Aussterbende Wörter - vergessene Wörter

dazu eine Frage:
in altenglischen (Beowulf) und altsächsischen (Heliand) Quellen findet sich u.a. ein Sonderzeichen für "ae" - woher kommt diese Abweichung von lateinischer Schreibweise?
æ

Es ist ja bis heute erhalten geblieben: dieses merkwuerdige "æ" begegnet mir hier in Norwegen tagtæglich.

So wie auch das von ErnstL erwæhnte "å", dass man auch "aa" schreiben kann, und wie "o" gesprochen wird.
(Ein geschriebenes "o" spricht man aber als "u" aus, wæhrend das "u" als "ü" gesprochen wird.)

Die Herkunft von "æ" (und "å") habe ich zwar noch nicht ergründen kønnen, sieht aber danach aus, dass man damit die Aussprache anzeigen møchte.

Gruss, muheijo
 
Ja:
„Um die Handgelenke und Arme tragen sie Reifen und um den Hals dicke Ketten aus massivem Gold, dazu noch kostbare Fingerringe und sogar goldene Brustpanzer“ Poseidonios bei Diod. 5,27,3

Kleidung: keltische Gewohnheiten
Bevor Wörter aussterben, stirbt die korrekte Grammatik. Das kennt man von "der Schild". Heutzutage hebt man ja schon jemanden auf "das" Schild. Hier sollte es m.E. heißen: Sie tragen Reife. Reifen sind die Dinger an den Rädern der Autos und die will man nicht an den Handgelenken tragen ;)
 
Ich erinnere mich noch an Zeiten, wo für Spielfilmaufnahmen bei uns in der Innenstadt (sogar noch gelbe) Telefonzellen an völlig unpassendem Ort aufgestellt wurden, heute sieht man zwar vereinzelt Telefonsäulen (in Zeiten des Mobiltelefons ist Privatsphäre beim Telefonieren irgendwie unter die Hufe gekommen) aber ich befürchte, dass es irgendwann eine Konfusion zwischen Telefonzelle und Cell Phone geben wird.
 
Nicht nur werden ganze Wörter vergessen, auch werden einige umgedeutet.
Wärend früher geil ausschließlich sexuelle Erregung bedeutete kann es heute auch synonym für toll, klasse, spitze, super, etc, verwendet werden.
Wobei toll auch eine andere bedeutung haben kann, im Sinne von "maßloses Benehmen"
In Freiburg gibt es ein Haus „Zum geilen Fisch“

Geil heißt hier einfach gelb
 
Mir wurde mal erklärt (ich weiss nicht ob es stimmt) dass der Bayer, wenn er früher von den (Sau)Preissn sprach, vorwiegend den Rheinländer meinte.

Zu Zeiten der Bonner Republik hatten sie ja auch keine anderen Preussen zur Verfügung.

"Gehsteig" ist in Berlin heute eher unüblich und wird m.W. nur von Kreuzberger Exilschwaben verwendet. Hier sagt man Gehweg, Fußweg oder Bürgersteig.

Trottoir ist nicht mehr üblich. Wie auch nicht mehr "Chaussee" oder "Damm" (für Strasse) was unter älteren Mitbürgern von wenigen Jahren noch verwendet wurde.
In Baden sagt man noch Trottoir.
 
In Österreich ist "Lehrling" nach wie vor der einzige Begriff, sowohl im offiziellen Sprachgebrauch als auch in der Alltagssprache.
 
In Österreich ist "Lehrling" nach wie vor der einzige Begriff, sowohl im offiziellen Sprachgebrauch als auch in der Alltagssprache.
In der Schweiz Umgangssprachlich meistens Stift. Und das ist nicht abschätzig gemeint (auch wenn ein Stift eine kopflose Niete ist).
Die Lehre heist oft auch Stife.
Offiziell heisst es natürlich nicht so, sondern Lernede, Lehrlinge, Lehre, Lehrstelle etc.
 
Bei uns im Süden ist es durchaus noch üblich.
Trottoir (besser Drottwar!) versteht und sagt hier jeder, bei "Gehweg", "Bürgersteig" etc. erkennt man den "Roig'schmeggde" - also den Zugezogenen.

Vermutlich durch die geographische Nähe zu Frankreich haben sich im Schwäbischen sowieso sehr viele französische Lehnswörter gehalten. Portmonaie, Büffet (Anrichte), Plumeau (Bettdecke) um nur ein paar Beispiele zu nennen.
All diese Wörter sagt man auch im Badischen noch da und dort.
Auch Paraplie für Regenschirm und Plafond für Zimmerdecke
 
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