon zu "retten". Wenn die Methode daraus besteht, auf alle anderen wissenschaftlichen Methoden zu pfeifen, nur um möglichst viele "richtige Zahlen" zu erhalten, dann ist bei bei der Methode etwas faul, das lässt sich bei allen genannten Beispielen denn auch an den Ergebnissen nachweisen.
Um eine nicht ausreichend begründbare Hypothese zu "retten", erfindest Du eine weitere, durch nichts begründete Hilfshypothese.
Wie willst du das wissen ohne nähere Einblicke dazu? Mommsen glaubte beispielsweise...
Weil Deine Hilfshypothese durch nichts begründet ist. Auch auf meinen Einwand hin kam nicht einmal der Versuch einer Begründung. Vielleicht liegt hier auch irgendein Missverständnis vor. Was Mommsen im Fall Sublavione geglaubt hat und inwieweit er damit falsch lag, spielt jedenfalls nicht die geringste Rolle bei der Bewertung der offensichtlich "gerundeten" Zahlen in den römischen Itinerarien. Hier können wir einfach Ockhams Rasiermesser walten lassen, bis Fakten auf dem Tisch liegen, die tatsächlich eine neue Hypothese erforderlich machen.