Aberglaube und tote Seelen

Dieses Thema im Forum "Sonstiges im Altertum" wurde erstellt von Maksim, 31. Oktober 2008.

  1. Tib. Gabinius

    Tib. Gabinius Neues Mitglied

    Falls du damit sagen willst, ich hätte mich präziser ausdrücken können, muß ich zustimmen. Auch will ich nicht abstreiten, dass ein solch umfassender Begriff eine Verallgemeinerung beinhaltet, die Ausnahmen zumindest im Wortsinn ausklammert.
    Aber weder klammert dieser Begriff Entwicklungen aus, noch macht er aus einer Kultur ein statisches Gebilde. Jede gute Abhandlung über eine "Kultur" behandelt auch verschiedene Epochen und Entwicklungen. Dementsprechend beinhaltet auch der Bezug mit wörtlicher Nennung einer Kultur diese Entwicklungen und Tendenzen.
    Das dabei Charakteristika einer Kultur, die schaglichartig beleuchtet werden i.d.R. nicht aus dem Nirvana auftauchten sondern sich entwickelten, wird oftmals gut unterstrichen und lesbar vorgetragen.

    1. Ich schrieb, wie von dir zitiert, allgemeinsprechend
    Aus der Formulierung wird, wie ich finde ersichtlich, dass ich den Griechen NICHT eine bestimmte, durchgehende oder allgemeingültige Geisteshaltung unterstelle. Vielmehr führt dieser Satz aus: wenn es sie in dieser Kultur gibt (NICHT dominiert, allein steht oder unveränderlich vorherrscht), muß es sie deshalb auch in anderen Kulturen geben.
    2. Im Kontext mit der Formulierung und den anderen Beispielen, etwa:
    und dem Inhalt des Postings wird gerade ersichtlich, dass ich mich gegen Verallgemeinerungen erwehre, wie sie dann auftauchen würden, wenn man aus anderen Kulturen auf eine spezielle schließen würde.



    Zwischen der reien Feststellung von Ähnlichkeiten und daraus hervorgehenden Rekonstruktionen unüberlieferter Elemente liegt ein riesiger Unterschied.

    Mir wird nicht ersichtlich, worauf du hinaus willst. Eine Beeinflußung der italischen Halbinsel durch die archaischen Chinesen? Ein generelles, im Gengut der Menschheit verankertes bestreben?
    Dagegen müßte ich mich entschieden verwehren.

    "Unangemessen" nach welchem Verhaltenskodex?
    Davon abgesehen tut hier niemand so, "als wären sie dauerhaft", allerdings sind in den Traditionen durchaus mehr oder minder "stabile" Tendenzen zu erkennen. Das Kulturen verschiedene Wesenzüge tragen magst du als unangemessene Behauptung ansehen, dementsprechend betrachte ich einen Generalvergleich aller Kulturen als fragwürdige Vorgehensweise.
    Nur halten diese Aussagen, schon anhand deiner eigenen Beispiele einer genaueren Betrachtung eben nicht stand.
    Bereits die erste Aussage wird vom Budhismus widerlegt. Ein Generalvergleich hätte uns also bei einem großen Teil der Menschheit ins Bockshorn gejagt.
    Weiterhin:
    Sind die von dir angesprochenen mächtigen Wesen bei den Griechen i.d.R. abstrakte, menschenähnliche Figuren, die sich sehr aktiv Beteiligen und eigene Ziele sehr emotionaler Natur verfolgen, beten andere Kulturen vorwiegend "natürliches" an, mitunter sicher auch in Personifizierungen, in vielen Kulturen mischen sie sich aber weder von sich aus ein noch Verfolgen sie einen "menschlichen Kurs".
    Einige dieser Religionen sind Monotheistisch, andere polytheistisch, einige verehren demütig, andere "spielen" mit ihren Göttern.

    Auch der Pauschalisierung der Gefolgschaftsbestattung als vertreter in jedem Kulturkreis möchte ich widersprechen, nicht zuletzt aufgrund der von dir selbst vorgenommen Forderung nach Differenzierung. Selbst bei Skythen findet sich dieser Brauch bei weitem nicht flächendeckend.


    Kurzum und Zusammenfassend:
    Weder verstehe ich, was diese Diskussion um Verallgemeinerung soll, nachdem es mir schlicht darum ging zu besagen, dass der Auftritt eines "Gespenstes" im klassischen Griechenland keineswegs ein Beweis für eine verbreitete Angst vor spukenden Römern im Raum Osnabrück um Christi Geburt sein kann.
    Noch verstehe ich, den von dir konstruierten "Einheitsgeist" der Menschheit, wo er sich eben nicht beweisen läßt.
     

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